Mir ist da was Gravierendes aufgefallen
In Rumänien gabs immer einen Spruch: "Deutsche Qualität".
Das war unbestritten, und wenn man ein Synonym für gute und fachlich einwandfreie Arbeit gebraucht hat, dann war es eben "calitate germana" (deutsche Qualität), auch wenns ein Ungar oder ein Rumäne gemacht hat. Wenn etwas gut gemacht war, dann sagte man nicht "gute Qualität", sondern "deutsche Qualität".
Seit dem VW-Skandal hat sich das um einiges geändert. Verwendet jemand das Wort "deutsche Qualität" in dem Sinne wie früher, dann verziehen die meisten das Gesicht und meinen "in etwa so wie bei den VWs?".
Dann kommen diverse Sprüche, - wie z.B. "die Deutschen sind doch genauso korrupt und sind Banditen wie die Rumänen, nur gehts da um viel größere Summen".
Also - die Rumänen stellen sich selbst nicht als die Heiligen hin, sie wissen über ihre Mentialität Bescheid. Aber sie akzeptieren nicht mehr, dass man zu den Deutschen aufsieht wie zur Unbefleckten Empfängnis.
Natürlich braucht man dem keine Wichtigkeit beimessen. Aber es würde mich interessieren, wie man in anderen Ländern darüber denkt, egal ob Ost oder West.
Ich befürchte, dass es hier nicht um einen VW- Imageschaden geht, sondern um einen deutschen Imageschaden. Und genau das kann langfristig mehr Folgen für die Wirtschaft haben, als man jetzt denkt. Ohnehin kursiert hier seit längerem schon der Spruch: Warum soll ich denn die Waschmaschine oder den Staubsauger von xy (irgendeine deutsche Marke) zum höheren Preis kaufen, ist doch nur das Etikett deutsch, alles andere kommt doch aus Taiwan, China oder Korea.
Hat jemand Erkenntnisse darüber aus anderen europäischen Ländern, wie man da seit dem VW-Zirkus denkt?