Fracking Boom - Spekulationsblase droht zu platzen

stocksorcerer @, Freitag, 22.01.2016, 12:37 vor 3671 Tagen 2815 Views

http://de.sputniknews.com/wirtschaft/20160122/307285139/fracking-boom-us-spekulationsbl...

In dem Zusammenhang mal eine Frage, die wir vermutlich längst mal diskutiert haben.

Im Text findet man folgende Zeile:

"Insgesamt verlor das Schwarze Gold in eineinhalb Jahren seit Mitte 2014 75 Prozent seines Werts."

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/wirtschaft/20160122/307285139/fracking-boom-us-spekulationsbl...

Der Liter Super kostete damals knapp unter 1,60 Euro.

Wenn also der Rohölpreis um 75% runter rauscht, wieso ist der Liter dann heute an unseren Tankstellen immer noch verhältnismäßig teuer? Wie verhält sich das mit Sockelbeträgen in Sachen Steuern? Gibt's da irgendwo ein schönes Erklärstück?


danke
stocksorcerer

Problem werden die Anleihen auf die Frackingunternehmen.

Durran @, Freitag, 22.01.2016, 12:55 vor 3671 Tagen @ stocksorcerer 2372 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 22.01.2016, 13:08

Die Anleihen sind mit sehr hohen Volumina im Markt. Bei dem Ölpreis bleibt ein Anleihecrash nicht aus. Diesen kann man durchaus mit der Lehmann-Krise vergleichen. Nicht der Russe wird am kollabierenden Ölpreis kaputt gehen, sondern eher die Amerikaner. Man spricht von Anleihevolumen von etwa 1 Billion Dollar.

Der Benzinpreis besteht ja mittlerweile zu 75 % Steuern, ähnlich wie beim Strompreis. Selbst wenn Öl nichts mehr kosten würde, hätten wir immer noch einen hohen Spritpreis.

Beispiel ist der Strompreis. Der Strompreis schwankt zwischen 2 und 3 Cent je KWh. Zahlen müssen wir etwa 28 Cent. Der Rest sind Steuern und Gebühren.

Jahrelang hat man uns erzählt, der Gaspreis wird teurer wegen der Ölpreisbindung und der Strompreis steigt wegen dem teuren Öl. Nun wo der Ölpreis grandios fällt, will keiner mehr was von einer Ölpreisbindung wissen.
Strom und Gas steigen weiter. Vermutlich wegen der 3 Starkfrosttage.

So ist das eben in der sozialen Marktwirtschaft.

Die Benzinsteuern sind sogar noch dramatischer...

Julius Corrino @, Sur l'escalier des aveugles, Freitag, 22.01.2016, 13:19 vor 3671 Tagen @ Broesler 2279 Views

...wenn man sich die natürlichere Bezugsgröße des steuerfreien Nettos in Erinnerung ruft.

Aral listet seit langem auf seiner Webseite Brutto- und Nettopreise seiner Kraftstoffe (Tagesdurchschnitt):

https://service.aral.de/netto-spritpreise

Beispiel: Für einen Liter Diesel ruft Aral derzeit 39,94 Cent netto (d.h. ohne Steuern) auf. Diese Ziffer stand in der Vergangenheit auch schon mal bei knapp 78 Cent. Das entspräche einem Preisrückgang von damals auf den heutigen Tag um (grob gerundet) 50%. Da die ganze Infrastruktur der Versorger von der Quelle bis zur Zapfsäule aber auch Geld kostet, kann m.E. der Rückgang um die vollen 75%, die der Rohölpreis eingebrochen ist, nicht an den Endkunden weitergereicht werden. Ein Teil der Sockelkosten entfällt eben auch auf den legitimen Betrieb (ohne daß ich jetzt wüßte, wie hoch genau dieser Anteil absolut ist).

Bei einem durchschnittlichen Bruttopreis von 96,90 Cent pro Liter Diesel beträgt der Aufschlag auf den angegebenen Nettoverkaufspreis durch staatliche Schutzgeldz... - äh, Steuern schlappe 143%! Bei einem Liter Super (E5) sind es sogar lächerliche 247% (121,9 Eurocent brutto ggü. 35,12 Eurocent netto). Das sollte man sich vor Augen halten, nicht die völlig unnötig verharmlosende Angabe von "70% Anteil am Benzinpreis".

--
Ainsi continue la nuit dans ma tête multiple... elle est complètement dechirée... ma tête.
- Luc Ferrari

Ja, wir werden abgezogen, aber

Broesler, Freitag, 22.01.2016, 13:23 vor 3671 Tagen @ Julius Corrino 2162 Views

darum ging es mir nicht...die Problematik sollte doch mittlerweile klar sein. [[zwinker]]

Ahoi
Broesler

À propos Öl:

Broesler, Freitag, 22.01.2016, 13:37 vor 3671 Tagen @ Broesler 2783 Views

[image]

An sich glaube ich noch nicht wirklich an den großen Wendepunkt, trotzdem sollte das Holzauge wachsam bleiben.
Mal sehen, was die nächste Woche ölpreistechnisch bringt.

Ahoi

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