... und schon gar nicht fuer deren Waende, soweit sie verputzt sind und jahrzehntelang bewittert, alles Bedingungen, die in kleinen Ein-Mann-Gaskammern in US-Gefaengnissen vermutlich nie vorliegen duerften. ALLEIN DARUM GING ES DOCH!!!
Dass er sich als Ingenieur ausgegeben hatte, wusste ich bereits.
Ja, nur, dass "Ingenieure", auch echte, zur Beurteilung der anstehenden Fragen, ob man nach Jahrzehnten noch Zyanide in Putzen nachweisen kann, voellig fehl am Platze waeren. Jetzt und immerdar ... Eggert suggeriert jedoch implizite -und bewusst, dafuer ist er viel zu gerissen-, Leuchter sei fuer das, wozu er auszog, geruestet gewesen!
Das mit dem Toxikologen noch nicht.
So, wie ich Berichte zu seinen Auseinandersetzungen mit dem Richter im Zuendel-Verfahren verstehe, verneinte er auf Befragen, Toxikologe zu sein (was fuer einen, der sozusagen gerade mal ein "Vordiplom" in Geschichte, naemlich den Bachelor, hat, auch angemessen scheint). Relevant ist das darum, weil zur Klaerung der Frage, ob in einem bestimmten Gebaeude einmal -vor Jahrzehnten- hinreichende Konzentrationen an Blausaeure bestanden haben, um damit Menschen umzubringen, nur ein Toxikologe in Zusammenarbeit mit einem Chemiker ueberhaupt etwas wissenschaftlich valides aussagen kann. Oder ein Chemiker, der sich auf Toxikologie spezialisiert hat. In der Regel sind das mindestens ca. fuenf Jahre Studium und fuenf Jahre Promotion (falls die Promotion sich toxikologischen Themen widmete) ...
Ob einer Gaskammerexperte sei (und auch das war er nie), spielte fuer seinen "Report" gar keine Rolle. Das waere etwa so, wie wenn man einen mehrfachen Sieger der Rally Dakar im US-Senat zur Frage der VW-Abgastricksereien befragte!
Es geht doch bei der ganzen Diskussion nicht um die Oberfläche, sondern um das Mauerwerk. Also nicht um Zyanid-Anhaftungen, sondern um Zyanide im Wandinneren.
Wie kommst Du denn darauf? Der im Zuendel-Verfahren gehoerte Laborleiter, den Leuchter hat die gesamten Brocken vermahlen lassen, statt Schicht fuer Schicht (!!!) die (nach Jahrzehnten verbliebene) Konzentration an Blausaeure-Verbindungen zu untersuchen, sagt nun mal, und mit meinen rudimentaeren Kenntnissen der Materie bin ich ueberzeugt, es stimmt, dass die fuer Vergasungen sprechenden Blausaeure-Verbindungen nur in der allerobersten Schicht zu finden sind. Schon durch die Vernichtung der Schichtproben/Schichtenabfolge war Leuchters Untersuchungsauftrag hinsichtlich der Fragestellung komplett wertlos. Das machen Experten???
Warum meine ich das, ohne direkt Spezialist fuer Blausaeure in Verputzen zu sein, wissen zu koennen?
Aus zwei Gruenden:
A) Mit Betonchemie und Verputzen und deren Sanierung und Schadensbildern habe ich jahrelange Erfahrung und war gutachterlich bzw. im Ausschreibungswesen auf diesem Gebiet taetig.
Betonschaeden werden haeufig durch Schadgase wie CO2 (Kohlendioxid) oder SO2 (Schwefeldioxid) hervorgerufen. Beide senken die Alkalitaet des Betons und dadurch faellt der natuerliche Korrosionsschutz des Baustahls weg, es bildet sich Rost, der zudem den Beton wegen groesseren Raumanspruches (Eisen plus Sauerstoff = groesseres Raumvolumen als reiner Baustahl) zerstoert/abplatzen laesst (Betonkorrosion).
Fuer die Eindringtiefe von CO2 und SO2 ueber Jahrzehnte gibt es schoene Untersuchungen, Diagramme und Schaubilder. Unsere alljaehrlichen Brueckensanierungen stammen z.T. aus dieser Schadensgenese und/oder zusaetzlich aehnlichen Effekten aufgrund eindringender Streusalzloesungen.
