Helfen und damit Armut erzugen - Ivan Illich

Mercury @, Sonntag, 13.12.2015, 14:15 vor 3707 Tagen 2959 Views

Hallo Alle,

den Flüchtlingen muss man helfen. Sie sind ja in Not.
Den Armen muss man helfen. Aus gleichem Grund.

Ivan Illich war katholischer Priester und einer der Urväter der Kirche der Befreiung.


"Der Weg zur Armut ist mit technischer Hilfe
gepflastert. Als Frucht von zwanzig
Jahren internationaler Entwicklungshilfe gibt es heute mehr Menschen denn je
zuvor, deren Lebenserwartung niemals erfüllt werden kann.
Unbewußtes Sehnen – unwirkliche „Bedürfnisse“ – ist in bewußte Forderung
verwandelt worden. Unsere Hilfsprog
ramme haben den meisten Menschen
„geplante Armut“ beschert.
(S. 135)
Geplante Armut als Frucht technischer Hilfe,
in: Klarstellungen. Pamphlete und Polemiken. Aus dem
Englischen von Helmut Lindemann. Mit einer Einl
eitung von Erich Fromm. München: Beck 1996. S.
135-152. (Beck’sche Reihe1151)

oder:

"„Der innere Zwang, Gutes zu tun, ist ein besonderer amerikanischer Wesenszug.
Nur Nordamerikaner scheinen zu glauben, daß sie jederzeit irgendjemand
aussuchen sollen, dürfen und können, damit er an ihren Segnungen teilhabe. Diese
Einstellung führt schließlich dazu, daß man Menschen durch Bombardement zur
Annahme von Gaben zwingt."

Gefunden hier.

Illich verbindet das Menschliche mit dem Politischen. Da die Nutzung des Menschlichen für politische Zwecke aktuell wieder einmal eindrücklich zu Tage tritt, ist die Erinnerung an sein Werk vielleicht erkenntnisreich.

Grüße

Mercury

--
„Meine Arbeit ist ein Versuch, mit großer Traurigkeit die Tatsache der westlichen Kultur zu akzeptieren." Ivan Illich

Der unsoziale Sozialstaat

Falkenauge @, Sonntag, 13.12.2015, 16:46 vor 3707 Tagen @ Mercury 2067 Views

Ja, ein guter Tip.

Es ist eine Barmherzigkeit, die an den schlimmsten Auswüchsen der Armut etwas erwacht, ihrer ursächlichen Entstehung aber gedankenlos zusieht, ohne sie stoppen zu wollen.

Das kennzeichnet ja auch unseren "Sozialstaat". Es ist scheinheilig, durch gesetzliches Unrecht erst eine Verelendung und Hilfsbedürftigkeit großer Menschenmassen herbeizuführen, um sie dann im Untergange unter der protzigen Phrase „Sozialstaat“ mit Almosen notdürftig aufzufangen und in Abhängigkeit zu halten. Darauf habe ich hier vor kurzem schon mal hingewiesen.

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.