The Big Short - ein Spitzenfilm!! Informativ und sehr unterhaltsam.

harryinfo, Freitag, 15.01.2016, 19:06 vor 3674 Tagen 5256 Views

Hallo Zusammen,

habe mir gerade den Film "The Big Short" angeschaut und muss sagen: Ich bin begeistert! Klar, für Leser des Forums und für Menschen mit Einblick in das Finanzsystem ist das Thema "Subprime" nichts neues. Aber die Art und Weise, wie der Film das Thema aufgreift und damit umgeht ist einfach nur klasse. Besonders würdigen muss man die Art, mit welcher Klarheit der Film herausstellt, was für kriminelle Idioten da am Werk waren und sie auch explizit als kriminelle Idioten benennt. Das Ganze ist ausgesprochen lustig und unterhaltsam gemacht, und man kann den Film selbst Leuten mit guten Kenntnissen der Finanzszene nur wärmstens empfehlen. Der Normalbürger wird sich verwundert die Augen reiben, was da abging.

Was der Film am Ende im übrigen auch deutlich hervorhebt ist der Umstand, dass diese kriminellen Triebtäter aus der Finanzwirtschaft weiterhin am Werk sind und auf die nächste Katastrophe zusteuern. Für mich war das beste Kinounterhaltung seit langem.

Schönes Wochenende wünscht Harryinfo

Super, Danke! Da ist wohl 'ne Rundmail an ein paar Schlafschafe fällig! ;) (oT)

mabraton @, Freitag, 15.01.2016, 19:55 vor 3674 Tagen @ harryinfo 2681 Views

- kein Text -

Ja ein guter Film, der ungewohnte Tiefe hat

nemo, Samstag, 16.01.2016, 03:01 vor 3674 Tagen @ harryinfo 2551 Views

bearbeitet von nemo, Samstag, 16.01.2016, 03:10

Was der Film am Ende im übrigen auch deutlich hervorhebt ist der Umstand,
dass diese kriminellen Triebtäter aus der Finanzwirtschaft weiterhin am
Werk sind und auf die nächste Katastrophe zusteuern. Für mich war das
beste Kinounterhaltung seit langem.


Sogar Brad Pitt spielt mal wieder eine Rolle, die man als Charakterrolle
bezeichnen kann. Ihm wurde auch per Drehbuch die wichtige Message
des Films überlassen.

Da fragen die beiden jungen Hipster-Spekulanten ihren Mentor, weshalb
er ihnen geholfen hat zum Erfolg zu kommen und Millionen zu verdienen.
Seine lapidare Antwort darauf: Ihr wolltet reich werden und jetzt seid
ihr reich.

Was in der Phantasie des Zuschauers einige entscheidende Fragen
aufwirft. Zumindest bei mir. Reichtum macht aus Leuten, die nicht
damit umgehen können, unweigerlich Arschlöcher.

In diesem Sinne besteht das Ziel unserer Gesellschaft darin, ein
Arschloch zu werden. Sogar die Nicht-Reichen wollen zu Arschlöchern
werden.

Worin besteht das wahre Ziel unserer Gesellschaft, wenn der Kapitalismus
und die damit verbundene Verführung, Macht und Schwäche eines Tages
nicht mehr existieren? Welche Werte gibt es dann noch?

Gruß
nemo

Der Bösewicht ist schnell gefunden

Domac @, Samstag, 16.01.2016, 05:27 vor 3674 Tagen @ harryinfo 2669 Views

"Aktienhändler der Deutsche Bank"

Vielleicht packen sie noch Gerd Fröbe aus oder wie in Interstellar (der Bösewicht trug den Namen "Mann") wird dann mit den Nachnahmen gearbeitet.

Zuerst buckeln wie die blöden, dann zahlen für den Schaden und zum Schluss an allem Schuld sein- vermutlich wird es so kommen.

GrüßeD

Super Film

Fussgänger @, Samstag, 16.01.2016, 09:45 vor 3674 Tagen @ harryinfo 2418 Views

Da schliesse ich mich gerne an. Der Film ist sehr gut. IIRC hat er auch ein paar Aussagen, die den Pyramidenspielcharakter des Geldsystems zum Ziel haben. Ich fürchte bloss, die meisten Leute werden das überhören.

hektischer Film, unverständlich für Normalbürger

Konstantin ⌂ @, Waldhessen, Samstag, 16.01.2016, 19:35 vor 3673 Tagen @ harryinfo 2289 Views

Habe mir den Film wegen der hier zu lesen positiven Bewertung soeben angesehen.

