Wirtschaftliche und soziale Folgen der Legalisierung von Cannabis

Ulli Kersten, Heinsberg, Sonntag, 06.03.2016, 07:36 vor 3629 Tagen 4100 Views

Was 40 Jahre Krieg gegen die Drogen und Kosten von 50 Mrd. Dollar nicht geschafft haben, hat eine Gesetzesänderung vollbracht.

Übersetzung und Zusammenfassung einer Aussage von Amir Zendenam im Sender Z420.TV:
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Die Ökonomie der Cannabis-Branche zeigt uns, dass durch gesunden Wettbewerb die Preise fallen, die Qualität steigt, Gewalt nachlässt und friedliche Transaktionen zunehmen. Durch ständig neue Ergebnisse zum Nutzen der Pflanze lässt das negative Stigma des Cannabis-Konsums nach, sowohl für medizinische Zwecke als auch für Genusszwecke, und die Nachfrage nach hoher Qualität steigt.

In Colorado (wo Cannabis freigegeben wurde) gibt es beispielsweise einen Wirtschaftsboom wie noch nie zuvor. Das größte Problem in Colorado ist heute, was man mit dem gewaltigen Erlös und dem wirtschaftlichen Erfolg tun soll, der sich in diesem Staat durch die Legalisierung ergeben hat. Das Colorado-Modell hat gezeigt, dass die Legalisierung die Kriminalität reduziert, die Preise senkt, unerwünschte Teilnehmer aus dem Markt drängt, saubereres Cannabis mit besserer Transparenz liefert und den Lebensstandard der Gesellschaft als Ganzes steigert.

Die Einzigen, die durch die soziale Akzeptanz und die Legalisierung von Cannabis geschädigt werden, sind die Kartelle und ihre Freunde, die aufgrund des Verbotes jahrzehntelang gute Geschäfte gemacht haben.

Da sich die Legaliserung mit hoher Geschwindigkeit über die USA und den Rest der Welt ausbreitet, erwarte ich, dass diese Branche schon bald eine der dominantesten und nützlichsten Branchen wird, die die Menschheit jemals gesehen hat.

http://www.zerohedge.com/news/2016-03-05/legalizing-weed-has-done-what-1-trillion-dolla...

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Auswirkungen bis nach Mexiko: Weniger Drogengeld, weniger Geld im Kartell für Waffenkäufe, weniger Morde ....

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Impf-frei und gesund

Es gibt noch andere soziale Folgen...

Fairlane @, Sonntag, 06.03.2016, 10:16 vor 3629 Tagen @ Ulli Kersten 3213 Views

Hallo Ulli,

ich zweifle nicht an dass sich durch die Legalisierung von Cannabis viele kriminelle Machenschaften um die Substanz ausschalten lassen; allerdings wird dies das Geschäftsmodell der bisheringen Dealer und kriminellen Produzenten zerstören, was garantiert nicht auf deren Akzeptanz stoßen wird - sie werden sich gegen ihre drohende Eliminierung gewiss wehren, denn bisher flossen die Verkaufserlöse allein in deren Taschen und Gewinnmaximierung wurde ja bekanntlich schon immer durch Materialstreckung betrieben.

Einen gewichtigeren Aspekt sehe ich jedoch in der dann viel leichteren Zugänglichkeit der Substanz - wenn praktisch jeder Volljährige Cannabis kaufen kann, gibt es andere Probleme, nämlich bekiffte Konsumenten deren Rausch sehr wohl andere Folgen hat, als Alkohol und Nicotin.
Kiffen macht gleichgültig, verändert das Wesen der Konsumenten und solche Leute können irgendwann nicht mehr vernünftig am Leben teilhaben.
Das ist selbstverständlich auch ein Aspekt des Alkoholkonsums und fast aller Drogen.

Wenn etwas frei verfügbar ist, dann wird es auch von einer gewissen Anzahl von geneigten Konsumenten probiert.

Brauchen wir noch mehr Menschen, die nicht mehr wirklich Herr ihrer Sinne sind?

Gruss, Fairlane

Ängste aus dem 19. Jahrhundert (wie damals die Furcht vor Absinth)

Prophet @, Sonntag, 06.03.2016, 10:59 vor 3629 Tagen @ Fairlane 3067 Views

Hallo,

Kiffen macht gleichgültig, verändert das Wesen der Konsumenten und

Sprichst du aus Erfahrung, oder sind das nur Annahmen oder Berichte aus zweiter Hand von Drogengegnern?

Alkohol macht auch gleichgültig, zerstört Gehirnzellen und ändert das Wesen der Konsumenten. Online-Pornos ändern auch das Wesen von Konsumenten. Und Facebook auch. Sie verändern dadurch ganze Gesellschaften. Handys auch [[sauer]] Und das Internet erst! - Rückenschäden, Armschäden, Online-Sucht, niemand wird mehr zur Arbeit gehen (Befürchtungen um 1995 herum)! Und Masturbation - macht das Rückenmark kaputt (Warnungen um 1900)!

Wann überwinden wir endlich diese Schauermärchen?

solche Leute können irgendwann nicht mehr vernünftig am Leben teilhaben.

