wegen der Spenden

nereus @, Montag, 21.03.2016, 07:47 vor 3616 Tagen 5726 Views

Hallo Jükü!

Ich denke, so geht das nicht.
Du schreibst, Du benötigst monatlich 15.000 € für Deine Pflege.
Ich kann diese enorme Summe einfach nicht nachvollziehen.
Erkläre uns bitte warum z.B. in der Nacht keine Rufbereitschaft ausreicht, um in Notfall zu helfen. Ebenso erschließt sich mir nicht, warum rund um die Uhr jemand für Dich da sein muß. Wäre ein 2-Schichtsystem von früh bis abends nicht ausreichend?
Wenn Du mehrere Stunden vor dem PC verbringst, inwiefern ist dann permanente Hilfe nötig?
Was fällt neben der Betreuung noch an anderen Kosten (Medikamente, Verbände usw., technische Hilfsmittel usw.) an, die solche Summen verschlingen?

Ich sage es ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen, daß Spenden in dieser Größenordnung im Gelben zusammenkommen.
Selbst wenn 10 Leute monatlich 100 € spenden, 20 mit 50 € dabei sind und weitere 50 bereit wären 20 € zu zahlen, wären wir erst bei 3.000 €. Du verlangst aber mehr als das Dreifache!
In obengenannter Rechnung – die lediglich auf sehr optimistischen Annahmen beruhen - wären schon 80 Teilnehmer involviert und ich sehe auch kaum weitere Schreiber, die darüber hinaus zu aktivieren wären. Haben denn überhaupt 80 Leute in der letzten Woche gespendet?
Die mehreren hundert Karteileichen, die sich irgendwann einmal angemeldet haben, brauchen bei einer seriösen Kalkulation nicht berücksichtigt werden.

Das nach dem Hilfeschrei ein paar Leute etwas tiefer in die Tasche griffen als üblich, darf nicht damit verwechselt werden, daß nun permanent die gleiche Summen zu erwarten sind. Und die reichen ja nicht einmal bis zur Hälfte Deiner überschlägigen Erwartungshaltung.

Ich wäre bereit mich an einer weiteren Spendenaktion, auch für längere Zeit zu beteiligen, aber dann müssen zunächst echte Alternativen geprüft werden, die den Kostenaufwand in die reale Welt zurückholen.
Tut mir leid, wenn ich das so offen schreibe aber die Dinge sind nun mal wie sie sind und ich favorisiere als Pragmatiker eher vernünftigen Lösungen als utopische.
Und dazu gehört auch eine ordentliche Kostenkalkulation mit einer ungefähren Auflistung der geplanten/nötigen Ausgaben.

Hatte Helmut nicht ein paar kostengünstigere Vorschläge?
Was ist daraus geworden?

mfG
nereus

Bist Du hier der Blockwart? Niemand ist niemandem Rechenschaft schuldig! (oT)

Fidel @, Montag, 21.03.2016, 08:25 vor 3616 Tagen @ nereus 3281 Views

- kein Text -

Antwort

nereus @, Montag, 21.03.2016, 08:48 vor 3615 Tagen @ Fidel 4552 Views

Hallo Fidel!

Nein, ich bin hier nicht der Blockwart – offenbar im Gegensatz zu Dir.

Wenn größere Summen ins Spiel kommen und um Zuwendung angefragt wird, dann darf man sehr wohl einmal um genauere Infos bitten.
Ich weiß nicht was das mit Blockwartmentalität zu tun hat, zumal ich meine Unterstützung bereits angeboten habe.

mfG
nereus

Meinung ohne Ahnung

Fidel @, Montag, 21.03.2016, 08:56 vor 3615 Tagen @ nereus 4420 Views

Hast Du hier von "Scheiß Idee" geschrieben:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=399495

...damit nimmst Du dir das Recht zu bewerten, in dem Fall eine Idee.

Auch im Bezug auf Pflegekosten maßt Du dir an einen Etat hinterfragen zu dürfen, wer -gab- dir das Recht?

Bevor Du dich mit Rechthaberei blamierst, solltest Du angemessene (legale) Bezahlung für 3x 8 Stunden Pflege + Lebenshaltung berechnen.

Meinungen hat man auch ohne Ahnung.

Nun meine Bitte an dich, lass es damit bewenden.

