Empörungsmanagement gescheitert

Michael Krause @, Mittwoch, 09.03.2016, 14:09 vor 3625 Tagen 5280 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 09.03.2016, 14:16

Ich habe mich immer darüber amüsiert, wenn sich hier Foristen über Zensur ihrer Kommentare im MSM beschwert haben.

Die Welt hat nun die Kommentarfunktion weitestgehend abgeschaltet und bietet sie nur noch unter ausgewählten Artikeln.

Es gibt immer noch Leute, die sich fragen, warum lassen die denn überhaupt Kommentare zu. Neben dem Meinungsmanagement gehört natürlich auch das Empörungsmanagement zu den selbst gestellten Aufgaben des MSM. Um den Artikel zu kommentieren, muss man ihn lesen und irgend etwas davon bleibt schon hängen. Dann sollen sich die Leute auch einmal richtig empören dürfen. Das gibt den Leute das Gefühl gehört zu werden und hält sie von anderem Unsinn ab. Aber zu sehr empören darf auch nicht sein, sonst wird man mit Empörungsentzug (vulgo Zensur) bestraft.

Dieses Taktik scheint immer weniger aufzugehen. Auch andere MSM Organe schalten die Kommentarfunktion mehr und mehr ab. Das Empörungsmanagement ist gescheitert. Was sagt uns das.

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Das einzige Recht des Sklaven ist das Recht auf Arbeit und das darf man ihm nicht nehmen.

Welt.de ohne Kommentare

Stefan @, Mittwoch, 09.03.2016, 14:34 vor 3625 Tagen @ Michael Krause 4076 Views

Ich habe die Kommentare immer gerne gelesen und gehofft, dass es ein Querschnitt der Bevölkerung sei. Man interpretiert ja viel in Schreibstil und Ausdrucksweise hinein.

Ich bin erschrocken darüber, denn zum einen zeigt es, wie sehr auch Welt.de dem Druck "von oben" unterliegt. Sie hatten die Kommentare ja moderiert, warum sollten sie das plötzlich nicht mehr im Griff haben?

Wie dem auch sei - der Druck im Kessel steigt. Vielleicht kommen nach Sonntag alle wieder ein wenig runter.

Stefan

Wo ich nicht mehr kommentieren kann, lese ich nicht mehr

stocksorcerer @, Mittwoch, 09.03.2016, 17:16 vor 3625 Tagen @ Michael Krause 2892 Views

Das zumindest scheinen manche Medien nicht zu bedenken. Wo ich zensiert werde, lese ich weniger, wo ich für Kommentare gesperrt bin, lese ich gar nicht mehr. Die WAZ ist jetzt raus und zwar unwiederbringlich: ich habe für jeden, mit dem ich über die Zeitung spreche, nur noch Negatives zu berichten auch wenn das Teil Hauptsponsor meines Lieblingsverein ist (und ich da in meiner Jugend selbst eine gute Dekade lang geschrieben habe).

BILD, Welt, SZ und Spiegel habe ich seit rund einem halben Jahr fast überhaupt nicht mehr angeklickt, da bin ich jeweils nur gelandet, wenn jemand ein Thema verlinkt hat und es mir wichtig war, stichpunktmäßig die Argumentation anschauen zu müssen, um zu sehen, was Otto Normal aktuell für Blödsinn verkauft wird. Lesenswerte Gastartikel zur Geopolitik sind ja mittlerweile Raritäten.

Im übrigen lernt man in den Kommentarspalten der MSM nichts, weil wirklich gute Beiträge - die der Deutungshoheit der Regierung widersprechen - allzu häufig wegzensiert werden. Da bleiben nur Foren, in denen inhaltlich diskutiert werden kann, ohne dass Richtungen vorgegeben werden. Und auch bei den alternativen Medien und Blogs gibt es welche, die ich mittlerweile selten besuche oder fast ganz meide, weil den Machern ihre eigene Meinung zu wichtig ist und die der anderen zu unwichtig sind.

Gruß
stocksorcerer


P.S.: Wer seine Leser abschreckt, indem er ihnen zu verstehen gibt, dass deren Meinung zu wichtigen Themen nicht interessant ist, wird am Ende nichts mehr verkaufen und pleite gehen, oder staatlich gestützt über die Runden kommen müssen, (weil die Auflage dann keine Werbung mehr rechtfertigt oder man inoffiziell massig Exemplare für den Streichholz produziert), als dann sogar offiziell amtliches Propaganda-Bullhorn.

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