Projekt „Industrie 4.0“ und die Arbeitsproduktivität

Sligo @, Donnerstag, 18.02.2016, 01:35 vor 3645 Tagen 5365 Views

An alle,

Die DZ-Bank setzt sich in einer aktuellen Studie mit dem Thema 'Industrie 4.0 und Arbeitsproduktivität (AP)' in Deutschland auseinander und stellt fest, daß diese AP seit dem Jahr 2007 nicht mehr zulegt.

Der Chefvolkswirt der DZ-Bank, Stefan Bielmeier, kommentiert die Situation auf seinem Blog wie folgt:

"Digitalisierung und permanente Vernetzung haben sich nach und nach immer mehr in unser Alltagsleben eingeschlichen. Nun ist es an der Zeit, dass auch die Produktion diesen Schritt vollzieht. Mit dem Zukunftsprojekt Industrie 4.0 soll die deutsche Industrie zukunftssicher gemacht werden. Angesichts der hohen Arbeitskosten in Deutschland ist die herkömmliche Massenproduktion von Gütern hier langfristig immer weniger konkurrenzfähig.

Durch eine komplette Vernetzung von Produkt, Maschinen und Werkzeug könnte die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie aber auf sehr lange Sicht gesichert werden...."

Und...Nach der Erwartung der DZ Bank werden disinflationäre Tendenzen im Gegensatz zur dritten industriellen Revolution erst in späteren Phasen der Industrie-4.0-Umsetzung zu beobachten sein!

https://bielmeiersblog.dzbank.de/2016/02/17/projekt-industrie-4-0-staerkt-die-arbeitspr...

Studienarchiv der DZ-Bank hier einsehbar.

https://www.dzbank.de/content/dzbank_de/de/home/unsere_kunden/firmenkunden/publikatione...

Gruß,
Sligo.

Dies bedeutet, dass bis in 30 Jahren 50% der Arbeitsplätze wegfallen

Ikonoklast @, Donnerstag, 18.02.2016, 06:38 vor 3645 Tagen @ Sligo 4341 Views

Hallo Sligo,

Dismas der Schurke hatte ja vor einiger Zeit einen Thread in Leben gerufen, in dem es um die zukünftige Robotisierung der Arbeitswelt ging. Nun äußert sich auch der Wissenschaftler Moshe Vardi dahingehend, dass bis in 30 Jahren die Hälfte aller Arbeitsplätze mit Robotern besetzt sein werden.

Er begründet dies unter anderem mit der rasanten Weiterentwicklung der KI, dass wir uns noch gar nicht vorstellen können, was auf uns zukommt.

Und keine Angst, er geht nicht davon aus, dass die Roboter zum Wohl der Arbeitnehmer eingesetzt werden. [[top]]

--
Grüße

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... and girls of course!

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Das ist ja fast so schlimm wie bei der Mechanisierung der Landwirtschaft. Damals sind 90% aller Arbeitsplätze weggefallen

Mephistopheles @, Datschiburg, Donnerstag, 18.02.2016, 07:48 vor 3645 Tagen @ Ikonoklast 3897 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.02.2016, 08:07

Was machen die Knechte und Mägde jetzt denn eigentlich alle?
Und wo sind eigentlich die ganzen Kleinbauern und Häusler mit 1-2 ha Grund untergekommen?

Weiß das einer? Die können doch nicht alle irgendwelche Kunstprojekte betreiben?
Und die Stallmägde? Sind die jetzt etwa alle in der Altenpflege tätig?


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Neben der unbedingten Degeneration der industriellen Lohnarbeit wird die Sozial- und Gesundheitsindustrie

Centao @, Donnerstag, 18.02.2016, 12:01 vor 3645 Tagen @ Mephistopheles 3369 Views

die mit Abstand wichtigsten Kompensationsbereiche in der entwickelten Welt darstellen.

Die Entwicklungen im Bereich KI machen vor allem "mittelprächtige" Intelligenzarbeit des gehobenen Mittelstandes leichter bis überflüßig, da über Regelsysteme und Sensorik gut abbildbar. IBM wird sich hier besonders hervortun (Watson), ich gedenke hier investiv dieses Jahr LONG zu gehen.

Einsatzgebiete sind vor allem Medizin, unbestechliche Juristik und selbst Teile des mittleren Ingenieurwesens.

