Voltaire - das berühmteste Zitat als Inbegriff der Demokratie

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 16.12.2015, 22:27 vor 3703 Tagen 6015 Views

Wie lautet dieses Zitat (ich habs hier schon mehrmals erwähnt):

Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, daß du es sagen darfst.

Was hat es mit der Demokratie zu tun? Einfach: Denn nur in einer echten Demokratie wird die wahre Meinungsfreiheit gelebt und auch garantiert. In so manchen Ländern in Europa ist das schon längst Vergangenheit, - übrigens auch in Deutschland.

Deshalb ist für mich die Institution des Gelben Forums so wichtig. Deswegen auch meine Wertschätzung dafür und meine kritischen Nachfragen, wenn mir da was Gegenteiliges auffällt.

Es gibt so manche Zeitgenossen unter den Kommentatoren, deren Meinung ich nicht gerade teile, deren Meinung ich mich auch nicht anschließen werde. Aber aufgrund des vorgannnten Zitates bin ich froh, dass ich hier nicht nur Meinungen lese, die meiner Sichtweise entsprechen, sondern auch andere. Von Fall zu Fall geben sie mir dann Anlaß. meine Sichtweise zu überdenken, - in manchen Fällen auch zu korrigieren.

Worum gehts:

Da gabs - oder gibt - einen Zeitgenossen, der unter dem Namen "Fokus" gepostet hat. Seit längerer Zeit aber nicht mehr.

Nicht, dass derjenige verstorben wäre oder verkrüppelte Finger bekommen hätte, - nein, er kann hier nicht mehr posten.

Jetzt billige ich jedem, der ein Forum betreibt, das selbstverständliche Recht zu, dass er nach seinem Gutdünken entscheidet, wer hier im Orchester mitspielen darf und wer nicht. Da braucht man sich auch nicht zu rechtfertigen.

Aber wenn man über dem Niveau der meisten Massenmedien stehen will, die ja bei ihren Leserkommentaren so frei Schnauze einfach alles wegstreichen, was nicht der Meinung des Chefredakteurs entspricht, dan sollte man wenigstens die Spielregeln so transparent rüberbringen, dass man auch nachvollziehen kann, woran es liegt, dass der eine oder der andere hier nicht mehr zu Wort kommen soll.

Ich - für meine Person - konnte aus den hier nachlesbaren Kommentaren des Herrn "Fokus" nichts erkennen, was Anlaß zu einer Reglementierung gegeben hätte.

Lügen, Lügen nichts als Lügen

Monterone @, Mittwoch, 16.12.2015, 22:36 vor 3703 Tagen @ helmut-1 5097 Views

Hallo helmut-1,

Wie lautet dieses Zitat (ich habs hier schon mehrmals erwähnt):

Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür
geben, daß du es sagen darfst.


Was hat es mit der Demokratie zu tun?

Es ist eine Lüge, wie alles, was mit Demokratie zu tun hat. Voltaire hat das nie gesagt. Diese Bemerkung wurde ihm Anfang des 20. Jahrhunderts von einer englischen (!) Autorin untergeschoben, Evelyn Beatrice Hall.

Monterone

Sehe ich differenzierter

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 16.12.2015, 22:52 vor 3703 Tagen @ Monterone 4598 Views

Warum "Lügen"?

Es ist eine andere Darstellung, eine andere Meinung.

Ich kann weder nachvollziehen, ob das Voltaire so oder so ähnlich gesagt hat, genauso kann ich nicht nachvollziehen, ob die Engländerin die Wahrheit sagt.

Allerdings habe ich naturgemäß meine Zweifel, wenn eine Engländerin über einen französischen Philosophen schreibt. Dazu kommt, dass sie als einzige die Meinung vertritt, sie hätte ihm das in den Mund gelegt. Andere gleichgeartete Meinungen, z.B. von Franzosen, findet man nicht.

Wäre natürlich interessant, wenn Du mir mal aufschlüsseln könntest, welche Zitate aus diesem link nicht von Voltaire sind, - zumindest Deiner Meinung nach:

https://www.google.ro/webhp?sourceid=chrome-instant&ion=1&espv=2&ie=UTF-8#q...

Ich habe so manches von und über diesen Voltaire gelesen. Der Satz entspricht 100 pro seiner persönlichen Einstellung, - gleichgültig, ob er ihn genauso gesagt hat oder nur so ähnlich. Auch die Nachfahren seiner Familie sind dieser Meinung.

