Kein Untergang in Sicht. Das Problem ist ein anderes.
TTIP wird dafür sorgen, dass amerikanische Bauern in Milliardenhöhe ihre
Produkte nach Europa exportieren können – sogar Milch und frische Eier.
Dazu ist es ja gedacht. Und natürlich auch andersherum.
Da sich, im Gegensatz zu den USA, im westlichen und südlichen Europa kleinräumliche Landwirtschaftsstrukturen erhalten haben, bzw. diese mit enormen EU-Subventionen erhalten werden, würde das insbesondere dort zu einem kaum zu bewältigenden Effektivitätsdruck führen.
Da denke ich vor allem auch an Frankreich, das ja bisher recht günstig wegkommt.
Vermutlich spielen da einige Europapolitiker heimlich über Bande, denn da der Subventionismus innerhalb der EU kein Ende fand, könnte ihm TTIP den Garaus machen.
Für die deutschen bzw. europäischen Bauern wird das eine Katastrophe
bedeuten und viele in den Untergang treiben.
Zunächst ja.
Danach führt es zu großflächigerer Bewirtschaftung und zu weniger Arbeitskräften in der Landwirtschaft. Die dann woanders effektiver einzusetzen sind.
Nach der Ukrainekrise, die gegen deutsche/europäische Interessen
herbeigeführt wurde, ist TTIP wieder gegen unsere Interessen gerichtet und
ausschließlich für die Amerikaner lobenswert, aber unsere Politiker machen
wieder sehenden Auges mit, ohne dass diese gestoppt werden
Die Politiker verkaufen da etwas ganz anderes als Chlorhühnchen:
Einen Weg um Subventionen zu vermeiden, und obendrein endlich (
) Gentechnik einführen können zu müssen.
Sobald mittels TTIP Druck auf die Landwirtschaft ausgeübt wird, werden die Bauern nach Subventionen rufen. Diese werden durch TTIP aber effektiv unterbunden, womit eine Angleichung der Produktionsmethoden erfolgen muss.
Heißt im Klartext: Hecken weg, größere Felder, weniger Betriebe, Gentechnik.
Will zwar keiner haben, aber es wird dann halt "alternativlos".
Um zu sehen wie das ausschaut, muss nur den Blick nach Osten wenden (z.B. auf die ehemalige DDR), oder noch weiter in die Ukraine.
Als Brauer habe ich vor allem auch Bedenken um das Reinheitsgebot, das derzeit sowieso schon recht weiträumig ausgelegt wird.
Trotz aller Beteuerungen vermute ich, dass nach Schaffung einer rechtlichen Basis, heimlich still und leise über die Supermarkt Eigenmarken Bier eingeführt würde, welches mit
- gentechnisch verändertem Getreide
- künstlich erzeugten Bitterstoffen (haltbarer, besserer Schaum)
- Zuckeranteilen (billig, bringt aber keinen Geschmack)
- Vitamin C und/oder Sulfit (Antioxidantien)
- Konservierungsstoffen
usw. hergestellt wurde.
Zwar steht demgegenüber der "Craft Bier"-Trend, aber auch der verleugnet in weiten Teilen die Relevanz des RHGs. Obwohl ich mich durchaus in diese Strömung mit hineinzähle,
reift doch gerade ein 15% starkes Bier in einem Whiskyfass in meinem Keller
, stört mich manchmal die Einstellung von wegen "Der neue Trend aus USA, denn hier gibt's ja nix Vernünftiges".
Da wurde halt vergessen, dass es in den 80ern in den USA keine mittelständischen Brauereien gab, während in Deutschland nicht weniger als einige hundert bestanden und bestehen, die in weiten Teilen individuell unterscheidbare Produkte bieten.
"Snob oder Fusel!" ist es, was da für die Zukunft droht.
Zudem hat der Deutsche Brauerbund vor einiger Zeit den Özdemirs Cem zum Bierbotschafter gemacht. Wo der doch von sich gibt: "Wir wollen TTIP und CETA stoppen und auf transparenter Grundlage neu verhandeln."
Was man davon zu halten hat ist wohl absehbar.
Immerhin wurde ihm nach dem Skandälchen mit Hanfpflanze auf dem Balkon eine Hopfenpflanze geschenkt
. "Nicht nur legal, sondern auch gesund!" stand glaube ich daneben.