Hallo, Olivia,
etwas verspätet meine Anmerkungen zu Deiner Antwort.
Übereinstimmungen ohne Abstriche:
@Olivia::«Forumsregeln sind selbstverständlich verbindlich für alle.
Ich bin immer wieder darüber erstaunt, mit welcher Leichtfertigkeit „hier“ anderen DIREKT unterstellt wird, dass sie „lügen“ (ein Dank an azur, dass er damit sehr souverän umgeht) oder dass sie „Bezahlschreiber“ seien (auch hier ein Dank an pigbonds, dass er diese Vorwürfe ignoriert und weiter argumentiert).»
Übereinstimmung mit Anmerkungen:
@Olivia::«danke Dir für die schöne Diskussion. »
Liegt vielleicht auch ein weinig daran, dass wir uns bei diesem Thema nicht unter dem Zeitdruck der Aktualität setzen lassen. Da kann es dann schon einmal vorkommen, dass eben zwei bis drei Tage bis zur Antwort versteichen
.
@Olivia::«Wir sind uns auch ALLE einig, dass ein Verstoß gegen die Forumsregeln sanktioniert werden muss. »
Das "Wir" können wir beide bestimmt auf uns beziehen, denn ich habe erfahren, dass man Einigkeit auch dann nicht unterstellen kann, wenn man selber von einer vermeintlichen allgemeinen Anerkenntnis ausgeht. «Ich bin mit keinem einig, wozu?» erklärt @CrisisMaven und hat damit zur Erweiterung meiner Erfahrung bei diesem Punkt beigetragen.
@Olivia::«Bei einem sehr lebendigen Forum stellt sich jedoch das Problem, dass die Moderatoren kaum in der Lage sind, jeden Beitrag sofort auf "Verstöße" hin durchzulesen.»
Der "Kontrolleur" zur Vermeidung von Verstößen und damit eben auch zum Zweck der Entlastung der Moderatoren sollte idealerweise in jedem Lebensbereich im eigenen Ich, der eigenen Persönlichkeit, sitzen, wenn man sich in einer Umgebung aufhält, die man schätzt.
Abweichende Sichten:
@Olivia::«Dabei möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass auch die Entschuldigung, dass man sich durch die tatsächliche oder vermeintliche „Beleidigung“ eines anderen zu noch gröberen Beleidigungen und Verbalinjurien hinreißen lässt, nicht akzeptabel ist.»
"Vermeintliche" Beleidigungen kann es nach meinem Verständnis eigentlich nicht geben (vermeidbare sehr wohl), denn sie beschreiben wohl eher den Fall, dass der Gegenüber "etwas in die falsche Kehle bekommen hat" (Nachfrage und/oder Erläuterung kann zu Klärung beitragen) oder man sich missverständlich ausgedrückt hat (hier ist "Nachbesserung" des Schreibers erforderlich), was durch Erkenntnis oder Erläuterung in den sachliche Rahmen überführt werden kann.
Eine Beleidigung wird bewusst, wenn auch vielleicht in Gemütserregung, vorgebracht und ist in dem Moment so gemeint. Die Gemütserregung kann, muss aber nicht, dann wohl nachvollziehbar als Entschuldigungsgrund anerkannt werden.
@Olivia::« […] werden/wurden die handelnden Parteien zu „Kontrahenten“ (möglicherweise auch bereits früher, was aber genau zu untersuchen wäre).»
Es ist wohl richtig, den Begriff "Kontrahenten" hier bereits zu gebrauchen, wenn man die Diskussion als Kampf ansieht.
Fasse ich es als Gespräch auf, aus dem ich eben hoffe Erkenntnisse zu gewinnen oder in dem ich meine Sicht vortragen kann, dann muss ich zugestehen, dass der Begriff des "Gegners" im meiner eigenen Vorstellung aufkommt, womit sich für mich der Kreis schließt und ich mich frage, ob ich nicht zur Diskussion, zur Erörterung auf sachlicher Ebene, zurückkehren kann.
@Olivia::«Auch die Art und Weise wie man sich gegenseitig diskreditiert, indem man die „Ignore“-Liste nach Beifall heischend ins Spiel bringt, entbehrt nicht einer gewissen Absurdität.»
Ja, aber eher nervend und man kann dieses mit dem Lieblingsspruch von @Elli, «„Jeder blamiert sich selber, so gut er kann“», übergehen.
@Olivia::«Natürlich auch der Usus, andere Diskutanten als „Dummköpfe“ und „Schandmäuler“ zu bezeichnen.»
Wenn hier nicht das zuvor Geschriebene nicht zu greifen vermag, weil man sich verständlicherweise nun doch diffamiert oder beleidigt fühlt,
@Olivia::«Die Teilnehmer sind sich lediglich in dem Punkt einig, dass es für jeden WICHTIG und GUT ist, mit anderen Personen im Gelben Forum zu lesen und zu schreiben und sich mit unterschiedlichen Sichtweisen auseinanderzusetzen.»
Das steht jedoch im Widerspruch zu: (@Olivia::) «Wir sind uns auch ALLE einig, dass ein Verstoß gegen die Forumsregeln sanktioniert werden muss.», denn wenn wir anerkennen, dass der Verstoß gegen Forumsregel sanktioniert werden muss, dann erkennen wir die Forumsregeln auch an und es geziemt sich, diese auch einzuhalten. Für einige wurden Regeln geschrieben, damit sie nachgelesen werden können, für andere gelten sie, da sie im täglichen Gespräch auch ohne Schriftform angewendet werden, eben üblich sind.
