EZB senkt Leitzinsen... auf 0% (in Worten: Null)

Reffke @, Donnerstag, 10.03.2016, 14:07 vor 3624 Tagen 8122 Views

Zudem weitet Draghi sein milliardenschweres Kaufprogramm für Staatsanleihen und andere Wertpapiere aus. Statt 60 Milliarden Euro pumpt die EZB ab April 80 Milliarden Euro in den Markt...
http://www.wiwo.de/politik/europa/europaeische-zentralbank-ezb-leitzins-erstmals-bei-nu...

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Die Lüge ist wahrer als die Wahrheit, weil die Wahrheit so verlogen ist. André Heller
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==> Fundgrube zur Lage: www.paulcraigroberts.org

Das wird leider auch nichts helfen.

inno @, Donnerstag, 10.03.2016, 14:09 vor 3624 Tagen @ Reffke 7294 Views

... leider, muss man sagen.

Der Endverbraucher kauft deshalb weltweit nicht mehr als vorher.

Deshalb wird nicht mehr als sonst investiert.

Gruß,
i.

Zinssenkung rein technische Massnahme

CalBaer @, Donnerstag, 10.03.2016, 17:29 vor 3624 Tagen @ inno 5993 Views

Wenn Draghi mit QE die Zinsen weiter drueckt, muss er auch die ZB-Zinsen senken, damit die Banken nicht ueber die Wupper gehen. Rein konjunkturell bewirken die Zinssenkungen nichts, denn wenn es keinen Bedarf an Konsumption und Investitionen gibt, aendert der Zinssatz daran sehr wenig. Es fuehrt hoechstens dazu, dass Unternehmen umschichten von Aktienfinanzierung in Anleihefinanzierung (share buybacks), was die Kennzahlen (P/E) aufhuebscht und damit die Kurse nach oben treibt.

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Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Wertpapiere?

nereus @, Donnerstag, 10.03.2016, 14:14 vor 3624 Tagen @ Reffke 7338 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 10.03.2016, 16:08

Hallo Reffke!

Du meldest: Zudem weitet Draghi sein milliardenschweres Kaufprogramm für Staatsanleihen und andere Wertpapiere aus. Statt 60 Milliarden Euro pumpt die EZB ab April 80 Milliarden Euro in den Markt.

Das sind dann Papiere, die keiner mehr haben will, sonst müßte die EZB diese ja nicht ankaufen.
Daher kann der Begriff „Wertpapiere“ so nicht mehr stimmen. [[zwinker]]
Normalerweise geht Wertvolles weg wie warme Semmeln.
Das sind Schrottpapiere .. Junkbonds .. eben Müll! [[freude]]

Zu dieser Thematik gibt es ein passendes Bild

[image]

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Zopf#/media/File:Muenchhausen_Herrfurth_7_500x789.jpg

Wo wird dieser Wahnsinn enden?

mfG
nereus

Und der DAX hat seine ABC Up-Korrektur beendet…

uluwatu @, Bangkok, Samui, Uluwatu, Donnerstag, 10.03.2016, 14:56 vor 3624 Tagen @ Reffke 7727 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 10.03.2016, 16:03

und das ziemlich genau mit A ist C.
Jetzt entweicht Draghis Luft pfffffffft…
Die zur Schau gestellte Hilflosigkeit in der PK war ja kaum zu uebersehen.


Also DAX Short, Stop Tageshoch von heute bei 9996 max. 10200
200 Punkte Risiko, 1700 Punkte Platz.

Hallo Elli, bist Du schon short? (oT)

Ursus @, Donnerstag, 10.03.2016, 18:00 vor 3624 Tagen @ -ELLI- 5254 Views

- kein Text -

Ja, seit vorhin…

-ELLI- ⌂ @, Donnerstag, 10.03.2016, 18:05 vor 3624 Tagen @ Ursus 6591 Views

Im Bereich von 9800/9850 bin ich short gegangen.

