Die Türkei sieht ihre Chance: Via Nato löckt sie am Stachel der Ägäischen Inseln

Gaby @, Montag, 07.03.2016, 11:19 vor 3628 Tagen 4508 Views

Moin,

in einem Papier, das die Türkei anlässlich der Diskussionen um den Nato-Einsatz in der Ägäis eingebracht hat, fordert diese offiziell, bestimmte griechische Inseln in der Ost-Ägäis nicht mehr beim Namen zu nennen, sondern nur noch zu beziffern.

Nach Informationen der Zeitung "Kathimerini" fordert die Türkei

1) Die Nato solle den Namen "Griechischer Luftraum" mit "Nato Luftraum" ersetzen

2) Die Nato soll davon Abstand nehmen, bestimmte kleine Inseln bei ihrem (griechischen) Namen zu nennen, weil dies "als Versuch betrachtet weden könnte, nationale Interessen zu vertreten."

3) Nato Schiffe sollten nicht auf den Dodekanesen festmachen (Anmerkung: Dazu zählt u.a. Rhodos)

4) Der Türkei solle Zugang zum Athener Fluginformationsdienst (FIR) gewährt werden ohne Flugpläne einzureichen (das bedeutet der Zeitung zu Folge, dass die 10 Milen Zone damit in Frage gestellt sei) (Anmerkung von mir: Ich übersetze hier nur, kenne mich mit Flugrecht nicht genau aus, Fehler bitte nachsehen oder aufklären)

5) Die Türkei will die Aufsicht über das halbe Ägäische Meer erhalten "für Forschungs- und Rettungsaktionen."

Es sei mir eine Bemerkung gestattet: Es wird ja immer gesagt, Griechenland solle sich doch nicht so eine teure Militärmaschine leisten. Mit "Verbündeten" wie den derzeitigen, die auf dem Basar der Macht offenbar alles der Türkei zu opfern bereit sind, ist man aber deutlich besser aufgestellt, wenn man zur Not selbst noch zu hauen kann. Die Türken machen durch teilweise hundertfache Verletzung von See- und Luftraum in den letzten Wochen sehr klar, was sie wollen - und warten nur auf ein geschwächtes Griechenland.

Als Nato-Mitglied kann sich die Türkei nun (so hofft man offenbar) das erschleichen, was man immer wollte. Es ist nur noch zum Würgen

Viele Grüße

Gaby

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"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

danke für die Info

Dieter, Montag, 07.03.2016, 11:27 vor 3628 Tagen @ Gaby 2963 Views

Hallo Gaby,

danke für die Infos,
wenn ich Türkei höre, bzw. besser, deren derzeitige Politik unter der AKP, dann steigt automatisch die Zornesröte in mein Gesicht. Zorn über unsere bekloppten Politiker, die das Regime in Ankara auch noch hofieren statt es in die Schranken zu weisen. Die Möglichkeit hätten sie, wenn sie nur wollten.

- und ich habe Griechenlands militärische Interessen immer verstanden, wenn man derartige Agressoren als Nachbarn hat.

Ohne die Türkei (AKP) gäbe es seit Jahren keinen Krieg mehr in Syrien und es gäbe auch keine Migrantenkrise in Europa (Erdogans indirekte Worte).

Gruß Dieter

Noch ein Punkt 6 zur Ergänzung der türkischen Forderungen

Ulli Kersten, Heinsberg, Montag, 07.03.2016, 12:07 vor 3628 Tagen @ Gaby 3175 Views

6) Frau Merkel solle heute nicht erwähnen, das vorgestern eine nicht regimetreue Zeitung in der Türkei gestürmt wurde und auch nicht, das gestern bei einer Demo gegen Frauenunterdrückung anlässlich des internationalen Frauentags in Istanbul mit Gummigeschossen die Demo aufgelöst wurde.

(.. sonst machten sie den Hahn auf und lassen mehr Flüchtlinge los. Erdogan sagte Merkel bereits am Sonntag, sie solle nicht glauben, dass er dumm ist.)

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Impf-frei und gesund

Die Türkei sei bereit für die EU, sagt Davutoglu

plancom @, Montag, 07.03.2016, 12:25 vor 3628 Tagen @ Ulli Kersten 2924 Views

Geile Wurst

plancom @, Montag, 07.03.2016, 15:05 vor 3628 Tagen @ mabraton 2529 Views

Frau Merkel verfügt jetzt also über halb Griechenland und spricht es den Türken zu, die darüber hinaus anscheinend noch Land in Syrien haben möchten.
Habe ich das richtig verstanden?
Hoffentlich merken die Griechen den Schacher nicht, sonst kündigen sie uns noch die Freundschaft....

[[freude]]

Erstes Ziel erreicht: Türken dürfen ab Juni 90 Tage visafrei innerhalb Schengenzone reisen

Gaby @, Montag, 07.03.2016, 20:16 vor 3628 Tagen @ plancom 2331 Views

so sieht es ein Entwurf vor, der derzeit in Brüssel auf dem Tisch liegt.

Wissen die eigentlich noch, was sie tun?

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"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

Eines habe ich immer sehr gut verstanden: Warum die Griechen ihr Militär haben. Aus sehr guten Gründen! (oT)

Olivia @, Montag, 07.03.2016, 12:48 vor 3628 Tagen @ Gaby 2390 Views

- kein Text -

--
For entertainment purposes only.

Sehr interessant ist auch der (Türken-)Neusprech (owT)

Ikonoklast @, Montag, 07.03.2016, 14:51 vor 3628 Tagen @ Gaby 2674 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 07.03.2016, 14:55


Nach Informationen der Zeitung "Kathimerini" fordert die Türkei

1) Die Nato solle den Namen "Griechischer Luftraum" mit "Nato Luftraum"
ersetzen

2) Die Nato soll davon Abstand nehmen, bestimmte kleine Inseln bei ihrem
(griechischen) Namen zu nennen, weil dies "als Versuch betrachtet weden
könnte, nationale Interessen zu vertreten."

5) Die Türkei will die Aufsicht über das halbe Ägäische Meer erhalten
"für Forschungs- und Rettungsaktionen."

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Grüße

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... and girls of course!

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Das Undenkbare denken

Leserzuschrift @, Montag, 07.03.2016, 19:03 vor 3628 Tagen @ Gaby 2773 Views

> 5) Die Türkei will die Aufsicht über das halbe Ägäische Meer erhalten "für Forschungs- und Rettungsaktionen."

Naja. So unlogisch ist die Haltung der Türkei ja gar nicht. Wäre der Wasserspiegel niedriger, würde Griechenland offen-sichtlich Teile der Türkei besetzt halten.

Vielleicht könnte man ja mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn Griechenland diese "türkischen" Inseln verkaufte, entweder an die europäischen Gläubiger oder (notfalls) an die Türkei.
Dann könnte das Land seine Schulden bedienen und würde obendrein in Zukunft Militärausgaben sparen, denn was einem nicht mehr gehört, muss man nicht mehr gegen fremde Ansprüche verteidigen.

Nehmen wir weiter an, den Zuschlag erhielten die EU oder Deutschland, dann könnte Merkel alle Flüchtlinge auf diesen Inseln unterbringen - eine Win-Win-Win-Situation:
* für Griechenland, weil die Flüchtlinge nicht mehr auf das Festland gelangten,
* für die Flüchtlinge, weil sie mit weniger Strapazen in wärmeren Gefilden blieben,
* für die EU, weil sie den Bürgerkrieg im Inneren vermiede.

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