Was hat zur ideologischen Wende bei den Ost-LINKEN geführt?

Plancius @, Mittwoch, 10.02.2016, 19:20 vor 3651 Tagen 3589 Views

Die LINKE ist nach wie vor eine ostdeutsch dominierte Partei und im Osten dominieren nach wie vor ehemalige SED-Kader in der Altersgruppe 55+ die Partei. Im Westen sind die Mitglieder eher enttäuschte Sozis und ehemalige WASGler. Ich konnte die Fusion von WASG und LINKE in 2006 nicht nachvollziehen, weil der ideologische Graben zwischen Ost und West eigentlich unüberbrückbar schien.

Während die West-LINKE wirklich links ist, konnte die LINKE-Basis im Osten auch ideologisch mit der NPD am Tisch sitzen. Sind Multikulti, Förderung der Immigration und die Abschaffung Deutschlands konstituierende, nicht verhandelbare Elemente linker Parteipolitik, so ist die Parteibasis der Ost-LINKEN sehr stark nationalistisch eingestellt. Sicher auch noch ein Erbe aus SED-Zeiten. Ich kenne aus ehemaliger kommunalpolitischer Arbeit viele Ost-LINKE. Bei ihnen stand ganz oben auf der Agenda ihrer parteipolitischen Arbeit, dass sie die ostdeutschen Städte davor bewahren wollten, dass dort die multikulturelle Bereicherung wie im Westen um sich greift. In vielen Gesprächen wurde mir mitgeteilt, wie sie den Zustand der westdeutschen Städte als Horror empfanden.

Nun scheint sich das Blatt jedoch gewendet zu haben. Auch im Osten treten die Mitglieder der LINKEN auf Einwohnerversammlungen zu „Flüchtlings“unterkünften als vehemente Befürworter der kulturellen Bereicherung und Vernichtung der deutschen Identität auf.

Ich habe hierfür keine Erklärung. Was hat den Meinungsumschwung diesbezüglich beflügelt? Wie konnte die Minderheit der West-LINKEN die Mehrheit der Ost-LINKEN ideologisch vereinnahmen?

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Der Königsweg zu neuen Erkenntnissen ist nach wie vor der gesunde Menschenverstand.

Wissenschaftliche Mitarbeiter_innen

LLF @, Donnerstag, 11.02.2016, 10:29 vor 3650 Tagen @ Plancius 2172 Views

Ich habe hierfür keine Erklärung. Was hat den Meinungsumschwung
diesbezüglich beflügelt? Wie konnte die Minderheit der West-LINKEN die
Mehrheit der Ost-LINKEN ideologisch vereinnahmen?

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen (oft mit Politik- oder Soziologiestudium) haben einen erheblichen Einfluss auf die Abgeordneten, beispielsweise im Fach Gender Mainstreaming. Außerdem lässt sich Frauenförderung udn Gender Mainstreaming in einer rot-rot-grünen Koalition leichter durchsetzen als höhere Sozialleistungen.

Der jahrzehntelange Kampf gegen die NPD hat zu einer Frontstellung geführt, bei der die Linken automatisch alles bekämpfen, was von der NPD vorgeschlagen wurde. Dieses Lagerdenken sitzt so tief, das sich einige Ost-Linke an "Thank-you-Bomber-Harris"-Aktionen beteiligen.

Allgemeiner gefragt: Woran liegt es eigentlich, dass die Ossis fremden-kritischer sind als die Wessis?

BerndBorchert @, Donnerstag, 11.02.2016, 10:58 vor 3650 Tagen @ Plancius 2162 Views

So richtig kann ich es mir nicht erklären. Es kann ja keine Folge der jahrzehntelangen Kommunismus-Propaganda sein, denn Anti-Fremdenfeindlichkeit war ja Teil der DDR-Propaganda, so wie sie jetzt Teil der BRD-Propaganda ist. Ist das so eine Anti-Haltung? nach dem Motto: alles, was anders ist als im Kommunismus ist, ist gut.

Bernd Borchert

(Wessi mit fremden-kritischer Einstellung)

Vielleicht wird anders rum eher ein Schuh draus!?

Ikonoklast @, Donnerstag, 11.02.2016, 11:05 vor 3650 Tagen @ BerndBorchert 2241 Views

So richtig kann ich es mir nicht erklären. Es kann ja keine Folge der
jahrzehntelangen Kommunismus-Propaganda sein, denn

Hallo Bernd,

evtl. ist es ja genau anders rum, bei uns im Westen war ja alles was aus dem Ausland kam besser/hipper und nicht so spießig/kleinbürgerlich/antiquiert wie das Einheimische. Bald 70 Jahre transatlantisch-mediale Einflussnahme gehen an keinem spurlos vorüber.

Nur so ein Gedanke, hat keinen Anspruch auf Richtigkeit.

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Grüße

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... and girls of course!

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Belohnung und Strafe

Monterone @, Donnerstag, 11.02.2016, 11:26 vor 3650 Tagen @ Ikonoklast 2197 Views

Hallo Ikonoklast,

evtl. ist es ja genau anders rum, bei uns im Westen war ja alles was aus
dem Ausland kam besser/hipper und nicht so
spießig/kleinbürgerlich/antiquiert wie das Einheimische. Bald 70 Jahre
transatlantisch-mediale Einflussnahme gehen an keinem spurlos vorüber.