Aber in einem hast Du absolut recht: Ich kann es nicht überprüfen. Aber ich kann auch die gegenteilige Meinung nicht überprüfen.

Pikant wird es, wenn man das konsequent umsetzt

Orodara @, Mittwoch, 16.12.2015, 23:47 vor 3703 Tagen @ helmut-1 4219 Views

Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür
geben, daß du es sagen darfst.

Da kommen dann so feine Sachen raus wie:

"Ich würde mein Leben dafür geben, daß Du mich beschimpfen darfst."

usw.

Wer nicht will, der hat schon...

Danke für die Info

helmut-1 @, Siebenbürgen, Donnerstag, 17.12.2015, 04:42 vor 3703 Tagen @ Monterone 3859 Views

Muß ich analysiereren.

Nicht unbedingt, um festzustellen, wer Recht hat, sondern mehr aus Neugier.

Da gibt es klare Grenzen

helmut-1 @, Siebenbürgen, Donnerstag, 17.12.2015, 04:47 vor 3703 Tagen @ Orodara 3887 Views

In der Diskussion, beim Gegenüberstellen von These und Antithese, im Zuge einer sachlich geführten verbalen Auseinandersetzung, da haben Beschimpfungen und Beleidigungen nichts zu suchen.

In dem Moment geht es nicht mehr um Argumente, sonder num Diffamierung des Gesprächspartners, und damit endet jede vernünftige Diskussion. Wird in der Regel von den Leuten verwendet, die nichts Vernünftiges mehr draufhaben und sich auf den Schlips getreten fühlen. Haben wir schon in der Schule gelernt.

Demokratie

Ostfriese @, Donnerstag, 17.12.2015, 07:49 vor 3703 Tagen @ helmut-1 3720 Views

Hallo helmut-1,

was ist eine „Demokratie“?

Unter der bestehenden Zentralmachtordnung ist aus der Sicht der Handwerksmeister der Macht in den Instanzen die Demokratie heute die raffinierteste Form der Herrschaft des Menschen über den Menschen: Gläubiger und Schuldner sind in einer Person vereint! Die Redistributionen dienen ja auch nur dem Stimmenkauf. Die Simulation ist Realität und erzeugt perfekte Illusionen.

Gruß Ostfriese

Schön. Nur leider ist das Zitat nicht von Voltaire

BennyF @, Donnerstag, 17.12.2015, 08:21 vor 3703 Tagen @ helmut-1 3878 Views

Das Zitat wird immer wieder gerne fälschlicherweise Voltaire zugeschrieben. In Wirklichkeit stammt es von Evelyn Beatrice Hall und hat den Wortlaut:

"I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it." (Aus "The friends of Voltaire", 1906)

Voltaire hat sich jedoch auch zum Thema Meinungsfreiheit geäußert, und grob übersetzt etwa folgendes gesagt:

"Es ist das Recht jedes freien Menschen, zu sagen und zu schreiben, was wir denken. Dieses Recht kann man ihm nicht nehmen, ohne die widerwärtigste Unterdrückung auszuüben. Dieses ist eines unserer Grundrechte, und es wäre schrecklich, wenn jene, bei denen die Souveränität liegt, ihre Meinung nicht schriftlich sagen dürften."

Voltaire, ein Betrug im Interesse der Mächtigen

Monterone @, Donnerstag, 17.12.2015, 08:41 vor 3703 Tagen @ BennyF 3972 Views

Voltaire hat sich jedoch auch zum Thema Meinungsfreiheit geäußert, und
grob übersetzt etwa folgendes gesagt:

"Es ist das Recht jedes freien Menschen, zu sagen und zu schreiben, was
wir denken. Dieses Recht kann man ihm nicht nehmen, ohne die
widerwärtigste Unterdrückung auszuüben. Dieses ist eines unserer
Grundrechte, und es wäre schrecklich, wenn jene, bei denen die
Souveränität liegt, ihre Meinung nicht schriftlich sagen dürften."

Getan hat er aber das Gegenteil davon! Voltaire ließ jeden, der es wagte, ihn zu kritisieren, gnadenlos verfolgen, ruinieren und in's Gefängnis werfen.

An wenigen Figuren könnte man die menschenfeindliche Intoleranz und geldgierige Abscheulichkeit der Demokratie so gut erkennen wie am Beispiel Voltaires.

