Referendum Erdölprojekte an der Adria

modesto, Sonntag, 27.03.2016, 10:53 (vor 3608 Tagen)2085 Views

Guten Morgen allen Lesern und Foristen,

in Italien ist möglich, was man in Deutschland den Bürgern vorenthält - Volksabstimmungen/ Referenden.

An der Adriaküste, von Brindisi bis Monopoli, sind weitere Erdölprojekte von der Regierung genehmigt worden, welche außer den Bohrungen auf See auch den Bau/ Ausbau von Raffinierien an Land beinhalten.

Der Präsident der Region Apulien hat ein Referendum angestoßen, welches vom Staatsoberhaupt Mattarella auch abgesegnet wurde - und am 17. April stimmt die Bevölkerung Apuliens ab.

Es geht auch darum, den Passus aus dem entsprechenden Gesetz zu streichen/ zu verändern, dass die Erdölfirmen "a vita" also lebenslang bohren dürfen, solange sie die Sicherheitsstandards einhalten.

http://www.dasgelbeforum.net/posting.php?category=0

Auch Greenpeace hat sich drangehangen:

http://www.greenpeace.org/italy/it/Cosa-puoi-fare-tu/partecipa/referendum-trivelle/?gcl...

Gestern wurde auf dem Kanal La7 dazu auch der Präsident Apuliens, Emiliano, ein Ex-Richter und in aller Munde, seitdem er als Richter direkt am Meer riesige Schwarzbauten abreißen ließ, ohne Rücksicht auf die Potenz und Beziehungen der Bauherren, interviewt.
Er gilt als unbestechlich und genießt bisher hohes Ansehen in der Bevölkerung.

Um Brindisi herum hat die Küste schon jetzt große Probleme in Form von Industrieabwässern, Vergiftung des Bodens, des Strandes und des Meeres.
Immer wieder werden in der Saison einzelne Strandabschnitte gesperrt.

Apulien wurde vorher von Vendola (Die Grünen) regiert und der Herr hat es nicht geschafft, dort aufzuräumen.
Mal sehen, was der Neue schafft.

Bei den Erdölbohrungen hat die Bevölkerung, die dort sehr stark vom Tourismus abhängig ist, vor allem Bedenken, dass Kontrollen nicht erfolgen - im Lande der Bestechlichkeit Usus, und dadurch die Gefahr eines Totalausfalls der wichtigen Einnahmen besteht.
Sie klagen, dass die Gewinne ausschließlich den Konzernen zugute kommen und das Risiko auf die Anwohner abgewälzt wird.

Auf der anderen Seite gestern abend ein Professor, welcher vehement die Position der Erdölbohrer verteidigte, angeblich unabhängig.
Dann rutsche ihm mehrfach ein "Wir denken... wir meinen...wir haben" raus, womit klar war, wer ihm seinen Standpunkt vergütet.

Er meinte z.B. sinngemäß, dass wir die Umwelt abschreiben müssen, weil wir auf das Erdöl angewiesen sind.

Spannend also das Referendum, ob dort mehr als bisher gebohrt werden wird, ob neue Raffinierien entstehen, ob das lebenslange Recht zur Förderung angetastet wird.

Ganz egoistisch bin ich froh, am ionischen Meer zu leben - so ganz ohne Gas, Erdöl und die passende Infrastruktur und Transportwege.

Wir wünschen Euch allen ein gesegnetes Osterfest!

modesto und Herzdame


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