Man kann Planung und Komplexität [nicht] auf Zufall zurück führen, auch wenn man die Zeitspanne bis in das Unendliche erweitert.
Planung nicht, sagt auch keiner.
Komplexitaet sehr wohl. Wenn mir jemand entgegenhielt in meinen Vortraegen, wie "unwahrscheinlich" es sei, dass ein bestimmter Organismus "so komplex" sein koenne, nahm ich immer ein Becherchen Sand und schuettete es auf den Tisch und sagte:
"Diese Sandkoerner liegen alle in einer exakten Position. Deren genaue Anordnung ist derart unwahrscheinlich, dass alle Zeit des Universums nicht ausreicht, genau diese Formation hervorzubringen."
Es kam aber dann bisher noch keiner auf die Idee, die Existenz dieses Sandhaufens zu leugnen. Aber auch nie ein Mathematiker war bereit, ihn "nachzurechnen". Man kommt auf absurde Zahlen.
Das ist ja grade das Problem mit den emergenten Phaenomen - dass sie eben emergent sind. Fuer jeden einzelnen Schritt ist die Wahrscheinlichkeit (praktisch) NULL. Fuer jeden Kieselstein, jeden Baum etc. pp.
Jede Beobachtung in der Natur zeigt,
Beobachtungen zeigen nie etwas. Keine Praxis ohne Theorie. Das wird heute an den Universitaeten, wo Wissenschaftstheorie nicht mehr gelehrt wird, nicht mehr verstanden. Ohne eine vorgaengige Theorie kann KEINE Beobachtung je eingeordnet werden!
Erst nach vorgaengiger Theorie ist es moeglich, diese Theorie zu erhaerten oder zu falsifizieren.
dass dort grundsätzlich fast nichts umsonst ist, alles extreme Komplexitäten aufweist.
Siehe den Sandhaufen oben. Komplexitaet ist JEDEM System, das aus mehr als ein paar Teilchen ent- und besteht, inhaerent.
Jüngst stellte man fest, dass selbst bei den sogenannten primitiven Formen bereits die selben Steuerungsgene da sind, wie bei den hochentwickelten Gehirnen.
Richtig - und darum spricht das einerseits dafuer, der Panspermie-These Vorrang zu geben, anderseits sagt dies aber, dass sich daraus diese (genau diese) Hirne entwickeln konnten, weil zufaellig genau diese Steuerungsgene sich damals herausgebildet haben. Etwas anderes kann man daraus nicht schliessen. Dass sich keine anderen Hirne aus diesen Genen gebildet haben, das kann damit zu tun haben, dass diese im Wettbewerb unterliegen wuerden, obwohl auch sie aus denselben Genen -in anderer Anordnung/Ablesung- "emergieren" koennten.
Die Gencodes sind viel ähnlicher als gedacht und die Vielfalt liegt in diesen Steuerungsgenen.
Ja, sie lassen halt viele Vielfalten zu. Haetten sie sich damals nicht -vermutlich/womoeglich- so entwickelt, waeren wir heute nicht da, um darueber zu diskutieren.
Bei Zufall muss einfach viel Unnützes und viel Unbrauchbares da sein.
Genau auch das gibt es im genetischen Code. Da taete mich ein Beleg interessieren, dass dem nicht so sei. Nur, wenn viel "Unnuetzes" mit dabei ist, kann ueberhaupt eine Weiterentwicklung durch Auswahl (Selektion) stattfinden ...
Genau aber das findet sich nicht.
Beleg? Und wer entscheidet, bei unserem beschraenkten Wissensstand (vgl. Blinddarm frueher und heute), was "unnuetz" waere?
Daher halte ich die Behauptung einer zufälligen Entstehung des Lebens und seiner Komplexität für einen Glauben, der meinem Glauben an einen Schöpfer gleicht.
Ja, BEIDES sind Glaubensysteme. Den Richard Dawkins z.B. halte ich fuer einen aufgeblasenen Arroganzling.
Zufall wird dort durch Gott ersetzt.
Genau so ist es. Nur dass man sich dann nicht mehr beschweren muss, Gott lasse soviel Leid in der Welt zu.
Das, was Gott geplant und geschaffen hat, macht die Natur als Gott mit dem Zufall.
