"Er erkannte, dass Wirtschaftsprozesse insbesondere von der Thermodynamik beherrscht werden." - @Kurt (Bonus)

azur, Donnerstag, 17.12.2015, 01:46 (vor 3703 Tagen)3578 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 17.12.2015, 02:21

Hallo allen,
insbesondere Kurt,

denke mal, das interessiert hier etliche, besonders die mit Kurts Kühler vertrauten:

"Als Wegbereiter der Bioökonomik gilt Nicholas Georgescu-Roegen (1906–1994) mit seinem Hauptwerk The Entropy Law and the Economic Process (1971). Er erkannte, dass Wirtschaftsprozesse insbesondere von der Thermodynamik beherrscht werden. Der gelegentlich sogenannte „Vierte Hauptsatz von Georgescu-Roegen“ betrifft die Entropie der Materie: Die Ungleichgewichts-Thermodynamik lebender Systeme kann mit energetischen Konzepten ohne die Entität Information nicht hinlänglich beschrieben werden. Formalwissenschaftliche Grundlagen kommen von der Kybernetik (Biophysik: Heinz von Foerster), der Chaosforschung (Physikochemie: Ilya Prigogine) und der Synergetik (Nichtlinearität: Hermann Haken).

Das bioökonomische Interesse gilt den „Bedingungen der Möglichkeit“ (ökologischen Constraints) zur Viabilität, dem Rückfluss der Information in die (symbiontischen) Produkte der Evolution als „Kausalität von oben“ (Rupert Riedl, 1925–2005) sowie der „Abwärtskausalität“ als Selektionsbasis (Donald T. Campbell, 1916–1996). Information ist physikalisch der Gegenbegriff zur Entropie. Wegen der existenziellen biophysischen Bedeutung des Entropie-Gesetzes (Zweiter und Vierter Hauptsatz der Thermodynamik) ist die Bioökonomie für die Theorie der Warenlehre grundlegend (Eberhard K. Seifert und Richard Kiridus-Göller, 2012).

Bioökonomische Erkenntnisse zur Dynamik lebender Systeme finden in der nachhaltigen Ressourcen-Nutzung vielfältige Anwendungen. Die mathematische Bioökonomie diskutiert effektivere Methoden des Ressourcen-Managements (Colin W. Clark, 1976). Deren Anfänge stehen mit den Theorien und mathematische Modellierungen der Fischereiwissenschaft in der Mitte der 1950er Jahre im Zusammenhang (S. Gordon, A. Scott, M. B. Schäfer)..."

Schon eingangs heißt es: "Die Bioökonomie ist transdisziplinär angelegt, indem sie die Thermodynamik mit der Evolutionsbiologie und Wirtschaftswissenschaft verbindet (*). Sie wendet sich gegen mechanistische Konzepte ökonomischer Theoriebildungen."

https://de.wikipedia.org/wiki/Bio%C3%B6konomie

Manche der dort genannten Personen und/oder wurden hier verschiedentlich schon genannt, andere noch nicht.

Hoffe, dass sich keiner von dem Teil über dem Navigations- bzw. Gliederungskasten, also dem Eingangstext, blenden lässt. Die eigentlichen Schätze, u. a. vor allem Hinweise auf vorhandene Arbeiten und Forschung, kommen unten.

Viele freundliche Grüße

azur


*) Dabei darf man nur nicht die Gefahren übersehen, welche zwangsläufig entstehen, wenn man neue Konzepte an in anderen Gebieten vorhandene Konzepte anlehnen will (auf Fachgebieten, welche dem jeweils anderen zudem nicht so vertraut sein können). Siehe: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=335089

"In ihrer Einführung führen Sokal und Bricmont dazu unter der Überschrift „Was wir zeigen wollen“ aus:

Das Wort „Missbrauch“ impliziert hier eine oder mehrere der folgenden Bedeutungen:

Die weitschweifige Darstellung naturwissenschaftlicher Theorien, von denen man günstigstenfalls eine äußerst vage Vorstellung hat. [...]

Die Übernahme von Begriffen aus den Naturwissenschaften in die Geistes- oder Sozialwissenschaften ohne die geringste inhaltliche oder empirische Rechtfertigung. [...]

Die Zurschaustellung von Halbbildung, indem man schamlos mit Fachbegriffen um sich wirft, die im konkreten Zusammenhang völlig irrelevant sind. [...]

Die Verwendung von im Grunde bedeutungslosen Schlagworten und Sätzen. [...]

Vielleicht glauben [die Autoren],sie könnten das Prestige der Naturwissenschaften nutzen, um ihren eigenen Diskursen den Anstrich von Exaktheit zu geben. Und sie scheinen darauf zu vertrauen, dass niemand ihre falsche Verwendung wissenschaftlicher Begriffe bemerkt, dass niemand mit einem Aufschrei verkünden wird, der König sei nackt."

Als gelungen gilt Luhmanns "Anwendung" der Autopoesis auf andere Sachverhalte: https://de.wikipedia.org/wiki/Autopoiesis (mit weiteren Anwendungs-Beispielen).


Bonus: Hinreißende Musik und nach dem Video hat man einfach gute Laune: Leon Gieco - Hoy Bailaré

Leon Gieco ist in Südamerika seit Jahrzehnten ein Star, der neben seiner klasse Musik für sein Engagement für Schwache und die Freiheit bekannt wurde, und als Songschreiber von Mercedes Sosa (und spielte für . Er hat unter anderem das ganze riesige Argentinien bereist, um Volksmusik zu sammeln und zu sichern (und das meint nicht "zünftige" TV-Unterhaltung). Und da ich ihn kennenlernen durfte: Ein wirklich feiner Mensch: https://de.wikipedia.org/wiki/Le%C3%B3n_Gieco

(ausführlichste Fassung ist hierbei natürlich die Spanische: https://es.wikipedia.org/wiki/Le%C3%B3n_Gieco
aber auch die englische ist besser: https://en.wikipedia.org/wiki/Le%C3%B3n_Gieco , in dem u. a. von dem riesigen Publikum zu lesen ist, für das er spielt - es gibt viele Aufnahmen, wo Tausende seine Lieder mitsingen - das nur zur Einordnung des hier für viele leider noch Unbekannten. Menschenmengen wie hier, bei diesem ebenfalls wunderschönen und weisen Lied:

Mercedes Sosa - Sólo le pido a Dios (Con León Gieco) - dieses Lied soll in Südamerika überall bekannt sein.

( https://www.freitag.de/autoren/ypa/die-geschichte-hinter-dem-song-mercedes-sosa-solo-le... )

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