Grüße
Fidel

Der Ton macht die Musik

kieselflink @, Montag, 21.03.2016, 10:20 vor 3615 Tagen @ Fidel 3710 Views

- wie so oft im Leben...

Auch auf die Gefahr hin, dass auch ich gleich als Blockwart na**fiziert werde...

Auch im Bezug auf Pflegekosten maßt Du dir an einen Etat hinterfragen zu
dürfen, wer -gab- dir das Recht?

...IMHO hat hier grundsätzlich das Recht, Fragen zu stellen, sofern diese aus sich heraus ehrlich sind und nicht suggestiv oder mit Unterstellungen daher kommen.

Nichts anderes hat nereus getan. Ich kann seine Frage übrigens sehr gut nachvollziehen, was mich aber nicht davon abgehalten hat, meine Hilfe vor meine Bedenken zu stellen. nereus hält das möglicherweise anders. Möglicherweise aber auch nicht.

Bevor Du dich mit Rechthaberei blamierst, solltest Du angemessene
(legale) Bezahlung für 3x 8 Stunden Pflege + Lebenshaltung berechnen.

IMHO hat hier auch jeder das Recht, sich selbst bloßzustellen, solange er hier Schreibrechte hat. Wobei ich ob meiner eingeschränkten Sicht nicht zu erkennen vermag, dass nereus dieses Recht vorhin für sich beansprucht hätte. Aber das wird wohl noch jeder Leser für sich selbst entscheiden dürfen - oder etwa nicht?

Meinungen hat man auch ohne Ahnung.

Auch das sei jedem zugestanden. Man muss diese aber nicht gleich hinausschreien... [[zwinker]]

--
cheers - kieselflink

Und ich dachte immer, wir leben in einem deflationären Umfeld.

trosinette @, Montag, 21.03.2016, 09:38 vor 3615 Tagen @ nereus 3801 Views

Guten Tag,

ich halte deine Anfrage für vollkommen legitim. Wobei ich davon ausgehe, dass sich die 15 Mille auch ohne Trüffel auf der Pasta zusammenläppern.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Das erzählt der Märchenonkel der Zentralbank deines Vertrausens

FOX-NEWS @, fair and balanced, Montag, 21.03.2016, 10:18 vor 3615 Tagen @ trosinette 3311 Views

Gebühren, Prämien und Abgaben kennen nur stramm Kurs Nord.

ich halte deine Anfrage für vollkommen legitim. Wobei ich davon ausgehe,
dass sich die 15 Mille auch ohne Trüffel auf der Pasta zusammenläppern.

Für die 15 Mille könnte man in Thailand 10 examinierte Krankenschwestern 24h "Spalier stehen lassen". Aber ein Standortwechsel ist nicht jedermanns Sache. Die deutsche Standardpflege kann gerade mal mit Mühe und Not die "Insassen" satt und sauber halten und die Zukunft schaut eher düster aus ...

Grüße

--
[image]
** Keiner soll hungern ohne zu frieren! **

Das sieht man doch ganz deutlich daran, dass es offenbar Probleme bereitet, diese Summe aufzubringen

Mephistopheles @, Datschiburg, Montag, 21.03.2016, 12:26 vor 3615 Tagen @ trosinette 3254 Views

Guten Tag,

ich halte deine Anfrage für vollkommen legitim. Wobei ich davon ausgehe,
dass sich die 15 Mille auch ohne Trüffel auf der Pasta zusammenläppern.

Ich nicht.
Es handelt sich um eine freiwillige Spende und nicht um einen Businessplan.
Du verwechselst offenbar die Ebenen.
Bei einem Businesssplan ist es allerdings mehr als angebracht, zu fragen, wofür das Geld verwendet wird. Schließlich erwartet der Geldgeber eine Rendite.

Bei einer freiwilligen Spende ist es dagegen eine Beleidigung für den Hilfebedürftigen, ihn zu fragen, wofür er das Geld benötigt.
Allein diese Frage entwertet die ganze Spende.