Sorry, aber ich kann die Begeisterung zu null komma null mit tragen.
Ich fand den Film langweilig und mehr verwirrend als aufklärend. Viel zu viele Fachbegriffe, die nur für Insider verständlich sind. Gelegentlich wurde durch viel zu kurz eingeblendete Fussnoten versucht ein paar Fachbegriffe zu erklären. Wenn man vom dem Betrachten des Films von solchen Themen keine Ahnung hat, hat man es nach dem Betrachten immer noch nicht.

Ich wollte endlich verstehen was "Short gehen" bedeutet und was da wirklich passiert. Das es "Wetten auf fallende Kurse" bedeutet ist klar. Aber mehr konnte ich dem Film diesbezüglich nicht entnehmen. Ich kann es immer noch niemandem erklären so dass der Gegenüber verstehen würde was es ist. Vielleicht bin ich zu sehr mit dem realen Leben mit realen Bäumen beschäftigt, dass ich diese virtuelle Börsenwelt nicht verstehen kann.

Für mich wirkte der Film eher wie ein Kurs in Archäologie: Es gab mal eine Zeit, in der Menschen komplett verrückte Dinge taten ohne zu wissen was sie wirklich machten. Sie glaubten Zahlen auf dem Bildschirm mehr als dem eigenen Gefühl. Sie glaubten "reich" zu werden, in dem sie andere beraubten, ohne zu wissen, dass durch alleinige Umverteilung nichts, aber auch rein gar nichts Produktives entsteht, sondern nur die Entropie wächst.

Fast gar keine Aspekte in Richtung einer sinnvollen Perspektive sind in dem Film enthalten. Ganz kurz beispielsweise die Anmeldung: "Samen (nicht von Monsanto) seien die Währung der Zukunft". Aber dies war weit unter 1% des Filmes. Es fehlten auch Anregungen was denn der Normalbürger mit seinem Geld machen kann. Nun, er kann dem Film entnehmen, dass die Bankster Betrüger sein können. Ok. Und dann? Was macht er dann? Schimpfen auf die anderen und selber weiter machen wie bisher...

Von 5 Punkten kann ich dem Film maximal 1 geben.

Viele Grüße
Konstantin

--
"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"

Danke, dein Beitrag lässt mich meine Rest-Lebenszeit besser vergeuden! (oT)

Langmut @, Samstag, 16.01.2016, 23:00 vor 3673 Tagen @ Konstantin 1910 Views

- kein Text -

Der Film bietet einfach einen Einblick, wie es läuft.

nemo, Sonntag, 17.01.2016, 02:28 vor 3673 Tagen @ Konstantin 2047 Views

Fast gar keine Aspekte in Richtung einer sinnvollen Perspektive sind in
dem Film enthalten. Ganz kurz beispielsweise die Anmeldung: "Samen
(nicht von Monsanto) seien die Währung der Zukunft"
. Aber dies war
weit unter 1% des Filmes. Es fehlten auch Anregungen was denn der
Normalbürger mit seinem Geld machen kann. Nun, er kann dem Film entnehmen,
dass die Bankster Betrüger sein können. Ok. Und dann? Was macht er dann?
Schimpfen auf die anderen und selber weiter machen wie bisher...


Der Film bietet einfach einen Einblick, wie es läuft.
Mehr kann er auch nicht tun.

Oder was erwartest Du von einem Film?

Nachdem Carlos Castaneda in den siebziger Jahren zum Kult Autor wurde,
bekam er Angebote aus Hollywood, wo darüber nachgedacht wurde, seine
Bücher zu verfilmen. Nach einem Gespräch mit einem der Studiobosse
wurde ihm dann klar, dass nichts von seinen Inhalten übrig bleiben
würde. Am Ende würde Antony Quinn die Hauptrolle spielen und die
Dialoge auf Zuschauer-Niveau zurecht geschnitten sein.
Das wollte er dann nicht erleben.

Wenn ich so darüber nachdenke, dann hatte Carlos völlig Recht.
Man kann diese Inhalte nicht in einem Film transportieren. Alles
was ein Film kann, ist eine Geschichte erzählen.

Gruß
nemo

Von einem Film erwarte ich erst mal gar nichts. Von Kommentaren jedoch einiges.