Vielen Dank für die Info! :-) (oT)

Ursus @, Donnerstag, 10.03.2016, 18:58 vor 3624 Tagen @ -ELLI- 4925 Views

- kein Text -

Du lagst richtig

uluwatu @, Bangkok, Samui, Uluwatu, Donnerstag, 10.03.2016, 19:21 vor 3624 Tagen @ -ELLI- 6077 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 10.03.2016, 19:26

Ich war ebenfalls seit 9900 short mit Stop 10200 und das heute waren Geschenke zum Nachlegen.

Dass es genau zu A = C gereicht hat, war Elliott pur. 500 Punkte als Daytrader ist wie Geburtstag und Weihnachten an einem Tag. Richtig spannend wird es aber erst jetzt.

Es sieht nach einem astreinen Abwärtsimpuls aus und somit könnten die nächsten Wochen sehr schmerzhaft für die Bullen werden.

Die nun folgende Up-Korrektur wird einen weiteren Shorteinstieg mit vertretbaren Stopps ermöglichen.

Ich mach heute ein grosses Fass auf, das war Mega und überfällig!!

Wie weit könnte die up-Korrektur jetzt gehen? (oT)

Ursus @, Donnerstag, 10.03.2016, 19:32 vor 3624 Tagen @ uluwatu 5035 Views

- kein Text -

Da kann ich dich verstehen

solarteur, Freitag, 11.03.2016, 07:46 vor 3623 Tagen @ Broesler 4510 Views

Hallo Broesler,

Wenn du hinten nicht -ELLI- stehen hast ist es schade um die Zeit einen Text zu verfassen.

Ich werde mich zurückziehen und keine Analysen bzw. Prognosen mehr verfassen. Mit den Trades hatte ich ja bereits aufgehört.

Vielleicht liest man sich ja woanders, wo diese Arbeit respektiert wird.

Lg Solarteur

Was kann ich tun (auch @ solarteur)?

Schissbux @, Freitag, 11.03.2016, 08:36 vor 3623 Tagen @ Broesler 4463 Views

Hallo Broesler, hallo Solarteur,

woran macht Ihr fest, dass Eure Arbeit nicht gewürdigt wird? Ich würdige und nutze sie – und gerne möchte ich Euch hierfür die verdiente Anerkennung und den verdienten Dank geben, ich weiß jedoch nicht so recht wie. Und möglicherweise geht es anderen auch so.

Macht doch bitte mal einen Vorschlag wie Ihr euch das vorstellt.

Mit dankbaren Grüßen von

Schissbux

Dax wenn short nur noch mit harten SL, auch mal meinen Dank an Euch!!

Centao @, Freitag, 11.03.2016, 23:49 vor 3623 Tagen @ Schissbux 3702 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 11.03.2016, 23:52

Dumm gelaufen - auch am Donnerstag relevante SL-Positionen bei den Aktien, zwecks Gewinnsicherung getriggert. Und dann heute der Dragi - Up-Move.., in großen Teilen ohne mich.

Aber immerhin 5% netto-plus auf das Gesamtdepot bei den Aktien in Cashbestand.

Doch jetzt was kaufen..? Scheint mir riskant, lieber Hebelprodukte mit kurzer Leine?

Eine Klage gegen die Markteingriffspolitik der EZB zu klaren Ungunsten der Shortis wäre einen Gedanken wert..[[hae]]

Grüße,
CenTao

Schaut intraday aus wie das Jahr 2009

Onkel S. @, Freitag, 11.03.2016, 15:13 vor 3623 Tagen @ uluwatu 4402 Views

Hallo uluwatu,

Dass es genau zu A = C gereicht hat, war Elliott pur. 500 Punkte als
Daytrader ist wie Geburtstag und Weihnachten an einem Tag. Richtig spannend
wird es aber erst jetzt.

Es sieht nach einem astreinen Abwärtsimpuls aus und somit könnten die
nächsten Wochen sehr schmerzhaft für die Bullen werden.

irgendwie schaut gestern und heute intraday aus wie die Jahre 2008/2009 im Zeitraffer. 2009 haben wir hier auch versucht, den Markt zu shorten, und er stieg immer weiter.

Grüße,
S.

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Umsetzung auf eigene Gefahr!

"2009 haben wir hier auch versucht, den Markt zu shorten"

lotte @, Freitag, 11.03.2016, 18:00 vor 3623 Tagen @ Onkel S. 4122 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 11.03.2016, 18:09

"und er stieg immer weiter"

Also, wenn ich mir den Monatschart anschaue, bekomme ich auch bald den Eindruck.

