Rumänischer Irrsinn

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 16.02.2016, 13:30 vor 3649 Tagen 4342 Views

Hab einige Zeit überlegt, ob man sowas überhaupt in ein seriöses Forum wie das DGF reinstellen soll. Auch wenn es ein Einzelfall sein wird, - es zeigt doch, wie verrückt die Zeit ist, in der wir leben.

Was ist passiert:
Da kommt doch ein Mitglied des Stadtrats einer Kleinstadt auf die Idee, in einer Sitzung öffentlich zu fordern, dass die Einwohner der Stadt, die einen Hund halten, per Verordnung dazu verpflichtet werden müssen, den Hunden die Stimmbänder zu entfernen, damit sie nicht mehr durch lautes Bellen die Nachbarschaft stören.

Also, ich dachte erst an einen schlechten Scherz. Aber für einen Faschingsscherz ist es zu blöd, und der 1. April ist noch nicht. Und das in einem Land, wo man von übertriebenen Reaktionen noch nicht eingenommen wurde.

Herrlich übrigens die Facebook- Reaktionen. Man regte zum überwiegenden Teil an, dem Herrn Stadtrat das Gehirn entfernen zu lassen. Möchte nur wissen, welches Gehirn. Denn davon kann eigentlich nicht allzuviel vorhanden sein, bei solchen Ideen.

http://vasile-antipa.blogspot.ro/2016/02/un-consilier-local-vrea-sa-oblige.html

Das Idiotische dabei ist, dass man zu dem Bericht ein Foto von herrenlosen Straßenhunden gestellt hat, - was mit dem Vorschlag des Stadtrates gar nichts zu tun hat, - er möchte das ja für die Hundehalter dieser Stadt durchsetzen.

Ein Blick in meine Glaskugel verrät mir, ...

Positiv @, Dienstag, 16.02.2016, 13:34 vor 3649 Tagen @ helmut-1 3028 Views

...dass sich Hundeliebhaber und -hasser gleich verbal an die Gurgel gehen werden.

Ein bewusst installierter Blitzableiter? Falls ja: Respekt.

Beste Grüße,

Positiv.

Das war keine Taktik

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 16.02.2016, 13:45 vor 3649 Tagen @ Positiv 2469 Views

sondern ein Tatsachenbericht. Über google kann man den angehängten Bericht übersetzen.

Der Grund dafür, so einen Blödsinn hier reinzustellen, liegt einzig an dem von mir genannten Motiv:

"es zeigt doch, wie verrückt die Zeit ist, in der wir leben"

Man muss verstehen,

winterfell67 @, Dienstag, 16.02.2016, 15:22 vor 3649 Tagen @ helmut-1 2177 Views

dass die Tierliebe nicht in allen Ländern so ausgeprägt ist, wie in Deutschland. Zumal verwahrloste Strassenhunde in Rumänien ein echtes Sicherheitsproblem darstellen.

(Das soll nicht bedeuten, dass ich den Vorschlag etwa gut fände.)

Da liegt ein Mißverständnis vor

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 16.02.2016, 15:32 vor 3649 Tagen @ winterfell67 2103 Views

Der Vorschlag des betreffenden Stadtrats betrifft nicht die Straßenhunde, sondern die Hundehalter der Stadt.

Die herrenlosen Straßenhunde sind - oder waren - ein Problem in manchen Städten, mittlerweile ist das bereits eingedämmt. Das ist in jeder Stadt Aufgabe der Stadtverwaltung, diese einzufangen und in einer Aufbewahrungsstelle unterzubringen.

Aha, danke für die Richtigstellung! oT

winterfell67 @, Dienstag, 16.02.2016, 16:02 vor 3649 Tagen @ helmut-1 1690 Views

Der Vorschlag des betreffenden Stadtrats betrifft nicht die Straßenhunde,
sondern die Hundehalter der Stadt.

Die herrenlosen Straßenhunde sind - oder waren - ein Problem in manchen
Städten, mittlerweile ist das bereits eingedämmt. Das ist in jeder Stadt
Aufgabe der Stadtverwaltung, diese einzufangen und in einer
Aufbewahrungsstelle unterzubringen.

EU-initierter Unsinn...