Aha. Was verstehst du unter "vernünftig"? - Das heißt, die zukünftigen Kiffer wollen vielleicht zukünftig nicht mehr am Fließband stehen, sich nicht mehr ausbeuten lassen sondern vielleicht lieber Maler, Bildhauer oder Musiker werden?

Zu Drogen und Rauschmitteln greift man i.d.R. nur, wenn es anderweitig Probleme gibt, denen man entfliehen möchte. Hier wird ständig Ursache und Wirkung verwechselt.

Das ist selbstverständlich auch ein Aspekt des Alkoholkonsums und fast
aller Drogen.

Ja, auch z.B. des Konsumrausches. Ich kenne viele, deren Wesen durch H&M, Zalando und amazon verändert wurde. Oder hat es vielleicht damit zu tun, daß man sich durch Suchtmittel von anderen, unangenehmeren Dingen ablenken muß? - Das sind dann allerdings gesellschaftliche oder soziale Probleme, an deren Änderung man arbeiten muß. Nicht am Verbot von Rauschmitteln. Ursache und Wirkung!


Wenn etwas frei verfügbar ist, dann wird es auch von einer gewissen
Anzahl von geneigten Konsumenten probiert.

Ja, probiert, schmeckt nicht, ist legal, interessiert mich nicht. Tabakkonsum ist z.B. stark rückläufig, trotz ständiger Verfügbarkeit. Kein normaler junger Mensch raucht mehr. Das machen die meisten aus Gruppenzwang oder Gewohnheit (Vater+Mutter Raucher etc.).
Viele greifen zu Drogen, weil es den Kick des Verbotenen gibt. Deswegen macht man auch illegale Autorennen um körpereigene Drogen auszuschütten, oder Abfahrten im Gebirge auf der schwarzen Piste. Alles Drogen, produziert von deinem Gehirn. Wäre das alles legal, würde es kaum jemanden interssieren. Die Neugier (Verboten = muß interessant sein) ist eine starke Triebfeder bei Jugendlichen.

Brauchen wir noch mehr Menschen, die nicht mehr wirklich Herr ihrer Sinne
sind?

Wenn ich nach draußen sehe: Wir brauchen mehr Menschen die mal öfters Kiffen und nicht ständig für andere im Hamsterrad strampeln. Wenn ich nach draußen sehe, sehe ich 99% der Menschen nicht Herr ihrer Sinne sein. Ganz ohne Cannabis und externe Drogen.

Es ist klar, daß viele Machtinteressen auf dem Spiel stehen. Man will weder aufgeklärte noch weise Menschen haben. Die lassen sich nämlich nicht so leicht beherrschen und für dumm verkaufen. Die Kirche hat das Spiel perfekt beherrscht. Aber langsam aber sicher bekommt dieses marode Fundament Risse.

Grüße,
Prophet
(Nichtraucher, Nichtkiffer, Nichtalkoholtrinker, Öko-Apostel und Gesundheitsfanatiker der sich für die Legalisierung von Rauschmitteln ausspricht [[zwinker]] )
Ich kenne viele Kiffer aus der Schulzeit (auch Koma-Trinker), die alle "was geworden sind". Nicht einer von denen war jemals arbeitslos oder mußte staatliche Fürsorge in Anspruch nehmen. Ich nehme sogar an, daß sie weit über dem Durchschnitt liegendes Einkommen haben/hatten.

Absinth

Dragonfly @, Sonntag, 06.03.2016, 17:42 vor 3629 Tagen @ Prophet 2439 Views

Absinth:
"Seitdem ist in Deutschland wie den meisten EU-Ländern Absinth mit einem Thujonanteil erlaubt, der je nach Alkoholgehalt bei bis zu 35 mg/kg liegen kann. 1999 strich die Schweiz das 1910 in die Verfassung aufgenommene Absinth-Verbot. In den USA fiel das Verbot 2007 mit diversen Auflagen. Frankreich hob 2011 das seit 1915 geltende Absinth-Verbot auf."

Kiffen macht gleichgültig, verändert das Wesen der Konsumenten und


Sprichst du aus Erfahrung, oder sind das nur Annahmen oder Berichte aus
zweiter Hand von Drogengegnern?

Ich wuerde da aus Erfahrung sprechen. Langfristig macht das dumm, asozial und antriebslos. Verstehe mich nicht falsch. Ich bin gegen jede Prohibition. Du kannst Dich mit Alkohol in die Gosse saufen. Aber mit Cannabis kannst Du Dir auch das Hirn wegloeten.

Wann überwinden wir endlich diese Schauermärchen?

Kennst Du Leute die das _taeglich_ rauchen?

https://www.google.com.hk/search?newwindow=1&safe=strict&q=cannabinol+long+term...

Aha. Was verstehst du unter "vernünftig"? - Das heißt, die zukünftigen
Kiffer wollen vielleicht zukünftig nicht mehr am Fließband stehen, sich
nicht mehr ausbeuten lassen sondern vielleicht lieber Maler, Bildhauer oder
Musiker werden?

