Optionsscheine Spread Frage an Experten

Martin @, Mittwoch, 03.02.2016, 11:22 vor 3657 Tagen 1640 Views

Interessant ist die Frage vor allem bei relativ hohen Spreads. Nach meiner nicht sehr hohen Erfahrung mit Optionsscheinen kommt ein Handel in der Regel nur zu den in den Handelsplattformen angezeigten bid/ask-Werten zustande. Angenommen es gibt einen Spread von 50%: Warum kommt kein Handel zustande, wenn ich ein Kaufangebot irgendwo in der 'Mitte' mache? Ein potentieller Verkäufer hätte ja auch seinen Vorteil. Führen die Börsen hier beliebige Käufer und Verkäufer nicht zusammen, wird der Handel nur über Emittenden gemacht? Oder was ist der Mechanismus?

Danke im Voraus für eine einleuchtende Erklärung.

Spread bei Derivaten, spez. Optionsscheine

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Mittwoch, 03.02.2016, 12:39 vor 3657 Tagen @ Martin 1495 Views

Hallo Martin,

Interessant ist die Frage vor allem bei relativ hohen Spreads. Nach meiner
nicht sehr hohen Erfahrung mit Optionsscheinen kommt ein Handel in der
Regel nur zu den in den Handelsplattformen angezeigten bid/ask-Werten
zustande. Angenommen es gibt einen Spread von 50%: Warum kommt kein Handel
zustande, wenn ich ein Kaufangebot irgendwo in der 'Mitte' mache? Ein
potentieller Verkäufer hätte ja auch seinen Vorteil. Führen die Börsen
hier beliebige Käufer und Verkäufer nicht zusammen, wird der Handel nur
über Emittenden gemacht? Oder was ist der Mechanismus?

Bei der Vielzahl der börsennotierten Derivate ist Dein Kontrahent fast immer der Emittent, weil das Orderbuch ansonsten leer ist.
Wenn's für ihn attraktiv ist, steht vielleicht auch mal ein Börsenhändler oder -makler dagegen.

Die "neutrale Mitte" ist nicht notwendigerweise der Mittelwert von Geld und Brief.

P.S.: Es heißt übrigens "der Emittent" und in der Mehrzahl "die Emittenten".

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Das heißt, man kann es ja mal versuchen, die Wahrscheinlichkeit ist aber gering

Martin @, Mittwoch, 03.02.2016, 14:52 vor 3657 Tagen @ paranoia 1311 Views

Es gibt wohl von Händlerseite kein großes Interesse. Oder will man sich mit den Emittenten nicht in die Quere kommen? Sonst wundert mich, wenn niemand das Potential abschöpfen will.


Die "neutrale Mitte" ist nicht notwendigerweise der Mittelwert von Geld
und Brief.

War nur so als Beispiel gedacht

P.S.: Es heißt übrigens "der Emittent" und in der Mehrzahl "die
Emittenten".

Schande über mich, weiß nicht wie mir das 'd' reinrutschen konnte.

Deine Fragen zum Optionsscheinmarkt II

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Mittwoch, 03.02.2016, 16:00 vor 3657 Tagen @ Martin 1296 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 03.02.2016, 16:10

Hallo Martin,

Es gibt wohl von Händlerseite kein großes Interesse. Oder will man sich
mit den Emittenten nicht in die Quere kommen? Sonst wundert mich, wenn
niemand das Potential abschöpfen will.

von welcher Ordergröße sprichst Du?
bzw. was ist das Delta Deiner Wertpapierposition?

Nachtrag: Wie hoch schätzt Du denn das "Potential"?
Was meinst Du genau damit?

Woher soll Dir ein Händler die Stücke besorgen? Einen Leihemarkt für Deine Stücke gibt es sicher nicht.

Warum sollte der Händler Deine Stücke kaufen? Was soll er damit machen?

Gruß
paranoia

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Höchstens im 1- 5 T€ Bereich

Martin @, Mittwoch, 03.02.2016, 16:57 vor 3657 Tagen @ paranoia 1276 Views

Hallo paranoia,

ich mache das eher laienhaft, d.h. versuche keine Optimierungskalkulationen, sondern kaufe nur Scheine mit über einem Jahr Laufzeit, wenn ich bestimmte Trends vermute. Auslöser meiner Frage war der GT7WMY mit einem riesigen Spread. Zu beantworten, warum der so groß ist fehlen mir die Kenntnisse. Aber, ich habe mich nur mal so gefragt, ob es einfach möglich ist, von einem interessierten Verkäufer, der nicht Emittent ist, die Scheine günstiger als vom Emittenten zu bekommen. Wäre ja eine win-win Situation.

Ich sehe das auch bei Aktien mit geringem Handelsvolumen, dass die bei comdirect angegebene ask/bid Differenz im >2% Bereich liegt (Bsp. A0M7XZ 10%), und deutlich unterschiedlich zu den umgerechneten Kursen aus den Heimatmärkten (hier S'pore). Da hätte mich auch interessiert, was eine gute Strategie ist. Beispielsweise zum umgerechneten Kurs anbieten und lange genug warten, bis ein Händler? zugreift. Ich schrieb 'Händler' weil ich denke, dass Händler bessere Zugriffe auf unterschiedliche Märkte oder Handelsplattformen haben und Gewinne aus diesen Differenzen schlagen können. Vielleicht sehe ich das aber zu einfach.

Natürlich muss am anderen Ende ein Interessent stehen, der die Papiere letztlich erwerben will.

Gruß, Martin

Scheint doch zu gehen, vgl. EUWAX u. Frankfurt heute morgen

Martin @, Freitag, 05.02.2016, 08:15 vor 3655 Tagen @ Martin 1081 Views

Interessant ist die Frage vor allem bei relativ hohen Spreads. Nach meiner
nicht sehr hohen Erfahrung mit Optionsscheinen kommt ein Handel in der
Regel nur zu den in den Handelsplattformen angezeigten bid/ask-Werten
zustande. Angenommen es gibt einen Spread von 50%: Warum kommt kein Handel
zustande, wenn ich ein Kaufangebot irgendwo in der 'Mitte' mache? Ein
potentieller Verkäufer hätte ja auch seinen Vorteil. Führen die Börsen
hier beliebige Käufer und Verkäufer nicht zusammen, wird der Handel nur
über Emittenden gemacht? Oder was ist der Mechanismus?

Danke im Voraus für eine einleuchtende Erklärung.

Am Beispiel GT7WMY heute morgen EUWAX G/B 0,24/0,28, Frankfurt 0,17/0,27, EUWAX aber mit geringer Stückzahl (3000). Da ich das nicht ständig monitore, war mir das entgangen. Ariva zeigt per default die Frankfurter Werte. comdirect scheint in seiner Übersicht zustande gekommene Kurse zu zeigen. Ich benutze die charts zwar schon länger, ist mir aber erst bei diesen großen spreads aufgefallen.

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.