tagesschau24: Baschar al Assad - Das Interview

Ostfriese @, Dienstag, 01.03.2016, 15:54 vor 3633 Tagen 4708 Views

Weltspiegel extra: Baschar al Assad - Das Interview

Politik im Gespräch

Dienstag, 01.03.2016 ǀ 20:15 - 20:40 Uhr (25 Min.)

Der Sender formuliert die folgenden Hinweise:

"Wir werden das Unsrige tun, damit das Ganze funktioniert" - so kommentierte der syrische Präsident Bashar al-Assad die seit letzten Samstag geltende Waffenruhe im Bürgerkriegsland Syrien im Interview mit ARD/SWR-Korrespondent Thomas Aders (Studio Kairo). Assad bot Kämpfern aus der Opposition eine Amnestie und gegebenenfalls eine "Rückkehr in ihr normales ziviles Leben" an. Bedingung sei, dass sie die Waffen abgeben. Dafür gebe es in Syrien bereits ein Vorbild. Laut Assad habe es bereits vor der Waffenruhe für das ganze Land einzelne lokale Waffenstillstände und ein Angebot zur "Aussöhnung" gegeben.

Assad bezeichnete die Lage der Bevölkerung in seinem Land als "humanitäres Desaster". Zugleich bestritt er, dass seine Truppen Städte und Regionen, die von der Opposition beherrscht werden, von jeglicher Lebensmittelzufuhr und der medizinischen Versorgung abschneiden würden. Erst gestern hatten die Vereinten Nationen erneut davor gewarnt, dass noch immer Tausende eingekesselte Menschen in Syrien vom Hungertod bedroht seien. Gegenüber der ARD sprach Assad davon, dass aus diesen Gebieten heraus die syrische Armee bekämpft und Städte, die unter Regierungskontrolle stünden, bombardiert würden. "Wie sollten wir diese Gebiete von der Nahrungsmittelzufuhr abschließen, wenn wir sie doch nicht an der Beschaffung von Waffen hindern können?"

In dem 25-minütigen Exklusiv-Interview lehnte Assad jede eigene Verantwortung für den Bürgerkrieg in Syrien ab. Zugleich gestand er aber ein, dass das Land nicht mehr "vollständig souverän" sei. So benötige Syrien militärische Hilfe aus Russland, dem Iran und aus dem Libanon. Dies geschehe aber, um das Übergreifen des islamistischen Terrors auch auf "andere Gebiete und nicht nur in Nachbarländer" zu begrenzen. Letztendlich "sind sie nicht zu unserer Verteidigung gekommen, sondern zu ihrer eigenen Verteidigung" - so Assad.

An Deutschland gewandt betonte Assad, es sei "gut, wenn Flüchtlinge aufgenommen werden, die ihr Land aufgrund der herrschenden Not verlassen", aber Assad stellte die Frage, ob es nicht klüger und auch "weniger kostspielig" sei, Syrern zu helfen, in ihrem eigenen Land leben zu können? Dafür müsste sich der Westen entschließen, gegen den Terror zu kämpfen und nicht gegen sein Land.

Das komplette Interview mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad wird am 1. März 2016 um 20.15 Uhr auf tagesschau.24 in der Sendung "Weltspiegel-Extra"

Interessantes Statement zum Syrienkrieg

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 01.03.2016, 20:19 vor 3633 Tagen @ Ostfriese 4586 Views

Ich hab mal nachgeblättert, ob das schon wo dringestanden ist, - hab aber nichts gefunden. Sollte ich was übersehen haben, - Alzheimer läßt grüßen.

Die Kennedys sind zwar nicht gerade an der Macht, - ihr Wort hat aber immer noch Gewicht, beim großen Bruder. Nun läßt er die Katze etwas aus dem Sack, was die Hintergründe der VSA betreff Syrien betrifft.

Schon vom Geschichtsunterricht (zumindest aus meiner Zeit) wissen wir, dass es für alle militärischen Konflikte immer einen Grund und einen Anlaß gibt.

Der Grund liegt allem Anschein nach in der Pipeline:
http://www.aljazeera.com/indepth/opinion/2012/08/201285133440424621.html

Der Anlaß wurde künstlich erzeugt, nämlich in der Lebensmittelverknappung im Jahre 2011:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/aufstaende-die-fruechte-des-hu...

Was aber ein Mitglied des Kennedy-Clans darüber zu sagen hat, ist schon interessant:
http://www.politico.com/magazine/story/2016/02/rfk-jr-why-arabs-dont-trust-america-2136...

Die deutsche Übersetzung findet man unter:
http://www.russland.ru/author/wietek?print=pdf-search

Vieles nachdenkenswert.

Kurzes Neugierigmachen auf dieses Interview

Blum @, D, Dienstag, 01.03.2016, 21:42 vor 3633 Tagen @ Ostfriese 3428 Views

Vielen Dank, Ostfriese, für diesen Link. Möglicherweise werden in den kommenden Tagen viele Interpretationen zu diesem Interview im Umlauf sein.

Thomas Aders hat laut Tagesschau24 fast 4 Jahre auf ein Interview gewartet. Das 25-minütige Gespräch wurde als unzensiert und spontan fragend angekündigt.

Der Journalist Aders sagte auf Tagesschau24, er hätte ein Interview, bei dem vorformulierte, also abgesprochene Fragen gefordert worden wären, "natürlich abgelehnt hätte."