Leserzuschrift @, Dienstag, 16.02.2016, 16:15 vor 3649 Tagen @ helmut-1 2138 Views

...wo die rumänischen Schäfer in Zukunft nur noch einen bis maximal drei Hunde für ihre wertvolle Arbeit halten dürfen. Wer die dortigen Verhältnisse kennt, kann sich nur noch an den Kopf greifen! Persönlich kenne ich einen Schäfer, der fassungslos und verärgert meint, dass wenn der Liquidator käme, er seine Hände schützend über seine Hunde halten wird, er müsse erst ihn selber totspritzen. In der Regel haben diese Schäfer meistens mehr als sechs oder sieben Hunde, in allen Größen, die kleinen um zu warnen und die großen für die Verteidigung, die mittleren sind meist für die eigentliche Arbeit beim Zusammenhalten der Herde zuständig.

Der Stadtrat muss vielleicht nur in Brüssel einen Antrag stellen, dann wird der Irrsinn per Dekret verordnet.

Jedenfalls stehen dort die Menschen hinter den Schäfern und erkennen immer mehr, welchem EU-Irrsinn sie sich ausgeliefert haben.

http://de.sputniknews.com/politik/20151215/306493890/rumaenien-tausende-schaefer-stuerm...

Es ist erschreckend, was Menschen mit zu viel Macht und zu wenig Kompetenz so in die Welt bringen!

Danke ins Forum, dass ich mitlesen darf!
Robert

P.S. Vertragt euch wieder, das nervt, besonders, wenn der "Animus" in der Frau zu mächtig wird (sh. C.G.Jung)! Gilt natürlich auch irgendwie für manche Männer... <img src=" />

Ich kenne die Story

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 16.02.2016, 19:22 vor 3649 Tagen @ Leserzuschrift 1703 Views

Nur: da gehts um mehr. Da gehts einfach um den Einfluß von Brüssel, auch in traditionelle Domenien.

Die Schäfer haben ihre eigenen vererbten Methoden zum Melken der Schafe, zum Herstellen der traditionellen Käsesorten, usw. Das geht nach der Bürokratenwelt in Brüssel nicht über den Schreibtisch.

Das mit den Hunden ist ja nur der Anfang, und genau diesem Anfang will man wehren. Genauso gibts die Verordnung, dass man zuhause nicht mehr schlachten darf, auch keinen Schnaps brennen, keinen Wein machen. usw.

Theoretisch. Praktisch können mich alle in Brüssel dort küssen, wo ich es nicht sehe. Kein Mensch kommt her und verbietet mir was, weder die Kommunalpolizei (sowas ähnliches wie das Ordnungsamt) noch sonst irgendeine Aufsichtsbehörde. Zumal ich sowieso meist am Wochenende, vornehmlich am Samstag, schlachte. Und da wollen auch die Ordnungshüter ihre Ruhe, sitzen in ihrer Klause und schlürfen ihren Kaffee. Bis die über Mittag aus dem Loch kommen, liegt das Vieh schon zerteilt auf dem Tisch und es wird die Wursterei vorbereitet.

Wenn dann überhaupt noch jemand vorm Tor steht, dann (sofern ich ihn überhaupt hereinlasse) bekommt er eine Kostprobe angeboten, man redet über die Familie, und er geht weiter seinem Dienst nach.

Was will ich damit sagen: Kein Mensch braucht hier Angst haben, dass er in seiner traditionellen Lebensweise irgendwie beschnitten wird. Es wird sich auch kein Exekutivbeamter getrauen, einem Schafhirten einen Hund wegzunehmen. Deshalb ist man auch gut beraten, in Rumänien beim Anblick einer Schafherde in Straßennähe langsam zu fahren, damit kein Tier, insbesonders kein Hund, zu Schaden kommt. Was der Schafhirt mit dem Autofahrer dann aufführt, - das ist ein Erlebnis, - aber kein schönes für den Autofahrer.

