USA helfen IS-Führern

Dieter, Sonntag, 27.12.2015, 20:28 vor 3693 Tagen 5228 Views

Hallo,
http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13941003000828

nach dieser Meldung von Fars hätte sich die Rückeroberung von Ramadi verzögert, da die Amis zuvor mit Hubschraubern IS-Führer in Sicherheit bringen wollten und es auch durchführten.

Sollte das stimmen, hat das schon ein Geschmäckle.

Gruß Dieter

und weiterer bzw. geweiteter Kontext

Weiner @, Montag, 28.12.2015, 00:38 vor 3692 Tagen @ Ankawor 3607 Views

Hallo,

es gibt immer wieder Berichte von Daesh/Isis-Kämpfern, die in die Türkei oder gar nach Israel ausgeflogen werden (für medizinische Versorgung). Es scheint also echte und substantielle Vereinbarungen zwischen "USraelischen-Diensten"(!!) und diesen Leuten zu geben, vermutlich noch viel weiter reichend und umfänglicher, als wir uns das vorstellen können. Hier etwa ein Bericht über Rettungsflüge nach/in Afghanistan (aus derselben Quelle wie von @Dieter angeführt):

http://www.veteranstoday.com/2015/12/24/caught-cia-helicopters-ferrying-isis-fighters-i...

Wir müssen also damit rechnen, dass Anschläge, die hier in Europa stattgefunden haben und noch stattfinden werden, auf "Anregungen" zurückgehen, die letztlich bzw. anfänglich aus den USA kommen. Ich denke mal, dass die ISIS-Leute nicht ohne Absprache und eigenmächtig derartig massive Dinge unternehmen. Zumindest wird es Hinweise auf das Timing und die Lokalitäten von Anschlägen geben.

Die Frage ist, ob man die entsprechend kranken Gehirne in den USA identifizieren kann. Ich glaube nicht, dass das die offizielle Linie des Pentagon, nichtmal von Washington selbst ist (wiewohl ich Obama und einige Leute in seiner Umgebung für Psychopathen ersten Ranges halte). Ich denke eher, dass es Gruppierungen innerhalb der Dienste sind, eventuell mit Vernetzungen in mächtige Familien, Cliquen und Unternehmen hinein. Reagan hat sehr wahrscheinlich auch nichts von der Iran-Contra-Affäre gewußt. Bush senior jedoch ganz bestimmt.

Man sollte deshalb m.E. nicht annehmen, dass ein "großer Plan" existiert. Der existiert nur in den Köpfen von Personen, die den Plan selbst niemals ausführen könnten. Im Konkreten geht es eher um mittelfristige schmutzige Geschäfte (Waffen, Drogen, Gelder, Morde), die im Schwarm sich organisieren. Dieser dunkle Schwarm ist eher von Instinkten getrieben als von Ideen einer "Neuen Weltordnung" - und die Instinkte sagen wohl, dass man weiterhin guten Flug für alle haben wird, wenn man in Konfrontation mit Russland bleibt, Europa zerfleddert und den Nahen/Mittleren Osten am Kochen hält.

Es steckt etwas wirklich Böses hinter dieser ganzen Geschichte.

Mit der Bitte um Entschuldigung für derartig trübe Gedanken in der Nacht sowie mit einem ehrlich gemeinten "Kopf hoch!" für das Jahr 2016 -

Weiner

Weiterer Kontext: Gabe und Gegengabe

Ostfriese @, Montag, 28.12.2015, 13:19 vor 3692 Tagen @ Weiner 2393 Views

Hallo Weiner,

ich denke, dass wir die Ereignisse nur vor dem Hintergrund des ehemaligen europäischen und des gegenwärtigen amerikanischen Imperialismus verstehen können, der den unterworfenen Völkern mit einer ungeheuren Gewalt gegenübertritt. Das liegt ja in dem debitistischen Zwang zur Aufschuldung begründet, um die Abgaben an die Obertanen zu externalisieren. Die Gabe des Kolonialismus erzeugt eine Erniedrigung der unterjochten Völker, die jetzt zu einer adäquaten und symmetrischen Gegengabe gezwungen sind. Welche kann das sein? Sie setzen ihren eigenen Tod als unwiderrufliches Ereignis und absolute Waffe („Was interessieren uns die amerikanischen Bombardements! Wir lieben den Tod, wie die Amerikaner das Leben lieben!“) in ihrer Offensive gegen ein System ein, das das Ideal „Null Tote“ ausgerufen hat, und zwingen damit den Gegner selbst wegen Erfolglosigkeit, weil er alle möglichen konventionellen Abschreckungs- und Vernichtungsmittel einsetzen muss, zur eigenen Erniedrigung. Das zeigen die Bombardements von Hochzeitsgesellschaften oder Krankenhäusern in Afghanistan – alles im Namen der Menschenrechte, die im Prozess der Globalisierung des Ökonomischen nur als Monstranz vorangetragen werden. Die Menschenrechte werden als Waffe und Erpressung gegen andersartige Kulturen benutzt, nach dem Motto: Entweder ihr teilt unsere Werte oder...?

