Die Ursachen des Deutschenhasses Teil Zwei

Kurz_vor_Schluss @, Freitag, 05.02.2016, 17:30 vor 3656 Tagen 4592 Views

Guten Abend,
hier kommt nun der zweite Teil der Zusammenfassung "Der Ursachen des Deutschenhasses" von Max Scheler. Scheler erweist sich auch hier nach meiner bescheidenen Meinung als feiner Beobachter und psychologische Spürnase (manchmal sogar mit etwas, was Nietzsche bei sich „den bösen Blick“ nannte).
Wer seinen weiteren Ausführungen zum Deutschenhass und dessen Ursachen folgen möchte - bitte hier entlang.
Schönen Gruß
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Danke für Deine Ausarbeitung.

sprit @, Freitag, 05.02.2016, 19:17 vor 3656 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 2425 Views

Irgendwie kommt bei mir auch das Empfinden "Eifersucht gegenüber dem Erfolgreichen" auf.
(Nebenbei: Ich habe sehr viel Erfahrung außerhalb Deutschlands aufgetan.)

--
Keine Abmahnung ohne vorherigen Kontakt!

Danke

Kurz_vor_Schluss @, Freitag, 05.02.2016, 21:06 vor 3656 Tagen @ sprit 2263 Views

Irgendwie kommt bei mir auch das Empfinden "Eifersucht gegenüber dem
Erfolgreichen" auf.

Nicht, dass daran in Deutschland nicht auch kein Mangel wäre.... es gibt halt kein richtiges Leben im falschen - auch wenn man es uns noch so oft weismachen will.
Schönen Abend
K_v_S

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Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Sehr schön

Kaladhor @, Münsterland, Samstag, 06.02.2016, 15:31 vor 3655 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 1765 Views

Hervorragende Arbeit K_v_S.

Hatte sich Scheler eigentlich auch irgendwie dazu geäußert, wie der Aufbau der kaiserlichen Hochseeflotte im Bezug auf den Deutschenhass zu bewerten ist? Immerhin hat dies doch zu erheblichen Unmut bei den Engländern geführt. Hier habe ich den Verdacht, dass dem deutschen Kaiser jedoch Großmannssucht und der unbedingte Wille zur größten, militärischen Macht in Europa unterstellt wurde und wird. Ich sehe es eher in dem Kontext, dass unser Kaiser versucht hat, sich gegenüber seinen adeligen Verwandten in ganz Europa - und hier speziell im Vereinigten Königreich - zu profilieren, denn eine Hochseeflotte war so ziemlich das Letzte, was ein Deutsches Reich benötigte (angesichts der doch relativ kurzen Küsten und der geringen Anzahl an Kolonien).

Gruß,
Kaladhor

--
Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

Finster in Münster

Kurz_vor_Schluss @, Sonntag, 07.02.2016, 10:26 vor 3654 Tagen @ Kaladhor 1702 Views

Danke für das Lob Kaladhor,
nein, in Schelers Arbeit wird die Flottenpolitik des Reichs nicht thematisiert - doch Dein Verweis auf sie ist gut. Auch hier wieder etwas, wo wir im Dunkeln tappen. Platz an der Sonne? Wilhelminische Eitelkeit? Tirpitz Baby? Griff nach der Weltmacht?
Wir wissen es nicht, können nur vermuten - es wird späteren Historikern in einer neuen Epoche vorbehalten bleiben, den Deckel zu lüften. Bis dahin gilt für mich das alte Bibelwort: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.
Schönen Sonntag
K_v_S

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Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Kompliment und Antwort

Monterone @, Freitag, 05.02.2016, 21:23 vor 3656 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 2674 Views

Hallo K_v_S,

Deine beiden auf Max Scheler zurückgehenden Artikel über Deutschenhaß gehören zum Besten, was ich seit langem darüber gelesen habe.

Kompliment und großes Danke!

Vielleicht kann ich mich für Deine beiden hervorragenden Texte ein wenig revanchieren?

Du schreibst:

*Für Frankreich fand ich mal in einem Buch, dessen Titel ich mich gerade nicht mehr entsinne, die Angaben, dass 45.000 französische Juden am Ersten Weltkrieg teilgenommen hätten, von denen 1.350 gefallen seien. Dies bei einer Gesamtzahl von 200.000 in Frankreich lebenden Juden.*

Diese Aussage steht bei Louis-Ferdinand Céline, seinen Bagatelles pour un massacre, (Paris, 1937).

Das eklatante Mißverhältnis, was die Gefallenen betrifft (bei den Franzosen kamen 20% der Soldaten um), hat nicht wenig dazu beigetragen, Céline sehr kritisch werden zu lassen, trotz seiner Doktorarbeit über Ignaz Semelweis.

