Anfrage an die Ex-DDR-Bürger

Leserzuschrift @, Samstag, 13.02.2016, 20:32 vor 3652 Tagen 6191 Views

Ich möchte gerne eine kleine Anfrage an die Foristen
stellen, welche in der DDR und im Besonderen in Dresden aufgewachsen sind:

Gab es Trauerfeiern in der DDR/Dresden zum Jahrestag der Bombardierung, und wie wurden die Opferzahlen von der DDR-Propaganda behandelt?

Danke für eure Infos und schönes Wochenende.

Thomas

In der DDR wurde der Dresdner Bomben-Holocaust nach offizieller Lesart relativiert

Plancius @, Samstag, 13.02.2016, 21:18 vor 3652 Tagen @ Leserzuschrift 5765 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 13.02.2016, 21:55

Gab es Trauerfeiern in der DDR/Dresden zum Jahrestag der Bombardierung,
und wie wurden die Opferzahlen von der DDR-Propaganda behandelt?

Hallo Thomas,

ich bin jetzt Ende 40 und wurde in der DDR sozialisiert.

Eine angeheiratete Tante überlebte als Jugendliche das Dresdner Inferno. Sie sagte zwar immer, dass die Bombennächte furchtbar waren, aber das war auch alles. Sie hatte kein Verlangen, die nachfolgenden Generationen aufzuklären oder zu sensibilisieren. Das Ereignis wurde von ihr schlichtweg verdrängt. Sie war in ihrem Innern eine herzensgute Frau, hegte jedoch nie irgendwelche Hassgefühle gegen die Angelsachsen. In ihren Augen waren eher die Russen die Bösen, weil der Westen unter englisch-amerikanischer Herrschaft nach dem Krieg einen höheren Lebensstandard genießen konnte.

In der Schule wurde Dresden immer mit dem britischen Coventry in Verbindung gebracht. Die Deutschen hatten zuerst Coventry bombardiert und London angegriffen und als Antwort darauf haben die britisch-amerikanischen Bomberverbände Dresden plattgemacht. Letztendlich waren die Deutschen schuldig an diesem Inferno - so jedenfalls die offizielle Lesart, wie sie uns vermittelt wurde.

Ich habe jetzt im Rheinland 2 Freunde/Bekannte, die aus Dresden stammen (47 und 35 Jahre). Für sie spielt Dresden keine Rolle im kollektiven Gedächtnis. Ihnen wurde seitens ihrer Vorfahren nichts darüber vermittelt. Wenn ich mal bei diesem Thema nachfrage, kommt als Antwort: "Ey, lass mich mit diesem alten Scheiß in Ruhe".

Gruß Plancius

--
Der Königsweg zu neuen Erkenntnissen ist nach wie vor der gesunde Menschenverstand.

Das stimmt so nicht ganz: Angloamerikanischer Bombenterror - Foto Großveranstaltung 1987 (ed. Education)

azur @, Samstag, 13.02.2016, 21:44 vor 3652 Tagen @ Plancius 6490 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 13.02.2016, 22:32

Hallo Planicus,

dass sich diese über die Jahre veränderte und heute viele kaum noch Interesse zeigten, ändert nichts daran, dass die DDR lange Zeit den "Angloamerikanischer Bombenterror" als Ursache verurteilte:
http://www.bombenkrieg.net/eine_halbe_million.htm

Und das so auch z. B. in Magdeburg.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gedenken_an_den_13._Februar_1945#DDR
(siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Dresden#Rezeption )

Die Erinnerung der DDR arbeitete mit höheren Opferzahlen, als heute (in Magdeburg wurde gerade von der Lanzeszentrale für politische Bildung wieder nach unten korrigiert - die Welt hat das in beiden Fällen fast wortgleich begrüßt - hatte ich unlängst hier im Forum gebracht).

Es gab dazu Veranstaltungen, Broschüren, Artikel und Plakate.

Es wird nur nicht gern daran erinnert. Und solchen nur Vorschub leisten könnten: http://dr-olaf-rose.de/dresden-und-der-anglo-amerikanische-bombenterror/

Siehe auch hier: http://www.sed.stasiopferinfo.com/phpBB2/viewtopic.php?t=1500

Die Linie der DDR-Führung veränderte sich fortlaufend (man siehe die Haltung zu dem Ostgebieten usw.). Aber dass der überzogene, nicht umsonst bei den Briten selbst heiß debattierte und sehr bald völkerrechtliche geächtete Bombenterror, der nach Worten von A. Harris stets die Zivilbauten treffen sollten (Churchill und alle Experten rechneten mit 900.000 Toten = die Abwurftechnik war zudem so gewählt, dass auch Rettungsmanschaften geschädigt werden - alles hier unlängst und immer wieder im Forum) anglo-amerikanische Bombenterror wurde einhellig verurteilt. Nie hat die DDR die Opferzahlen ihrer auch späteren Gegner heruntergeredet, wie es nach der Wende einsetzte.