Die Automation 4.0 (Tip: The Second Machine Age, Brynjolfsson, McAfee) ist in Ingenieurskreisen selbst umstritten, da engeschränkte Freiheitsgrade, höhere Organisationseinheiten und Fehlerfortpflanzungen verheerend sein können.
Es ist eben nicht nur technische Lösung, wie Deutsche Post und EON aktuell anhand von Softwareproblemem hoher Art beweisen.

Gesellschaftlich hat die Automation 4.0 in den Industrieländern nach meiner Prognose kaum noch Auswirkungen, da fähige Facharbeiter ohnehin austerben & die größtenteils linke Jugend bei geneauem Hinsehen nur noch auf das BGE, leichte Jobs ohne technischen Hintergrund und eben Sozialkohle schaut. Automation 4.0 ist also auch die Möglichkeit der Kompensation & Substitution fehlenden technischen Nachwuchses.

Das Verteilungsproblem stellt sich eher nicht, da Unternehmenssteuern in der EU z.B. mit China etc. wettebwerbsfähig sein müssen. Für Billiglohnländer könnte die Automation 4.0 Probleme mit sich bringen.

Viele Grüße,
CenTao

Nur gesamtgesellschaftliche Lösung

Falkenauge @, Donnerstag, 18.02.2016, 09:41 vor 3645 Tagen @ Ikonoklast 3455 Views

Die anschwellende Automatisierung menschlicher Handarbeit durch Maschinen ist ja an sich kein Unglück, im Gegenteil. Die Menschen werden dadurch vielfach von der Fron körperlicher Arbeit befreit. Sie werden frei für höhere, kulturelle Bedürfnisse, die sie bisher unterdrücken mussten oder die sich noch gar nicht in ihnen regen konnten. Und sie werden frei, ihre Fähigkeiten zur Befriedigung solcher Bedürfnisse Anderer einzusetzen. Wir stehen eigentlich in einem gewaltigen historischen Umbruch der Verlagerung menschlicher Arbeit auf eine höhere menschliche Ebene. Und die Frage stellt sich, wie das zu organisieren und zu finanzieren ist.

Die Fähigkeiten, die in der Wirtschaft gebraucht werden, werden in den Schulen und Hochschulen des Bildungswesens, dem Kern und der Quelle des Geistes- und Kulturlebens, entwickelt und ausgebildet. Natürlich werden sie in den Betrieben weiter spezialisiert, setzen aber ihre Grundlegung voraus. Die Wirtschaft lebt also von dem, was im Geistesleben entwickelt worden ist. Und ihre Gewinne sind ohne die in Schulen, Fachhochschulen und Universitäten gebildeten Fähigkeiten der Menschen, ohne die damit entwickelten und konstruierten Maschinen und die Durchrationalisierung der betrieblichen Abläufe nicht denkbar.

Daher müssten die Unternehmen auch einen Teil ihrer Gewinne direkt an das Geistes- und Kulturleben abgeben, nicht nur als Gegenleistung für das bisher Erhaltene, sondern auch zur Weiterentwicklung des Bildungswesens in der Zukunft, von der die Unternehmen in ihrer eigenen Existenz und Entwicklung selber abhängig sind. Dies umso mehr, als durch die Automatisierung Personalkosten in erheblichem Umfang weggefallen sind und weiter wegfallen, an deren Stelle die Investitionen für die Maschinen nur einen Bruchteil ausmachen….

Durch den Über-Fluss des wirtschaftlichen Gewinnes an das Kulturleben können dort in zunehmendem Maße Einkommen für die im Wirtschaftsleben freigewordenen und jetzt nach sozialer und kultureller Fähigkeitsentfaltung strebenden Menschen finanziert werden.

Dieses Riesenproblem wird also nur gesamtgesellschaftlich gelöst werden können. Überlegungen dazu hier und hier.

"...von der Fron körperlicher Arbeit befreit."

sensortimecom ⌂ @, Donnerstag, 18.02.2016, 10:27 vor 3645 Tagen @ Falkenauge 3348 Views

Anstelle dessen haben wir eine "Fron geistiger Arbeit". Schon jetzt, und das wird mit jedem Jahr ärger. Und zwar deshalb, weil der Mensch durch die Diktatur des Debitismus gezwungen ist, NEUES und Monopolisierbares abseits des rezenten Standes der Technik zu erfinden und zu entwickeln. Und das wird immer schwerer und schwerer, deshalb auch die steigenden Burn-Out-Raten und Depressionen...