Die 2009er Shorterei hat mich mal locker zwei Jahre im Hamsterrad gekostet

Onkel S. @, Freitag, 11.03.2016, 23:17 vor 3623 Tagen @ lotte 3910 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 11.03.2016, 23:21

Hallo lotte,

"und er stieg immer weiter"

die 2009-er Shorts haben mir damals mein Depot vernichtet, weshalb bei mir sofort alle Alarme aufleuchten, wenn Großmeister uluwatu plötzlich aus den Tiefen des Internet auftaucht und die Parole "Volle Kraft Short" ausgibt.

Hier mal mein Gedächstnisprotokoll der Ereignisse von 2009, welches sich insbesondere dank meiner Verluste in meine grauen Zellen eingebrannt hat:

Einzig @VulkanierJörg hatte damals (d.h. im März 2009!) hier im Forum für Long plädiert, und wurde daraufhin verlacht und war dann plötzlich nicht mehr an Bord.

@Cascabel hat dann im Frühsommer 2009 sein Depot auf Long gedreht und sich damit gerettet.

Ich habe damals als Greenhorn an den "todsicheren" Shorts festgehalten, und mal eben mein Depot gegen die Wand gefahren. Dabei gingen dann für mich die Ersparnisse von zwei Jahren Hamsterrad drauf.

Mir soll es egal sein, shortet halt diesen Markt, wenn es Euch glücklich macht.
Ich zocke jetzt lieber die Newbies aus der Poloniex-Trollbox ab [[freude]]

Grüße,
S.

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Buy the fucking Dip :-)

Apostroph @, Down Town (Switzerland), Freitag, 11.03.2016, 23:05 vor 3623 Tagen @ uluwatu 3891 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 11.03.2016, 23:09

Buy the fucking Dip.........................

http://www.zerohedge.com/news/2016-03-11/draghi-dip-buyers-send-stocks-crude-2016-highs...

............................you fucking idiot!


enjoy the reality!

https://www.youtube.com/watch?v=4y6qD_2SQrs


Apo'

--
"Wir können nicht alle Helden sein, weil ja irgendeiner am Bordstein stehen und klatschen muss, wenn sie vorüber schreiten."

W. Adair

Herr, lass Hirn regnen

Schlaumayr @, Donnerstag, 10.03.2016, 22:53 vor 3624 Tagen @ Reffke 5444 Views

Zudem weitet Draghi sein milliardenschweres Kaufprogramm für
Staatsanleihen und andere Wertpapiere aus. Statt 60 Milliarden Euro pumpt
die EZB ab April 80 Milliarden Euro in den Markt...
http://www.wiwo.de/politik/europa/europaeische-zentralbank-ezb-leitzins-erstmals-bei-nu...

Als im letzten Quartal des Jahres 2008 die Zentralbanken die Geldmenge "inflatorisch" erhöhten, war die größte Angst die, dass dies zu unkontrollierbar steigenden Preisen führen würde. Allein, dies ist bis heute nicht geschehen. Auch die Reduzierung des EZB-Leitzinses binnen einen Jahres (2008/2009) von 4,0% auf 1,0% hatte diesen Effekt nicht. Mithin hätte man sich spätestens Ende 2009 mit der Frage befassen können (müssen), warum die klassischen geldpolitischen Instrumente nicht mehr funktionieren.

Die Antwort ist ebenso einfach wie erschreckend: Weder Geldmenge noch Zinssatz haben noch einen Einfluss auf die Versorgung der Volkswirtschaft mit Liquidität: wenn die Geschäftsbanken keine Kredite geben wollen (dürfen - Basel II ff.), kann die Zentralbank Kopfstand machen und Purzelbäume schlagen, es wird nichts passieren.

Faktisch kann also eine Erhöhung der Liquidität in der Volkswirtschaft auf Nachfragerseite nur noch durch Lohnsteigerungen geschehen d.h. befindet sich außerhalb des Steuerungsbereiches von Zentralbank und Politik.

Herr, lass Hirn regnen...