Es bleibt dem Spender allerdings unbenommen, einen bestimmten Spendenzweck anzugeben, bspw. für die Person...
Damit soll der Praxis vor allem christlicher Organisationen Vorschub geleistet werden, die Spenden für ganz andere Personen auszugegebn, insbesondere für den eigenen Apparat, als in der Spendenwerbung angegeben.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Bob Geldof wäre ein besseres Beispiel gewesen. (oT)

SevenSamurai @, Montag, 21.03.2016, 19:32 vor 3615 Tagen @ Mephistopheles 2057 Views

- kein Text -

--
Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

Wir müssen die 3-6 Monate überbrücken.

modesto, Montag, 21.03.2016, 10:26 vor 3615 Tagen @ nereus 3766 Views

Guten Morgen,

vorweg:
Ich wollt, ich wär ein Millionär..
Denn der Gedanke daran, wie es Jürgen geht und dass er sich in dieser Situation, die sich ja nicht bessert, auch noch mit der finanziellen Sorge herumschlagen muss, macht uns beiden hier jeden Tag zu schaffen.

Der von mir überwiesene Betrag ist für mich mit meiner Mickerrente machbar, aber es ist ein Tropfen auf den heißen Stein.
Von daher finde ich es erstmal gut, dass Jürgen oben angepinnt hat, wo wir stehen. Aber es geht nicht vorwärts.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass manche gut gemeinte Vorschläge nicht einfach umzusetzen sind, wenn sie auch am Ende vielleicht eine Lösung bieten würden.
Jürgen kann nicht einfach mal sich diverse Strukturen ansehen, sich ins Auto setzen und von Pflegeheim zum Pflegeheim fahren, um sich vor Ort umzuschauen.
Ich stelle mir Reisen sehr, sehr schwierig vor in seiner Situation.
Vom Bett aus Hochglanzprospekte anschauen ist nicht dasselbe.

Wie man es anpacken kann, eine gewisse Summe für einen gewissen Zeitraum zu koordinieren, weiß ich nicht - aber genau das bräuchte es ja. Sicherheit.

Genau das müssten wir irgendwie organisieren, so dass Jürgen eine Sicherheit hat und auch wir die Gewissheit - Ja, es klappt, wir überbrücken die Zeit zusammen.

Den Gedanken: "Ja, das Gelbe ist es mir wert." sollten wir mal beiseite lassen. Hier geht es um Menschlichkeit.

Wer sich mal 5 Minuten hinsetzt und versucht, sich vorzustellen, ob er die Kraft hätte, so eingeschränkt zu leben wie Jürgen, der wird zu dem Ergebnis kommen, dass er vom Leben privilegiert wurde.
Meine Herzdame saß nach einer Verletzung nur 2 Monate im Rollstuhl und konnte dabei alles außer einem Bein bewegen - sie litt sehr - und das ist NICHTS gegen das, was Jürgen jeden Tag bewältigt.

Ich leide selber unter starken Einschränkungen und Dauerschmerzen - und doch ist das NICHTS gegen die tägliche Kraft, die Jürgen aufwendet.

Vielleicht gibt es unter den Foristen oder Lesern jemanden, der sehr gut situiert ist und mal Mist gebaut hat, der könnte durch konkrete Hilfe Abbitte leisten und einem anderen Menschen helfen.
Nicht alle müssen so rechnen wie ich und viele andere, manchen würde es leicht fallen, hier tätig zu werden.

Oft sieht man in den sozialen Netzwerken vorgestellte Schicksale, verbunden mit einem Spendenaufruf und da kommt richtig viel zusammen.
Ob das im Sinne Jürgens wäre weiß ich nicht.
Doch vielleicht kann man so etwas bewegen?

Es will mir nicht in den Kopf, dass wir es nicht schaffen, eine wirklich begrenzte Zeit zu überbrücken, damit Jürgen sich nicht neben all seinen Sorgen auch noch die Angst antun muss, sich auf einmal ohne Hilfe zu sehen.

Meine Bitte daher an die, welche mehr als genug haben - bitte helft.
Abgesehen davon, dass Ihr einem Menschen Gutes tut, der nicht viel Freude hat im Leben - es wird auch Euch ein gutes Gefühl geben und wäre ein Ausdruck von Dankbarkeit dem Schicksal gegenüber, dass man selber einen Körper hat, der funktioniert.

Nicht oft bekommt man die Chance, konkret Gutes zu tun.