Dann muss für diese Leute eine alternative, produktive Tätigkeit gefunden werden.

FOX-NEWS @, fair and balanced, Donnerstag, 18.02.2016, 10:32 vor 3645 Tagen @ Ikonoklast 3352 Views

Nur Kaufkraft, welche via Produktion (Minen, Landwirtschaft, Industrie) entsteht, kann später im sekundären und tertiären Wirtschaftsektor verteilt und zum Konsum der produzierten Güter verwendet werden.

Grüße

--
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** Keiner soll hungern ohne zu frieren! **

Wird nicht funktionieren

Kaladhor @, Münsterland, Donnerstag, 18.02.2016, 11:44 vor 3645 Tagen @ FOX-NEWS 3400 Views

Hallo FOX-NEWS,

ich sehe damit einen Umbruch auf uns zukommen, der die Arbeitswelt und das Wirtschaftssystem, so wie wir es derzeit kennen, komplett in den Orkus der Geschichte kicken wird.

Der primäre Wirtschaftsbereich ist auf einem Stand, wo mit minimalem Arbeitseinsatz seitens des Menschen und massivsten Einsatzes von Maschinen bereits heute eine sehr hohe Leistung erreicht wird. Ein weiterer Einsatz von menschlichen Arbeitskräften ist dort daher nahezu auszuschließen. Es ist einfach nicht mehr erforderlich mehr Menschen als unbedingt nötig in diesem Bereich einzusetzen, ergo wird man das auch nicht tun. Dort wird man keine produktiven Arbeiten mehr finden für die große Masse an Arbeitnehmern, denn man kann hier schwerlich die Uhr wieder zurückdrehen.

Im sekundären Bereich finden wir hochautomatisierte Prozesse, für die Gleiches wie im Primär-Sektor gilt. Und dort, wo tatsächlich noch erhebliche Handarbeit erforderlich ist, werden einfach schlecht bezahlte Menschen in Massen eingesetzt, vorzugsweise in absoluten Billiglohn-Ländern. Kaufkraft wird da nicht generiert. Auch hier wird man kaum die Uhr zurückdrehen können.

Tja, und Handel und Dienstleistungen sind "brotlose Kunst", wenn man keine eigene, vernünftige Wertschöpfungskette mehr aufbieten kann.

Die ganzen technischen Neuerungen, angefangen mit der ersten industriellen Revolution bis hin zu der zuletzt stattgefundenen IT-Revolution, haben viel mehr produktive Arbeitsplätze überflüssig werden lassen, als dass Neue dadurch entstanden wären. Ein Beispiel wäre z.B. auch die Errichtung und der Betrieb eines Windparks in der Nordsee im Vergleich zu einem herkömmlichen Kraftwerk irgendwo auf der Heide. Wieviel Personal benötigt man denn zum Betrieb solcher Anlagen? Soll jetzt nicht heißen, dass der Wechsel zu umweltfreundlicheren Energiequellen per se schlecht wäre, für unsere Umwelt ist das der richtige Weg, aber für unsere Wirtschaft ist das der Weg in den Untergang, denn es kostet Arbeitsplätze, die nicht kompensiert werden.

Wir reden bereits von Industrie 4.0, aber die Frage, die bei der großflächigen Automatisierung der Industrieländer erstmals gestellt wurde, ist bis zum heutigen Tag noch nicht beantwortet worden: Was passiert mit den dann überflüssig gewordenen Arbeitskräften?

Grüße,
Kaladhor

--
Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

Ja, DAS ist die ZENTRALE Frage: Was wird aus all den überflüssigen Menschen?

Olivia @, Donnerstag, 18.02.2016, 16:59 vor 3645 Tagen @ Kaladhor 3035 Views

Hallo FOX-NEWS,

ich sehe damit einen Umbruch auf uns zukommen, der die Arbeitswelt und das
Wirtschaftssystem, so wie wir es derzeit kennen, komplett in den Orkus der
Geschichte kicken wird.

...............................

Sie sind jetzt bereits in den Entwicklungsländern überflüssig und vielleicht noch als potentielle Verbraucher interessant. Demnächst werden sie durch die vielen überflüssigen Menschen in der 1. Welt ergänzt. Was wird aus ihnen? Und wen wird man überhaupt noch brauchen?
Was wird aus der Massenproduktion von Menschen in der 3. Welt?