Die Politik hat schon Möglichkeiten

FOX-NEWS @, fair and balanced, Freitag, 11.03.2016, 00:05 vor 3624 Tagen @ Schlaumayr 4834 Views

Faktisch kann also eine Erhöhung der Liquidität in der Volkswirtschaft
auf Nachfragerseite nur noch durch Lohnsteigerungen geschehen d.h. befindet
sich außerhalb des Steuerungsbereiches von Zentralbank und Politik.

Sie könnte Konjunkturprogramme fahren, bis Löhne und Preise steigen, weil die Nachfrage nicht mehr gedeckt werden kann ...

--
[image]
** Keiner soll hungern ohne zu frieren! **

Konjunkturprogramme

Kaladhor @, Münsterland, Freitag, 11.03.2016, 06:10 vor 3624 Tagen @ FOX-NEWS 4491 Views

Die Frage ist doch aber, wo bzw. wie man in gesättigten Märkten weitere Nachfrage (wonach?) generieren will. Ich sehe derzeit keine Chamcen für Konjunkturprogramme, auch nur minimal etwas an der Gesamtsituation zu ändern. Ich bin da eher der Ansicht, dass staatliche Konjunkturprogramme letztlich genauso verpuffen wie die Zinssenkungen bei der EZB.

Gruß,
Kaladhor

--
Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

Du denkst zu kompliziert

FOX-NEWS @, fair and balanced, Freitag, 11.03.2016, 10:12 vor 3623 Tagen @ Kaladhor 4326 Views

Die Frage ist doch aber, wo bzw. wie man in gesättigten Märkten weitere
Nachfrage (wonach?) generieren will. Ich sehe derzeit keine Chamcen für
Konjunkturprogramme, auch nur minimal etwas an der Gesamtsituation zu
ändern. Ich bin da eher der Ansicht, dass staatliche Konjunkturprogramme
letztlich genauso verpuffen wie die Zinssenkungen bei der EZB.

Die Politik (Staat) könnte die Arbeitsleistung und die Waren selber nachfragen. Politisch inkorrektes Beispiel: Aufrüsten und die Bundeswehr vergrößern - wobei letzteres ohne Wehrpflicht nur geht, wenn der Dienst attraktiver wird (vor allem finanziell). Man könnte aber auch etwas sinnvolles tun und die Infrastruktur verbessern ... wenn man genug "Geld in die Hand nimmt", dann kann die EU auch Inflation. [[freude]]

Helikoptergeld haben wir heute schon - nur kreisen die Helis überm Bankenviertel. Das Geld landet doch irgendwann sowieso dort. Welches Naturgesetz verbietet eigentlich, daß es vorher den Umweg über die Geldbörse eines Arbeiters nimmt? [[zwinker]]

Grüße

--
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Staatliche Konjunkturprogramme haben die schlechteste Produktivitaet

CalBaer @, Freitag, 11.03.2016, 19:03 vor 3623 Tagen @ FOX-NEWS 3829 Views

, weil der Staat immer ein schlechter Unternehmer ist.

Ueber die Folgeeffekte fragen natuerlich die Privaten Kredite nach. Dem gegenueber stehen aber neue Staatsschulden aus den Konjunkturprogrammen mit aeusserst schlechter Produktivitaet. In der Gesamtbilanz nimmt die Produktivitaet der Schulden immer weiter ab. Je weiter diese Produktivitaet absinkt, umso mehr muss der Staat das mit immer neuen Konjunkturprogrammen ausgleichen, um die Wirtschaft nicht einbrechen zu lassen, was wiederum die Produktivitaet immer weiter absenkt - es laeuft eine Abwaertsspirale bis zum G.O..

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Steuersenkung als "Konjunkturprogramm"?

Schlaumayr @, Freitag, 11.03.2016, 07:32 vor 3624 Tagen @ FOX-NEWS 4424 Views

Faktisch kann also eine Erhöhung der Liquidität in der Volkswirtschaft
auf Nachfragerseite nur noch durch Lohnsteigerungen geschehen d.h.

befindet

sich außerhalb des Steuerungsbereiches von Zentralbank und Politik.