Die DDR hatte keine Probleme den Bombenterror zu ächten, denn wie gesagt waren die Gegner ja auch später Gegner. Es war auch kein Tabuthema, sondern eines, das man offen besprechen konnte, Das mag sich über die Jahre verändert haben, als Westbeziehungen taktische anders entwickelt wurden und Valuta der Fetisch schlecht hin wurden.

Ausführlicher und speziell auch zu Dresden;: "»Feinde der Nation«

Gedenken in der DDR

von Ivo Bozic

»Die Frauenkirche in Dresden, im Februar 1945 zerstört durch angloamerikanische Bomber – Ihre Ruine erinnert an Zehntausende Tote und mahnt die Lebenden zum Kampf gegen imperialistische Barbarei, für Glück und Frieden der Menschheit.« Dieses Schild prangte zu DDR-Zeiten an der Ruine der Frauenkirche. Die »Barbarei«, an die damit erinnert wurde, war nicht die Shoah und nicht der von Deutschland begonnene Weltkrieg, sondern die Befreiung Deutschlands vom Faschismus, zu der die wie auch immer im Einzelnen zu bewertende Bombardierung von Städten wie Hamburg und Dresden gehörte. Sicherlich gedachte man in der DDR immer auch der Opfer des Nationalsozialismus bzw. Faschismus, wie es hieß, und funktionalisierte die Gedenkfeiern gerne zu Manifestationen gegen den Krieg an sich oder gegen die Nato-Nachrüstung um, vor allem aber stand der 13. Februar – wie heute auch – für die Erinnerung an die Zerstörung Dresdens.

Es war normal, vom »angloamerikanischen Bombenterror« zu sprechen. Die »Angriffe« seien militärisch nicht notwendig gewesen und nicht zufällig habe es ein Gebiet getroffen, das zum Einflussbereich der Sowjetunion gehören sollte. Im Grunde griffen die »Angloamerikaner«, so die offizielle Lesart, in Dresden schon nicht mehr Nazideutschland an, sondern die Sowjetunion. DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl erklärte 1952, das »unsinnige Verbrechen« habe nur das Vordringen der Roten Armee erschweren sollen..."

http://jungle-world.com/artikel/2005/06/14584.html


So gewaltig wurde das 1987 begangen: "Vor der zum Mahnmal auserkorenen Ruine fanden zu DDR-Zeiten Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Bombenangriffe statt. (im Bild: Kundgebung am 13.02.1987 in Dresden.) Seit Anfang der 1980er-Jahre wurde die zerstörte Kirche zudem zum Symbol der DDR-Friedensbewegung. Ab 1982 versammelten sich junge Menschen mit Kerzen an der Ruine."

Kannte einen DDR-Schriftsteller, der beim Öffnen der Keller in Dresden dabei gewesen ist. Darüber wurde gesprochen, anders als über Themen, wie Ostgebiete oder Verbrechen der Russen.

Viele freundliche Grüße

azur


Edit: hatte ja unten Bernd Zeller empfohlen, der auch in der Huffington Post eine eigene Rubrik hat.

Zu diesem Thema passend: http://www.helgolaender-vorbote.de/upload/zeller-irak-krieg-rhetorik.jpg

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Sicherheitshalber noch der Direktlink zu dem Foto der Mahnveranstaltung DDR 1987 und drastische Bilder von 45

azur @, Sonntag, 14.02.2016, 03:18 vor 3652 Tagen @ Plancius 7125 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 14.02.2016, 03:28

Hallo Plancius,

hätte das Foto gleich direkt verlinken müssen (man musste bei dem zuvor gegeben Link durchklicken): http://www.mdr.de/damals/archiv/frauenkirche162_v-standardBig_zc-3ad1f7a1.jpg?version=4...

So ist es besser zu erkennen. Dies Andenken wurde aktiv betrieben, versetzt mit Friedenspropaganda (das war die stetige Predigt: Nie wieder Krieg! bis 89).

