Ende der EU = Ende des Euro?

Herzog Waydelich, Mittwoch, 16.03.2016, 11:31 (vor 3618 Tagen)4677 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 16.03.2016, 12:47

Kaum ein Thema brachte die unterschiedlichen Werte und das Selbstverständnis einer Europäischen Union so deutlich zum Ausdruck wie die Flüchtlingskrise. Streit über die Verteilung, über die Finanzierung, das faktische Ende von Schengen, Verrat von gemeinsam geglaubten Werten (auch jeweils innenpolitisch), Kakophonie in der Außenpolitik, Grüppchen von EU-Staaten gegen andere Grüppchen von EU-Staaten. Einzelentscheidungen (Deutschland: EU Außengrenzsicherung? Dublin, Schengen? Mir als Merkel EGAL!) oder Ungarn (Deutschlands Willkommenskultur? Mir als Orban EGAL) bis hin zu Österreich (Flüchtlingsgipfel? Mir auch EGAL, Grenze wieder zu!).

Alles das innerhalb von 6 Monaten - ohne Gewitterankündigung - aus einer Schönwetterperiode heraus.

Wir haben ein Sammelsurium von 28 völlig unterschiedlichen Staaten in der EU, welche sich in der Schönwettervergangenheit einen einheitlichen Anstrich gaben. 17 Staaten davon benutzen auch noch die gleiche Währung - ohne einheitliche Wirtschaftspolitik zu betreiben.

"Kein Projekt, auch nicht die EU, ist irreversibel"mahnt nun EU-Parlamentspräsident Schulz und hält das Auseinanderbrechen der EU für möglich: "Die Gräben, die sich auftun, können zum Scheitern der EU führen", so sein O-Ton.

Was aber, wenn es über der Flüchtlingsfrage nun wirklich die EU zerreißt? Wie lange dauert es dann, bis die nächste Finanzkrise offen ausbricht und damit das Ende des Euro nicht nur einläutet sondern zementiert?

Die EZB hat sämtliches Pulver verschossen. Was passiert also beim Scheitern des Flüchtlinggipfels und ab welchem Stadium ist der Point-of-no-Return für die Eurowährung eingeleitet?

Wann knallt es im Euro also?

Es grüßt herzlichst

Herzog Waydelich

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Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Bulle noch Bär auf


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