Sie könnte Konjunkturprogramme fahren, bis Löhne und Preise steigen,
weil die Nachfrage nicht mehr gedeckt werden kann ...

Der Zusammenhang zwischen Konjunkturprogramm und Lohnsteigerung erschließt sich mir gerade nicht. Das einzige "Konjunkturprogramm" zur Nachfragesteigerung, das im direkten Einflussbereich der Politik liegt, also nicht erst wieder vom Wohlwollen der Arbeitgeber abhängt, sind Steuersenkungen im Progressionsbereich. Dies kann allerdings wieder dazu führen, dass Arbeitgeber bei den nächsten Lohnrunden auf weitere Lohnsteigerungen verzichten, da die Arbeitnehmer ja schon über mehr Geld im Portemonnaie verfügen. Spätestens, wenn die Steuer dann auf "null" gesenkt wäre, wäre auch dieses Mittel tot.

Apropos "Steuerprogression": Hier lohnt sich zum Vergleich einmal ein Blick auf die Besteuerungssystematik in Kanada und den USA. Dort werden in einem Stufensystem unabhängig vom Gesamteinkommen die jeweiligen Einkommensanteile innerhalb der Stufen mit demselben Steuersatz besteuert, so dass nur für den jeweils darüberliegenden Einkommensanteil höhere Steuern fällig werden.

Es bleibt dabei: die "alten" geldpolitischen Instrumente sind systembedingt außer Kraft gesetzt und funktionieren nicht mehr.

Anmerkung

Ashitaka @, Freitag, 11.03.2016, 10:41 vor 3623 Tagen @ Schlaumayr 28645 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 11.03.2016, 10:48

Hi Schlaumeier,

Die Antwort ist ebenso einfach wie erschreckend: Weder Geldmenge noch
Zinssatz haben noch einen Einfluss auf die Versorgung der Volkswirtschaft
mit Liquidität: wenn die Geschäftsbanken keine Kredite geben wollen
(dürfen - Basel II ff.), kann die Zentralbank Kopfstand machen und
Purzelbäume schlagen, es wird nichts passieren.

Ja, die Leitzinssenkung der EZB dient nämlich bei genauem Hinblick einzig und allein der kostengünstigen Refinanzierung nicht rückzahlbarer Kreditvolumen. Es gibt diesem Forum nahestehende Thinkaholics, die diese bereits auf 3 - 5 Billionen Euro (!) beziffern. Ernst & Young war da noch etwas optimistischer, wenn auch nur ein klein wenig. Der Umschuldungswahnsinn nicht rückzahlbarer Kredite wird auch durch den letzten BLS bestätigt. Die Kreditnachfrager wollen sich nur längerfristiger zu günstigeren Zinsen finanzieren.

Die Nachschuldnersuche der Eurozone verläuft seit 3 Jahren erfolglos!

Zum 31.01.2016 haben die MFI's - binnen 3 Jahren (!) - konsolidiert 441 Milliarden Euro weniger Kredite an private Unternehmen und Haushalte aktiviert. Demgegenüber sind die Schuldverschreibungen der MFI's (lediglich eine Weiterreichung bereits vorhandener Liquidität an den Staat) um 479 Milliarden Euro gestiegen. Da ist nichts mehr zu retten. Raus aus der privaten Haftung oder raus aus den Schulden. Wie die hier präsentierten und ernst zunehmenden Prognosen es ebenfalls bestätigen bahnt sich da bis 2021 eine Talfahrt an, die niemand vorhersehen konnte. [[zwinker]]

The big short!

Was auch völlig unerwähnt bleibt ist die Tatsache, dass die Eurozone in den letzten 3 Jahren bereits 686 von derzeit noch 5305 Kreditinstituten auf ewig verloren hat. Im Zuge der sich anbahnenden Fusionierungswelle der lokalen Institute wird die Kreditvergabe sicher nicht beflügelt.

Faktisch kann also eine Erhöhung der Liquidität in der Volkswirtschaft
auf Nachfragerseite nur noch durch Lohnsteigerungen geschehen d.h. befindet
sich außerhalb des Steuerungsbereiches von Zentralbank und Politik.

