Die Reichweite ist elektronisch naturgemäß höher.
Dass die Verlage davon nicht profitieren, ist Empirie.
Selbst Springer als Platzhirsch und Vorreiter ist nur dank niedriger
Erwartungen zufrieden mit seiner Digitalstrategie. Die Umsätze aus
News-Distribution sinken, Entlassungen allerorten sprechen Bände.
Wen interessiert denn der Umsatz, wenn es Ziel sei, die Massen zu verblöden? Was ist denn der
Umsatz von PressTV, RT oder Sputnik?
Fakt ist: die Reichweite ist viel grösser geworden, der angebliche Verdummungsprozess
müsste also noch schneller laufen.
Eine hohe Bekanntheit (spon, faznet) bedeutet kein Monopol in der
Aufmerksamkeitsökonomie mehr. Die Konsumenten holen sich nur noch, was sie
brauchen (picking), nicht mehr das gesamte Bukett.
Das war schon immer so. Es wurde gelesen, was interessiert und meist noch, was den
eigenen Vorurteilen am meisten entsprach - ist heute immer noch so.
Ungefähr so, wie sich in der Musikindustrie keine Buketts (Alben) mehr
verkaufen, sondern nur einzelne Titel. Die Treue zu einzelnen Musikern
weicht einer Beliebigkeit (Spotify), das alles bei traumhafter
"Reichweite".
Die besten Songs haben mehr Reichweite denn je. Die besten Fussballteams haben
mehr Reichweite denn je, ebenso die besten Serien oder Filme.
So auch bei der Presse.
Will sagen: wer früher nur die Diät-Tipps im Spiegel las, bekam die
politische Meinung gleich dazu,
Falsch. Wer die Diät Tipps wollte, musste auch für den politischen Teil zahlen,
auch wenn dieser nicht gelesen wurde.
so wie früher ein Musik-Album neben
3-Chart-Hits auch die Rumpelsongs zu Geld machte.
Klar.
Aber genauso wenig, wie die Rumpelsongs gehört wurden, wurde der politische Teil von den
Diät-Konsumenten gelesen, wenn sie der nicht interessierte.
Die Musikindustrie hat
das nur leidlich überlebt.
Die besten der Musikindustrie verdienen mehr denn je. Die besten Songs und Interpreten werden mehr denn
je gehört.
Aber du verwurstest eben etwas, geht es denn nun um Reichweite oder um Umsatz? Gehört nun
die Presse nicht mehr zu den Systemmedien aka Lügenpresse? Sind das nun plötzlich wieder normale
Unternehmen, die Umsatz benötigen und deshalb vor allem schreiben, was potentielle Käufer lesen wollen?
Nie konnte die Presse ihre Inhalte zielsicherer - z.B. via Profiling - an die Leser bringen, die zahlreicher
denn je sind.