Die Betoning liegt hier auf "wollen", nicht auf "sein". [[freude]]

Grüße,
Prophet
(Nichtraucher, Nichtkiffer, Nichtalkoholtrinker, Öko-Apostel und
Gesundheitsfanatiker der sich für die Legalisierung von Rauschmitteln
ausspricht [[zwinker]] )

Als Nichtkiffer solltest Du Dich mal mit ein paar Profikiffern zusammentun um die Langzeitfolgen abzuschaetzen.

Warnung

Dragonfly @, Sonntag, 06.03.2016, 17:33 vor 3629 Tagen @ Ulli Kersten 2587 Views

Was 40 Jahre Krieg gegen die Drogen und Kosten von 50 Mrd. Dollar nichte

50 Mrd. Dollar? Wohl eher 1 Trillion in den letzten 50 Jahren,

Die Ökonomie der Cannabis-Branche zeigt uns, dass durch gesunden
Wettbewerb die Preise fallen, die Qualität steigt,

"Qualität steigt" Was heisst das? Der Cannabinolgehalt steigt? Ich weiss nicht, ob das wuenschenswert ist.

In Colorado (wo Cannabis freigegeben wurde) gibt es beispielsweise einen
Wirtschaftsboom wie noch nie zuvor.

Colorado war in den letzten Jahren immer am Aufsteigen. Ob es jetzt einen Wirtschaftsboom durch Cannabis gibt, sei mal dahin gestellt.

Die Legalierung von Cannabis war laengst ueberfaellig. Genauso wie die von Heroin. Die Folgen zu verharmlosen, ist meines Erachtens nicht sinnvoll. Du kannst Dir mit Alkohol das Hirn raussaufen und Dich in die Gosse brigen. Mit Cannabis kannst Du Dir das Hirn wegrauchen und Dich auch in die Gosse brigen.

Die Bong und Straßenweed..

modesto, Sonntag, 06.03.2016, 19:15 vor 3629 Tagen @ Dragonfly 2345 Views

Guten Abend,

seit Jugendtagen habe ich einen Freund, der ist etwas jünger als ich und ein täglicher Cannabisraucher seit mindestens 30 Jahren.
Nach vielen Jahren meiner Abwesenheit habe ich ihn nun vor einigen Jahren wiedergesehen.
Er ist fit, gesund und rührig trotz Rentenalters.
Er baut seine paar Pflanzen irgendwo in der Pampas an für seinen eigenen Verbrauch, gleich mit Gemüse und Obst zusammen.
Dieses völlig natürliche Gras, täglich als seine Abendzigarette konsumiert, hält ihn, wie er sagt, entspannt und gesund.

Was ich jedoch früher in Deutschland mitbekommen habe durch die Gastronomie und teils mein Personal, ist, dass die jungen Leute sich THC-Getuntes mittels Bong in die Birne knallen bis zur völligen Teilnahmslosigkeit.
Vergleichbar mit einem Vollrausch durch Alkohol.

Das werden sie tun mit oder ohne Verbot, wenn sie es denn wollen.
Da kann man nicht helfen.

Bei der längst überfälligen Legalisierung würde ich als angenehmen Nebeneffekt erhoffen, dass sich Staatsanwälte und Polizei mehr um die rasant steigende Kriminalität kümmern können dank frei werdender Kapazitäten.
In meiner alten Heimatstadt ist ein neues Einkaufszentrum in Verruf gekommen, weil in allen Ruheinseln "Gäste" lümmeln und immer wieder junge Mädchen um ihr Leben rennen.
Dort würden ein paar Polizisten nicht schaden, die jetzt vielleicht eingebunden sind in Kifferkontrollen.

Wünsche einen entspannten Abend mit oder ohne Pflanzen[[zwinker]]

modesto

Cannabis nach wie vor illegal in den USA

CalBaer @, Sonntag, 06.03.2016, 20:05 vor 3629 Tagen @ Ulli Kersten 2198 Views

Was 40 Jahre Krieg gegen die Drogen und Kosten von 50 Mrd. Dollar nicht
geschafft haben, hat eine Gesetzesänderung vollbracht.

Nach Bundesgesetzen ist Cannabis in den USA nach wie vor illegal. Das fuehrt zu der kuriosen Situation, dass man z.B. ein Cannabis-Geschaeft vom Bundesstaat offiziell genehmigt bekommt, aber die "Feds" in diesen Einrichtungen Razzien durchfuehren.

Ein weiteres Problem fuer die Cannabis-Firmen ist der Zugang zum Bankenssystem, da sich Banken an Bundesgesetze halten muessen, andernfalls bekommen sie Aerger mit der US-Finanzaufsicht. Selbst die Gruendung einer eigenen Credit-Union (Genossenschaftsbank) hilft nicht, da sie eine Genehmigung von der Federal Reserve benoetigt, um Zugang zum Bankensystem zu bekommen. Es bleiben daher nur Bargeld und Bitcoin.

Es gibt zwar auch Gesetzesvorlagen im US-Kongress zur Legalisierung, aber dies ist noch ein langer Weg. Die Pharmalobby hat kein Interesse an der Legalisierung, da Cannabis eine billige Alternative zu vielen Medikamenten ist.

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Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

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