Venezuela nach den Wahlen vom 6. Dezember 2015

Apostroph @, Down Town (Switzerland), Montag, 07.12.2015, 21:19 vor 3712 Tagen 2498 Views

Bolivarische Republik Venezuela:

Die Wahlen in Venezuela haben eine Schlappe für die regierenden Sozialisten unter Maduro gebracht. Das Land hat nach 16 Jahren Misswirtschaft wieder eine konservative Mehrheit:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/venezuela-opposition-gewinnt-parlamentswahlen-a-1...

http://www.tagesschau.de/ausland/wahl-venezuela-103.html


Venezuela weist weltweit die grössten Erdöl - Vorräte auf. Vor allem auf Grund des Preiszerfalls der Rohstoffe ist das Land knapp am Ruin vorbei geschrammt.

Veneuzuela-Bonds auf USD lautend rentieren derzeit zwischen 35 - 40 % auf Verfall. Bei einer lokalen Inflation von zuletzt beinahe 200 %.

Apo'

PS: Goldman Sachs hat 2014 das gesamte venezuelanische Staatsgold, als Sicherheit für weitere Kredite, sich übertragen lassen.

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"Wir können nicht alle Helden sein, weil ja irgendeiner am Bordstein stehen und klatschen muss, wenn sie vorüber schreiten."

W. Adair

Das könnte in Süd- und Mittelamerika zu einem Trend werden...

siggi, Dienstag, 08.12.2015, 18:19 vor 3711 Tagen @ Apostroph 1457 Views

bearbeitet von siggi, Dienstag, 08.12.2015, 18:42

Hallo Apo,

nachdem bereits vor Kurzem in Argentinien nicht nur die Ära Kirchner, sondern wohl auch deren Politik zu Ende gegangen ist, könnte mit den jetzigen Ereignissen in Venezuela durchaus der Trend zu einem "Rechtsruck" in ganz Süd- und Mittelamerika begonnen haben.

Die links gerichtete Präsidentin von Brasilien, Dilma Rousseff, steht bereits auf der Kippe. Gegen sie wurde ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet.

Das droht übrigens auch dem Präsidenten von Venezuela, Nicolás Maduro, wenn die Mehrheit der alten Opposition im neuen Parlament groß genug sein sollte.

Mein nächster Kandidat, wo es kippen könnte, ist Ecuador Anfang 2017.

Das relativ geräuschlose Wechseln der politischen Mehrheiten spricht für eine erheblich größere Stabilität in dieser Region als noch vor wenigen Jahren.

Ich sehe das wie Cascabel, Süd- und Mittelamerika hat große Chancen, von den ungemütlichen, weltweiten Veränderungen der nächsten Jahre einigermaßen verschont zu bleiben.

LG

siggi

Überhaupt nicht.

SUCRAM @, VLC, España, Donnerstag, 10.12.2015, 16:46 vor 3710 Tagen @ siggi 1080 Views

Der @Cascabel lebt auf seiner Insel in Panama. Schau Dir aber bitte Guatemala an, z.B., oder El Salvador. Oder Honduras. Oder..oder..oder.

Auch Venezuela...da geht es mitnichten friedlich und "stabil" zu. In all diesen sozialistischen Experimentierfeldern wird es früher oder später krachen. Ecuador: schön wenn man reich ist (also Ausländer oder Heimkehrer). Alle anderen..na ja.

Bolivien? Wo Bruder Evo regiert? Und so tut, als sei er Menschenfreund? Der ist der kleverere Sozialist, aber auch ihn wird das Schicksal ereilen, wenn nämlich die Ölkassen leer sind, aus denen er fleißig Sportstadien in Dörfer baut, die weder fließend Wasser noch asphaltierte Strassen haben.

Die Umstürze kommen langsam aber sicher. Auch diese Generation merkt langsam, was sie von Despoten zu halten hat. (Und irgendwie entwickeln sich unter sozialistischer Ideologie alle zu solchen.)