Richtig, nur kuntioniert das nicht in einem deflationären Umfeld. Es fällt noch nicht auf, weil die Refinanzierungsrunden der Finanzmärkte die Preise nach oben treiben. Aber das wird sich, wie die Prognosen von Elli ja ebenfalls bereits andeuten, sehr bald krachend ändern.

Herr, lass Hirn regnen...

Aus dem Systemablauf denken wir uns nicht mehr raus. [[freude]]

Da müssen wir durch!

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

ne Frage zum Euro

nereus @, Freitag, 11.03.2016, 11:02 vor 3623 Tagen @ Ashitaka 4409 Views

Hallo Ashitaka!

Kannst Du einem Unverständigen mal kurz erläutern, warum der EUR gegenüber dem Dollares gestiegen ist? [[hae]]

Ich hatte vor sehr langer Zeit mal gelernt, daß ein höheres Angebot die Preise verhagelt.
Wenn nun Super-Mario die Zinsen auf Null senkt und dann noch mehr "Wertpapiere" ankauft, bedeutet das doch, daß immer mehr Euros auf die Märkte strömen.

Hätte der Euro da nicht sinken müssen oder hänge ich da einer total naiven Vorstellung an?

mfG
nereus

Antwort

Ashitaka @, Freitag, 11.03.2016, 17:30 vor 3623 Tagen @ nereus 4159 Views

Hi nereus,

Kannst Du einem Unverständigen mal kurz erläutern, warum der EUR
gegenüber dem Dollares gestiegen ist? [[hae]]

Ich hatte vor sehr langer Zeit mal gelernt, daß ein höheres Angebot die
Preise verhagelt.
Wenn nun Super-Mario die Zinsen auf Null senkt und dann noch mehr
"Wertpapiere" ankauft, bedeutet das doch, daß immer mehr Euros auf die
Märkte strömen.

Hätte der Euro da nicht sinken müssen oder hänge ich da einer total
naiven Vorstellung an?

Es kommen durch den Ankauf keine zusätzlichen Euros auf den Markt. Es ist nichts anderes als ein Aktivtausch (Anleihen gegen ZBG) um den Banken die Schrottpapiere aus den Büchern zu nehmen. Zusätzliche Geldeinheiten kommen nur durch zusätzliche Kreditnachfragen ins System. Und da sieht es, wie die konsolidierte Bilanz der MFI's zeigt, weiterhin übel aus in der Eurozone.

Die Leitzinssenkung beweist in Hinsicht auf auf den Euro nur, dass seine Nachfrage sinkt. In den USA ist die Kreditnachfrage in den letzten 3 Jahren noch sehr leicht gestiegen. Und auch das reicht niemals, um den Abbruch aufgrund der nicht werthaltigen Kreditforderungen zu verhindern. Die steuern genauso wie wir zum nächsten Big Short.

Grüße,

Ashitaka

--
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Verständnisproblem

007 @, Zentral im Weltwohlfahrtsstaat, Montag, 14.03.2016, 11:13 vor 3620 Tagen @ Schlaumayr 3512 Views

Wie passt der bevorstehende Crash in der Euro-Zone zur Euro-Vorhersage von Elli?

[image]


Gibt es noch eine andere Begründung als "Kurse machen Nachrichten".

Alles bestens: Die Zentralbank kauft auch tote Pferde, die nicht mehr saufen können.

Yellow++ @, Freitag, 11.03.2016, 15:19 vor 3623 Tagen @ Reffke 4336 Views

Hallo Reffke.

Die Zentralbank ist gut für uns alle. Als Gammelfleischrückstände von toten Pferden, die nicht mehr saufen können, werden wir alle von der Zentralbank als Sicherheit angenommen.

Der wichtige Satz lautet: „well beyond the end date of QE purchases.“ Quelle:

Why didn't the markets cheer Draghi's bazooka?

Das Zitat „dass die Zinsen für lange Zeit über das Ende des QE-Programms sehr niedrig bleiben werden“ ist auch auf boerse-go.de zu finden. Quelle:

Live-Ticker: EZB lockert Geldpolitik deutlich

--
Mit Grüßen
Yellow++

Les Brigandes - Jeanne d'Arc (Ich fand ein Schwert)
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