Konstantin ⌂ @, Waldhessen, Sonntag, 17.01.2016, 08:45 vor 3673 Tagen @ nemo 1825 Views

Hallo nemo,

Oder was erwartest Du von einem Film?

Gar nichts!

Wenn ich jedoch im Gelben lese:

Das Ganze ist ausgesprochen lustig und unterhaltsam gemacht, und man
kann den Film selbst Leuten mit guten Kenntnissen der Finanzszene nur
wärmstens empfehlen. Der Normalbürger wird sich verwundert die Augen
reiben, was da abging.

Super, Danke! Da ist wohl 'ne Rundmail an ein paar Schlafschafe fällig!

Ja ein guter Film, der ungewohnte Tiefe hat

Da schliesse ich mich gerne an. Der Film ist sehr gut.

dann erwarte ich, dass die Kommentare zu dem Film passen, der benannt ist.

Für "Leute mit guten Kenntnissen der Finanzszene", also denen, die ich als Mittelfeld bezeichne, dürfte der Film wirklich wärmstens zu empfehlen sein, weil die vermutlich nicht wissen, ja noch nicht mal ahnen, was in den höheren (und niederen) Ebenen abläuft.

Für "Normalbürger" und "Schlafschafe" taugt der Film jedoch meines Erachtens nichts.
Was bringen denen Erklärungseinblendungen, die so kurz eingeblendet werden, dass man sie noch nicht mal komplett lesen kann, geschweige denn gedanklich verarbeiten und verstehen kann???

Meine Frau gehört zu denen, die sich mit der Börse noch nie beschäftigt haben. Sie hat jedoch studiert und ist überdurchschnittlich gebildet, nur eben in anderen Bereichen als Finanzen und Börse.
Ich habe auch studiert (Architektur) und vor knapp 7 Jahren ein Geld-Selbstmach-System erfunden (minutocash), dass sogar von einem Notar als legal bestätigt wurde und welches mittlerweile in vielen Ländern seine Kreise zieht. Seit Jahren bin ich im Gelben am Lesen und gelegentlich am Schreiben.

Und dann empfehle ich meiner Frau diesen Film, schau ihn mit ihr an, sie überlegt anschließend, was denn dieser Film nun aussagen wollte, und ich kann ihr nicht mal erklären, was denn beim "Shorten" passiert, wer dabei was wie verkauft/einkauft etc. Und da der Filmtitel den Begriff "Short" beinhaltet, sollte doch zumindest klar verständlich herüber kommen was "shorten" ist und wie das funktioniert, oder?

Viele Grüße
Konstantin

--
"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"

Spiegel-Online erklärt den Film und auch das "shorten"

harryinfo, Montag, 18.01.2016, 18:44 vor 3671 Tagen @ Konstantin 1788 Views

Hallo Konstantin,

Auf Spiegel-Online wird der Film ausführlich besprochen und auch einige Details, wie z.B. das "shorten" erklärt. Hier der Link

Bei all der geäußerten Kritik solltest Du auch einmal reflektieren, dass die Banken ihre Gaunereien nur durchführen können, weil das Volk sich nicht informiert und enstsprechend bildet. Für das eigene "Nichtwissen" ist letztendlich jeder selbst verantwortlich.

Gruß Harryinfo

Wie "Shorten" wirklich geht! Spiegel-online erklärt es NICHT - CM hilft jedoch weiter!

Konstantin ⌂ @, Waldhessen, Montag, 18.01.2016, 20:12 vor 3671 Tagen @ harryinfo 1790 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 18.01.2016, 20:22

Hallo harryinfo,

ein Satz in dem Artikel gefällt mir:
Nicht alles davon, ist für den normalen Zuschauer auf Anhieb verständlich, aber schon die Ahnung von der Abzocke reicht aus.

Ja, die Ahnung von Abzocke kommt in dem Film gut rüber.

Als sogenannte "Erklärung" was denn "shorten" sei, meinst Du wohl diese Passage:
Burry wollte davon profitieren - und darauf wetten, dass die Immobilienpapiere an Wert verlieren. Im Finanzjargon nennt man das "shorten". Dazu ließ er sich von großen Finanzinstituten wie Goldman Sachs und der Deutschen Bank neue Finanzvehikel bauen, die solche Wetten ermöglichten, sogenannte Credit Default Swaps (CDS), oder Kreditausfallversicherungen.

