Baerenmarktrally oder Trendwende?

Kiwi @, Dienstag, 08.03.2016, 09:46 vor 3627 Tagen 4273 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 08.03.2016, 09:51

Sehr geehrtes Forum,

mich beschaeftigt die Frage, ob wir zurzeit

a) eine Barenmarktrally sehen, oder

b) das Tief etwa bei Rohstoffaktien gesehen haben.

Fuer a) sprechen:

- andauernde Finanzkrise, Probleme nicht geloest sondern verschoben;
- Weltkrieg.

Fuer b) sprechen:

- jahrelange Baisse(etwa bei Petrobras),
- Oelpreis war auf langjaehrigem Tief und springt derzeit an, ebenso andere Rohstoffe.

Was meint Ihr? Ich denke, diese Frage ist forumsrelevant, auch wenn wir das Thema zuletzt schon angeschnitten hatten. Hier geht es jetzt etwas mehr um das Grundsaetzliche und Langfristige.

PS: Die von mir vor ein paar Wochen angesprochenen griechischen Bankaktien liegen seitdem gut im Plus.

a)

nereus @, Dienstag, 08.03.2016, 12:21 vor 3627 Tagen @ Kiwi 3484 Views

Hallo Kiwi!

Du fragst: .. ob wir zurzeit a) eine Barenmarktrally sehen, oder b) das Tief etwa bei Rohstoffaktien gesehen haben und begründest danach diese Annahmen.

Ich tippe auf eine Bärenmarktrallye.

Die Anzeichen einer globalen Rezession sind kaum zu übersehen.
Wenn China verstärkt Öl importiert, vermute ich eher strategische Gründe als wachsenden wirtschaftlichen Bedarf.
Die Kriegsgefahr in und um Kleinasien ist nach wie vor sehr hoch und darauf muß man sich vorbereiten.
Die US-Daten sind widersprüchlich, deuten allerdings auch eine Schwächephase hin und die Notenbanken haben eigentlich nichts mehr in der Flinte um die Märkte zu beeinflussen außer den Finanzmärkten. Doch die haben sich schon lange von der Realität abgekoppelt und führen ein Eigenleben.
Wenn jetzt noch Europa wegen der Migrantenkrise auseinanderbricht, dann wird jedes Land zusehen wo es bleibt.
Das sind keine Zeiten für große Projekte, obwohl es diese durchaus gäbe (Wiederaufbau der durch die Kriege zerstörten Länder, wirtschaftliche Gestaltung der neuen Seidenstraße u.a.).

Das Schuldenmonster wird nicht lautlos in sich zusammenfallen.
Negativzinsen sind letzte Zuckungen eines todkranken Patienten.
Wie sollen Banken da noch normal wirtschaften können?
Und gerade die Banken sind alle zu Hochseilartisten mutiert, die kein Rettungsnetz mehr auffangen wird.
Versicherungen dürften demnächst ebenso massive Probleme bekommen.

Wenn Ambrose Evans-Pritchard schreibt Alle Schuldverschreibungen, die die Zentralbanken im Rahmen der quantitativen Lockerungen aufgekauft haben, sollten in unbefristete, unverzinsliche Schulden umgewandelt und anschließend vorzugsweise auf einem Scheiterhaufen an einem öffentlichen Ort verbrannt werden. .. dann ist die Symbolik kaum zu überbieten.

Quelle: http://www.goldseiten.de/artikel/276506--Wenn-Wahnsinn-zum-Normalzustand-wird.html?seite=2

Ich wünsche mir das nicht und ich sehe auch das Licht im Tunnel.
Doch ich fürchte, es sind die Lichter eines entgegenkommenden Zuges.

Die von mir vor ein paar Wochen angesprochenen griechischen Bankaktien liegen seitdem gut im Plus.

Vergiß bitte nicht die Gewinne mitzunehmen. [[zwinker]]
Jetzt Bankaktien zu besitzen ist wie Fallschirmspringen ohne Schirm. [[freude]]

mfG
nereus

Danke

Kiwi @, Dienstag, 08.03.2016, 15:31 vor 3627 Tagen @ nereus 2657 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 08.03.2016, 16:14

Sehr interessante Gedanken. Bin im Wesentlichen d'accord...