Ist das nicht vollkommen absurd?

Der "reiche" Westen produziert technische Massenwaren wie von Sinnen und der "arme" Süden produziert massenhaft Menschen ohne Hoffnung wie von Sinnen.

--
For entertainment purposes only.

Die zentrale Antwort

Weiner @, Donnerstag, 18.02.2016, 17:29 vor 3645 Tagen @ Olivia 3252 Views

Hallo Olivia,

diese Menschen bzw. wir alle können dann das Leben genießen:

www.5-stunden-woche.de

MfG, Weiner

PS: Ist nur eine Frage der einvernehmlichen Organisation ...

Mit zentraler Lösung

Mephistopheles @, Datschiburg, Donnerstag, 18.02.2016, 19:56 vor 3644 Tagen @ Weiner 2884 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.02.2016, 20:02

Hallo Olivia,

diese Menschen bzw. wir alle können dann das Leben genießen:

www.5-stunden-woche.de

Aber nur für die Leute mit einen 5-Stunden-Verstand.

Es gibt nämlich Probleme, für deren Lösung brauchen Durchschnittsmenschen 35 Std., mittelmäßig Begabte 5 Std. und Genies haben die Lösung in 5 min.


MfG, Weiner

PS: Ist nur eine Frage der einvernehmlichen Organisation ...

Ja, wir schaffen die 80 % Durchschnittsmenschen und das 1 % Genies ab und konzentrieren uns allein auf die 20 % Leistungsträger.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Matthäus 6, 26

Weiner @, Donnerstag, 18.02.2016, 22:10 vor 3644 Tagen @ Mephistopheles 3139 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.02.2016, 22:23

Schwäbische Übersetzung: Sie säen nicht, sie ernten nicht und stopfen auch kein Loch - und unser himmlischer Vater ernähret sie doch.
Einheitsbersetzung: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie.

Kontrasttprogramm:

Wie solidarisch ist Deutschland? – Warum Arme arm bleiben und die Reichen reicher werden (ARD - 18.02.2016)
https://www.youtube.com/watch?v=zjsmYsHyaYE
(95% Spitzensteuersatz im Jahr 1948 - und heute?)

Milliarden für Milliardäre (ARD - 15.02.2016)
https://www.youtube.com/watch?v=O7cjgESMCm8
(über Cum/Ex-Geschäfte bzw. Dividendenstripping)

Schade, dass der Austausch über derartige Dinge hier so sehr hinter der Immigrationsfrage zurücktritt.

Ja, wir schaffen die 80 % Durchschnittsmenschen und das 1 % Genies ab und
konzentrieren uns allein auf die 20 % Leistungsträger.

Gruß Mephistopheles

Hallo Mephistopheles,

wir müssen/brauchen niemand abschaffen. Und es gibt im Bereich Technik, Bio/Agrar und allgemeiner Kultur auch gar nicht mehr so viele Probleme zu lösen. Es ist eigentlich alles vorhanden (im Sinne von "bereitstehen"), was wir zum Leben brauchen. Für mich liegen die eigentlichen Herausforderungen im zwischenmenschlichen und sozialen Bereich sowie in der politischen Organisation.

Was uns hier hindert, ist unser "tierisches Erbe". Zitat Oskar Heinroth, einer der Väter der Verhaltensforschung: "Das Studium der Verhaltensweisen höherer Tiere wird uns immer mehr zu der Erkenntnis bringen, daß es sich bei unserem Benehmen gegen Familie und Fremde, beim Liebeswerben und Ähnlichem um rein angeborene, viel primitivere Vorgänge handelt, als wir gemeinhin glauben." Beispiel Hühnerhof: das Gedränge am Futterplatz verleitet auch Hühner, mehr zu fressen, als sie fressen würden, wenn sie alleine sind. Ganz abgesehen von dem Wegdrängen und Wegpicken der Schwachen. Beispiel Affenbande: Neuerungen setzen sich erst durch, wenn Alphatiere (egal ob Mann oder Weib) sie aufgreifen und vorführen. Beispiel Rangordnung: da hab ich unter Kernphysikern schon Szenen erlebt, die an kämpfende Hirsche auf der Waldlichtung erinnern (edit: es ging dabei ja gar nicht um Hirschkühe und zu zeugende Rehlein, sondern um ihre "Ideen", die außerdem noch falsch waren). Wenn nun derartige tierische Triebe sich mit moderner Militärtechnik, Finanzinstrumenten und Public Relations paaren, dann bekommen wir so zerstörerische Systeme wie die USA.