Euch allen einen guten Tag wünscht
modesto


edit: Tippfehler

Personalkosten grob berechnet (Ergänzung: Personalschlüssel)

Uwe @, Montag, 21.03.2016, 10:27 vor 3615 Tagen @ nereus 3779 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 23.03.2016, 14:33

Hallo, @Nereus,

in einem Beitrag schrieb Jürgen, dass der Bedarf an Pflege in die Pflegestufe III einzuordnen ist.

Die Personalkosten für die angemeldete 24-Std.-Betreuung liegen somit bereits bei 24*Personalkosten, also grob zwischen (10 bis 13 €/Std) x ~1,4 pro Tag. Damit liegen die Monatskosten mindestens zwischen (14 bis 18,2)*24*365,25/12 = 10.227 und 13.295 € pro Monat.

Erst die Betreuung von mehreren zu Pflegenden lassen die Kosten pro zu Pflegenden sinken.

Gruß,
Uwe

Ergänzung Personalschlüssel in Abhängigkeit der Pflegestufe:
http://www.nonprofit.de/artikel-lesen/artikel/personalbedarf-ermitteln/

Ein zu Pflegender mit der Pflegestufe 3 benötigt mehr als eine halbe Vollzeitkraft in einer Pflegeeinrichtung.

Erklärung wegen der Spenden

Elli ⌂ @, Montag, 21.03.2016, 12:33 vor 3615 Tagen @ nereus 4738 Views

Hallo Jükü!

Hallo nereus,

Du schreibst, Du benötigst monatlich 15.000 € für Deine Pflege.
Ich kann diese enorme Summe einfach nicht nachvollziehen.

Auf dieser Seite http://www.forsea.de/projekte/persoenliches_budget.shtml gibt es irgendwo eine Excel-Kalkulation, mit der man das nachvollziehen kann. Ich konnte das früher auch nicht glauben, aber bei einer Rundum-Betreuung/Pflege kommt das zusammen.

Erkläre uns bitte warum z.B. in der Nacht keine Rufbereitschaft
ausreicht, um in Notfall zu helfen.

Selbstverständlich genügt das in der Regel, sonst wären die Kosten noch höher.

Ebenso erschließt sich mir nicht,
warum rund um die Uhr jemand für Dich da sein muß. Wäre ein
2-Schichtsystem von früh bis abends nicht ausreichend?

Sicher, aber damit ist es trotzdem nicht getan. Urlaub, Krankheit, etc.
Aber sei mir bitte nicht böse, wenn ich hier nicht näher in die Details gehe, denn sonst wird es mir zu persönlich bzw. intim. Allerdings habe ich nochmal spitz nachgerechnet und bin der Meinung, dass ich mit 7500 € durchaus hinkommen müsste.

Hatte Helmut nicht ein paar kostengünstigere Vorschläge?
Was ist daraus geworden?

Er hat mir gerade heute geschrieben, dass er schon einen Schritt weiter gekommen ist. Die Sache ist keineswegs gestorben und ich muss ihm auch noch antworten; ich muss allerdings ganz ehrlich sagen, dass es nach zwei Jahren mit polnischen (ungelernten) Leuten eine Wohltat ist, wieder seit gut einer Woche von deutschen Fachkräften versorgt zu werden. Aber vielleicht wird es auch eine Kombination aus beiden.

Im Übrigen soll es ja keine Dauerangelegenheit werden, sondern nur für einen Zeitraum von 3-6 Monaten. Und glaube mir bitte, dass ich mich wirklich nicht wohl fühle dabei, mein Leben zum Teil mit Spenden zu finanzieren. Das Zocken an der Börse habe ich übrigens komplett eingestellt, ich komme zeitlich gar nicht mehr dazu, zumindest vorerst. Trotzdem werde ich meine regelmäßigen Analysen weiter machen.

Danke für die Infos (oT)

nereus @, Montag, 21.03.2016, 12:39 vor 3615 Tagen @ Elli 2527 Views

- kein Text -

Gelaber

Cascabel @, Montag, 21.03.2016, 16:16 vor 3615 Tagen @ nereus 3467 Views

Hallo, Forum

Ich finde, hier wird zu viel gelabert. Wer spenden will, sollte es tun und wer nicht....

Warum muss sich Jürgen hier in irgendeiner Weise rechtfertigen? Warum sollte er nach Thailand oder
Bulgarien zur Pflege? Haben solche, die hier dumme Texte ablassen, nichts besseres zu tun?

Gruß aus Panama

Cascabel

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