Genau. Auch denkbar, ein Mittelweg: Gott hat das Universum genau so geschaffen, wie es jetzt ist, und dann sich selbst ueberlassen, wohl wissend, was nach langer Zeit dabei herauskommen musste ...
Spontan ist kein Begriff von mir, sondern umschreibt, dass das ein einmaliger, nicht reproduzierbarer, rein zufälliger Vorgang sein soll.
Das eben verkennt die Grundlagen der Evolutionstheorie. So argumentieren nur deren Gegner (ich bin uebrigens kein Anhaenger der Evolutionstheorie - ich "verteidige" sie nur gegen eine Misrepraesentation).
Halt ein Wunder des Wissenschaftsglaubens.
Alles, was genuegend lange Zeit hat, geschieht - in einem dynamischen System. Auch, dass ein Affe an der Schreibmaschine Shakespeares Macbeth schreibt.
Ich bin Christ, aber nicht in Bindung zu Kirchen.
Das war mir aufgrund meiner Schriftstudien und des zufaelligen (! - da is' er wieder, der Zufall) Zusammenkommens des biblischen Kanons verwehrt.
Wenn ein Mensch einen Ball wirft, kann er ihn 10, 20, bis zu 50m werfen.
Aber es ist eine Gaußkurve, die einen Schnittpunkt mit der Entfernungslinie hat. Egal, wie lange man hier die Zeit verlängert, die Entwicklung der Sportmedizin, es gibt einen Punkt, wo es endet und man wird nicht irgendwann einmal 1000m werfen als Mensch.
Richtig, aber dieser Mensch koennte evolvieren. Wenn sein Ueberleben davon abhinge, so weit zu werfen, wuerden moeglicherweise -sonst Artensterben- Mutationen die Oberhand gewinnen (koennen), die genau das leisten.
Aber so doof ist die Evolution nicht - die naemlich wendet sich irgendwann von dem bedepperten Sportwissenschaftler ab und geht eigene Wege. Diese sind, wie jene Gottes, unerforschlich ...
Daher kann man mit einer Extrapolation solche Probleme nicht lösen.
Nein, aber wenn man sich, und das "macht" Evolution, lieber ein anderes Problem stattdessen zu loesen "vornimmt", dann schon.
Wenn etwas unmöglich ist, wird es nicht möglicher, wenn man die Zeit oder die Spielplätze des Geschehens erweitert.
Das hat auch niemand behauptet. Mir ist aber schon klar, und genau das werde ich nie muede zu kritisieren an den heute herumlaufenden, ueberwiegend wissenschaftstheoretisch ungebildeten und im Auftreten unverschaemten Evolutions-Theoretikern, dass sie gerne Zirkelschluesse produzieren und ihre Gegner dann einfach "niederbruellen" und mobben:
A) In der Evolution setzt sich durch, was zum Ueberleben taugt.
B) Seh'n Sie - das hat sich durchgesetzt (sonst waere es ja nicht da) - also muss es einen evolutiven Vorteil gehabt haben.
Drum kommen die Evolutionisten ja auch seit einigen Jahren nicht mehr vom Fleck ... (vgl. Lordkipanidze).
Ausserdem erklärt der Zufall (Zeit x Möglichkeiten) nicht die Komplexität, da diese nur bei Planung entsteht.
Das ist jetzt aber auch eine petitio principii. Dass ein Ingenieur das glaubt, mag sein. Wer schon mal Socken gewaschen und danach gesucht hat, weiss, dass es auch ungeplante Komplexitaeten gibt. Wer, wie ich, eine Krabbelstube mit gegruendet hat, laesst da auch ein wenig nach an Stringenz ...
Daher, auch wenn es vielleicht andere grob anders sehen, sehe ich in der Evolutionslehre bereits einen solchen Denkschalter, der unsere Wahrnehmung der Welt und der Dinge bereits massiv einschränkt, so wie an anderen Stellen im Forum das bezüglich anderer Sachverhalte dargelegt wurde.
Ja, ich bin, wie erwaehnt, einer der groessten Kritiker der Evolutionisten. Sie gehen mir -jedes Jahr mehr- gewaltig auf den Senkel.
Aber mit einen Wuketits z.B. waere ich praechtig klar gekommen.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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