@Olivia::« […] Jeder Mensch hat eine andere Wahrnehmung und interpretiert das, was er sieht und hört unterschiedlich. Wir müssen unterschiedliche Meinungen akzeptieren!»
Die Grundlage einer Diskussion, in der es auch möglich sein sollte, dass neue Erkenntnisse zur Revidierung von Meinungen führen könnte, was keinesfalls als Sieg oder Niederlage im vermeintlichen Wettstreit zweier "Gegner" betrachtet werden sollte. Der Gewinn ist umso größer, je klarer und begründeter eine Fehleinschätzung ausgeräumt werden kann.
@Olivia::«Sprache wird in unterschiedlichen Subkulturen sehr unterschiedlich gebraucht. Sie wird auch hier im Forum SEHR unterschiedlich gebraucht!»
Entbindet m. E. jedoch nicht von der Verpflichtung, wie Du sie selber sehr richtig unter Punkt Eins und Zwei angeführt aufgeschrieben hast.
@Olivia::«Dazu kommen Generationsunterschiede, die es glücklicherweise auch im Forum gibt.
Jede Generation hat ihr eigenes Ausdrucksverhalten und ihr eigenes Wertesystem.»
Regeln im hier genutzten privaten Rahmen gelten Generationsübergreifend.
@Olivia::«Diejenigen unter uns, die intensiv mit den eigenen Kindern oder Enkeln in Kontakt stehen, werden die Unterschiede spüren. Spätestens in der Pubertät wird man damit intensiv konfrontiert, wenn die „gesunden“ Jugendlichen beginnen, sich von den „guten, allwissenden“ Eltern „zu befreien“. Bisweilen sehr heftig!»
Karl Valentin nutze im Sketch "Der Firmling" mit seiner Partnerin Liesl Karlstadt das Bonmot:„Ich war auch einmal so jung! … Ja, vielleicht sogar jünger!".
Das, was Du anführst, kann man wohl Entwicklung nennen. Gelungen scheint mir die Entwicklung, wenn erkannt werden kann, welche Anerkennung von Autorität der eignen Entwicklung von Nutzen ist.
Im Forum gehe ich eigentlich eher davon aus, dass dieser Entwicklungsprozess bereits fortgeschritten entwickelt ist und hier nicht die Arbeit von Eltern und Großeltern zu ergänzen ist.
@Olivia::«Der Diskussionsstil ist in unterschiedlichen Subkulturen unterschiedlich.
Das, was bei den einen eine starke Beleidigung sein mag, gehört bei den anderen zu einer heftigen Diskussion. Insofern müssen wir auch akzeptieren, dass Menschen einen unterschiedlichen „Stil“ haben, selbst wenn er uns nicht gefällt.»
Nein, das können, aber müssen "wir" nicht akzeptieren, denn dann müssten "wir" auch akzeptieren, dass unser Grundgesetz nicht gilt: daher mein Hinweis auf die aktuelle Diskussionen in meinem P.S. zu meinem vorherigen Beitrag.
@Olivia::«Wie man auch im Forum sehen kann, gehen Menschen mit „Beleidigungen“, „Beleidigen“ oder vermeintlichen Beleidigungen unterschiedlich um. Das hängt sowohl von ihrem Selbstverständnis als auch von ihrer Sozialisation ab.»
Das unterschiedliche Umgehen mit Beleidigungen der dadurch Betroffenen entbindet nicht von der Verpflichtung der Regelbeachtung.
@Olivia::«Wir alle, die wir hier schreiben, sind unterschiedlich sozialisiert.
Wir sollten uns gegenseitig aufmerksam machen, wenn wir „die Regeln“ verletzten …»
Möglich vielleicht auch, den geschrieben Text selbst noch einmal daraufhin durchlesen, ob man Regelverletzendes formuliert hat.
@Olivia::«Daher meine Bitte:
Gemessen werden muss IMMER mit GLEICHEM MASS, ansonsten wird es keinen Frieden geben. Das gilt sowohl für uns, als auch für die Welt da „draußen“.»
Ergänzend: Jeder möge seinen Text auf mögliche Regelverletzung kritisch lesen bevor der "OK-Eintragen"-Knopf gedrückt wird.
@Olivia::«Zum Nachtrag:
[…]Die US-Army zeichnet sich durch Heterogenität der Mitarbeiter (Melting Pot) aus und muss sicherstellen, dass die Soldaten „motiviert“ (soweit das im Krieg überhaupt möglich ist) ihren Dienst verrichten.»
Hier ist der wesentliche Unterscheidungspunkt: die Forenleitung stellt allenfalls eine Plattform der Kommunikation, das Forum, mit Regeln der Nutzung bereit.
Füllen müssen es die Teilnehmer, die hierbei allein in die Hierarchie der geschriebenen Sprache geordnet werden könnten und damit Autorität erlangen können. Militär, egal mit welchen Autoritätsmerkmalen, hat bestimmt viele Ziele, bestimmt nicht den der Diskussion.
Die Forumsleitung ist bestimmt nicht dazu vorhanden, die Teilnehmer zu führen, sei es über Befehle oder über Autorität, da sie nicht die Aufgabe der Gesprächsleitung wahrnimmt.
Gruß,
Uwe