Hallo Michael,
das Thema gibt es ja immer mal wieder. Und dabei geht es oft zentral darum, wie die Clans ihren Umgang mit Staat, Gesellschaft, Recht und Justiz gestalten. Denn mehrheitlich sind Migranten aus dem z. B. arabischen Raum gewohnt, dass (religiöse) Friedensrichter quasi außergerichtlichen Vergleich schaffen, oft so etwas wie Täter-Opfer-Ausgleich (ein uraltes Thema - immer wieder zur Entlastung der Justiz gefordert - die DDR war für z. B. Rechtssoziologen und Staatsrechtler auch im Westen Vorbild mit ihren Konfliktkommissionen im Betrieben und den Schiedskommissionen in Wohngebieten: https://de.wikipedia.org/wiki/DDR-Justiz#Gesellschaftliche_Gerichte_.28Konfliktkommissi... ). Der Iman geht dabei quasi sogar nach Mediations-Methoden vor: Man hört erst beide Seiten ohne Anwesenheit der anderen. Es wird nach einen tragfähigen bzw. belastbarem Entscheid gesucht, der wieder befrieden soll. Z. B. durch Schadensersatzzahlungen an Opfer usw. (sofern diese in ihrem Familien, Stammes*- oder Clanverband ist - für Außenstehende gilt das sicher nicht, wie es auch früher keine Selbstverständlichkeit war, sich auf jeweils geltendes Recht berufen zu können. Voraussetzung war oft die Eigentschaft Bürger zu sein usw.).
Die per Iman getroffenen Vergleich kommt zum großen Teil aber auch bei Straftaten zur Anwendung, die hierzulande Offizialdelikte sind, d. h. in jedem Fall staatliche Ermittlungen und Verfahren nach sich ziehen. Die deutschen Richter und Staatsanwälte merken das daran, dass Täter und Opfer alles Diesbezügliche blockieren. Zeugen sagen nicht mehr aus usw. Man vermutet dahinter Erpressung und Bestechung, aber das allein soll es nicht sein. Die Betroffenenen kennen die islamische Art Konflikte zu lösen. Die Verhandlungen finden sozusagen auf ihrem Terrain statt, in ihrer Sprache, ihrer Kultur. Die Imane sind oft in allen Familien sehr geachtete Personen.
Zum anderen würden die Art Konfliktlösung den Vorteil haben, dass es zwei (halbwegs) zufriedene Seiten gäbe, während bei einem normalen hiesigen Prozess oft eine gewinnende und eine verlierende Seite entstünde.
Das Recht funktioniert in ihren Herkunftsländer ganz anders, als hier. Vermutlich auch, weil es zum einenfür normadisch Lebende keine Institutionen des Rechts gab und zum anderen, weil nach ihrer Vorstellung kein staatliches Gericht über denen des Glaubebsn und keine staatliches Gesetz über der Scharia geben kann. Die Rechtsschulen sind, anders als hierzulande, zentraler Teil der muslimschen Glaubensgemeinschaften.
https://de.wikipedia.org/wiki/Madhhab
https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsschule
Entschieden wird mit einen quasi Gottesurteil, bzw. mit Druck, des Glaubens und der Glaubensgemeinschaft Verbindlichkeit erzeugt. D. h., wer sich an die mit dem Iman getroffenen Entscheidungen nicht hält, verstösst gegen zentralge Gebote des islamischen Glaubens.
https://de.wikipedia.org/wiki/Fatwa (hierzulande meist nur bekannt als z. B. Mordaufforderungen gegen z. B. Salman Rushdi, bei der er für die "satanischen Verse" sozusagen vogelfrei erklärt wurde - aber Fatwas sind eigentlich nur islamische Entscheidungen, die u. a. in Etwa unseren Urteilen entsprechen, also Entscheidungen staatlicher Gerichte).
Diese Stammeskuturen setzen sich in Europa derzeit immer mehr durch, durch den massenhaften Zuzug aus islamischen Staaten, also auch Pakistan und Afghanistan. Etwas, dass im Grundsatz stellenweise auch im DGF als Ideal angepriesen wurde: Eugen Rosenstock-Huessy – Vom Staat zum Stamm
http://static1.squarespace.com/static/530b8d53e4b091b1a79671f2/t/56647807e4b08654627401...