Nur wurde aus ihm unter Verdrehung aller wichtigen Tatsachen eine Ikone, ein Heiliger der Demokratie gemacht wie später aus Bismarck und Adolf ihre Schreckfiguren.

Voltaire ist ein Betrug im Interesse der Mächtigen, wie Marion Sigauts Buch so treffend heißt. Er selbst war, was seine Einstellung betrifft, immer völlig ehrlich.

Monterone

Voltaire ließ Menschen verfolgen?

Otto Lidenbrock @, Nordseeküste, Donnerstag, 17.12.2015, 09:12 vor 3703 Tagen @ Monterone 3764 Views

Wieso ließ Voltaire Menschen verfolgen, hatte er denn die Macht dazu? Er war doch fast sein ganzes Leben lang nur als Philosoph und Schriftsteller tätig. Wegen seiner Äußerungen wurde er von den Eliten mehrere Male in der Bastille inhaftiert. Was Du da sagst, ist mir völlig neu.

--
"Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören."

Arthur Schopenhauer

Voltaire, volldemokratischer Lügner, Denunziant, Hetzer und Bücherverbrenner

Monterone @, Donnerstag, 17.12.2015, 10:15 vor 3703 Tagen @ Otto Lidenbrock 4272 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 17.12.2015, 10:45

Ich kann jetzt nicht zusammenfassend auswerten, was Marion Sigaut in ihren stundenlangen Vorträgen über Voltaire darstellt und muß mich auf einige wichtige Beispiele beschränken.

Auf Voltaires Betreiben hin wurde der Litarturkritiker Élie Fréron zwei mal inhaftiert.

Dem Schrifsteller Laurent Angliviel de La Beaumelle widerfuhr ähnliches. Von Voltaire mit gnadenlosem Haß verfolgt und zweimal in die Bastille geworfen.

Gegenüber Schweizer Behörden denunzierte er Jean-Jacques Rousseau und schlug vor, eines von dessen Büchern verbrennen zu lassen.

Wahrlich eine Lichtgestalt der Demokratie, abgesehen von seinem giftigen Antisemitismus, der nicht so recht in's Bild passen will.

Aus den Vorträgen Sigauts erinnere ich mich an eine Begebenheit, daß Voltaire einem Pariser Buchhändler und dessen Familie das ganze Leben zerstörte, weil er es wagte, Bücher und Zeitschriften von Gegnern Voltaires anzubieten. Was der arme Mann durchgemacht hat, reicht von Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen bis zu einer Galeerenstrafe. Diese Informationen gebe ich unter Vorbehalt weiter. Weder ist mein Gedächtnis unfehlbar, noch mein Sprachverständnis.

Selbst wenn der letzte Absatz keiner kritischen Überprüfung standhalten sollte, bleibt das andere richtig, was ohnehnin schlimm genug ist.

Monterone

http://www.lefigaro.fr/livres/2007/11/08/03005-20071108ARTFIG00098-voltaire-en-pleine-l...

Das Zitat hat sehr viel mit Demokratie zu tun

Mephistopheles @, Datschiburg, Donnerstag, 17.12.2015, 10:57 vor 3703 Tagen @ helmut-1 3757 Views

Wie lautet dieses Zitat (ich habs hier schon mehrmals erwähnt):

Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür
geben, daß du es sagen darfst.


Was hat es mit der Demokratie zu tun? Einfach: Denn nur in einer echten
Demokratie

wird immer der gehört, der am lautesten sagt, was er meint, also derjenige, der am meisten Geld hat.

Aber wichtiger ist dieses Zitat von Voltaire:

Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, musst du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst.

Wenn einer darüber nachdenkt, dann wird ihm einiges klarer über die heutigen Zeitläufte.

Merkel übrigens darf man kritisieren.
Obama auch.

Also?


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Erschütternde Einblicke

Otto Lidenbrock @, Nordseeküste, Donnerstag, 17.12.2015, 11:10 vor 3703 Tagen @ Monterone 3862 Views

Wenn auch nur ein Bruchteil von dem stimmt, dann sind das wahrlich erschütternde Einblicke in einen Menschen. Dann wäre auch er kein Vorbild, sondern ein Beispiel für den Typus des Heuchlers, der in schon an Schizophrenie grenzender Manier moralisch belehren will, aber sich selbst nicht betrachtet. Typisch Mensch eben.

