Diese Aussage mag wohl mit kritischem Blick in die Zukunft korrekt sein,
basierend darauf moechte ich aber die Frage stellen, ob NST davon ausgeht,
dass seine Alterssicherung sich der dann gegeben Situation nicht anpassen
muss?
fangen wir mit den Gummibäumen an. Zuerst gibt es verschiedene Baumsorten, es gibt Sorten die werden älter und es gibt Sorten die sind auf Ertrag getrimmt d.h. sie geben mehr Latex aber nach spätestens 15 Jahren Bewirtschaftung muss man sie fällen.
Wir haben eine Sorte - im Süden ist sie sehr weit verbreitet, die muss rund 7 Jahre heranwachsen und liefert dann rund 20 Jahre Latex. Die Jahresleistung ist etwas geringer, als bei Sorten die auf Leistung getrimmt wurden - dafür können sie ein paar Jahre länger bewirtschaftet werden.
Im Zuge der Spitzenpreise in den Jahren 2010-2012 und als noch die Thaksin Regierung am Ruder war, wurde auch im Kautschuksektor subventioniert. Wir hatten gerade noch im letzen Subventionsjahr die alten Baumbestände gefällt und neu gepflanzt. In Jahren mit durchschnittlichen Preisen verhält es sich ungefähr so, dass der Verkaufserlös der gefällten Bäume die Kosten der Neupflanzung deckt, also die Kosten für Arbeit, Dünger über die 7 Jahre - negativ zu Buche schlägt der Verdienstausfall, weil die Bäume kein Latex liefern.
Während der Subventionsphasen wurde das Aufforsten neuer Plantagen ein einträgliches Geschäftsmodel und zwar besonders im Nordosten Thailands - im Isan. Dort waren die Arbeitslöhne um einiges geringer als im Süden, die Bodenpreise um den Faktor 3 kleiner und subventioniert wurde die reine Fläche. Das Klima im Isan ist aber ein gänzlich anders als im Süden, es gibt ausgeprägte Trockenzeiten und die Temperaturen schwanken für Kautuschkbäume relativ stark. Es stellte sich dann heraus, nachdem die ersten Plantagen dort Latex lieferten, dass die Qualität um einiges schlechter ist als im Süden.
Die Situation heute ist ungefähr folgende: Tiefspreise sind angesagt, aber die Kosten sind überall ähnlich hoch, nur die Qualität des Latex eben nicht. Im Süden ist sie gut, im Nordosten eben um einges schlechter hinzu kommt jetzt noch das Thema Wasserknappheit d.h eigentlich ist das bei jetztigen Preisen dort keine gute Basis mehr. Im Süden gibt es keine Wasserknappheit, eher im Gegenteil, es regnet zu oft, es entstehen Verdienstausfälle dadurch, dass bei Regen nicht geerntet werden kann.
Die grossen neu aufgeforsteten Flächem im Isan sind jetzt alle schon ein paar Jahre alt, aber brauchen immer noch ein paar Jahre bis sie Latex liefern und nach derzeitiger Erfahrungs- und Preissituation verspricht das kein gutes Geschäft zu werden, zumal es keine Subventionen mehr gibt in der Fläche, es werden aktuell Preisstützungskäufe von Kautschuk durchgeführt, aber nur sehr dosiert. Also wer sich auf das Subventionsmodell eingelassen hat, hat die A..karte gezogen, also wieder mal ein klassisches Beispiel wie man es nicht machen sollte.
Die politische Situation scheint unter der momentanen Militärregierung stabil, aber es herrscht keine klare Sicht. Die Sicht wird klarer werden, wenn sich die Situation mit dem hochverehrten König klärt d.h. sein Geundheitszustand ist aktuell nicht besonders gut und er ist schon hoch in den 80zigern. Wenn die natürliche Ablösung erfolgt, dann dürften die neuen/alten Positionen klar bezogen werden. Das kann morgen sein oder in x-Jahren, aber alles deutet auf eine kürzere Zeitdauer hin.
Kommen wir zum Schluss auf die allgemeinen offenen Fragen, das die aktuelle Rentner/Pensionäre und meine Generation die Babyboomer betrifft -- die Alterssicherung. Die besten Karten haben die aktuellen Transferleistungsbezieher, denn die sehen einen monatlichen Ertrag. Ihr Risiko ist, dass dieser Ertrag massiv gekürzt wird (siehe Griechenland), im Extremfall ein Komplettausfall - bei Kriegs/Bürgerkriegszuständen. Am härtesten trifft das dann jene, die augenblicklich auf der Sonnenseite stehen, z.B Transferleistungsbezieher unter Palmen in Ländern wie Thailand. Schon 25-50% Kürzungen wird ihnen hier die Lebensgrundlange entziehen. Um eine Jahresaufenthaltsverlängerung zu bekommen, werden heute mindestens 1000 Euro bei thail. Ehepartner und mindestens 1500 Euro bei Alleinstehenden verlangt. Krankenversicherungen sind hier auch nicht billig, wenn man eine abschliesst mit 65 Jahren und ob die Beamtenversorgung noch irgend etwas bezahlt, wenn es in D turbulenter wird, darauf möchte ich mich nicht verlassen müssen.
Zusammengefasst: für aktuelle Transferleistungsempfänger könnte alles gut laufen, muss aber nicht und dieses muss aber nicht bekommt täglich mehr Gewicht. Für die Babyboomer ist das ganze Konzept schon heute ein Tanz auf heissen Kohlen, in D gibt es dann immer noch Suppenküchen in TH gibt es dann die Abschiebung und wer diese nicht bezahlen kann (Flug) sitzt im Knast mit mehreren Personen in einer Zelle, notfalls bis zum bitteren Ende. Hier ist keine Willkommenskultur für gescheiterte Träumer und wer dann noch Menschenrechte ruft, hat den Knall noch immer nicht vernommen.
Wer in Ländern wie Thailand sich darauf gründlich vorbereitet hat und die hiesigen kulturen Eigenheiten einigermassen versteht, hat gute Chancen hier über die Runden zu kommen. Ich verweise hier auf den deutschten Spruch, den man hier 1:1 übertragen kann -- Wie man sich bettet, so liegt an --
Wer also hier ein solides Bett errichtet hat, kann davon ausgehen, dass er seinen letzten Atemzug in selbigen tätigen kann, denn eines kann man den Thais attestieren, um alte verdiente Menschen kümmern sie sich vorbildlich, da spielt die Nationalität eine untergeordnete Rolle.
Gruss
--
Buntschland bald platt?
Mir doch egal, solange mein Geld aus dem Bankomaten, mein Strom aus der Dose, mein WiFi aus der Luft, mein Wasser aus dem Hahn und meine Fressalien auf den Tisch kommen!
©n0by
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