Die Tragik des Menschen, wenn man auf die gegenwärtige Weltlage blickt, besteht in dem Missverhältnis zwischen seinem technischen Fortschritt und seinen tierischen gebundenen Verhaltensweisen. Eigentlich sollten wir ihn noch gar nicht Mensch nennen. Er ist erst ein Entwurf. Es fehlen ihm noch ein paar mehr von jenen kreativen Genies, die friedliches Zusammenleben stiften und lehren können. Insofern bitte ich Dich, diese nicht "abzuschaffen".

MfG, Weiner

In-Time

Domac @, Freitag, 19.02.2016, 05:35 vor 3644 Tagen @ Weiner 2535 Views

kann ich Dir empfehlen, als Filmtipp.

Dort wird gezeigt, wie man die Masse in der Spur hält und warum zusätzliches Geld immer oben hineingeworfen wird.


GrüßeD

Was wäre die debitistische Antwort?

FOX-NEWS @, fair and balanced, Donnerstag, 18.02.2016, 19:17 vor 3645 Tagen @ Olivia 2692 Views

Sie sind jetzt bereits in den Entwicklungsländern überflüssig und
vielleicht noch als potentielle Verbraucher interessant. Demnächst werden
sie durch die vielen überflüssigen Menschen in der 1. Welt ergänzt. Was
wird aus ihnen? Und wen wird man überhaupt noch brauchen?
Was wird aus der Massenproduktion von Menschen in der 3. Welt?

Die Überflüssigen können dann weder ihre Urschuld decken, geschweige denn taugen sie als Abgabenzahler. Und der Rest geht auch vor die Hunde, weil keiner mehr ihre tollen Produkte zu einem rentablen Preis kaufen kann. Game Over!

Vielleicht hat dann jemand Erbarmen, drückt auf den roten Knopf und schickt die Atomraketen los ...

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** Keiner soll hungern ohne zu frieren! **

die althergebrachte debitistische Antwort lautet ganz klar

Mephistopheles @, Datschiburg, Donnerstag, 18.02.2016, 20:06 vor 3644 Tagen @ FOX-NEWS 2738 Views

Die Überflüssigen können dann weder ihre Urschuld decken, geschweige
denn taugen sie als Abgabenzahler.

panem et circenses!

Panem et circenses gibt es aber nur für die Freien.

Die Sklaven haben nämlich Arbeit und Brot und für die Spiele einfach keine freie Zeit.

Gruß Mephistopheles

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Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Banker erklären die Welt

Fidel @, Donnerstag, 18.02.2016, 11:39 vor 3645 Tagen @ Sligo 3425 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.02.2016, 17:26

Hallo,

mich ärgert das Industrie 4.0 Innovationsgerede ohne Gleichen.

Ein Banker erklärt, warum wir demnächst keine "normalen" Leute mehr benötigen, was mich stark an die Betriebswirte erinnert, welche die Energiewende physikalisch erklären.

Wer Anlagen betreibt, weiß, dass eine Steckverbindung (Mäuseverbiss), eine kalte Lötstelle, ein trockenes Lager - Millionenwerte stilllegen können. Wer schon einmal solche Anlagen zu reparieren versucht hat, ahnt, was für ein Affentanz u. Umständen für das Öffnen einer (1x) M6 Schraube gemacht werden muss.

Genau damit begründe ich, warum die hochautomatisierten Anlagen nicht grundsätzlich in jeder Anwendung rentabel sind
- oder halt nur bei 0 % Zins/Rendite.

Der letzte Sektor, wo Vollautomatisation in der BRD bei aufwendiger Massen-Produktion richtig Gewinn abwirft, ist die Automobilproduktion
(Chemie lasse ich bewusst außen). Im Maschinenbau haben wir dem Innovationsfeuerwerk zum Trotz Grenzen erreicht. Grenzen, die bei steigenden Zinsen und fortschreitend prekären Arbeitsverhältnissen das Märchen von Industrie 4.0 nicht aufrecht erhalten werden.