Der Hund (in der Mehrzahl gesehen) ist für den Schafhirten überlebenswichtig. Das kapiert man erst, wenn man mal mitgekriegt hat, wie die Hunde sich einem Bären gegenüber verhalten, der in die Herde eindringt. Da ist meistens nur einer dabei, der absolut keine Angst hat und ohne Rücksicht auf sich selbst attackiert. Aber genau dieser Hund zieht dann die anderen mit, die dann im Rudel genauso attackieren. In der Zahl der Hunde (meistens 4 - 6, je nach Größe der Herde) liegt dann der Erfolg.

Würde mich interessieren, wie denn so ein Vollzugsbeamter danach aussieht, wenn er einem Schäfer einen Hund wegnehmen will. Kann mir gut vorstellen, dass den seine eigene Frau nicht mehr erkennt.

Aber die Demo in Bukarest war notwendig, damit die Sesselfurzer in der Hauptstadt, die von der Realität genauso wenig Ahnung haben wie die Bürokraten in Brüssel, hautnah merken, dass sie sich besser nicht mit den Schafhirten anlegen.

hinterher ist man halt schlauer ;-)

Kaladhor @, Münsterland, Dienstag, 16.02.2016, 19:44 vor 3649 Tagen @ Leserzuschrift 1595 Views

Hallo Leserzuschrift,

Jedenfalls stehen dort die Menschen hinter den Schäfern und erkennen
immer mehr, welchem EU-Irrsinn sie sich ausgeliefert haben.

die haben bestimmt vorher alle gedacht, die Westeuropäer würden sie veräppeln wegen dieser Schwachsinnsverordnungen aus Brüssel....

Uns berührt sowas ja eigentlich schon nicht mehr, wir sind schon abgehärtet und warten eigentlich nur auf den nächsten Klopper hehehe

Grüße,
Kaladhor

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Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

Da kann man sogar Verständnis für aufbringen.

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 16.02.2016, 17:23 vor 3649 Tagen @ helmut-1 1790 Views

Wer schon einmal miterlebt hat, wie in einem Dorf gefühlte 1000 Rüden Tag und Nacht durchdrehen, weil eine Hündin läufig ist, der weiss, was ich meine. Da kriegst du Gewaltphantasien ...

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** Keiner soll hungern ohne zu frieren! **

Hat nicht viel mit dem Bericht zu tun

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 16.02.2016, 19:01 vor 3649 Tagen @ FOX-NEWS 1725 Views

Wer schon einmal miterlebt hat, wie in einem Dorf gefühlte 1000 Rüden Tag
und Nacht durchdrehen, weil eine Hündin läufig ist, der weiss, was ich
meine. Da kriegst du Gewaltphantasien ...

Unterscheiden wir mal zwischen Stadt und Dorf. Der Bericht handelt von einem Mitglied des Stadtrates. Die freilaufenden Hunde sind in den Städten bereits am Aussterben, - weil sie regelmäßig eingefangen werden. Die verbleibenden Hunde sind in Grundstücken eingesperrt, kein Hundebesitzer läßt diese freilaufen, weil er riskieren muß, dass auch sein Hund eingefangen wird, - trotz Marke. Durch die Marke aber ist der Besitzer zu eruieren und er wird mit einem Ordnungsgeld bestraft.

Auf dem Dorf gibts natürlich noch freilaufene Hunde, meist von den Schäfern. Nur: Wenn ich eine Hündin hätte, dann würde ich die, wenn sie läufig ist, in einen Schuppen über Nacht einsperren. Schließlich möchte ich ja auch schlafen und nicht von den Hunden vorm Tor gestört werden. Allerdings sind die wenigsten Bauernhöfe mit Hündinnen bestückt, die meisten haben Rüden.

Auch ich habe mehrere Hunde auf meinem Lagerplatz, - aber erst, seitdem ich die Hündinnen abgeschafft habe, ist Ruhe zwischen meinen Rüden eingekehrt. Vorher hatten sie sich genügend in der Wolle und ich mußte öfters den Tierarzt zum Flicken der Wunden holen.

Es gibt Leute, die sich mit Zuchthunden abgeben, - die brauchen zwangsläufig Hündinnen. Aber die wohnen meist außerhalb von der Stadt/Dorf, meist mit genügend Abstand zum nächsten Anwesen.

Aber das, was der Stadtrat von sich gegeben hat, ist so ein eklatanter Unsinn, dass es kracht.

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