Und all diese Eindringkurven verlaufen asymptotisch, d.h. mit groesserer Tiefe verlangsamt sich der Prozess bis zur Unmerklichkeit. HCN ist nun von seiner Gasdynamik durchaus z.B. HCl, also "Salzsaeure", vergleichbar (jeweils hydratisiert in der Luft zu finden). Diese reagieren mit bestimmten alkalischen Bestandteilen des Verputzes und des Fugenmoertels, weniger aber bis gar nicht mit dem relativ inerten Material von Backsteinen/Klinkern.
Ohne eine schichtenweise Bestimmung der Konzentrationen ist das ganze keine "Untersuchung", sondern Scharlatanerie bzw. der Versuch, gerade durch Vermahlung mit tieferen Schichten Spuren zu verwischen.
Dass dann in der obersten Schicht wieder geringere Konzentrationen anzutreffen waeren, nach Jahren der Bewitterung, wuerde sogar eine ungefaehre Bestimmung der Standzeit und eine ungefaehre Datierung der letzten Beaufschlagung mit Blausaeure gestatten. Das aber waere harte wissenschaftliche Arbeit und nichts fuer Geschichts-Bachelor ...
B) Ein weiterer Grund, warum ich mich fuer mindestens ebenso "qualifiziert" wie Leuchter halte: ich habe tatsaechlich mit Blausaeure praktische und theoretische Erfahrungen. Mit z.B. selbst aus Natriumzyanid unter Zusatz von Salzsaeure ausgetriebenem HCN habe ich mal einen an schwer zugaenglicher Stelle befindlichen Wespenbau "ausgeraeuchert". Das Einflugloch befand sich direkt unter einer Treppenstufe, da war keine Zeit, lang zu fackeln, denn der ungehinderte Zugang zum Gebaeude war geschaeftsrelevant (Kundenverkehr usw.).
Ich behaupte mal, Leuchter hat das Zeug nur verkauft, sonst nix.
Weiterhin habe ich mit bekaempfendem Holzschutz zu tun gehabt. Es gibt bei Befall mit dem meldepflichtigen Hausbock, der die Statik von Holzkonstruktionen gefaehrden kann, im Wesentlichen vier Arten der wirksamen Bekaempfung:
1) Austausch des befallenen Holzes. Bei denkmalgeschuetzten Gebaeuden und bei unzugaenglichen oder statisch tragenden Konstruktionsteilen oft nicht realistisch moeglich.
2) Bekaempfung durch Erhitzung auf 80 Grad Celsius, so dass in jedem, auch massiven, Balken, eine Kerntemperatur von mindestens ueber mehrere Stunden 60 Grad erreicht wird, was Larven, Eier und geschluepfte Kaefer abtoetet. Dies ist oft nicht moeglich, da die Baulichkeiten sich oft nicht so abdichten lassen, dass die Kerntemperatur ueberall sichergestellt ist. Und wenn man zur Kompensation dann ueberheizt, riskiert man z.B. einen Dachstuhlbrand. Klappt es aber mit der Kerntemperatur, ist das die einzig schadstofffreie Behandlung gegen Wieder- und Neubefall, da anscheinend die von den Kaefern als Nahrung benoetigten Zuckerstoffe denaturiert werden (quasi "karamelisiert").
3) Chemische Entwesung mit z.B. hochkonzentrierten Pyrethroiden, frueher auch DDT, in oeliger Loesung. Dies versiegelt auch gleichzeitig gegen Wiederbefall. Da dies aber bienengiftig ist und zudem Schaeden fuer Menschen nicht ausgeschlossen werden koennen bzw. da dann in ausgebauten Dachwohnungen u.U. nicht mehr ueberstreichbare Oelflaechen in den Gipskartonplatten auftauchen, verbietet sich oft auch das. Zudem zeitigt dies dasselbe Problem wie bei 1): man erreicht nicht alle unzugaenglichen Stellen, und diese sind (Balkenkoepfe etc.) oft gerade statisch mit die entscheidenden. Mit dem Bauamt im Nacken oft keine gute Idee. Und evtl. Schadenersatzprozesse a la Holzschutzprozess - auch nicht verlockend.