Interessant sind die differenzierten Antworten Assads auf Begriffe wie Souveränität seines Landes und der der EU-Staaten, auf logische Probleme in der Argumentation Aders als Vertreter des Westens, auf humanitäre Schwierigkeiten, auf Völkerrecht, auf die unwahre Mythengeschichte zur Auslösung des Krieges und immer wieder auf die Amnestie, die er waffenniederlegenden Kräften verspricht.

Natürlich kommt auch das Argument, die meisten Flüchtlinge wollten doch in ihr eigenes Land zurück, und man solle die Flüchtlinge vor Ort versorgen und nicht im teuren Europa. Vor allem solle man den Waffennachschub der anderen Zündler unterbinden. Entlarvend finde ich die Sequenzen, in denen er die Maßstäbe an ihn vergleicht mit denen, die wir an die VSA anlegen. Und auch die Argumente, die zeigen, dass man mit ihm gar nicht reden wollte, dass erst seit kurzer Zeit ein Waffenstillstand möglich war, was nicht an ihm lag.

Meiner Meinung nach sollte sich jeder dieses Interview in voller Länge ansehen. Aders war durchaus sportlich provokativ Art unterwegs, doch schätze ich, dass er antworten ließ und wir somit eine Originalquelle erhalten, die ein eigenes Urteil ermöglicht.

Blum

--
It's not what you don't know that gets you into trouble, it's what you know that just ain't so that gets you into trouble. (Satchel Paige)

Dr. Aders ist ein Ausnahmekorrespondent

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 02.03.2016, 04:44 vor 3633 Tagen @ Blum 2755 Views

Deshalb sieht man auch nur selten Beiträge von ihm.Er bringt oftmals Themen, die bei der ARD von oben her nicht so gern gesehen werden. Deshalb wird er auch oftmals eine Zeit in die Wüste geschickt (kann man auf verschiedene Art auffassen).

Er hat Assad regelmässig ausreden lassen

Ötzi @, Mittwoch, 02.03.2016, 11:00 vor 3632 Tagen @ helmut-1 2333 Views

Deshalb sieht man auch nur selten Beiträge von ihm.Er bringt oftmals
Themen, die bei der ARD von oben her nicht so gern gesehen werden. Deshalb
wird er auch oftmals eine Zeit in die Wüste geschickt (kann man auf
verschiedene Art auffassen).

Habe mir das Interview angesehen, er hat Assad kein einziges Mal unterbrochen. Allein das schon ist doch ein Affront gegenüber den westlichen Eliten. Das ist man von den deutschen Talksöldnern Illner, Flasbeck, Jauch, Beckmann, Friedmann, Maischberger & Co. allesamt nicht gewohnt, da wird seitens der Moderatoren permanent der Redefluss unterbrochen.

Auf die Frage …

Ostfriese @, Mittwoch, 02.03.2016, 15:59 vor 3632 Tagen @ Ötzi 1999 Views

Deshalb sieht man auch nur selten Beiträge von ihm.Er bringt oftmals
Themen, die bei der ARD von oben her nicht so gern gesehen werden.

Deshalb

wird er auch oftmals eine Zeit in die Wüste geschickt (kann man auf
verschiedene Art auffassen).


Habe mir das Interview angesehen, er hat Assad kein einziges Mal
unterbrochen. Allein das schon ist doch ein Affront gegenüber den
westlichen Eliten. Das ist man von den deutschen Talksöldnern Illner,
Flasbeck, Jauch, Beckmann, Friedmann, Maischberger & Co. allesamt nicht
gewohnt, da wird seitens der Moderatoren permanent der Redefluss
unterbrochen.

Hallo Ötzi,

„… Konnten Sie dieses Interview frei und unzensiert führen oder gab es da Beschränkungen.“

… des ARD-Tagesthemen Moderators Thomas Roth, antwortete Thomas Aders:

„Es gab überhaupt keine Beschränkung, Thomas. Wir haben dieses Interview unzensiert geführt. Es wurde keine einzige Frage rausgeschnitten. Wir waren ja selber im Schnitt dabei, und was mich sehr erstaunt hat: Der Präsident wollte nicht mal die Fragen vorher haben. Das kann man nicht von jedem Bundestagsabgeordneten behaupten. …“

Gruß

Ostfriese

Quelle: Zwischen 06:50min. und 07:21min. am 01.03.2016 in

http://www.ardmediathek.de/tv/Tagesthemen/tagesthemen/Das-Erste/Video?bcastId=3914&...

„Herr Präsident, ist Syrien nach wie vor ein souveräner Staat, oder..."

Leisereiter @, Mittwoch, 02.03.2016, 19:57 vor 3632 Tagen @ Ostfriese 1880 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 02.03.2016, 20:02

„Herr Präsident, ist Syrien nach wie vor ein souveräner Staat, oder wird Ihre Politik bereits in … oder in … (fremde Hauptstädte einsetzen) gemacht?“
(Zeitangabe: 00:05:06)

Diese Frage klingt extrem komisch aus dem Munde eines Deutschen.
An Assads Stelle hätte ich geantwortet: "Na, souveräner als ein Staat, der seit 71 Jahren von amerikanischen, englischen und französischen Truppen besetzt ist, sind wir noch lange."

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