Die DDR liebte Massenveranstaltungen, wie solche Kundgebungen, an denen viele teilnehmen konnten. Schulen, Betriebe, Uni... Das war sicher auch von daher ein gern gesehener Anlass, die eigenen Predigt immer wieder in Erinnerung zu bringen. Wie beschrieben: Der Feind was ja klar - das waren die fiesen Anglo-Amerikaner, die dann auch Vietnam zu Sau machte (und Vietnam war in der DDR sehr beliebt), und Allende gekillt hatten (wo Victor Jarra die Zunge heraus gerissen wurde - Ergebnis: Chilenische Flüchtlinge waren sehr beliebt) und überhaupt der Atomerzfein, das MIK der USA (habe erst später gelernt, dass der Begriff MIK von einem US-Präsidenten stammen soll, der ihn in seiner berühmten TV-Abschiedsrede verwendete).

Vermutlich würde man in den DDR-Zeitung, die ja vor allem auch Ideologie-Bleiwüsten waren, zu allen Jahrestagen der Zerstörung des alten Dresdens und diesem Inferno Beiträge und Berichte von der Kundgebung finden.

Und so sehr man den Westen liebte, die Amis wurden schräg angesehen. Und den sinnlosen Bombenterror, wie es immer gesagt wurde, hat man verurteilt, die Opfer und die Zerstörung des unmenschlichen Feuersturms betrauert.

Vonnegut, der die Zerstörung Dresdens selbst miterleben musste, war in der DDR gern verlegte Westliteratur: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlachthof_5_oder_Der_Kinderkreuzzug

Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug. Übersetzt von Kurt Wagenseil. Verlag Volk und Welt, Berlin 1976. (DDR-Ausgabe)

Wobei: In der DDR wurden massenhaft Meisterwerke der Amis verlegt (nur Catch 22 hieß bei uns: "Der IKS-Haken"), andere, wie Orwell nicht.

Mit einem schrecklichen Bild will ich schließen - auf dieser Seite http://www.sachsen-erkunden.de/schlachthof-5-dresden/

Im Übrigens war in der DDR normal bei Dresden zu sagen, dass ja so viele Flüchtlings- und Lazaretttransporte durch die Stadt gegangen seien, womit die wirklichen Opferzahlen nicht erfasst werden konnten, diese aber viel, viel höher sein müssten, als offiziell bekannt.

Mir hat meine Mutter noch von den Schrecken des Bombenterros erzählt und viele, viele alte. Die erzählten immer, dass ja in Dresden die Toten geschichtet auf Eisenbahnschienen verbrannt werden mussten, weil es so sehr viele waren. Und dass man nicht wusste, wer die alle waren. Das habe ich mehr als einmal mit gesenkter Stimmer gesagt bekommen.

Man sehe selbst:

http://julius-hensel.ch/wp-content/uploads/2012/02/dresden-14-2-1945.jpeg

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/01/Bundesarchiv_Bild_183-08778-0001,_D...

https://www.dhm.de/fileadmin/medien/lemo/Titelbilder/ph003736.jpg

Hiervon: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/bombardierung-von-dr... )

Mit weiteren Links (in der Leiste rechts) Bombardierung Deutschlands:
http://www.rettet-unsere-heimat.de/0497b1a3f20bca303/0497b1a0bc0ed3c04/0497b1a0bd0a39e0...

Sehr drastische Bilder: http://www.altearmee.de/luftkrieg/ (leicht nach unten scrollen)

Sehe überhaupt keinen Grund, dies nicht immer wieder zu erinnern.

Ehrendes Gedenken allen Opfern.

Viele freundliche Grüße

azur


PS: Finde, das macht Hoffnung:

"Die Bürgerschaft wehrt sich

Und auch auf dem Heidefriedhof, der größten Kriegsgräberstätte der Stadt, soll der Opfer – nun aber ohne die Stadt – gedacht werden. "Nach einem musikalischen Auftakt werden wir gemeinsam zu den Gräbern der Luftkriegstoten gehen und dort weiße Rosen auf den Grabflächen ausstecken", kündigte der Initiator an. Anschließend werde der Superintendent am Aschegrab ein geistliches Wort sprechen.

Die Begründung müsste die Rathausparteien beschämen. "Es scheint ein Bedürfnis in der Bürgerschaft zu geben", heißt es da, und kritisch wird hinzugefügt: "Es wäre nicht nachvollziehbar gewesen, wenn nach Jahrzehnten auf einmal keine Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof mehr angeboten wird."

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article152180375/Die-Absage-des-Gedenkens-in-Dres...