äh, da stand doch gerade noch etwas mehr Text ;-)

nereus @, Dienstag, 08.03.2016, 16:24 vor 3627 Tagen @ Kiwi 2598 Views

Hallo Kiwi!

Daher beantworte ich jetzt das alte Posting. [[zwinker]]

Du fragst: Wie bereitet man sich denn auf die Kriegsgefahr in Nahost vor?Etwa indem man die russischen Gasaktien wegen Verbrennungs- und Vergiftungsgefahr abstoesst - ABC-Alarm sozusagen - (vor dem "Lieferstopp" natuerlich), und stattdessen auf die gute alte und irgendwie ebenfalls sozialistische Staatsaktie Brasiliens namens Petrobras setzt? Leider ist der Laden total ueberschuldet, oder?

Man sollte zunächst den Aktienanteil massiv verringern, da ich von einer sehr hohen Crashgefahr ausgehe, welche die Indizes anfangs 20 bis 30 % Substanz kosten dürfte.
Dann muß man sehen, wie sich das entwickelt.
Dehnt er sich zum Weltenbrand aus oder bleibt er begrenzt.
Wird Rußland tief hineingezogen, dann sollten alle Alarmlampen angehen, denn dann wird Putin den Blick zu den feindlichen Stellungen nach Westeuropa wenden und schauen, wer könnte da für größeres Unheil sorgen.
In Deutschland haben wir dann ganz schlechte Karten.
Man kann dann nur beten, daß Merkel nicht mehr im Amt ist.

Vielleicht laesst sich doch irgendwie Szenario a) mit b) kombinieren?

Was wir jetzt global haben, hat es in der jüngeren Menschheitsgeschichte (letzte 2.000 Jahre) so noch nie gegeben.
Der Planet ist vernetzt wie zuvor, was Abhängigkeiten voraussetzt und generiert.
Nahezu die gesamte Welt ist verschuldet bis über die Halskrause.
Unter den reichsten 67 befinden sich ein Großteil Psychopathen, welche die Welt nach ihren Vorstellungen UM-gestalten wollen.
Wer mit 2 Millionen Toten kein Problem hat, kann sich auch mit 20 oder 200 Millionen Toten arrangieren. Es sind ja nur Zehnerpotenzen. [[sauer]]

Hier unten machen uebrigens alle in "Property". Gemeint sind Immobilien. Diese bezeichnet man hier schlicht als "Eigentum", so als ob es keine anderen Eigentums- oder Investitionsformen gaebe. Das sagt eigentlich alles. Bin gespannt, wann diese Blase platzt....

Wenn es tatsächlich in Europa/Asien zum großen Krieg kommt, dann dehnt sich der Immobilienballon bei Euch noch viel weiter aus.
Dann habt Ihr jetzt noch Schnäppchenpreise.
Beten wir gemeinsam, daß dies nicht der Fall sein wird.

mfG
nereus

Ich tippe auf b

thrive @, im grünen Herz des Wahnsinns, Dienstag, 08.03.2016, 16:41 vor 3627 Tagen @ nereus 2511 Views

Hallo,

der DOW ist in einer Seitwärtskorrektur und wird neue Hochs machen.
Öl könnte eine große ABC seit 2008 abgeschlossen haben - also dann auch neue Hochs.
Gold macht mindestens mal eine Korrektur des Abwärtstrends, die Monate dauern wird.

Beides

winterfell67 @, Dienstag, 08.03.2016, 18:54 vor 3627 Tagen @ Kiwi 2286 Views

Ich erwarte am ehesten in der nächsten Zeit eine Stagflation. D.h. inflationärer Preisauftrieb bei Rohstoffen durch Geldmengenausweitung eingebettet in eine realwirtschaftliche Rezession.

Dementsprechend könnten wir das Tief (in Fiat) bei Rohstoffen gesehen haben. Zugleich kann man die folgende Erholung als Bärenmarktrally bezeichnen, weil es zu keiner realen Aufwertung durch höhere Nachfrage kommt, sondern ausschließlich zu einer Abwertung des Fiat-Geldes.

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