Es ist bemerkenswert, wie es den Anderen, die noch einen Potlatch kennen, gelingt, ihre Bereitschafft zum Opfertod in das Duell einzubringen, um die Unsrigen in eine ausweglose Wahl ihrer Gegenreaktionen zu zwingen. Die Möglichkeit des Systems, gleichwertig zu antworten, besteht nicht mehr.

Ihr Erfolg liegt in einer Verpflichtung zum Opfer, das sie immun macht gegen Verrat. Sie übernehmen alle für sie notwendigen technologischen Errungenschaften des Systems zur Durchführung der Ereignisse, leben und bewegen sich heimlich, ohne die westlichen „Werte“ zu übernehmen. Es geht für sie um ein Duell zur Umkehrung der Relation und zur Erniedrigung des Westens, ein Spiel auf Leben und Tod. Minimaler Einsatz, maximales Ergebnis. Herr und Knecht sind jetzt vertauscht.

Die Absicht der Anderen ist, eine Orgie der Realität (Militär, Polizei, Geheimdienst, Überwachung, Kommunikation und Wille) = Simulation zu erzeugen, die sich dann gegen das System selbst richtet, um es in seinen eigenen Tod zu treiben: Einschränkung und Beschneidung der „westlichen Werte“, der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, der Menschenrechte – geschieht alles schon, in welche Richtung wir auch immer schauen. Die Globalisierung richtet sich gegen sich selbst – „war on terror = Krieg gegen uns selbst”. Die Anderen tun es und wir wollen es, um Zeit zu gewinnen. Die systemnotwendige Vorfinanzierung all dessen führt wegen der debitistischen Logik zur beschleunigten Aufschuldung und bei einigen zu einer Orgie des Reichtums und des Wohlstands, wobei die Wohlschuld von den Untertanen getragen wird – bis zum Ende der Verschuldungsfähigkeit und der Implosion des Ganzen.

Diese Runden von Gabe und Gegengabe erinnern mich an die Wiederbeleihungsrunden derselben Finanzprodukte und die Refinanzierungsrunden bei den Zentralbanken. Die ausgewiesenen Debitisten im Forum können es bestimmt besser erklären und ausformulieren. Paul C. Martin hat schon vor 15 Jahren in

http://www.dasgelbeforum.net/30434/messages/67112.htm

den spiralförmigen pyramidalen Aufbau beschrieben, um den es alles immer nur kreisend geht, bis an die Spitze einer Diktatur, die dann nach einiger Zeit in sich zusammenstürzt.

Der Westen wird mit der imperialen Vormacht Amerika bei seinem ewig missionarischen Eifer der exzessiven Schaffung von Realität – des Guten – scheitern, um das ewig Böse zu besiegen, wobei das Reale auch nur dazu dient, unsere Ängste vor dem eigenen Tod zu überwinden. Was machen wir aber, wenn das Reale gemäß der Katharer selbst das „Böse“ und ein Dämon ist?

Die Zusammenhänge und Abläufe sind halt der von Foucault, Baudrillard und Martin erschlossenen immanenten Logik des Systems geschuldet.

Gruß

Ostfriese

Massaker am Wounded Knee

Ostfriese @, Dienstag, 29.12.2015, 17:10 vor 3691 Tagen @ Ostfriese 1766 Views

Ich möchte auf die ersten Zeilen

„Jean Baudrillard hat in seinen Büchern Amerika und Die Konsumgesellschaft die Situation beschrieben: Die durch den Mord an den Indianern freigesetzte Energie überstrahlt nicht nur Amerika, sondern imperial die ganze Welt. Auch die dortige Vernichtung des Geschichtlichen, Sozialen und Partikularen findet ihre Fortsetzung weltweit…“

aus meinem Beitrag Black Friday hinweisen und an das Massaker bei Wounded Knee (Lakota Chankpe Opi Wakpala) erinnern, das heute vor 125 Jahren stattfand.

http://www.spiegel.de/einestages/us-armee-gegen-ureinwohner-das-massaker-am-wounded-kne...

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