4) Bleibt noch die Entwesung mit Blausaeure. Und siehe da, als ich mich mit dem Thema beruflich intensivst, Ende der siebziger Jahre, befasste, stellte ich erstaunt fest, die DEGESCH gibt es noch (heute hat sie etwas umfirmiert). Sie stellt(e) nach wie vor dasselbe Zyklon B her und vertrieb es zur Entwesung, eine ganz bruchlose Geschichte und Erfolgskonzept. Um aber Zyklon B als Holzschuetzer geliefert zu bekommen, bedarf es einer Fortbildung. (Nicht von ungefaehr, Holz- und Bautenschutz in Anlage B der Handwerksordnung als ungeregelter Beruf, ist, neben einigen hervorragenden Betrieben, eine sagenhafte Versammlung von Scharlatanen und Versagern - "wer nix wird, wird Wirt ... ist auch dieses nicht gelungen, macht man in Versicherungen" ... und am Ende scheint der Holz- und Bautenschutz zu stehen.)
Nun ja, kurz und gut, auch diesem Fach unterzog ich mich, habe es dann nur nie eingesetzt, weil ... das mag in einem oeffentlichen Gebaeude wie der Muenchener Pinakothek gehen (die man komplett sperren kann) oder in einer Schule, die ueber die Ferien sechs Wochen geschlossen hat. Aber in einem Bauernhof, wo man schoen alles abgedichtet hat, den "Hahn aufgedreht", meint dann doch noch der Grossvater vom Altenteil nachschauen zu muessen, ob er auch wirklich das Licht im Lesezimmer ausgemacht hat ... und dann muss man sich wegen fahrlaessiger Toetung verantworten. Also: auskennen tu' ich mich schon eher als, vermute ich, alle Foristen, fast alle Leser(innen) und sicherlich mehr als die Herren Eggert und Leuchter ...
Das hatte ich ja auch nicht geschrieben, sondern dass Eggert mit seiner Einschätzung über Leuchter als Gaskammerexperten nicht völlig daneben liegen kann, da dieser mit Gaskammern und anderen Hinrichtungsapparaten beruflich zu tun hatte.
Das macht einen doch nicht zum Experten! Ich frage doch lieber einen KFZ-Meister oder -Ingenieur und nicht einen Autohaendler/-verkaeufer, wenn ich was technisches wissen will.
Weiterhin, und darum geht es bei der Kritik an Eggert, weiss ein Experte genau, wie weit er Experte ist und wieweit nicht. Leuchter hat aber vor Gericht mehrmals kleinlaut zugeben muessen, dass er fuer die Fragen, in denen er beraten hat, kein Experte war, und wurde dafuer sogar zu zwei Jahren Haft verurteilt!!! Wenn Eggert nun behauptet, "das" sei ein "Experte", ohne das mit z.B. "selbsternannter" zu qualifizieren, hat er fuer mich einen Mega-Knall. Das kann man mal machen, wenn es drum geht, ob der Pyrotechniker beim Vereinsjubilaeum "Feuerwerksexperte" sich nennen soll oder nicht, auch wenn er das Vereinsheim abgefackelt hat, aber doch bitte nicht bei einem Thema, in dem es um ungezaehlte Ermordete geht!
Ich unterstelle ihm, dass er über die Jahre diesbezügliche Kenntnisse erlangt hat.
Das scheint er, siehe gegenteilige Gerichtsurteile, clever verborgen zu haben. Aber nochmal: wer Haendler fuer Raeucherkammern ist, muss deshalb von Kreosot-Chemie nicht viel Ahnung haben!
Wenn du nun behaupten willst, dass Leuchter jahrelang alle nur „verarscht“ hat und seine Tätigkeit nicht ernst genommen hat, kann ich dir nicht das Gegenteil beweisen.
Genau das sagt seine Verurteilung zu zwei Jahren Haft, weil er im Geschaeftsverkehr in Taeuschungsabsicht die Bezeichnung "beratender Ingenieur" verwendet hat. Ohne diese Taeuschung haetten ihm US-Bundesstaaten nicht die Installation oder Wartung/Ersatzteilversorgung von Gaskammern anvertraut oder siehst Du auch das anders? Was soll das denn? Der Mann war schon immer ein Scharlaten und waere vielleicht niemals aufgeflogen, haette er nicht den Groessenwahn besessen, sich in Auschwitz als "Toxikologen" zu gerieren!