Nur so ein Gedanke, hat keinen Anspruch auf Richtigkeit.

Trotzdem ein Volltreffer! Es kommt aber noch etwas hinzu: ein fein gestuftes Arsenal von Belohnung und Bestrafung für den, der diesen verlogenen Affentanz nicht so toll finden kann.

Die Bestrafung erfolgt, wie schon von Tocqueville beschrieben, durch Ausgrenzung, Ächtung und Mobbing, was einem, wenn es blöd läuft, das Leben zerstören kann.

Als belohnende Leckerlis für das teutsche Hundchen gibt es gesellschaftliche Akzeptanz, das Gefühl, dazuzugehören, endlich auf Seiten der Starken und Sieger zu stehen, die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs und ein paar flachgelegte Weiber mehr.

Gerade die letzten beiden fundamentalanimalischen Punkte waren entscheidend, um aus den ohnehin schon weitgehend substanzlosen Deutschen lächerliche Abziehbilder ihrer Todfeinde und Sklaventreiber zu machen.

Sie sind so ähnlich wie ein Neger der Baumwollplantagen, der Gesten und Sprache seiner Besitzer nachäfft, in der Hoffnung, damit auf der sozialen Leiter eine Sprosse höher zu kommen, und gar nicht merkt, daß das Nachahmen die Unterschiede erst recht hervortreten läßt und den Sklaven zudem der Lächerlichkeit preisgibt.

Siegfried und Sieglinde machen's nicht anders und sind auch noch stolz drauf!

Monterone

Ja, plausibel: Nicht die Ossis, sondern umgekehrt wir Wessis sind da Opfer einer jahrzehntelangen Propaganda-Beschallung (oT)

BerndBorchert @, Donnerstag, 11.02.2016, 12:40 vor 3650 Tagen @ Ikonoklast 1913 Views

- kein Text -

Der Ossi ist nicht fremdenkritisch, er ist migrationskritisch....

TurnAround @, Donnerstag, 11.02.2016, 12:41 vor 3650 Tagen @ BerndBorchert 1982 Views

wie jedes Volk auf der Welt - ausser den bunten Westdeutschen. Die sind weltweit einmalig[[sauer]].

Gruß
TurnAround

--
Erkenne die Umwelt, erkenne die Menschen, erkenne dich selbst.

Ich habe ja schon "fremdenfeindlich" durch "fremden-kritisch" ersetzt. ...

BerndBorchert @, Donnerstag, 11.02.2016, 12:58 vor 3650 Tagen @ TurnAround 2001 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 11.02.2016, 13:26

Problem ist auch, dass es keinen üblichen Ausdruck gibt, der einfach beschreiben würde, dass man gegen übertriebene Einwanderung ist, ohne dass der Ausdruck potentielle Gewaltanwendung impliziert - wie die gegenüber einem "Feind" im Krieg.

Ist die fehlende Wortauswahl Absicht? Teil der anti-deutschen Propaganda?

In anderen Sprachen "xenophob". Hört sich das wie "-feindlich" an? - ich habe nicht das Sprachgefühl eines Muttersprachlers dafür.

Bernd Borchert

Beispiel: ein Kernkraftgegner ist was anderes als ein Kernkraftfeind - letzterem würde man sogar Anschläge zutrauen.

Differenzierungen

TurnAround @, Donnerstag, 11.02.2016, 14:09 vor 3650 Tagen @ BerndBorchert 1922 Views

Problem ist auch, dass es keinen üblichen Ausdruck gibt, der einfach
beschreiben würde, dass man gegen übertriebene Einwanderung ist, ohne
dass der Ausdruck potentielle Gewaltanwendung impliziert - wie die
gegenüber einem "Feind" im Krieg.

Der Ostdeutsche ist freundlich und hilfsbereit gegenüber fremdländischen Gästen (nicht kritisch und feindlich). Dieses Verhalten wird bewusst propagandistisch nicht erwähnt.
Der Ostdeutsche möchte einfach so leben, wie bisher und lehnt eine aufgenötigte Migration ab. Es ist so, als wird man grundlos genötigt, jeden Tag Lebertran essen zu müssen. Er will einfach nicht so leben wie die Mannheimer, ohne das täglich neu begründen zu müssen.
Das stößt ihn zutiefst ab und er wehrt sich dagegen.
Um so stärker die Nötigung, desto stärker die Gegenwehr.
Die Gegenwehr ist dann Nazi.

Ist die fehlende Wortauswahl Absicht? Teil der anti-deutschen Propaganda?

Die Situation differenziert beschreibende Worte gibt es schon. Es wird aber bewusst diffamiert. In Ostdeutschland sind die Deutscher noch zu präsent, noch zuwenig ausgedünnt.

In anderen Sprachen "xenophob". Hört sich das wie "-feindlich" an? - ich
habe nicht das Sprachgefühl eines Muttersprachlers dafür.

Bernd Borchert

Beispiel: ein Kernkraftgegner ist was anderes als ein Kernkraftfeind -
letzterem würde man sogar Anschläge zutrauen.

Die Bezeichnungen Feind/Gegner treffen es nicht, Fremde als Besucher sind nie Feind oder Gegner.

Gruß
TurnAround

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Erkenne die Umwelt, erkenne die Menschen, erkenne dich selbst.

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