PPS: Es gab in der DDR ein Buch Stanislaw Lems, in dem am Rande behauptet wird, die Atombomben seien für Berlin und Dresden vorgesehen gewesen:
Provokationen (Fiktive Rezensionen) (1981)

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Gegenüber heute wurden in der DDR die Terror-Bombardierungen klar als das bezeichnet was sie waren.

Hannes, inmitten des Landes S-A d. BRD in der EU, Sonntag, 14.02.2016, 05:39 vor 3652 Tagen @ Leserzuschrift 5540 Views

Ich möchte gerne eine kleine Anfrage an die Foristen
stellen, welche in der DDR und im Besonderen in Dresden aufgewachsen
sind:

Gab es Trauerfeiern in der DDR/Dresden zum Jahrestag der Bombardierung,
und wie wurden die Opferzahlen von der DDR-Propaganda behandelt?

Danke für eure Infos und schönes Wochenende.

Thomas


Guten Morgen, Thomas!

Wie im Betreff geschrieben, eindeutig "Ja".

Nach meiner Erinnerung:

Die SED, also "Bezirksleitung" usw. legte auf dem Friedhof in Magdeburg Kränze nieder. Die DDR-"Obrigkeit" verurteilte in Reden, unter Benennung der Täter, dass Tausende Magdeburger grausam umgebracht wurden. Klar und deutlich.

Man könnte meinen, die offizielle DDR-Geschichtsschreibung war ehrlich. Nein, war sie nicht.

Damals wie heute "Propaganda" auch bei diesen schrecklichen Ereignissen unserer Geschichte, aber näher an der Wahrheit als heute, leider.

Zu den Bombenangriffen 1945: Obwohl im Norden Magdeburgs aus Braunkohle Benzin gemacht wurde, in meiner Ing-Schule noch die Fundamente der Junkers-Motorenprüfstande als Labor benutzt wurden (Asynchon-Motor-Generator, Kreisdiagramme, Drehzahl-Drehmoment ...) usw., "ehrenvolle Ziele" genug da gewesen wären, war das "Knattergebirge" ausgewählt worden. Einschließlich der vielen Kirchen dort! Wo man der DDR nun heute in blöder Weise vorwirft, diese (die Reste der Terrorfolgen!) in den 50ern abgerissen zu haben. Eine Wiederaufbauinitiative ist übrigens vor wenigen Jahren gescheitert, läuft aber weiter (wer weiß, wer weiß ...).

Ausgewählt wurde, und wirklich dann systematisch platt gemacht, der Innenstadtbereich, überwiegend Mietskasernen der kleinen Leute, einige Quadratkilometer mit der höchsten Besiedlungsdichte Europas damals. Ich glaube, nur ein Bereich in Neapel war damals dichter besiedelt(?) gewesen.

[image]
Der Altstadtbereich (Knattergebirge) 1952, die vier auf dem Bild sichtbaren Kirchenruinen (Dom, Kloster unser lieben Frauen, Johannis, Walloner) wurden übrigens durch die DDR wiederaufgebaut.

Das ist traurig und man hat und auch offiziell in der DDR getrauert, im Gegensatz zu heute.

Man darf nicht vergessen: Die Feinde der "Warschauer Paktstaaten" waren die "Obrigkeit" von U. S. A. bis Israel (nicht die Völker! "Das Kapital"! die "Obrigkeit" eben). Also gab es für die DDR-Ideologen auch keinen Grund, die Verbrechen dieser Staaten als Mächte des "Kapitals" zu verschweigen.

Da die Zeugen des Grauens damals noch lebten, wäre es auch gar nicht anders möglich gewesen - das ist wichtig!

Heute ist ein Volkfest jährliche Tradition perversen "Gedenkens" - Damals undenkbar! Hier meine Bilder zu dem letzten "Fest".

Im Westen, in der alten BRD, waren die Zeitzeugen, wie in der DDR, ja auch noch in großer Zahl am Leben. Aber: Soweit ich weiß, hatten die Mädels im Westen ja mit den Besatzern, sagen wir mal, poussiert ("deutsche Frrolleins"). Ein riesiger Unterschied zum Osten! Denn da gab es das kaum. Mit den Russen, Kasachen usw. gab es kaum Kontakt, keiner wollte das, die "Obrigkeit" nicht, erst recht nicht die ostdeutschen Mädels. Die hatten verbreitet nur Angst vor "den Russen", berechtigt.

Und mein Eindruck ist, dass Rock 'n Roll und Jazz beliebter waren im Westen, als im Osten die Russische Volksmusike [[zwinker]] des Ensembles der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Kann es sein, dass man im Westen den Amis und Briten eher verzieh als im Osten?