Das Prinzip dahinter war einfach: Wer die Papiere kaufte, zahlte eine Art Gebühr. Im Schadensfall, also wenn der zugrundeliegende Kredit platzte, winkte dem CDS-Besitzer dafür ein hoher Gewinn.

Das ist aber KEINE Erklärung, was shorten wirklich ist!
Zum Glück gibt's hier im Forum den überaus fleißigen CrisisMaven, der mir, in privater Nachricht, eine einfach verständliche Erklärung gegeben hat, was shorten im eigentlichen Sinne ist:

Etwas leihen, (gegebenenfalls gegen Leihgebühr)
das Geliehene umgehend zu verkaufen,
zum späteren Zeitpunkt das Verkaufte EINkaufen, (auch Rückkaufen genannt)
dann die Leihgabe zurück geben.

Wenn der Rückkaufswert geringer ist als der ursprüngliche Verkaufswert, hat man niedrigere Kosten als Verkaufseinnahmen.

Das geht logischerweise nicht mit Unikaten, weil dann der Rückkauf evtl. nicht möglich ist.

Nur: Man muss erst mal darauf kommen, etwas Geliehenes (nur Besitz, kein Eigentum!) verkaufen zu können und womöglich dem neuen Käufer den Glauben zu geben, er würde es als Eigentum erwerben...
Es ist nicht wirklich Hehlerei, aber kurz davor.

Die in dem Film genannten "Wetten" und Finanzvehikel, wo es gegen Ende des Films heißt: Jetzt VERkaufen und 1 Milliarde Gewinn mit nehmen, können kein echtes Shorten gewesen sein, denn dann hätte es heißen müssen: Jetzt EINkaufen weil es so billig geworden ist!

Daher wäre der bessere Titel gewesen: "Das große Wetten"

Mich störten an dem Film (mindestens) zwei Dinge: Es wurde an vielen Stellen so getan, als ob es mehr sei als ein Unterhaltungsfilm, es wurden Erklärungen gegeben, Abweichungen von der realen Geschichte usw. Diese Erklärungen wurden aber zu oberflächlich und zu hektisch gegeben, so dass ein Normalbürger ohne Vorkenntnisse es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht verstehen kann.
Zum anderen war die Fäkalsprache extrem ausgeprägt. Also, ich kann schon mit großen Zahlen umgehen, aber die Menge der Worte "Scheiße" und "Arschloch" im Film haben meine zehn Finger um mindestens einen zweistelligen Faktor überschritten. Sicher ist diese Sprache geeignet, um die Herren im Nadelstreifenanzug im Ansehen zu schmälern, aber störend fand ich diese Sprache dennoch sehr.

Viele Grüße
Konstantin

--
"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"

Der Film als Grundlage und hier interessanter Text zum weiterlesen

harryinfo, Montag, 18.01.2016, 21:18 vor 3671 Tagen @ Konstantin 1705 Views

Also, so langsam überblickst Du die Sache ja. Die Sprache der Akteure im Film ist wie sie ist und ich kenne einige Akteure aus der Finanzszene persönlich. Ich kann Dir versichern, dass sich einige Psychopaten darunter befinden.

Wenn Du aber den Film schon gesehen hast, empfehle ich Dir, unbedingt noch diesen ausführlichen Artikel vom 30.01.2012 (Spiegel-Online)zu lesen. Du wirst erkennen, dass der Film nur einen kleinen Ausschnitt der ganzen Gaunerei zeigt und wie tief die Deutsche Bank darin verstrickt war. Darüber hinaus schau dir mal den überaus interessanten Film "Master of the Universe" im Internet in Ruhe an (hier der Link). Du wirst feststellen, dass sich das Verhaltensmuster der Banker zu dem im Film "The Big Short" deckt.

Die Quintessenz aus der ganzen Geschichte ist die, zu erkennen, dass die Idioten aus der Finanzwirtschaft die gleiche Sauerei - nur in viel größerer Dimension - gerade wiederholen. Und wir alle - auch Du - werden davon betroffen sein.

Viel Spaß beim Lesen und Schauen wünscht

Harryinfo

TOO BIG TO TELL - deutsche Version seit 14.1.2016 frei verfügbar!

