Ich habe Fuehren beim US Militaer gelernt und es war Augen oeffnend fuer
mich.
Habe auch sehr gute Erfahrung mit US-Vorgesetzten gemacht. Eine ganz andere Führungskultur als in Deutschland. Führungskräfte werden in den USA auch in der Wirtschaft anders entwickelt und gefördert als in Deutschland.
Lade Dir das "US Army field leadership manual" herunter und lese es. Es
stehen einige gute Dinge drin, auch wenn sich vieles trivial anhoert.
Danke für den Tipp, das schaue ich mir mal an.
Die wichtigste Erkenntnis: Fuehren ist nahezu das Gegenteil von Befehlen.
Befehlen kann jeder, Fuehren nur wenige. Jedoch, und auch dies ist eine
wichtige Erkenntnis: Fuehren kann man lernen.
Das ist meine Hoffnung 
Befehlen auf dem Kasernenhof kann jeder. "Wenn Du jetzt nicht 10
Liegestuetze machst rufe ich die Militaerpolizei". Das funktioniert, aber
es funktioniert eben nur auf dem Kasernenhof.
Selbst das nur eingeschränkt. Ich erinnere mich an eine Situation, als ich selbst bei der Bundeswehr war. Der ganze Zug döst auf den Zimmern. Plötzlich hallt ein gewaltiger Schrei durch das Gebäude - "GEFREITER K., ANTRETEN!" Meine Name... also springe ich raus und melde mich ordnungsgemäß beim schreienden Uffz. Der hat um sich eine ganze Clique lustiger Kameraden. Der Uffz: "K., rufen Sie den Zug zusammen!" Kichern in der Gruppe. Das kommt mir seltsam vor - wenn wirklich was wäre, hätte er den Zug doch direkt gerufen und nicht erst mich. Also verweigere ich - mit all dem Tamtam, was dazu gehört, inklusive Antreten beim Hauptmann. Weitere Konsequenzen hatte das allerdings nicht - typisch Bundeswehr.
Wenn es ernst wird, bricht
ein solches System zusammen.
So eine Erfahrung habe ich auch gemacht. Der ganze Zug, ca. 50 Mann, beim Marschieren auf einsamer Landstraße. Ein einzelnes Auto kommt vorbei. Söhnchen mit Papas Porsche. Der denkt sich wohl, er zeigt den Soldaten mal was für ein toller Hecht er ist und fährt in der nächsten Kurve mit ordentlich Wucht in den Graben.
Jetzt die Reaktion im Zug: der Zugführer, Oberfeldwebel, steht noch mit offenen Mund da. Seine Uffze gucken auf ihn und warten auf Anweisungen. Ein Stabsgefreiter, Kosovo-Veteran, seit 10 Jahren dabei, gibt innerhalb von Sekunden die richtigen Anweisungen: zwei Leute auf die Straße stellen, das nächste Auto anhalten und um Hilfe bitten; fünf Leute mit ihm zum Auto und den Fahrer bergen; der Rest (inklusive Zugführer) stehenbleiben und nicht rühren. ALLE haben diese Anweisungen befolgt. Inklusive Zugführer.
Lektion: die offizielle Hierarchie ist nicht alles, es gibt auch informelle Strukturen, die im Ernstfall belastbarer sind.
Hyperion