Und weil Eggert das ignoriert, und bei seinem enzyklopaedischen Wissen kann das nur Taeuschungs-Absicht sein, ist auch Eggert ein Scharlatan!
Deine Theorie scheint mir aber unwahrscheinlich, da Leuchter der Frage, ob in Auschwitz mit dem selben Giftgas wie in den ihm bekannten amerikanischen Gaskammern Menschen umgebracht wurden, mit großem Einsatz nachging und große persönliche Nachteile in Kauf nahm.
Hae? Weil er brunsdumm war und nicht verstanden hat, wie Verputz mit Blausaeure reagiert? Wenn man nix von einer Sache versteht, soll man es lassen. Die "grossen beruflichen Nachteile" hatte auch Postel zu gewaertigen. Der eine, weil er nie Arzt war, der andere, weil er nie Ingenieur war. Was hat letzteres mit Auschwitz zu tun? Du tust ja so, als sei er verfolgt worden, weil er "mit grossem Einsatz" (seines Hinterns???) Geschichtsaufklaerung betreiben wollte. NEIN!!! Er hat damit nur die Behoerden darauf aufmerksam gemacht, dass er von seinem Gewerbe keine blassen Dunst hatte. Schau' Dir doch an, wie aggressiv US-Behoerden reagieren, wenn Zuendschloesser defekt sind!
Die 16.000 ppm und 500 ppm dürften in Wirklichkeit in der gleichen Größenordnung liegen (ich verweise nochmals auf die Diskussion zwischen Green und Rudolf). Die Einwirkungszeit war bei der Entwesung höher, dafür das Mauerwerk der Bildung stabiler Zyanidverbindungen weniger zuträglich.
Insgesamt also ungefähr gleich gute Bedingungen.
Hae? Die Frage des Mauerwerks habe ich nicht beleuchtet und auch Rudolf kann sie nicht wirklich kennen.
16.000 ppm ueber bis zu 72 Stunden und 500 ppm ueber weniger als eine Stunde sind kein Unterschied??? Hast Du mal Dein Zahnfleisch angeschaut nach Spuelung mit 3% Wasserstoffperoxid-Loesung fuer drei Minuten und 30%iger Loesung nur fuer ein paar Sekunden??? Da spielen evtl. weitere Unterschiede des Mauerwerks und seiner Verputze schon eine eher untergeordnete Rolle. Bis zum Beweis des Gegenteils.
Zu den Bakterien: Denen hat dann wohl das Zyanid in den Entlausungskammern nicht geschmeckt (da bis heute vorhanden),
So ein untergruendiger Quatsch -
ERSTENS ist es dort nach mir vorliegenden Berichten die ganze Zeit weniger feucht gewesen
und
ZWEITENS hat niemand bestritten, dass in BEIDEN Kammern noch Zyanide nachgewiesen werden koennen.
sondern nur das in den Gaskammern. Außerdem ernähren sich auch diese Bakterien aller Wahrscheinlichkeit nach nicht allein von Zyanid, müssten im Mauerwerk also auch Nährstoffe vorgefunden haben.
Du solltest Dich mal mit Mikrobiologie befassen. Bakterien essen nicht alle Pommes mit Currywurst, sondern auch mal Pommes, Curry oder Wurst einzeln.
Eine interessante Theorie ist es aber allemal.
Ja, alles, was den Menschen-Ermordungsvorgang anzweifeln laesst, ist "sehr wahrscheinlich" oder "steht zu vermuten", alles Gegenteilige ist bloss "interessante Theorie". Nennt sich confirmation bias.
Im Uebrigen ist das ganze muessig aus einem ganz anderen Grunde: es gibt andere, "unverfaengliche" Zeitzeugen - eben auch bei der ausfuehrenden SS. Wenn also Eggert diesen Nicht-Experten anfuehrt, dann schwant mir, worauf er hinauswill. Und das diskreditiert ihn als autodidaktischen Historiker schwerstens.
Und worauf willst Du hinaus? Nur, damit wir das abkuerzen koennen ...
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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