Aber vorher müssen noch alle investieren, natürlich auf Kredit, weil hinter dem nächsten Berg scheint die Sonne viel heller als hier bei uns im Schatten - sagt der Verkäufer.

Mit Angst Neuverschuldung ankurbeln, die Nummer zieht nicht mehr in 2016.
BRD 2011 cooperate debt to GDP 100 %, bis.org

Grüße
Fidel

Das fünfte Element - der Kirschenmoment

Fidel @, Donnerstag, 18.02.2016, 17:32 vor 3645 Tagen @ Fidel 3023 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.02.2016, 18:37

Es reizt, hier diesen Videolink zu setzen:

https://www.youtube.com/watch?v=SnzzWGcdMqY

...über kleine Ursachen mit großer Wirkung dem Fortschrittsglauben entgegen.
Fidel

mmmh, Arbeitsproduktivität...

Balu @, Donnerstag, 18.02.2016, 11:46 vor 3645 Tagen @ Sligo 3366 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.02.2016, 12:05

da sagt Destatis aber was anderes; siehe hier: http://www.querschuesse.de/deutschland-realloehne-2015/

Offenbar ist es jedem gegeben, Statistiken so auszulegen, wie er´s gern´ hätte.

Gruß
Balu

--
Nie wieder CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke.
Die wahren Feinde eines Volkes sind seine Terroristen, die sich als Politiker, Richter, Staatsanwälte, Polizei und Verwaltungsangestellte tarnen. Der Staat als einziger Hort allen Terrors.

Kann mich jemand aufklären...

winterfell67 @, Donnerstag, 18.02.2016, 14:02 vor 3645 Tagen @ Sligo 3239 Views

...wodurch sich die Vorgängerversionen Industrie 2.0, 3.0, bzw. 2.3 und 3.81 auszeichnen?

Das Wichtigste bei solchen Prognosen: Sie liegen in nicht allzu in ferner Zukunft, damit sie Aktualität vortäuschen - aber immerhin noch weit genug in der Zukunft, damit sich in Zukunft niemand daran erinnert, wenn sie nicht eingetreten sind.

schnell erklärt

Watson @, Donnerstag, 18.02.2016, 15:41 vor 3645 Tagen @ winterfell67 3228 Views

Bei jeder industriellen Revolution gibt es einen (nahezu gleichzeitigen) Paradigmenwechsel in drei Gebieten: Energiegewinnung, Transport und Kommunikation.

Industrie 3.0 besteht aus Verbrennungsmotoren, Verbrennungsmotoren und Transport von Post mit Verbrennungsmotoren, hervorgehend aus Industrie 2.0 mit Wasserkraft, Pferdekutschen und Buchdruck.

Dabei ist Industrie 4.0 genau genommen erst die dritte industrielle Revolution, was auch Sinn ergibt, wenn wir mit 1.0 angefangen haben.

Was aber dabei oft nicht berücksichtigt wird ist, dass ein Wechsel der drei Paradigmen auch die politischen Strukturen weltweit massiv gestört hat. Denn mit Industrie 3.0 ging es von der Feudalherrschaft zur Demokratie, welche Gesellschaftsform bringt uns Industrie 4.0?

Interessant

Kaladhor @, Münsterland, Donnerstag, 18.02.2016, 17:40 vor 3645 Tagen @ Watson 2952 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.02.2016, 18:40

Ich bin nicht der Einzige, der da einen Zusammenhang zwischen politischem Gebilde und diesen Revolten sieht. (Habe ich hier bereits angedeutet)

Und ja, wenn man den informationstechnischen Durchbruch in der Wirtschaft mitzählt, dann sind wir bei 4.0.

Grüße,
Kaladhor

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Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

Die viergeteilte Menschheit

Weiner @, Freitag, 19.02.2016, 01:33 vor 3644 Tagen @ Kaladhor 2868 Views

Hallo Kaladhor!

Vor ein paar Tagen hatte ich über den totalitären Staat (anknüpfend an Bertrand Russell) geschrieben. Ich danke für die Antworten und parallelen Beiträge! Was Du hier anschneidest, gehört für mich zur gleichen Thematik: Folgen der Technik für die soziale Organisation. Aktuell gibt es auf ARTE ein Serie "Stadt ohne Namen", die mit einfachen filmischen Mitteln das ebenfalls etwas ausleuchtet.

