Interessanter Autor: Frederick Forsyth

helmut-1 @, Siebenbürgen, Donnerstag, 18.02.2016, 11:38 vor 3645 Tagen 3056 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.02.2016, 11:43

Sehr interessant sein offener Brief an Kanzler Kohl - betreffs Einführung des Euro.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8687052.html

Sehr interessant auch andere seiner Worte:

Interessant auch seine Aussage, was die Deutsche betrifft, gerade als Brite (wurde auch 2010 veröffentlicht, in http://www.focus.de/magazin/archiv/debatte-es-ist-zeit-fuer-deutschland-wieder-aufzuste...

Ein Auszug daraus:

In diesem Jahr feiern die Briten den Sieg, den ihre Spitfires und Hurricanes vor 70 Jahren über dem Ärmelkanal errungen haben. Aber das ist pure Nostalgie. Jede Nation erinnert sich gern an ihre Glanzzeit. Dahinter verbirgt sich ein ganz anderes Gefühl.

Es gibt keine Abneigung gegen Deutschland oder die Deutschen. Ein paar Dinosaurier denken vielleicht immer noch so, der allgemeinen Haltung entspricht es nicht, seit Jahren nicht mehr. Die meisten von uns wundern sich über die endlose, den Deutschen auferlegte Verpflichtung, sich bis zum Ende ihrer Tage zu entschuldigen. Es ist seit Jahrzehnten vorbei, um Himmels willen. Es ist Zeit für Deutschland, wieder aufzustehen.

Deutschland hat seit 1950 sehr viel Gutes getan und wird dies weiter tun. Aber welches Deutschland? Ein ins Zaumzeug gespannter Ackergaul, der Tag und Nacht schuftet, um für die Faulenzer unter ihren Olivenbäumen zu bezahlen? Oder eine stolze und anständige Nation, die auf ihrer nationalen Souveränität beharrt, die bereit ist, mit Brüssel zusammenzuarbeiten, sich aber nicht einer undemokratischen Regierung in einer belgischen Stadt unterwirft?

Wenn ich ein Deutscher wäre, hätte ich einen Traum. Die Richter in Karlsruhe änderten die Verfassung, sodass ein Bürgerentscheid möglich wäre. Einer, über dessen Zulässigkeit nicht Politiker entschieden, sondern als Recht nach Schweizer Vorbild. Und ich könnte laut und deutlich sagen: „Ich bin Deutscher, und ich schäme mich nicht dafür. Ich möchte in einem souveränen, demokratisch regierten Staat leben. Und außerdem möchte ich mein Heimatland wiederhaben.“

Dass viele von uns pervers sind, war mir bekannt. Aber wie pervers muss man sein, dass man von einem anderen Volk wieder lernen muss, wie man sich auf natürliche Weise seinem eigenen Volk gegenüber verhält? Wie man die Identität seines eigenen Volkes wieder erlangen kann?

John le Carré

gwg ⌂ @, Metropole OWLs, Donnerstag, 18.02.2016, 19:29 vor 3644 Tagen @ helmut-1 1919 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.02.2016, 19:33

Um mich vom alltäglichen Irrsinn abzulenken, habe ich mir einige Romane von John le
Carré besorgt und folgenden (prophetischen?) Text gefunden.

Im D der 60er Jahre erhält ein populistischer Politiker mit NS-Vergangenheit,
Karfeld, Zulauf. Ein Angestellter der Britischen Botschaft versucht, ihn im
Alleingang auszuschalten. Der sich entfaltende diplomatische Skandal muß
vertuscht werden.

Jemand von der Journallie streut ein Gerücht:

Zitat:

"Der Bundesaußenminister ist gerade nach Moskau abgereist. Gespräche auf
höchster Ebene über deutsch-sowjetischen Handelsvertrag. Sie treten dem Comecon
bei und unterzeichnen den Warschauer Pakt. Alles Karfeld zuliebe und um Brüssel
hochgehen zu lassen. Briten raus, Russen rein. Ein Rapallo ohne Geheimklauseln.
Was halten Sie davon?" (...)

"Aber erzähle mir nicht, das könnte nicht sein,(...), denn eines Tages
passiert's. Eines Tages machen Sie das. Sie müssen. Der Mammi ins Gesicht
schlagen. Einen Vati fürs Vaterland finden.
Der Westen ist das nicht mehr, nicht
wahr? Wer wird es also sein?"

Zitat Ende

John le Carré
Eine kleine Stadt in Deutschland
Aus dem Englischen übertragen von Dietrich Schlegel und Walther Puchwein.
Reinbek bei Hamburg 1972
Seite 119

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