Kostan @, Montag, 18.01.2016, 21:58 vor 3671 Tagen @ harryinfo 2004 Views

Hallo harryinfo,

Hallo Zusammen,

habe mir gerade den Film
"The Big Short"
angeschaut und muss sagen: Ich bin begeistert! Klar, für Leser des Forums
und für Menschen mit Einblick in das Finanzsystem ist das Thema "Subprime"
nichts neues. Aber die Art und Weise, wie der Film das Thema aufgreift und
damit umgeht ist einfach nur klasse.

Danke für den Tipp.
Anbei noch ein Link zu einem ebenso erhellenden Film:

TOO BIG TO TELL - deutsche Version
https://www.youtube.com/watch?v=SSUIYIsC_EI
Dort heißt es:
Veröffentlicht am 14.01.2016
Recherchen in der Finanzwelt
Ein Film von Johanna Tschautscher und Günther Lainer
AUT 2014

Wie entsteht Geld? Was ist Geldschöpfung? Wie viel Geld gibt es und wer hat es? Was verleiht die Bank bei einer Kreditvergabe? Was tun Zinsen? Wie lange gibt es Finanzkrisen bereits? Wie hat man vor 2000 Jahren darauf geantwortet? Wer hat die freie Marktwirtschaft erfunden? Was ist “accounting” und welche Rolle spielt es bei der Krise? Was begann in Bretton Woods? Welche Vorteile hatte die Goldbindung des Dollars, warum fiel sie, brauchen wir sie wieder? Wann wurde der Markt dereguliert, wer waren die Profiteure? Warum können große Banken nicht bankrott gehen? Wie entsteht ein neues Finanzgesetz in Brüssel? Welche Banken brauchen wir wirklich? Haben wir ein Lobbyisten-Recht? Wer verteidigt die Rechte der Normalbürger? Wie viel Gesetzestext braucht eine neue Regulierung? Wer liest das alles? Welche Alternativen gibt es? Wem applaudieren wir?

Regie/Schnitt/Buch: Johanna Tschautscher
Kabarettistische Szenen: Günther Lainer
Kamera: Viktor Schaider, Gerhard Mayrhofer
Musik: Gerald Höfler
Mit: Dr. Dirk Solte, Peter Konle, Dr. Margrit Kennedy, Graeme Maxton, Manfred Linhart, Dr. Wolfgang Kessler, Prof. Dr. Friedrich Schneider, Josef Stampfer, Thierry Philipponnat, Joost Mulder, Sven Giegold, Hans Scharpf LL.M. Reinhard Mammerler, Dr. Reinhard Blomert, Reinhold Mortiz, Karola Niederhuber, Harald Bodingbauer, Mathias Lenz

die Großen, die Kleinen und die Morgenröte der neuen Zeit

Konstantin ⌂ @, Waldhessen, Montag, 18.01.2016, 22:24 vor 3671 Tagen @ harryinfo 1605 Views

Hallo harryinfo,

danke für die Links, werde ich mir zu gegebener Zeit gerne zu Gemüte führen.

Die Quintessenz aus der ganzen Geschichte ist die, zu erkennen, dass die
Idioten aus der Finanzwirtschaft die gleiche Sauerei - nur in viel
größerer Dimension - gerade wiederholen. Und wir alle - auch Du - werden
davon betroffen sein.

Nun, ich nenne diese Menschen nicht "Idioten" oder "Psychopaten", auch wenn ich verstehe, dass sie so gesehen werden können. Der viel größere Irrtum liegt meines Erachtens bei den einfachen Menschen, die gewissermaßen noch nicht erwachsen sind und sich einem "Vater Staat" unterwürfig verhalten und z.B. irgendwelchen Beratern ihr Geld anvertrauen, ja sogar der Geschichte, das Geld etwas wert sei, Glauben schenken!

Wenn alle "kleinen" Leute keine Sparbücher hätten, keine Rentenversicherungen, keine Aktien, keine Darlehen, keine Hypotheken, keine Staatsanleihen, keine Krankenkassen, keine Gier, keine Sucht, kein Schuldbewusstsein, keine Angst, etc. etc. dann hätten die sogenannten Idioten der Finanzwirtschaft nichts zu verwalten, nichts zu vermehren, nichts zu zocken.

Die dort "oben" sind nicht die Bösen, sondern nur das herausstechende Konzentrat der Masse. So wie eine leuchtende Öl-Warnlampe beim Auto nicht das wahre Problem ist, sondern nur ein Symptom, so sind die "Idioten" auch nur ein Symptom eines viel grundlegenderen Problems.

Was siehst Du, was auf uns zu kommt, wenn Du schreibst:

Und wir alle - auch Du - werden
davon betroffen sein.

