Landwirte mit ca. 30% Einkommens-Rückgang

Dieter, Mittwoch, 09.12.2015, 10:24 vor 3712 Tagen 3483 Views

Hallo,
der Bauernverband meldet für das Wirtschaftsjahr 2014/15 (abweichendes WJ) eine Einkommensverschlechterung der Landwirte im Mittel um ca. 30%.

Gründe liegen vor allem in der steigenden Macht der Nahrungsmittel- und Handelskonzerne sowie in den Sanktionen gegenüber Rußland, die wiederum den erstgenannten Einkaufsvorteile verschafften.
Die Schere źwischen Abgabepreis der Landwirte und dem Einzelhandelspreis ist deutlich größer geworden, sodaß davon auszugehen ist, daß die Einkommenseinbußen der Landwirte mit Einkommenszuwächse beim Verarbeiter und Handel entsprechend verbunden sind.

Zu den Spitzenverdienern in der Landwirtschaft zählen übrigens die Öko-Betriebe, die entgegen dem Trend für das abgelaufene WJ Einkommenszuwächse verzeichnen konnten.

Gruß Dieter

Müssten dann nicht die Preise für Ackerland sinken? (oT)

Revoluzzer @, Mittwoch, 09.12.2015, 11:14 vor 3712 Tagen @ Dieter 2280 Views

- kein Text -

Nein

Martino @, Mittwoch, 09.12.2015, 11:38 vor 3712 Tagen @ Revoluzzer 2639 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 09.12.2015, 11:44

Der durchschnittliche Hamsterradler hat doch auch seit Jahren mit stagnierenden (bestenfalls) Reallöhnen zu kämpfen und trotzdem steigen die Immobilien-Preise und Mieten.

Der Landwirt kann nicht von heute auf morgen einfach IT-ler oder Chirurg werden, die Nachfrage nach Pachtflächen wird deshalb nicht gleich proportional zum Gewinn-Einbruch sinken. (edit: langfristig (!) vielleicht ja, aber da kommen ja noch andere Nachfrage-Fakotren gerade auf uns zu...)
Gruß
Martino

die steigen z.Zt. eher

Dieter, Mittwoch, 09.12.2015, 12:39 vor 3712 Tagen @ Revoluzzer 2329 Views

schließlich gibt es Großinvestoren, die dringlichst ein Teil Ihres Vermögens in Ackerfläche wandeln möchten.

Gruß Dieter

Die haben nur eine bessere Lobby

Orlando ⌂ @, Mittwoch, 09.12.2015, 12:05 vor 3712 Tagen @ Dieter 2419 Views

Einkommensrückgang, das ist ja unerhört!

Sonstige Unternehmer haben sogar gelegentlich negatives Einkommen, also Verlustjahre zu schultern. Hat bei mir noch nie eine Sau interessiert, war immer nur meine Sache.

Unterschied zwischen Bauern und Landwirten

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Mittwoch, 09.12.2015, 15:29 vor 3712 Tagen @ Dieter 2217 Views

Hallo Dieter,

ich habe keine Ahnung von Agrar, weiß aber, dass es zwischen Bauern und Landwirten einen kleinen, aber feinen Unterschied gibt:

Die Bauern besitzen das Land, das sie bewirtschaften, die Landwirte nicht.

Wenn also der Bauernverband über das Einkommen der Landwirte spricht, bin ich etwas verwirrt.

Wer ist denn nun gemeint?

Gruß
paranoia

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

wer Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Fischwirtschaft hat, ....

Dieter, Mittwoch, 09.12.2015, 16:23 vor 3712 Tagen @ paranoia 2242 Views

Hallo Dieter,

ich habe keine Ahnung von Agrar, weiß aber, dass es zwischen Bauern und
Landwirten einen kleinen, aber feinen Unterschied gibt:

Die Bauern besitzen das Land, das sie bewirtschaften, die Landwirte
nicht.

Wenn also der Bauernverband über das Einkommen der Landwirte spricht, bin
ich etwas verwirrt.

Wer ist denn nun gemeint?

Gruß
paranoia

Hallo paranoia,
da ich kein Bauer bin, höchstens mal Landwirt in Außenposition folgende Betrachtung:

Bauern sind Landwirte, aber nicht alle Landwirte sind Bauern.
Unter Bauer versteht man im volkstümlichen Sinne doch den althergebrachten Familienbetrieb mit Vieh, Getreide, ggf. noch Gemüseanbau, wobei das schon volkstümlich dem Begriff Gärtner zugeordnet wird.

Also ideale Bedinungen für eine gedeihliche Volks-Entwicklung.
Also der typische Bauer, bei dem aufm Hof er aufm Trecker sitzt und die Flächen und Kulturen kultiviert, Maschinen und Gebäude fast alles alleine repariert, die Frau sich ums Vieh am Hof kümmert, die Kinder von klein auf fleißig mithelfen und die alte Generation sich auch noch um dies und das kümmert.
Ja, dieser Bauer-Typus ist nicht mehr überall anzutreffen.
Die Politik, vor allem EU-Bestimmungen haben auch dafür gesorgt, daß heute mehr denn je der Manager-Typ gefragt ist, Flächen hinzugepachtet werden, ein ständiger Informationsfluß zwischen EU/Kammern/Landwirten notwendig ist, um die Fallstricke der EU-Bestimmungen zum eigenen Vorteil zu nutzen, was selbverständlich mit zunehmender Betriebsgröße leichter fällt.

Landwirte können aber auch 10.000 ha-Güter sein, die dann eher industriell vorgehen.
Landwirte können auch Gärtnereien sein, die im industriellen Maßstab Rosen, Tulpen, oder sonst was anbauen, oder Baumschulen, die sich dem internationalem Wettbewerb zu stellen haben (bei extrem hohen Lohnkosten im int. Vergleich), aber auch die Wälder der Grafen, Fürsten, Herzogen, Industriellen, Privatwaldbesitzer sind Landwirtschaftliche Betriebe.
Und auch die Öko-Gärner mit ihrem Gemüse, genauso wie die Teichbesitzer mit Karpfen oder die durchströmten Teiche für Forellen und ähnliche.

Also, die Spannweite des Bauernverbandes ist weit gestreut, deren Mitglieder durchaus auch widersprüchliche Erwartungen an den Verband haben. Was wenigen nützt, schadet oft der Mehrheit.

Gruß Dieter

Bald wird dann vom Minister für TTIP getrommelt.

Domac @, Mittwoch, 09.12.2015, 17:47 vor 3712 Tagen @ Dieter 1798 Views

Ist halt die einzige Chance....

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