ich stelle mir gerade vor, jeder Warenempfänger im Inland müßte vor Aushändigung der Ware erst mal zum Finanzamt und den Nachweis führen, daß er die auf die Ware fällige Mehrwertsteuer bezahlt hat,
Das ist ja der Regelfall. Die Einfuhrumsatzsteuer wird nur gestundet, um mit der Gesamt-Umsatzsteuervoranmeldung jeweils ausgeglichen zu werden, monatlich, bei den ueblichen Umsaetzen grosser Unternehmen.
oder bevor Strom aus der Steckdose kommt, MWST und Energiesteuern bezahlt hat,
Nun ja, nur bei Berechnung der Umsatzsteuer nach berechneten Entgelten (aber der uebliche Weg), nicht bei Veranlagung nach bezahlten Entgelten.
oder die passende Brantweinsteuer vorm Kauf einer Flasche Sekt.
Und hier kommen wir auf eine andere Steuerart und eine andere Erhebungsart: Tabak- und Branntweinsteuern werden beim "Inverkehrbringen" erhoben und sind auch nicht, wie bei der Umsatzsteuer nach Mehrwertprinzip, relativiert durch anderwaertigen Aufwand. Weshalb ja auch der Mineraloelpreis nicht einkaufspreisabhaengig sinkt.
Es ist halt so geregelt, daß den Firmen die Aufgabe der hoheitlichen Steuererhebung übertragen wurde
Sehe ich eigentlich nur bei der Lohnsteuer (ist auch nicht in allen Laendern so, es gibt [oder gab?] Laender, in denen zahlen auch abhaengig Beschaeftigte ihre Einkommensteuer wie bei uns nur Selbstaendige, aufgrd. eigener Erklaerung und Veranlagung).
und wehe, sie haben aus Unwissenheit oder Fahrlässigkeit einen zu niedrigen Steuerbetrag eingezogen.
Das aber kann nur geschehen, wenn man versehentlich in der Kneipe nicht zwischen dem vollen Mehrwertsteuersatz bei Konsum am Tisch und niedrigerem MWSt.-Satz fuer Lebensmittel bei Strassenverkauf unterscheidet.
Dann zahlen sie die Differenz aus eigener Tasche nach als Haftender und nicht der Steuerschuldner, also der Empfänger der Ware.
Der Endverbraucher ist, wie bei der Lohnsteuer, auch (z.T. sogar primaerer) Kostenschuldner. So wird z.B. bei Uneinbringlichkeit der Lohnsteuer beim Unternehmer u.U. beim ausgezahlten Arbeiter nacherhoben, selbst wenn dieser nur den Nettolohn erhalten hat.
Ich gebe Dir insofern recht, dass man die Unternehmer in Haftung nimmt, weil man sie leichter greifen kann. Aber eine Veranlagung beim Endverbraucher oder Lohnarbeiter waere andererseits mit soviel Mehraufwand verbunden, dass dann wiederum die Steuern fuer alle 10%, 20%, 30% ... hoeher waeren, um (netto) dieselben Staatseinnahmen zu generieren.
Aber primaer beim Zoll ist es so, dass ja gerade das nicht der Fall ist: der Einfuhrempfaenger entrichtet den Zoll, die Spedition erleichtert es ihm nur, indem sie in Vorlage geht. Bei allen andern Steuerarten ist das aber grds. etwas anders gelagert.
Aber: waehrend alle Unternehmer sich beschweren (ich auch vorne mit dabei
), geht doch keiner hin und sagt seinen Angestellten und Arbeitern, welche Partei sie waehlen muessten, damit das aufhoert. "Waehlt UfD - Unternehmer fuer Deutschland - und wenn die Gesetze durch sind, bekommt ihr 10% mehr Lohn". Stattdessen waehlen dieselben Unternehmer CDU (Caesarische Demagogen-Union), FDP (Freibeuter der Politik), CSU (Casuistisch-Sozialistische Unkenrufer), AfD (Arschkarte fuer Dich), Gruene (Gewissen ruiniert unsere Einnahmen/Nebeneinkuefte), NPD (Nur peinlich, dieses Deutschland) und wie sie alle heissen.
Nur von nix kommt nix, aber von waehlen kommt quaelen.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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