--
"Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören."

Arthur Schopenhauer

Hut ab und Danke

Gaby @, Donnerstag, 17.12.2015, 11:23 vor 3703 Tagen @ Monterone 3937 Views

Moin,

auch wenn wir hier schon die Schwerter kreuzten - oder gerade deshalb: Hut ab vor Deiner Belesenheit.

Das sind Beiträge, die es echt in sich haben. Danke!

Gaby

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

Wann die richtige Erschütterung kommt

Monterone @, Donnerstag, 17.12.2015, 11:27 vor 3703 Tagen @ Otto Lidenbrock 3988 Views

Wenn auch nur ein Bruchteil von dem stimmt, dann sind das wahrlich
erschütternde Einblicke in einen Menschen. Dann wäre auch er kein
Vorbild, sondern ein Beispiel für den Typus des Heuchlers, der in schon an
Schizophrenie grenzender Manier moralisch belehren will, aber sich selbst
nicht betrachtet. Typisch Mensch eben.

Es ist noch viel fürchterlicher. Um das zu erkennen, muß man leider französische Quellen heranziehen.

Allerdings war Voltaire vieles, aber ganz sicher kein Heuchler. Seine Zeitgenossen und auch die Historiker wußten immer, was für ein Ekelpaket er gewesen ist. Die Irritationen treten dann auf, wenn man das von den Demokraten entworfene Zerrbild mit der Wirklichkeit vergleicht. Doch kann man das ja nicht Voltaire anlasten.

Erschütterungen des Weltbilds werden also nicht ausbleiben, sobald man sich mit den historischen Tatsachen befaßt und nicht mehr die im Umlauf befindlichen Mythen nachbetet.

Der richtige Hammer saust aber erst dann nieder, wenn man begreift, daß

1. Voltaire nachträglich unter vollständiger Verdrehung aller wichtigen Tatsachen zu einem Säulenheiligen der Demokratie gemacht wurde und

2. Alles, was die eigene politisch-gesellschafliche Orientierung ausmacht, von vorne bis hinten erstunken und erlogen ist. Die Weltherrschaft der Lüge kann man sehr gut an Voltaire festmachen und über'n Daumen gepeilt dem Jahr 1720.

Monterone

Das ist mir alles zu voreilig

helmut-1 @, Siebenbürgen, Donnerstag, 17.12.2015, 11:31 vor 3703 Tagen @ Monterone 3606 Views

Wie ich schon heute früh sagte, - das muss man in Ruhe analysieren. Das geht nicht in ein paar Minuten oder nach ein paar Äußerungen. Da muss man schon gründlicher vorgehen, wenn man da nicht auf Vorurteile hereinfallen will.

Auf das Wort einer Engländerin (alleine), die einen Franzosen beurteilt, verlasse ich mich nicht allzusehr. Auch die Frau Sigauts muss ich mir erst genauer ansehen, bevor ich das glaube, was sie schreibt. Warum? Voltaire war bekanntermaßen ein Mann mit antisemitischer Einstellung. Sollte die Frau Sigauts zum "auserwählten Volk" gehören, dann wäre mir eine kritische Haltung zu Voltaire erklärbar.

Es gibt noch mehrere Punkte, die - ich zumindest - erst abklopfe, bevor ich mir ein abschließendes Urteil bilde. Diese Negativ-Urteile über Voltaire sind mir - zumindest in dieser Form - neu, - deswegen werde ich mich damit befassen. Aber nicht in 10 Minuten, sondern über die Feiertage.

Jeder Mensch, der in seinem Leben etwas bewirkt hat, der in irgendeiner Form exzentrische Meinungen vertreten hat, kann Anlaß zu unterschiedlicher Meinung über ihn selbst sein. Ein Beispiel zum Vergleich: Willy Brandt. Ich kann Dir Bücher auflisten, wo er hochgelobt wird, als Friedenskanzler, aber auch das Gegenteil davon ("Willy Brandt ohne Heiligenschein"). Mindestens 10 Werke in jeder Richtung.

In jedem Falle danke ich Dir trotzdem für Deinen Hinweis, weil ich sonst gar nicht auf die Idee gekommen wäre, mich mit diesem Thema eingehender zu befassen.