(aus einen Heft über die Auswirkungen der Massenzuwanderung: http://www.tumult-magazine.net/ )
Siehe zum Obigen noch einen Experten, der aus diesem Kulturkreis stammt und es gründlich beschrieben hat (im vergangenen September gab es u. a. dazu auch eine ZDF-Sendung von 45 min, in der u. a. ein Bremer Richter und ein islamischer Friedensrichter aus Berlin befragt werden - wurde hier schon verlinkt: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=377417 )
Gründliche Beschreibungen eines Experten, der auch die weiteren Effekte gründlich benennt:
1) organisierte Kriminalität: Das Gesetz der Clans - Zeit 2013
"In diesem "Stammesdenken" sieht Ghadban den Grund für die hohe Kriminalitätsrate in manchen Mahallami-Clans: "Alles außerhalb der Sippe wird als Feindesland betrachtet. Denn die eigenen Regeln gelten dort nicht. Und andersherum." Und deswegen darf man rauben und stehlen? "Ja", sagt Ghadban, "denn das Bewusstsein, etwas Falsches zu tun, besteht nicht. Es gibt nur ein Bewusstsein für Wir und Die. Es geht darum, den Besitz der Sippe zu mehren." Einige Clans hätten sich so regelrecht in kriminelle Vereine verwandelt: "Weil es einfach war – und profitabel."
"Ein staatlicher Prozess zählt nichts", sagt ein Sozialarbeiter, der im Clan-Milieu gearbeitet hat. "Denn er schafft Gewinner und Verlierer. Doch wenn man sich untereinander einigt, kann es zwei Gewinner geben." So wanderten offenbar schon sechsstellige Beträge von Clan zu Clan.
Manchmal binden die Clans Vermittler ein: selbst ernannte "Friedensrichter" oder von beiden Seiten akzeptierte Unterhändler. "Selbst bei Delikten wie Raub, Vergewaltigung oder Kindesentführung werden sie eingeschaltet. Diese Delikte müssten alle vor ein ordentliches Gericht", klagt Michael Böhl vom Bund Deutscher Kriminalbeamter.
Mustafa "Charly" Özbek, Glatzkopf und Marlboro-Raucher, ist ein solcher Vermittler. Sein Hauptjob ist allerdings in einer Anlaufstelle für Obdachlose der Evangelischen Kirche in Bremen. Özbek sagt, er helfe, weil man ihn darum bitte, um mehr gehe es nicht. Dass er in einem früheren Leben säumige Schuldner traktiert und als Türsteher Discoeingänge bewacht hat, verschafft ihm Respekt – und den Ruf, bei Konflikten nicht gleich nach der Staatsmacht zu rufen. Typische Fälle, bei denen er geholt werde, seien Streitfälle zwischen Männern, die in Gewalt auszuarten drohten; manchmal gehe es um weggelaufene Mädchen, die er über sein Netzwerk suchen helfe. Geld erhalte er nicht – und bei "großen Sachen" rate er dazu, zur Polizei zu gehen, beteuert er. Das war indes nicht immer so: "Früher habe ich das gemacht und dabei Verfahren ins Leere laufen lassen." Özbek ist eine schillernde Figur, schwer einzuschätzen. Aber mit Sicherheit gibt es problematischere Vermittler als ihn. In Berlin tauchen sie nach Schlägereien mitunter schon vor der Polizei im Krankenhaus auf, um Kunden zu akquirieren.
"Von Kapitulation kann keine Rede sein"
Der Rechtsstaat befindet sich so in einem permanenten Wettlauf um die Wahrheit. Gerichtspräsidentin Buse mahnt: "Das Monopol der Rechtsprechung darf uns nicht entgleiten."
aus: http://www.zeit.de/2013/29/libanon-clans-kriminalitaet-deutschland/komplettansicht
2) "Migration: arabische Großfamilien in Berlin" | tip Berlin -- ihre eigenen Regeln - Leben in Stämmen:
"... Auf jeden Fall nicht in dem Maße wie in Europa.
Das ist auch aktuell so?