Ich sehe sehr viel Positives auf uns zukommen: Lug und Trug endet. Wahrheit wird sichtbar. Wir bekommen mehr Zeit für das Wesentliche im Leben.
Es ist absehbar, dass die Globalzerstörung durch dass geschaffene (Finanz-)Monster ein Ende findet. Ja, es mag ein Ende mit Schrecken sein, aber besser als ein Schrecken ohne Ende!

Es ist absehbar, dass die groß gewordenen Kinder demnächst und eventuell schmerzhaft erleben ohne Vater (Staat) zurecht kommen zu müssen. Früher nannte man das Initiation ins Erwachsenenalter. Entweder geht man diesen Weg pro-aktiv oder man wartet bis man aus dem gemütlich warmen Nest heraus geschubst wird...

Ich lebe jetzt schon Stück für Stück einen Lebensstil, bei dem die sogenannte "Zivilisation" abschalten könnte und ich merke es eventuell erst ein paar Tage später.
Meine Stube wäre trotzdem warm, Licht bleibt an, Strom ist da (sehr wenig, aber es reicht), aus Quellen fließt Trinkwasser, Gemüse liegt im Erdkeller, und Nachbarn habe ich auch mit ähnlicher Ausrichtung!
Sicher, ich könnte manches nicht mehr: Das Internet bliebe aus und andere Nettigkeiten wie Kino oder shoppen (kann ich schon auch) würden ausfallen. Aber das grundsätzliche Leben würde weiter gehen. Ich seh daher nicht schwarz, sondern die Dämmerung der Morgenröte des neuen Zeitalters.

Viele Grüße
Konstantin

--
"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"

Der Film haette also nicht "The Big Short", sondern "Luegen aus Leidenschaft" heissen sollen ...

CrisisMaven ⌂ @, Montag, 18.01.2016, 23:26 vor 3671 Tagen @ harryinfo 1691 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 18.01.2016, 23:49

Oder, da eine bestimmte Organisation diesen Werbespruch ja bewusst so gewaehlt hat (von einer Werbeagentur hat waehlen lassen), dass er sich in vielen Sprachen (alliterationsmaessig) reimt: "A passion to perjure". Vgl. auch die Kirch-Affaere.

Die Quintessenz aus der ganzen Geschichte ist die, zu erkennen, dass die Idioten aus der Finanzwirtschaft die gleiche Sauerei - nur in viel größerer Dimension - gerade wiederholen. Und wir alle - auch Du - werden davon betroffen sein.

Ja, aber sie, diese Milchbubis mit den dicken Daumen, letztlich auch. Das sind m.E. meist schwanzgesteuerte Maenner, die sich mit Boni teure Autos, teure Kunst und dann ... teure Frauen kaufen, weil sie sie billiger nicht kriegen. Denn dazu braeuchte man entweder Esprit oder Muckis. [Edit: Herrhausen war wohl auch in dieser Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung.]

Mein Vater hat mal einem mittellosen Kunstmaler mit Rat aus einer Patsche geholfen und bekam daraufhin eins seiner Bilder, das er eigentlich als Werbung jahrelang im Schaufenster -als unverkaeuflich gekennzeichnet- haengen hatte, geschenkt (ich weiss das, weil dessen Schaufenster auf meinem Schulweg lag, wo ich es seit der ersten Klassenstufe sah. Als ich in der Dritten war, hing es ploetzlich bei uns zuhause an der Wand).

In Kolumbien breitete sich irgendwann, wohl in den achtziger Jahren, die Drogenmafia aus. Die Soehne der Bosse hatten aufgrund ihrer herausgehobenen Stellung Probleme, "normale" Frauen kennenzulernen (man kann ja nicht ohne zehn Bodyguards in eine Disco - und dann interessieren sich die Maedels fuer die Bodyguards). So ist die Geschichte eines Maedchens ueberliefert, das von einem solchen "Sohn" an einer Bushaltestelle angesprochen wurde: "Gehst Du mit mir aus? Ich schenk' Dir auch mein Auto." Manche haben eben nix gelernt, ausser "Sohn". Wenn's nicht zum Mafia-Vater reicht, bleibt nur noch eine Bankkarriere ...