Ich selbst bin ein unbedeutender Beobachter, manchmal Kommentator, und immer ein einfacher Mensch vom Bau geblieben. Allerdings diskutiere ich ganz gerne, wenn es interessante Themen und auch interessante Gesprächspartner gibt. Auf diese Weise hat man mich schon als Kommunist und auch als Nazi bezeichnet. Genauso mit allen Schattierungen dazwischen. Deshalb bin ich mit Vorverurteilungen immer vorsichtig.

Eben leider nicht: Die eigentliche, erschreckende Konsequenz aus dem Spruch

Orodara @, Donnerstag, 17.12.2015, 12:46 vor 3703 Tagen @ helmut-1 3470 Views

Auch Lügen werden "gesagt", und deshalb müßte man nach diesem Spruch auch alle Betrüger und Manipulatoren bis zum Eigentod verteidigen - damit sie weiter falschspielen und manipulieren können. So wird das ganze Leben zum Trick.

So arbeitet der Teufel.

PS: Technik heißt auf Deutsch: "trickreiche Kunstfertigkeit"! Durch Automaten gekonnt ausgetrickst, vor allem durch Atomwaffenkraftwerke, die Krönung aller Automaten...

wo Du recht hast, hast Du recht

nereus @, Donnerstag, 17.12.2015, 13:28 vor 3703 Tagen @ Monterone 3721 Views

Hallo Monterone!

Du schreibst: Der richtige Hammer saust aber erst dann nieder, wenn man begreift, daß Voltaire nachträglich unter vollständiger Verdrehung aller wichtigen Tatsachen zu einem Säulenheiligen der Demokratie gemacht wurde und ..

Da ist er ganz sicher nicht der Einzige, aber das brauche ich Dir wohl nicht zu sagen. [[zwinker]]
Interessant finde ich, daß dieses „Verdrehen“ sich durch alle Bereiche der Gesellschaft zieht, von Religion, über Kultur, Wissenschaft, Geschichte, Politik usw..
Will sagen, daß hier der Hebel an allen Stellen angesetzt wurde und noch immer wird.

Als ich mal ein Schulbuch der Geschichte aus den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts las, welches ich antiquarisch erworben hatte, fielen mir fast die Augen aus dem Kopf.
Damals hatte man es tatsächlich „gewagt“ Pro und Contra von historischen Ereignissen und Beteiligten zu erörtern und es wurde wenig bis nie ge- und bewertet. Bei manchen Texten wurde man beständig von links nach rechts und wieder zurück gestoßen, um im Kontext der heutigen Wahnwelt zu bleiben.
Wenn ich mal viel Lust habe, stelle ich eine solche Erläuterung mal ein.

Alles, was die eigene politisch-gesellschaftliche Orientierung ausmacht, von vorne bis hinten erstunken und erlogen ist. Die Weltherrschaft der Lüge kann man sehr gut an Voltaire festmachen und über'n Daumen gepeilt dem Jahr 1720.

Ein paar Bröckchen Wahrheit werden mitunter schon dazwischen gestreut, aber das Gros ist sicher verdreht, wenn nicht erlogen.
Übrigens, was man auch hier sehr schön erkennen kann ist, wenn an diesen Seilen, welche die von Die benannten PG-Orientierung stabilisieren, gezogen wird, fängt das individuelle Gewinsel an.
Entweder verbietet man sich diese Sicht und ist empört oder man schaltet total ab.

Übrigens, da meine Französischkenntnisse gegen Null gehen – obwohl ich tatsächlich mal 2 Jahre Französisch lernte – habe ich für den interessierten Leser mal eine in deutscher Sprache geschriebene Kleinigkeit zu einer der Voltaire Intrigen herausgesucht.

La Beaumelle hat einen unbeugsamen Charakter, stellt hohe Anforderungen und geht dem Kampf nicht aus dem Wege. Er legt sich mit Voltaire an, indem er den geringen Informationsgehalt des Siècle de Louis XIV anprangert und die Nachlässigkeiten und Irrtümer des Werkes hervorhebt. Es folgt ein Streit, der das Ausmaß einer Staatsaffäre annimmt und La Beaumelle beträchtlich schadet..
Voltaire richtet gegen La Beaumelle le Supplément au Siècle de Louis XIV, auf das La Beaumelle sich zu antworten beeilt. Das ergibt dann die Réponse au supplément du Siècle de Louis XIV, in der La Beaumelle die Religionspolitik des Königs in einem heftigen Plädoyer angreift. Er stellt insbesondere die Hauptsanklagepunkte bei der Verurteilung Claude Broussons in Frage. Voltaire soll behauptet haben, Brousson sei als Staatsfeind und nicht als Ketzer gerädert worden, denn Voltaire sah den Prophetismus der Cevennen als eine aufrührerische Bewegung an.
Sein Werk hat unter der negativen Beurteilung, die es von Voltaire erfuhr, gelitten. Darüber hinaus steht er allein, gehört keinem Klan an und ist nicht in der Lage, sich zu verteidigen, als Voltaire ihn als gefährlichen Mann darstellt, dessen Schriften die Regierung verletzen. So verbringt er auf die Denunzierung Voltaires hin zwei Aufenthalte in der Bastille (1753 und 1757).
Als Beaumelle aus dem Gefängnis kommt, wird er in seine Heimat, das Languedoc, verbannt.

