"Machtmensch Putin": Stern und Zeitschrift des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) nennen ZDF-Doku "manipuliert".
Es ist ein bemerkenswerter Vorgang:
Mit der Doku "Machtmensch Putin", die hier im Gelben empfohlen und zerrissen wurde, naschte das ZDF von einem ganz ekeligen, hausgemachten Kriegspropagandakot.
Fefe hatte einen lichten Moment und sprach von "Hitlertagebüchermoment des ZDFs"
Wirt erinnern uns: Bei der Affäre um die vermeintlichen Hitler-Tagebücher ging es um die vom Nachrichtenmagazin Stern 1983 veröffentlichte Fälschungen von Tagebüchern des Führers.
Wie auch immer. Der Stern hat den Skandal überlebt. Das ZDF gibt es nach "Machtmensch Putin" immer noch.
Aber jetzt hat der Stern mit Recherchen aus dem Journalistenverbands-Umfeld gegen das ZDF geschossen und schreibt einleitend:
"Kurz vor Weihnachten strahlte das ZDF die Dokumentation "Machtmensch Putin" aus. Der Zuschauer bekam ein düsteres Werk über blutige Machenschaften des russischen Präsidenten geboten: martialische Musik, reißerisches Intro und ein totenkopfartiges Porträt Putins im Hintergrund. Schon fünf Tage später erhob das russische Staatsfernsehen schwere Vorwürfe: Bei der Dokumentation soll es zu schwerwiegenden Manipulationen gekommen sein. Die Geschichte des jungen Russen, den das ZDF als Kronzeugen für den Einsatz russischer Soldaten in der Ostukraine präsentiert, soll eine reine Erfindung sein."
Im laufe des Artikels wird auf Igor eingegangen, der ausgesagt hat, vom ZDF für seine Aussagen bezahlt worden zu sein. Es gab auch weitere Aspekte, die dem ZDF zur Last gelegt werden und die mit dem Vergleich von Original-Tonspuren, mit den ausgestrahlten Übersetzungen zu tun haben. Ferner das übliche: tendenziöse Attributierung; vorweggenommene Unterstellungen (unbewisesene Prämissen), keine Trennung zwischen Kommentar und Nachricht. Etc.
Aber ob das ZDF einen Igor für kriegshetzerische, antirussische Propagandalügen bezahlt hat, ist der Kern und Angelpunkt dieses Hitlertagebüchermoments des ZDF.
Zwei Journalisten begaben sich für das Medienmagazin "Journalist" des deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) auf Spurensuche: Moritz Gathmann und Maxim Kireev. Zwei Russland-Berichterstatter mit gutem Ruf und guten Kontakten.
Das Fazit der Recherche: "Wir gehen davon aus, dass der Hauptprotagonist des ZDF nicht in der Ostukraine gekämpft hat. Es deutet alles darauf hin, dass es sich bei der Figur "Igor" um eine Erfindung des ZDF-Producers Walerij Bobkow handelt."
Die Begründung ist schlüssig und nachvollziehbar. Bitte selbst lesen:
http://www.stern.de/politik/deutschland/wladimir-putin--wie-die-zdf-doku-offenbar-manip...
Gruß, Bla