Ostdeutschland wurde nicht, sagen wir mal "individualistisch" sozialisiert, wie der Westen. Hier gilt Eigennutz vor Gemeinnutz regelmäßig. Da gibt es diese berüchtigten Studien zu den gemeinschaftlichen Töpfchensitzungen im frühkindlichen DDR-Leben als tiefere Ursache der Traumatisierungen dieser etwas wunderlichen Ossis [[zwinker]]

Außerdem hat im Westen, gefühlt, bald jeder eine Nichte, die mit einem Itaker verheiratet ist. Der gemeine Wessi hat deshalb Angst vor der A. f. D. - Denn die Propaganda lehrt ihn ja: Die Neurechten wollen am Ende einen Ariernachweis einführen, wenn die Abschiebungen kommen, gefährlich gefährlich ... [[hae]]

So erkläre ich mir die Entstehung von PEGIDA im Osten und die mangelnde Resonanz im Westen, man denkt durchaus noch völkisch hier. Sorry, mein Eindruck.

Fazit:
Die klare Benennung der Verbrecher war im Osten damals deutlicher als im Westen, leider nur vorübergehend. Aber "die Ossis" hatten eine andere Geschichte, Fakt.

Der Russe ist nun weg und bis Polen und Baltikum nun der gemeinsame Feind von uns und den Angloamerikanern geworden.

Bekämpfung des Nationalen hat oberste Priorität. Nationales Gedenken geht gar nicht, nicht nur deshalb.

Was hat diese Erkenntnis der Unterschiedlichkeiten für Folgen für die Zukunft? Guckstu da.

Guten Morgen,
H.

--
Eine Hand für den Mann und eine Hand für das Schiff.

Dresden '45

Leserzuschrift @, Sonntag, 14.02.2016, 12:50 vor 3651 Tagen @ Leserzuschrift 4574 Views

Hallo,

DDR Schule 70'er Jahre:
Anglo-Amerikanische Terrorangriffe gegen die Zivilbevölkerung. Im Gegensatz zu den "sowjetischen Befreiern".
Es wurden Parallelen zu den "amerikanischen Luftpiraten" gezogen, die mit ihren B52 die armen Vietnamesen bombardieren, für die wir als Kinder Altpapier sammelten...
Auch: Es gab im Gegensatz zu heute das Deutsche Volk, eine Nation, jedoch auf unbestimmte Zeit zwei Staaten. Die DDR war natürlich der bessere...

Gruß
Arno

Dresden: Danke für die Antworten

Leserzuschrift @, Sonntag, 14.02.2016, 12:58 vor 3651 Tagen @ Leserzuschrift 4285 Views

Guten Morgen ihr Lieben

Danke für eure Infos zu dem Thema. Obwohl ich als Kind und Jugendlicher ab und zu mal
eure "Aktuelle Kamera" schaute, habe ich das so nie erfahren. Bei uns in Hamburg kann ich mich noch entsinnen, dass es zum Gedenken an die Toten der Operation Gomorrha
auf dem Zentralfriedhof Ohlsdorf Trauerfeiern gab. Heutzutage politisch nicht mehr erwünscht. Naja, als kleine Randnotiz im norddeutschen Regionalprogramm wird es noch erwähnt. In der Schule damals nannte mein Klassenlehrer die Anglopiloten als Befreier, was wohl daran lag, dass er seine Kindheit auf dem platten Land verbrachte. Der wusste nicht, was es heißt, seine Kindheit mehr oder weniger im Luftschutzkeller zu verbringen.

Einen schönen Sonntag noch
Thomas

In den 60er und 70er Jahren waren die Bilder, die @azur eingestellt hat, Unterrichtsstoff der Unter- und Mittelstufe.

Griba @, Dunkeldeutschland, Sonntag, 14.02.2016, 15:37 vor 3651 Tagen @ Leserzuschrift 4204 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 14.02.2016, 16:01

Und die Lehrer berichteten a̶u̶t̶e̶n̶t̶i̶s̶c̶h̶ authentisch, denn sie hatten es mehr oder weniger selbst erlebt, und das, obwohl (oder gerade weil?) sie i.d.R. Neulehrer waren.

"Anglo-amerikanischer Bombenterror" war die Standartformulierung. Ob es Relativierungen gab, weiß ich nicht, zumindest habe ich sie nicht wahrgenommen.

--
Beste Grüße

GRIBA

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