Gemeingüter: „Freedom in a commons brings ruin to all“
Guten Abend!
Die Meere gehören (noch) nicht irgendwelchen Staaten, man könnte sie als Gemeingut ansehen. Was macht der Mensch im Allgemeinen mit Gemeingütern? Er nutzt sie rücksichtslos aus. Beispielsweise fängt alle Fische aus dem Meer und kippt seinen Müll, ob Plastik oder CO2, in die Ozeane. Er zerstört damit das Gemeingut. Und am Ende haben nicht nur der Fischer sondern auch seine Kunden nichts mehr zum Essen (nebenbei: bitte beachten, dass ein erheblicher Teil des Proteinbedarfs der Menschheit immer noch aus dem Meer gedeckt wird!).
Das Meer sei hier nur ein Beispiel. Es gibt Hunderte von Gemeingütern, von Wetter, Luft und Wasser bis hin zu kulturellen Traditionen. Möglicherweise ist sogar der "Markt" ein Gemeingut. Vielleicht sogar der Staat - wenigstens seiner Idee nach. Sollte das Geldsystem ein Gemeingut sein? Ist der Begriff "Gut" überhaupt passend? Denn wenn wir in "Gütern" denken, sind wir sofort wieder in der Volks- und Betriebswirtschaft. Und die gilt es, zumindest streckenweise, neu zu denken. Die Gemeingutbewegung, "commons & commoning" ist ein Ansatz, das zu tun.
Ich habe über die Suchfunktion des Forums nach diesen Begriffen kurz gesucht, aber nichts gefunden. Deswegen stelle ich unten ein paar Links für diejenigen ein, für die das Thema interessant sein könnte. Meines Erachtens ist es, auf lange Sicht gesehen, wichtiger als das Thema "Immigranten".
Eine Protagonistin der Commons-Bewegung ist Silke Helfrich, deren Namen ich ebenfalls nicht via Suchfunktion hier finden konnte. Sie hat zwei Bücher herausgegeben, die zwar im Buchhandel sind, jedoch auch kostenlos heruntergeladen werden können.
Der Gedanke der "Commons" kam neu in die Diskussion durch einen inzwischen berühmten Aufsatz von Garrett Hardin "The Tragedy of the Commons" (1968). Hardin gehört zu den Malthusianern: wenn der Schafe zu viele sind und sie zu viel fressen, dann sollte man die Herde schlachten, mindestens aber die Schafe sterilisieren oder so morbide machen, damit sie von alleine sterben oder sich gegenseitig totbeißen. Wie ich bereits vor einigen Tagen sagte: wir werden erst zu Menschen, wenn wir die Herausforderungen der Übernutzung des Planeten und des inneren Friedens auf bessere Weise lösen können. Das geht vermutlich nur gemeinsam: es ist eine sozialorganisatorische und ethische, keine technische Aufgabe. Helfrich sagt: es kommt nicht auf gemeinsame Güter an, sondern auf die Fähigkeit, diese Güter gemeinschaftlich-einvernehmlich zu erhalten und zu nutzen, vielleicht sogar zu vermehren bzw. weiter zu entwickeln.
Ich wünsche allen eine gute neue Woche!
Weiner
http://band1.dieweltdercommons.de/
http://band2.dieweltdercommons.de/
https://commonsblog.wordpress.com
http://wealthofthecommons.org/
https://de.wikipedia.org/wiki/Tragik_der_Allmende
https://www.youtube.com/watch?v=rQkbImeVHr8
(3Sat scobel, 20.02.2014: Gemeingut, Gemeinwohl und Gemeinsinn)