Quelle: http://www.museeprotestant.org/de/notice/laurent-angliviel-de-la-beaumelle-1726-1773-3/

Apropos 1720.
Um diese Zeit begannen die Logen aktiv zu werden und die Welt wurde "AUFGEKLÄRT". [[lach]]

mfG
nereus

Voltaire Demokrat?

Fabio ⌂ @, München, Donnerstag, 17.12.2015, 14:57 vor 3703 Tagen @ Monterone 3420 Views

Hi,

wie kommst Du zu der Einschätzung?

Gruß

Fabio

--
“We are on strike against the dogma that the pursuit of one’s happiness is evil. We are on strike against the doctrine that life is guilt." John Galt

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Differenzierte Meinung

helmut-1 @, Siebenbürgen, Samstag, 19.12.2015, 06:23 vor 3701 Tagen @ Ostfriese 3260 Views

Hab aus einem bestimmten Grund etwas mit meiner Antwort gewartet.

Nun, Du gibst eine Bewertung der Demokratie aus der Sicht der Handwerksmeister. Natürlich kann man den Begriff "Demokratie" von den verschiedensten Seiten aus beleuchten.

Was den Ursprung des Wortes betrifft, also die Zusammensetzung der Worte "demos" und "kratia", da dürfte schon klar sein, dass bei dieser Idee das Volk im Staate das Sagen hat. Theoretisch zumindest.

Was in der Wirklichkeit draus gemacht wird, das wissen und sehen wir. Jede Ideologie ist vom Usrprung her gut. Egal, ob es der Nationalsozialismus, der Kommunismus, die Demokratie oder das Christentum ist. Nur wird eben nach der "Installierung" des Systems meistens was ganz anderes umgesetzt, als die Theorie der jeweiligen Ideologie es ursprünglich vorgibt.

Deshalb ist es hier wenig sinnvoll, den Begriff "Demokratie" zu diskutieren, weil man diesen Begriff unter sehr vielen Aspekten sehen kann. Politisch, juristisch, demagogisch, philosophisch, u.v.a.m. Brauche wohl nicht zu erwähnen, dass darüber schon genügend Bücher geschrieben wurden.

Nur aus einem einzigen Grund habe ich den Begriff in meinem Anfangskommentar erwähnt: Wegen der damit verbundenen Meinungsfreiheit, die eigentlich ein Grundrecht in dieser Staatsform sein müßte. Aber schon lange nicht mehr ist.

Warum habe ich mit meiner Antwort an Dich gewartet? Einfach zu erklären:
Ich habe ein Thema angesprochen, das eine zentrale Frage beinhaltete: Warum liest man nichts mehr von einem Zeitgenossen, der noch vor einigen Wochen hier gepostet hat. Offensichtlich ist er nicht "ausgestiegen", sondern "ausgestiegen worden".

Anstatt sich mit dieser Frage zu beschäftigen, werden andere Dinge in den Vordergrund gestellt, die mit der Kernfrage gar nichts oder nur wenig zu tun haben. Bewußt (??) - unbewußt (??), - ich weiß es nicht. Aber es gibt mir Anlaß zur Sorge.

Ich habe mich sehr eingehend mit der 1. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts beschäftigt, aus familiären Gründen. Auch da gab es eine Zeit, wo einfach Leute "verschwunden" sind. Wenn sie von der Gestapo um 5 Uhr morgens abgeholt wurden, dann bekam man das als Nachbar noch manchmal mit, weil es nicht unbedingt geräuschlos ablief. Aber viele gingen einfach von selbst, oder wurden am Arbeitsplatz abgefangen, oder bei Veranstaltungen, etc. Man stellte einfach irgendwann nur fest, dass der- oder diejenige schon längere Zeit nicht mehr gesehen wurde.

