Euroschau: Kuschen vorm angeschlagnen Draghi, der den Bogen überspannt habe

azur @, Mittwoch, 20.01.2016, 19:12 vor 3673 Tagen 1771 Views

Hallo allen,

nicht verpassen sollte man die Euroschau.

"EuroSchau
Kolumne
Euroschau Leise Töne vom angeschlagenen Draghi

Stand: 20.01.2016 12:08 Uhr

Bislang habe die Taktik von Mario Draghi bestens funktioniert, doch zuletzt habe der EZB-Chef den Bogen überspannt, meint Klaus-Rainer Jackisch. Die Kritik an der Politik des billigen Geldes wird denn auch immer lauter - der niedrige Ölpreis tut sein Übriges."

Dass der Widerstand bisher weggedrückt wurde, ist ja bekannt. Nützt nun nichts mehr:

"Mario Draghi ist ein gewiefter Taktiker: Wenn er umstrittene Maßnahmen durchdrücken will, setzt er sich selbst in Szene. Oder er mobilisiert loyale Kollegen. Zusammen stimmen sie die Finanzmärkte über die Medien auf eine Handlungsweise ein, über die der EZB-Rat noch gar nicht entschieden hat.

Kritiker in den eigenen Reihen kommen so schnell in eine schwierige Position. Um Präsident und Institution nach außen hin nicht zu brüskieren, haben sie zwei Möglichkeiten: Entweder sie kuschen und nicken alles ab, auch wenn es ihnen nicht gefällt. Oder sie üben intern deutliche Kritik und gelten dann als ewige Nörgler, die man mit einer Watsche aber schnell auf ihren Platz verweist. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat da leidvolle Erfahrungen gemacht. So werden die internen Gegner von Anfang an kalt gestellt. Die umstrittene Maßnahme wird durchgepeitscht."

Nicht wirklich verwunderlich:

"Bogen überspannt

Bislang hat Draghis Taktik immer funktioniert. Doch im Vorfeld der EZB-Ratssitzung Anfang Dezember hat er den Bogen überspannt. Erstmals in seiner Amtszeit waren die Kritiker nicht bereit, sich auf diese Weise über den Tisch ziehen zu lassen. Sie probten im Vorfeld den Aufstand. Konkret weigerten sie sich, die geplante Ausweitung der außerordentlichen Maßnahmen mitzutragen. Um ein Debakel im EZB-Rat zu vermeiden, schwenkte der Präsident um: zwar drückte er eine Verlängerung des Anleihe-Kaufprogramms und eine Erhöhung der Strafzinsen für Einlagen der Banken bei der Notenbank durch. Doch die zuvor lautstark angedeutete Ausweitung des Kaufvolumens ließ er fallen. Denn die Kritiker machten nicht mit. Die Folge: Heftige Kursverluste an den Aktienmärkten, weil die EZB erstmals nicht das lieferte, was Draghi und Co. im Vorfeld versprochen hatten..."
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/euroschau-127.html

Tja, nicht nur der Rubel rollt...

Viele freundliche Grüße

azur

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