Der Stand der geschichtlichen Entwicklung des Menschen hat eine Anlage (im Sinne von Option, Potential), die zu einer Aufsplitterung der Menschheit führt - also gar nicht zu einer Einheit, von der viele gegenwärtig träumen.

Der erste Teil der Menschen, die kleinste Gruppe (M-1), nur wenige zehn Millionen umfassend, lebt in einer Art ELYSIUM, völlig sorgenfrei, und kann sich jeden Wunsch erfüllen. Es handelt sich um Angehörige des alten Geldadels, um Neureiche und um weitere über Generationen hinweg etablierte Familienverbände. Das ELYSIUM, das sie sich gestalten, ist sehr vielfältig und wird an Vielfalt noch zunehmen. Es ist kein eigenes Land, sondern zerstreut über den ganzen Globus und mit je völlig individuellen Lebensentwürfen. Am großen Rest der Menschheit haben die ELYSIER praktisch kein Interesse mit Ausnahme der essentiellen Verbindungen in die Gruppe M-2, von der eine gewisse Abhängigkeit besteht, die durch Anreiz kompensiert werden muss: den Anreiz mancher Menschen in M-2, irgendwann ebenfalls zu M-1 gehören zu dürfen, wenigstens aber zu ihrem Dunstkreis. So wenig wie die Elysier sich für die übrige Menschheit interessieren, so wenig kennt letztere die Elysier. Allenfalls ein paar ihrer Namen geistern durch die Medien. Die meisten von ihnen sind der Mehrheit unbekannt.

Die Gruppe M-2 ist zahlenmäßig die zweitgrößte Gruppe, schätzungsweise eine bis (höchstens) zwei Milliarden. Sie ist stark geschichtet, differenziert und strukturiert. In ihr herrscht eine hohe Dynamik (Eigentum, Einkommen, Bildung, Talente, Leistungsfähigkeit, Macht). Zu ihr gehört alles vom Spitzenpolitiker bis zum Gefängnisleiter, vom frisch gebackenen Master bis zum Nobelpreisträger, vom Jungmanager bis zum Konzernlenker, vom Softwareprogrammierer bis zum Raketenkonstrukteur. Es sind die Leute, die jahrzehntelang hinter irgendwelchen Projekten und Karrieren hinterherlaufen, und bei denen es manchmal durchaus gut, bei den meisten aber in der Bilanz am Leben vorbei geht. Es sind dies die Menschen, die die Welt am Laufen halten. Sie haben die stärkste Kraft, nutzen sie aber nur, um damit ein kollektives Hamsterrad anzutreiben, das Jahrhunderte und inzwischen den ganzen Globus umspannt und umtreibt.

Die nächste Gruppe M-3 ist zahlenmäßig die größte, und sie lebt in den Tag hinein - teils freiwillig, teils schicksalhaft, also gezwungener Maßen. Es sind die 2-Dollar-Menschen, von denen wir neulich einmal gesprochen hatten. Wir brauchen ihr keine besondere Aufmerksamkeit schenken, denn es gibt sie überall: sie sind das Reservoir für die Drecksarbeit, der Abnahmemarkt für billige Massenware, die Genreserve für M-2 und zugleich das Sorgenkind von M-2. In M-1 mag man vielleicht denken, es wäre besser, wenn M-3 deutlich kleiner wäre, aber M-2 führt das dann auch tatsächlich durch. M-3 ist angeblich eine Belastung für die Umwelt, einfach von der Masse her. Es gibt in M-2 aber viele Idealisten, die wollen das Problem M-3 auf edle Weise lösen. In Wirklichkeit aber ist M-3 überhaupt kein Problem, sondern M-3 ist unzerstörbar und wird es immer geben. Alle Wogen der Geschichte und alle Katastrophen gehen über M-3 hinweg. M-3 das sind die Laubblätter an den Bäumen, die im Frühjahr herauskommen und bei starkem Wind sowie im Herbst wieder zu Boden fallen.