Deshalb ist es einerseits ganz gut, wenn man als bislang kommentierender Forist für den Fall, dass man - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr an der Forumsdiskussion teilnehmen will, es mitteilt. Insbesonders dann, wenn man regelmäßig gepostet und dabei auch Meinungen vertreten hat, die nicht bei jedem auf Zustimmung gestoßen sind. Man muss es ja nicht so theatralisch machen wie weiter oben, - was ich nicht besonders sinnvoll finde, - aber eine Info genügt ja. Wenn man dann eine kurze Begründung anfügt, - o.k., - bleibt jedem selbst überlassen.

Aber dann bekommt man nicht mehr den Eindruck, dass Leute einfach "verschwinden". Genau das macht mir Sorge und war der alleinige Grund meines Threads. Aus dem zu Beginn genannten Zitat heraus, - und dabei ist es absolut zweitrangig, ob das Voltaire so oder so gesagt hat oder nicht. Zweitrangig in diesem speziellen Fall.

Gruß - Helmut

Antwort

Ostfriese @, Sonntag, 20.12.2015, 09:57 vor 3700 Tagen @ helmut-1 3029 Views

Hallo Helmut

Hab aus einem bestimmten Grund etwas mit meiner Antwort gewartet.

Das ist schon mal sehr gut. Wir erleben heute ein Übermaß an Realität, Wille, Forderungen, Verbindlichkeiten und Beschleunigung der Zeit. Wir können freie Zeit einfach nicht mehr genießen und bewegen uns im andauernden Hamsterrad. Es gibt auch im Forum User, die innerhalb von drei Monaten im Durchschnitt täglich vier Beiträge eintragen. Ich kann das nicht – kann und will sie auch nicht alle lesen!

Nun, Du gibst eine Bewertung der Demokratie aus der Sicht der
Handwerksmeister. Natürlich kann man den Begriff "Demokratie" von den
verschiedensten Seiten aus beleuchten.

Das Wort „Handwerksmeister der Macht“ steht nicht im Zusammenhang mit der Bauindustrie, sondern soll den Begriff „Machthalter“ in den Instanzen (Legislative, Exekutive, Judikative, usw.), den einige User in ihren Beiträgen zur Zentralmachtordnung benutzt haben, flapsig ersetzen. Zum Thema „Gläubiger = Schuldner“ liefert der Beitrag: Real-Enzyklopädie(26): Kapitalismus, Marktwirtschaft etc. – Klärungsversuch aus http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/Debitismus-PCM.pdf von Paul C. Martin wertvolle Hinweise und Erläuterungen.

Was den Ursprung des Wortes betrifft, also die Zusammensetzung der Worte
"demos" und "kratia", da dürfte schon klar sein, dass bei dieser Idee das
Volk im Staate das Sagen hat. Theoretisch zumindest.

Was in der Wirklichkeit draus gemacht wird, das wissen und sehen wir. Jede
Ideologie ist vom Usrprung her gut. Egal, ob es der Nationalsozialismus,
der Kommunismus, die Demokratie oder das Christentum ist. Nur wird eben
nach der "Installierung" des Systems meistens was ganz anderes umgesetzt,
als die Theorie der jeweiligen Ideologie es ursprünglich vorgibt.

Die Art der Staatsordnung ist auch nur eine Frage der Ausgestaltung des Machtkreislaufes, wie wir der Machttheorie von Paul C. Martin entnehmen dürfen. Interessant sind hier die feinen Unterschiede zur Theorie der Machtmechanismen von Michel Foucault – auch im Hinblick auf die Diskussion über eine Zentralmachtordnung.

Deshalb ist es hier wenig sinnvoll, den Begriff "Demokratie" zu
diskutieren, weil man diesen Begriff unter sehr vielen Aspekten sehen kann.
Politisch, juristisch, demagogisch, philosophisch, u.v.a.m. Brauche wohl
nicht zu erwähnen, dass darüber schon genügend Bücher geschrieben
wurden.

Ich denke, dass wir uns über den Kern der ganzen Sache klar werden müssen. Die Demokratie muss vorfinanziert werden und ist ein Spiegelbild der internationalen Finanz-Interessen.

