Krieg gegen "feindliche Bevölkerungen" hat in den USA Tradition - "Vernichtung Dresdens oder Hiroshima vergleichen"

azur, Freitag, 29.01.2016, 09:24 (vor 3664 Tagen)4286 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 29.01.2016, 09:34

Hallo allen,

der folgende Text ist nicht neu, aber soweit zu sehen, hier noch nicht besprochen, dabei sind die Schlagworte hier oft in Diskussion:

"Sezessionskrieg: Als die Demokratie den totalen Krieg erfand" - DIE WELT

Daraus auch folgendes Zitat, bei dem Dresden und Hiroshima in einem Zuge fallen und die Rolle der Historiker hinterfragt wird:

"Der amerikanische Bürgerkrieg war eben nicht nur mit seinen Schützengräben, Eisenbahngeschützen, Panzerschiffen, U-Booten und Schnellfeuerwaffen der erste Krieg der Moderne, sondern auch mit seiner Strategie, die sich nicht allein gegen eine feindliche Armee, sondern gegen eine feindliche Gesellschaft richtete, Frauen und Kinder eingeschlossen. Von da war es nur ein kurzer Weg zu den Schlachtfeldern des Ersten und Zweiten Weltkriegs.

Wenn das kein totaler Krieg war, was war es dann? Natürlich lässt sich die Vernichtung Atlantas nicht mit der Dresdens oder Hiroshima vergleichen. Sherman standen schließlich keine Flugzeuge und Atombomben zur Verfügung. Aber das Denken, das zu ihrem Einsatz führte ist ihm gleich. Die Vermutung liegt nah, hinter derartigen Haarspaltereien politische Motive mit Blick auf das Erscheinungsbild der westlichen Vormacht zu sehen.

Aber: Demokratien sind per se keine Weisenknaben. Schon ihre Erfinder, die Athener, schufen nicht nur Kunstwerke von klassischer Schönheit, sondern praktizierten an Feinden auch den Völkermord. Der totale Krieg gehört zur demokratischen Industriegesellschaft wie das allgemeine Wahlrecht oder die Massenmedien."

Der Bericht ist in Gänze sehr interessant: http://www.welt.de/kultur/history/article13363390/Als-die-Demokratie-den-totalen-Krieg-...

Es ging also auch damals schon direkt gegen die Zivilbevölkerung, wie mehrmals in dem Artikel erläutert und amerikanische US-Beobachter lachten die preußischen Kriegsführung aus: Zu wenige zerstörte Dörfer.

Wir erinnern uns auch an die Maßgaben den Bombenterrors, der sich nach Planung der Ausführenden ausschließlich gegen Wohngebiete richtete:

"Ziel war es, acht Millionen Häuser und 60 Millionen Wohnungen zu zerstören. Er rechnete mit 900.000 Toten und einer Million Schwerverletzter".[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Area_Bombing_Directive

Deutlicher noch hier:

„Von Essen abgesehen haben wir niemals ein besonderes Industriewerk als Ziel gewählt. Die Zerstörung von Industrieanlagen erschien uns stets als eine Art Sonderprämie. Unser eigentliches Ziel war immer die Innenstadt.“
– Arthur Harris

aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Luftangriffe_der_Alliierten_%281939%E2%80%93194...
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Luftangriffe_der_Alliierten_%281939%E2%80%93194...

Und wer dächte beim Folgenden nicht an die Rheinwiesen, für die es auch Voläufer gibt, im angeblichen Land der Freiheit und Menschenrechte - und ebenfalls verbunden mit massenhaften Opfern (in diesem elenden Lager starben mehr als in mehreren großen Schlachten Schlachten):

"Was Amerikaner Amerikanern antun können: Laiendarsteller spielen die Hölle von Andersonville, des berüchtigten konföderierten Gefangenenlagers"
http://www.welt.de/print-welt/article671056/Niemand-hat-mich-nach-Abu-Ghraib-gefragt.html

"Obwohl dort so viele Männer starben, wie der Norden in den fünf blutigsten Schlachten - Gettysburg, Chickamauga, Chancellorsville, Spotsylvania, Antietam - zusammen an Toten verlor."

Massenhaft Opfer unter der Zivilbevölkerung, das gab es nicht nur in Deutschland und dem Irak, sondern auch in Vietnam und Korea:

"Die letzte große und grausamste Schlacht des Krieges dauerte vom 13. September bis zum 15. Oktober 1951 und wurde als Schlacht von Heartbreak Ridge bekannt. Die sehr hohen Verluste auf beiden Seiten ohne wesentliche Veränderung der strategischen Lage führten zum beiderseitigen Wunsch nach einem Waffenstillstand. In der verbleibenden Zeit bis zum Waffenstillstand wurde der Druck auf Nordkorea in Form eines von den UN sanktionierten Bombardements, ausgeführt von der US Air Force, stark intensiviert. Die UdSSR und China sollten so zu Zugeständnissen gezwungen werden. Die Luftangriffe verwüsteten Nordkorea. Hunderttausende Zivilisten fielen Bomben und Napalm zum Opfer. Man geht von 500.000 bis 1.000.000 Opfern des Bombenkrieges im engeren Sinn aus, ohne die Verluste der Zivilbevölkerung infolge von Hunger und Frost zu berücksichtigen. Genauere Statistiken liegen nicht vor, dennoch ist anzunehmen, dass mehr als zehn Prozent der nordkoreanischen Bevölkerung ums Leben kamen."

Die dort vorhandene Industrie war anschließend restlos zerstört.

Fazit: Millionenfache Massenmorde unter der Zivilbevölkerung sind Kalkül und Gewohnheit.

Aber den angeblich milden Retter geben!

Viele freundliche Grüße

azur

--
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