Negativzinsen sind keine Zinsen im Sinne des Gesetzes (BMF)

Amos, Montag, 07.03.2016, 15:13 vor 3628 Tagen 3399 Views

Schade, ich kann aus meinen Verbindlichkeiten, die sich bei meinen Kapitalgebern im Laufe der Jahre angehäuft haben, laut Auskunft durch das Finanzamt kein Kapital schlagen.
Auf diese schlaue Idee würden zur Zeit sehr viele kommen, aber so läuft das nicht, wo kämen wir denn dahin, wenn sich jeder den Staat zur Beute macht?
So war das von der EZB nicht gedacht...

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/geldanlage-trotz-niedrigzinsen/steuern-fiskus-erken...

Nach Einschätzung des BMF handelt es sich bei Negativzinsen nicht um Zinsen im Sinne des Gesetzes.
Diese werden dort definiert als „Entgelt für die Überlassung des Kapitalvermögens“ – „unabhängig von der Bezeichnung und
der zivilrechtlichen Ausgestaltung der Kapitalanlage“ (Paragraph 20 Absatz 1).
Hier zahle die Zinsen aber gerade nicht der Kapitalnehmer, sondern der Kapitalgeber (Az.: IV C 1 – S 2252/08/10004:017).

Viele Grüße
amos

Dann handelt es sich also um eine ungesetzliche Einhebung eines Entgelts...

sensortimecom ⌂ @, Montag, 07.03.2016, 15:33 vor 3628 Tagen @ Amos 2822 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 07.03.2016, 15:38

... das jederzeit vor jedem Gericht angefochten werden kann.

Problem ist nur: Das geht dann bis zum Verfassungsgerichtshof oder zum EuGH., und der NIMMT DIE BESCHWERDE NICHT ENTGEGEN.. <img src=" />

Würde es helfen die Nestlé-Anleihe 07/18 in Österreich zu zeichnen?

Amos, Montag, 07.03.2016, 15:58 vor 3628 Tagen @ sensortimecom 2772 Views

bearbeitet von Amos, Montag, 07.03.2016, 16:02

... das jederzeit vor jedem Gericht angefochten werden kann.

Problem ist nur: Das geht dann bis zum Verfassungsgerichtshof oder zum
EuGH., und der NIMMT DIE BESCHWERDE NICHT ENTGEGEN.. <img src=" />

Hallo sensortimecom,

ist bei Euch das Finanzamt der gleichen Meinung?

Wenn ich in Deutschland die Nestlé-Anleihe 07/18 zeichne, dann sind die Marktpreise derzeit so, dass ich für dieses sichere Investment, eine kleine Liquiditätsprämie an Nestlé zahlen muss, da das Risiko, dass ich im Juli 2018 mein Geld nicht mehr bekomme sehr niedrig ist.

Das Finanzamt erkennt diese Prämie jedoch nicht steuermindernd an.
Ist das in Österreich auch so?

Ich halte das für einen sehr wichtigen Sachverhalt, wenn es um das Thema Gesellschafterdarlehen für Unternehmer geht und hier die Schuldenuhr dann ab 2016 rückwärts läuft.

Viele Grüße
amos

Aus der Sicht der Mathematik müsste der Staat sogar die Negativ-KEST...

sensortimecom ⌂ @, Montag, 07.03.2016, 16:32 vor 3628 Tagen @ Amos 2857 Views

.. an die Anleger auszahlen, wenn ihnen Negativzinsen abgezogen werden <img src=" />

Darüber wurde mal vor Jahren im DGF gescherzt und gelacht, inzwischen ist das alles bitterer Ernst. So vergeht die Zeit ..<img src=" />


Ich halte das für einen sehr wichtigen Sachverhalt, wenn es um das Thema
Gesellschafterdarlehen für Unternehmer geht und hier die Schuldenuhr dann
ab 2016 rückwärts läuft.

Viele Grüße
amos

(Beitrag gelöscht vom Moderator, gelbe Karte) (oT)

Amos, Montag, 07.03.2016, 16:40 vor 3628 Tagen @ sensortimecom 2424 Views

bearbeitet von Amos, Montag, 07.03.2016, 17:13

- kein Text -

Aus Sicht des Rechtes wahrscheinlich auch. mL

Centao @, Montag, 07.03.2016, 16:42 vor 3628 Tagen @ sensortimecom 2638 Views

Hallo sensortimecom,

siehe hier: Link

Nur durch die "Vertragsfreiheit" können es Unternehmen und Institutionen wohl nicht.., bei Eigentümern bin ich mir - wie auch @Amos schrieb, ebenfalls nicht sicher. Da kommt bestimmt noch was.

Gruß,
CenTao

Charles Eisenstein von Occupy und das Gold Problem

Amos, Montag, 07.03.2016, 17:32 vor 3628 Tagen @ sensortimecom 2808 Views

Ein Mann der ersten Stunde von Occupy, Charles Eisenstein hat einen schönen Artikel darüber geschrieben, dass es ein Problem sei, dass reiche Menschen nicht nach Verlust streben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Eisenstein

http://sacred-economics.com/kapitel-12-eine-negativzinswirtschaft/

Die Gold-Schwierigkeit, auf die Keynes aufmerksam machte, unterstreicht, wie wichtig es ist, keine künstlichen Wohlstandsspeicher zu schaffen (wie heutzutage Geld einer ist), die die Naturgesetze verletzen. Ein historisches Beispiel sind die Landeigentumsrechte, die einmal in gleicher Weise ein Mittel zur Vermögenskonzentration waren, wie das Geld heute bei uns. Negativzinsen auf Geld müssen, wie von George oder Gesell vorgeschlagen, von Abgaben auf Grundbesitz und im Grunde auf jede Quelle einer “ökonomischen Rente” begleitet werden. Die materiellen Commons, das Genom, das Ökosystem und das elektromagnetische Spektrum müssen genau so wie die kulturellen Commons, z. B. Ideen, Erfindungen, Musik und Geschichten denselben Kosten wie das Geld unterliegen, sonst bewahrheitet sich die Befürchtung von Keynes.

Geld ist Müll

wihoka @, Dienstag, 08.03.2016, 13:39 vor 3627 Tagen @ Amos 2230 Views

Normalerweise gehen Geld und Ware in entgegengesetzte Richtungen: Ware gegen Geld, nicht wahr?

In der Negativzinswelt sind Geld und Zins gleichgerichtet.

Die Frage, unter welchen Bedingungen Ware und Geld die gleiche Fließrichtung aufweisen, lässt sich mit einem Wort beantworten: Müllabfuhr.

Womit der logische Schluss folgt: Geld ist Müll.

Wihoka

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