Die Diskussionen über diese Aspekte – Politisch, juristisch, demagogisch, philosophisch, u.v.a.m. – sind Simulationen und dienen dazu, die Vergewaltigungen, die jeder täglich anderen zufügt und denen jeder täglich ausgesetzt ist, zu ertragen – sonst wären wir in diesem irren Wahnsinn des Systems schon längst verrückt geworden und untergegangen. Sie müssen zuerst in einem Forum über den Debitismus beiseitegeschoben werden, weil sie einen trügerischen Schein und ein Trugbild – ein Simulakrum – darstellen. Die Simulation ist Realität. Danach werden wir sehen, was uns von den Aspekten überhaupt inhaltlich bleibt.

Das zeigt auch dieser Faden, dem ich offensichtlich entnehmen kann, dass Voltaire eine zwiespältige und zwielichtige Persönlichkeit war und sein literarisches Werk inhaltlich infrage gestellt werden kann. Die Aussagen von @Moterone kann ich auch im Sinne von Jean Baudrillard interpretieren. Vielleicht muss ich persönlich froh sein, dass ich mich zeitlich nicht so intensiv mit den Texten von Voltaire beschäftigt habe.

Nur aus einem einzigen Grund habe ich den Begriff in meinem
Anfangskommentar erwähnt: Wegen der damit verbundenen Meinungsfreiheit,
die eigentlich ein Grundrecht in dieser Staatsform sein müßte. Aber schon
lange nicht mehr ist.

Warum habe ich mit meiner Antwort an Dich gewartet? Einfach zu erklären:

Ich habe ein Thema angesprochen, das eine zentrale Frage beinhaltete:
Warum liest man nichts mehr von einem Zeitgenossen, der noch vor einigen
Wochen hier gepostet hat. Offensichtlich ist er nicht "ausgestiegen",
sondern "ausgestiegen worden".

Anstatt sich mit dieser Frage zu beschäftigen, werden andere Dinge in den
Vordergrund gestellt, die mit der Kernfrage gar nichts oder nur wenig zu
tun haben. Bewußt (??) - unbewußt (??), - ich weiß es nicht. Aber es
gibt mir Anlaß zur Sorge.

Ich habe mich sehr eingehend mit der 1. Hälfte des vergangenen
Jahrhunderts beschäftigt, aus familiären Gründen. Auch da gab es eine
Zeit, wo einfach Leute "verschwunden" sind. Wenn sie von der Gestapo um 5
Uhr morgens abgeholt wurden, dann bekam man das als Nachbar noch manchmal
mit, weil es nicht unbedingt geräuschlos ablief. Aber viele gingen einfach
von selbst, oder wurden am Arbeitsplatz abgefangen, oder bei
Veranstaltungen, etc. Man stellte einfach irgendwann nur fest, dass der-
oder diejenige schon längere Zeit nicht mehr gesehen wurde.

Deshalb ist es einerseits ganz gut, wenn man als bislang kommentierender
Forist für den Fall, dass man - aus welchen Gründen auch immer - nicht
mehr an der Forumsdiskussion teilnehmen will, es mitteilt. Insbesonders
dann, wenn man regelmäßig gepostet und dabei auch Meinungen vertreten
hat, die nicht bei jedem auf Zustimmung gestoßen sind. Man muss es ja
nicht so theatralisch machen wie weiter oben, - was ich nicht besonders
sinnvoll finde, - aber eine Info genügt ja. Wenn man dann eine kurze
Begründung anfügt, - o.k., - bleibt jedem selbst überlassen.

Aber dann bekommt man nicht mehr den Eindruck, dass Leute einfach
"verschwinden". Genau das macht mir Sorge und war der alleinige Grund
meines Threads. Aus dem zu Beginn genannten Zitat heraus, - und dabei ist
es absolut zweitrangig, ob das Voltaire so oder so gesagt hat oder nicht.
Zweitrangig in diesem speziellen Fall.

Das Forum ist aus ökonomischen Fragestellungen heraus entstanden, die zur Entstehung und Fundierung des Debitismus führten. Gerade in dieser Zeit des Umbruchs – der Völkerwanderung – ist es für die Leitung gewiss eine Herausforderung, diesen Ameisenhaufen aus gelegentlich leicht erregbaren Individualisten zusammen und auf Kurs zu halten.

Gruß - Helmut

Schöne Grüße in den 4.Advent Ostfriese

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