Wenn staatliche Ordnungen in der Region zerbrechen, dann kommen die Stämme und füllen das Machtvakuum. Wie jetzt im Irak, im Jemen, in Somalia und im ländlichen Syrien. Und mit ihnen kommen ihre Wertvorstellungen an die Macht.
Was bedeutet das konkret?
Die staatliche Justiz wird nicht anerkannt. Als Extrembeispiel: Beim vorsätzlichen Mord will der Stamm oder der Clan über Blutgeld oder Todesstrafe selber entscheiden, unabhängig von der staatlichen Strafverfolgung. In den Scharia-Staaten wie am Persischen Golf erlaubt der Staat selber diese Handlung, weil die Sippenverhältnisse im islamischen Recht integriert sind. Und was wir seit einiger Zeit erleben, ist, dass arabische Clans bestehend aus ehemaligen Flüchtlingen genau diese Verhältnisse in Deutschland und auch hier in Berlin einführen. Sie handeln nach ihren eigenen Regeln."
aus: http://www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit-stadtleben-und-leute/im-gesprach-uber-arab...
3) Focus: "Deutsche Gesetze gelten für sie nicht: Verschwiegen, brutal, rücksichtslos: Kriminelle Großfamilien sind unsere neue Mafia
... Frage:
"Da wurden also von Libanon-Flüchtlingen, die in den 80er-Jahren nach Berlin kamen, archaische Traditionen mitgebracht und dann hier über 30 Jahre beibehalten?"
Ralph Ghadban:
"Sie wurden hier sogar noch verstärkt. Zunächst: Unter den Libanonflüchtlingen muss man unterscheiden. Es gibt die Libanesen, es gibt die sogenannten Mhallami-Kurden, die eigentlich Araber sind, und die Palästinenser. Die beiden letzteren Gruppen lebten im Libanon auch schon in Ghettos."
http://www.focus.de/politik/deutschland/verschwiegen-brutal-ruecksichtslos-kriminelle-g...
Natürlich sind nicht nur die zitierten Stellen wichtig, sondern alles in den Artikeln bzw. Intervies zum Thema mit: https://de.wikipedia.org/wiki/Ralph_Ghadban
Wie gesagt: Es war ein langer Weg zum hiesigen Rechtsfriede, wobei die angelsächsischen Länder einen etwas anderen Weg beschritten (Case-Law usw. - das ist alles sehr schön aufgearbeitet in dem berühmten Standardwerk Max Webers: "Wirtschaft und Gesellschaft" - Hintergrund waren auch andere terriotorialen Verhältnisse, in den Weiten des z. B. schottischen Hinterlandes, des Empires und der zu erschließenden Gebiete in Nordamerika).
Nun aber bringen die Massenzuwanderungen ihre eigene Regelungs- bzw. Konfliktlösungsmechanismen mit. Wir haben das hier ja schon oft diskutiert: In z. B. GB werden ganze Stadtteile via Scharia befriedet, und europäische Richter fragen sich, wann man deren Regelungen staatlich anerkennen kann. Das aber ist ein fataler Weg, wie wir aus den Beschreibungen über organisierte Kriminalität bzw. kriminelle Großfamilien aus dem arabischen Raum wissen. Denn die Stämme entwickeln schnell das Lebensmodell: Alles was für den Clan richtig ist, gilt. Und alles was außerhalb des Clanes liegt, ist nicht nur egal, sondern wie Ghadban beschreibt, feindlich. Im Grunde genau wie bei Mafia-Clans.
Wenn man bedenkt, dass dies hier auch noch von einigen als Ideal gesehen wird...
Ergänzend ist anzufügen, dass bis vor kurzem auch in Teilen Deutschlands, in denen die konfessionsverbände noch stärker waren, noch mehr innerhalb von Kirchengemeinden geregelt wurde. Und das kanonische Recht hatte auch in außerhalb der "Krumstabländer" lange Zeit einen bedeutenden Einfluss (wieder das beispiel des berühmten Magdeburger Rechts, das noch tausende Kilometer entfernt von Magdeburg Grundlage der Rechtsprechung war - z. B. in den Ostgebieten bis ins Baltikum).
Ein Leben zwischen kriminellen Clans ist auf jeden Fall für Außenstehende gefährlich.
Viele freundliche Grüße
azur
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