Viele fielen wie die Heuschrecken in Miami ein, um Luxusartikel zu kaufen (Miami deshalb, weil wegen der Kuba-Fluechtlinge dort ueberwiegend Spanisch gesprochen wird, in jedem Geschaeft). Dort hiessen sie bald die "Damedos" - von "da me dos" - "gib' mir zwei". Sie kauften "von allem zwei" (vgl. auch die "tabarato").

Das Problem, will mir scheinen, ist, dass viele "Bank(st)er", so jedenfalls meine Beobachtung, auch aus persoenlicher Unterhaltung, ihr eigenes Geschaeft nicht (wirklich) kennen. Bin aber auch nur Laie ...

Es reicht bei denen zwar, um das Tagesgeschaeft zu taetigen, aber wehe, es geht schief, dann stehen sie da und schwafeln vom "schwarzen Schwan" und dass keiner haette vorhersehen koennen, dass irgendwas "jenseits der sechsten Standardabweichung" eintritt. Als ich nach dem LTCM-Debakel mir mit einem Mathematiker das Merton-Scholes-Modell vornahm, mussten wir unwillkuerlich lachen. Alles lineare Hochrechnungen, wie ich den Begriff hier verwendet habe. Dass in deren Gleichungen Variablen enthalten sind, die nicht voneinander unabhaengig sind und daher nur in "normalen" Zeiten als fuer den Berechnungsvorgang "konstant" betrachtet werden durften, das ficht einen Professor mit "tenure" nun mal nicht an.

Erstens ist allein das mit der Standardabweichung schon gequirlter Kaese, denn alles, was nicht Wahrscheinlichkeit "Null" hat, kann JETZT eintreten. Alles nur Laien, auch Jain, Blankfein und Ackermann, und dazu zaehlen alle mathematische Betriebswirte, ueber die reine Mathematiker Witze reissen wie Geiger ueber Bratscher, auch Krugmann kriegt jedesmal Rechenfehler nachgewiesen, kann aber trotzdem weiter publizieren.

Alles, was Wahrscheinlichkeit groesser "Null" hat, kann JETZT eintreten - aber die Formulierung "einmal in zehn Millionen Jahren" ruft beim blutigen Laien (dazu zaehlen auch die meisten Sicherheitsingenieure, bis ... "da faellt mir was ein" - letzte Worte eines Architekten), diese "zehn Millionen Jahre" erwecken den Eindruck, es kaeme eben erst "in" zehn Millionen Jahren vor. Nein, es kommt -absolut gleichverteilt- in jeder Sekunde vor. Erst wenn diese (Schreck-) Sekunde vorbei ist, weiss man, dass es (noch) nicht vorkam. Haus und Hof so zu verwetten, ohne ein Absicherungsgeschaeft einzugehen, das GARANTIERT (und nicht nur statistisch) gegenlaeufig ist, ist gehobenes Lottospielen. Bloss weil es hinter einer Glasfassade mit goldenen Tuerknaeufen stattfindet - es ist dennoch so.

Und zweitens koennen "Shorts" auf Dauer nur gutgehen, wenn man diversifiziert und eben nicht Haus und Hof verwettet.

Denn beim "Leerverkauf" (und allen Spielarten davor, die auf fallende Kurse spekulieren) geht das nur solange gut, wie ich nicht in Groessenordnungen gelange, in denen ich den meinen Berechnungen zugrundegelegten Markt selbst deformiere. Ab da beginnt meist -ceteris paribus- die Bewegung in die genau entgegengesetzte Richtung.

Da aber ein einmal erkannter "guter Deal" ja nur besser werden kann, wenn man noch mehr davon konsumiert ... die Leute sollten halt mal Weinkenner werden, da gilt das auch nicht.

Ich vertrete immer die Ansicht, dass man etwas nur dann verstanden hat, wenn man es einem (normal intelligenten) Fuenfjaehrigen erklaeren kann. Misslingt das, ist es entweder komplett unverstaendlich, so, wie Quantenphysik, fuer die es kein Verstaendnis, sondern nur "Deutungen" gibt, oder man hat es eben nicht wirklich verstanden.

So habe ich mich nicht nur mit der Erklaerung von "Shorts" (ausser bei Getraenken), sondern auch mit "Schroedingers Katze" oder der Heisenbergschen Unschaerferelation bei Studierten des jeweiligen Faches abgemueht - aber nicht bei Fuenfjaehrigen bzw. nicht bei Kindern, solange das Thema noch nicht in der Schule durchgenommen war. Danach wird's schwierig bis unmoeglich.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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