Monterone

Voyage au but de la nuit

Kurz_vor_Schluss @, Samstag, 06.02.2016, 08:38 vor 3655 Tagen @ Monterone 1990 Views

Salut Monterone,
danke für das Lob - Celine also war's - danke auch dafür. :-)
Auf bald und schönes Wochenende
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Céline war's, ...

Monterone @, Samstag, 06.02.2016, 11:17 vor 3655 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 1955 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 06.02.2016, 11:20

... der schon 1937 schreibt, sollte Angloamerika den nächsten Krieg gewinnen, den es dabei ist, vorzubereiten, und der wahrscheinlich 50 Millionen Tote fordern dürfte, wird das Resultat davon u.a. die *Vernegerung Europas* sein.

Von woher er seine hellseherischen Einsichten bezogen hat, weiß ich leider nicht, so wenig wie bei Bardèche und Raspail.

Für die USA findet er in seinen Pamphleten nur Worte von Ekel, Abscheu, Haß und Verachtung; wie für die Demokraten, die er als beim Völkerbund angestellter Mediziner aus nächster Nähe erleben konnte.

Das wiegt doppelt schwer, denn er kannte das Land aus eigener Erfahrung und zeichnet in seiner Reise an's Ende der Nacht noch ein sehr viel positiveres Bild.

Irgendetwas muß zwischen 1932 und 37 vorgefallen sein, weshalb er gegenüber Amerika eine derart heftige und glänzend begründete Abneigung entwickelte.

Seine Pamphlete sind bis heute nicht in's Deutsche übersetzt worden...

In den Kommentarspalten von E&R habe ich Beiträge gelesen, wo sich die Autoren über das hysterische Affentheater wegen Mein Kampf wundern. Célines Pamphlete seien doch viel gefährlicher.

Monterone

Célines literarische Sprengsätze

Monterone @, Samstag, 06.02.2016, 13:01 vor 3655 Tagen @ Monterone 1931 Views

... der schon 1937 schreibt, sollte Angloamerika den nächsten Krieg
gewinnen, den es dabei ist, vorzubereiten, und der wahrscheinlich 50
Millionen Tote fordern dürfte, wird das Resultat davon u.a. die
*Vernegerung Europas* sein.

Seine Pamphlete sind bis heute nicht in's Deutsche übersetzt worden...

Was einen nicht wundern muß, denn Céline verweist schon acht Jahre vor dem IMT einen der beiden wichtigsten Anklagepunkte, Vorbereiten und Führen eines Angriffskriegs, in's Reich der Märchen, Mythen, Lügen und Sagen.

1942 stimmt ihm in diesem Punkt der Sozialist, Gewerkschafter, Aristide-Briand-Mitarbeiter und Völkerbund-Kenner Francis Delaisi zu, der die Alleinschuld an WK2 völlig unmißverständlich Angloaemerika zuweist, noch genauer, City of London und Wall Street.

Was sich aus dem, was diese beiden Autoren geschrieben haben, die irgendwann mal Deutschenhasser gewesen sein dürften, für die Urteile des IMT, vor allem deren Tatsachenfeststellungen entwickeln könnte, und in der Folge für die anglo-israelische Nachkriegsordnung, werde ich an dieser Stelle lieber nicht ausführen.

Monterone

Danke KvS!

stokk, Freitag, 05.02.2016, 23:51 vor 3656 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 2217 Views

Lese es am Wochenende, kein Karneval dieses Jahr...

Was, wenn mann fragen darf, ist das für eine "Pflicht"?

satsangi @, Samstag, 06.02.2016, 21:14 vor 3655 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 1726 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 07.02.2016, 13:54

Hallo
WAS ist das für eine "Hingabe" an die Pflicht, und WIE endet so eine "Pflicht"?
Antwort: In Tod und Zerstörung!
Ich kann da bei bestem Willen nichts Historisches erkennen.
Sein LEBEN für NICHTS vertan.

Die Preußen hätten dabei das Verdienst inne, dieses „Ethos unendlicher Hingabe an die Pflicht“ vorgelebt und in ganz Deutschland (Ausnahme Österreich) verankert zu haben. Darin liege etwas Heroisches.

Gruss satsangi

Holzschnitt

Kurz_vor_Schluss @, Sonntag, 07.02.2016, 10:31 vor 3654 Tagen @ satsangi 1625 Views

Hallo Satsangi,
das ist ewas holzschnittartig gedacht. Dass die olle Sandbüchse Brandenburg so hoch stieg, war eben auch dem Pflichtethos dort geschuldet. Lies mal "Namen die keiner mehr nennt" von Marion Gräfin Dönhoff oder Ernst Wiechert - dann erschließt sich vielleicht mehr, was mit dieser Pflicht alles verbunden ist. Verantwortung für sich selbst und andere, Pflichterfüllung etc.
Dass dies auch in Tod und Zerstörung münden kann, will ich gar nicht abstreiten - aber das ist keine zwingende Notwendigkeit.
Wie auch anderswo: Die Haltung macht's.
Schönen Sonntag
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

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