Die Gruppe M-4 nenne ich hier mal die WILDEN. Sie sind zahlenmäßig etwas größer wie M-1, schätzungsweise 100 Millionen (vielleicht etwas hoch geschätzt?). Es sind jene Menschen, die noch eine ausreichende Substanz der alten kulturellen Traditionen der Menschheit forttragen, wofür sie aber einen relativ unberührten Lebensraum brauchen oder ihn aktiv sich sichern müssen. Denn diese alten Traditionen sind auf solche Lebensräume eng bezogen. Das sind dann also Stämme im Amazonasurwald, oder Indios in den Anden und in der Sonorawüste, ein paar letzte Mohikaner in Kanada, 5000 originale Eskimos in Alaska, dazu Vollblutschwarze und Hottentotten in Afrika (hier die höchste humangenetische Vielfalt bei gleichzeitig der geringsten Zahl von Individuen!!), und natürlich viele andere Völker in Australasien von Sibirien bis zum Ayers Rock. Ich bin mir echt nicht sicher über ihre Zahl, denn es gibt von diesen Wilden natürlich auch noch viele Individuen und Gruppen in den zivilisierten Regionen. Hier im Ländle kenne ich etliche, die arbeiten zum Beispiel bei Porsche in der Entwicklungsabteilung, aber halten zuhause noch Hühner und gehen in den Gesangsverein. Also man sollte diese Menschen nicht unterschätzen, die gibt es weltweit überall. Und sie gehören definitiv nicht zu den drei anderen Gruppen.

In der Antike gab es schon recht früh eine Vier-Elemente-Lehre, später kam noch die "Quinta Essentia" hinzu. Es gibt, man muss es sagen, also noch eine fünfte Gruppe Menschen. Das Kuriose: man trifft sie in allen vier Gruppen an, quer durch die Bank, aber sie verbergen sich. Sie führen ein Leben als Elysier oder Karrierist oder 2-Dollar-Mensch oder als Wilder. Aber das ist nur ihre Tarnung. Zahlenmäßig ist es die geringste Gruppe der Menschheit. Vielleicht hunderttausend Individuen. Niemand kennt sie, sie kennen sich auch gegenseitig nicht. Allerdings - wenn sie sich begegnen, erkennen sie sich sofort. Nehmen dann aber trotzdem keinen Kontakt zueinander auf. Sie bilden höchstens sehr kleine private Netzwerke, maximal ein Dutzend Individuen umfassend (und das ist schon viel!). Sie geben jedoch das, an dem sie arbeiten und das sie leben, von Generation zu Generation sorgfältig weiter. In der Mehrzahl klappt das dann, aber gelegentlich bricht eine Kette ab, die oft schon seit Jahrzehntausenden bestehen mag. Diese Menschen haben das Menschliche schon überschritten.

Nur der Vollständigkeit halber: natürlich gibt es auch Aliens unter uns. Sie sind aber nicht wichtig. Ich halte sie für bedeutungslos, egal ob sie mit Raumschiffen rumfliegen oder transmittiert wurden. Wir tragen beispielsweise allerhand Viren und Bakterien mit uns herum, die ebenfalls recht fremdartig sind. Auf ein paar Aliens mehr oder weniger kommt es also nicht an. Sie sind unwichtig. Der Mensch ist genauso stark und entwickelt wie sie.

Die Verhältnisse und Problemlagen, von denen Du, Kaladhor, gesprochen hast, betreffen eigentlich nur die Gruppe M-2 (mit ein bißchen M-1). Dort wird unausgesprochen, jedoch überhaupt nicht verschwörerisch, vielmehr naturgesetzlich/geschichtlich/evolutionär an einer totalitären technischen NWO gearbeitet, in den Transhumanismus hineinreichend. Die NWO, aber nur in M-2, ist sehr wahrscheinlich zwangsläufig, allerdings erst im Entstehen begriffen. Wir sehen von ihr aktuell erst die Anfänge. Dieses Projekt wird sich noch einige Jahrhunderte hinziehen, weil die menschliche Geschichte etwas kurvig ist. Das NWO-Projekt wird sich allerdings niemals vollkommen durchsetzen bzw. verwirklichen. Weil es immer die Gruppen M-3 und M-4 geben wird. Sowie M-5 und die Aliens. Und weil es in seinem innersten Kern ein absolut langweiliges Projekt ist.

Allseits ein schönes Wochenende,
wünscht Weiner.

Vielen Dank für die Aufklärung! oT (oT)

winterfell67 @, Freitag, 19.02.2016, 13:27 vor 3644 Tagen @ Watson 2573 Views

- kein Text -

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