Ich sehe das wie Cascabel, Süd- und Mittelamerika hat große Chancen, von
den ungemütlichen, weltweiten Veränderungen der nächsten Jahre
einigermaßen verschont zu bleiben.

Die trifft es mindest genauso hart wie alle anderen rohstoffexportabhängigen Länder. Ich verstehe auch nicht wie selbst jetzt und hier im Gelben noch immer einige User glauben, dass es noch Inseln auf der Welt gibt. Es dürfte nun auch dem Letzten einleuchten, dass die Globalisierung alle erfasst hat und niemand irgendwo verschont bleibt.
Von punktuellen Einzelpersonprojekten mal abgesehen.

LG

siggi

Zurück

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"Den Staat (oder irgendwas anderes) zu bekämpfen macht ihn nur stärker.
Willst Du den äußeren Staat erschüttern, dann erschüttere den Staat in Dir." (@Konstantin)

deshalb schrieb ich "einigermaßen"...

siggi, Freitag, 11.12.2015, 03:12 vor 3709 Tagen @ SUCRAM 955 Views

Hallo SUCRAM,

natürlich gibt es keine Inseln der Glückseligkeit, dazu sind die weltweiten Verknüpfungen bereits viel zu eng geworden.

Aber die von dir mit Recht aufgezeigten Unzulänglichkeiten sind ja gerade der große Vorteil in einer Krise. Die Absturzhöhe ist ja hier immer noch viel geringer, als zum Beispiel in Deutschland.

Der @Cascabel lebt auf seiner Insel in Panama. Schau Dir aber bitte
Guatemala an, z.B., oder El Salvador. Oder Honduras. Oder..oder..oder.

Oder Peru, oder Chile, da sieht das Ganze schon erheblich besser aus. Kolumbien kommt so langsam ins Laufen, nach dem der Bürgerkrieg dort hoffentlich jetzt zu Ende gegangen ist. Brasilien in der Krise, richtig, aber das Auf und Ab gehört ja normalerweise auch zu dem Wirtschaftssystem dazu. Also wird es da auch wieder ein Auf geben.
Im Westen werden die "Ab's" ja leider nicht mehr zugelassen.

Argentinien wird mit seinen Schuldnern jetzt sicherlich versuchen eine Einigung zu erzielen und dann werden auch da die internationalen Geldströme wieder fließen.

Auch Venezuela...da geht es mitnichten friedlich und "stabil" zu. In all
diesen sozialistischen Experimentierfeldern wird es früher oder später
krachen.

Venezuela ist sicherlich ein bedauerlicher Sonderfall.

Ecuador: schön wenn man reich ist (also Ausländer oder
Heimkehrer). Alle anderen..na ja.

Die Verhältnisse in Ecuador sind wohl etwas komplexer. Jedenfalls hat es unter dem jetzigen Präsidenten eine nicht unbedeutende Umverteilung der Besitztümer von Reich nach Arm gegeben. Und das war nach 300 Jahren Feudalherrschaft wohl auch mal angebracht, oder?

Die Umstürze kommen langsam aber sicher.

Sagte ich ja<img src=" />

Auch diese Generation merkt
langsam, was sie von Despoten zu halten hat. (Und irgendwie entwickeln sich
unter sozialistischer Ideologie alle zu solchen.)

So ist es, bis dann nach geraumer Zeit auch die neuen Herrscher sich durch die gleichen Verhaltensweisen unbeliebt machen und gehen müssen, aber 300 Jahre nicht gehen brauchten, da Militär, Polizei und Kirche sie schützten

Ich verstehe auch nicht wie selbst jetzt
und hier im Gelben noch immer einige User glauben, dass es noch Inseln auf
der Welt gibt. Es dürfte nun auch dem Letzten einleuchten, dass die
Globalisierung alle erfasst hat und niemand irgendwo verschont bleibt.

Verschont nicht, aber dort wo noch alte landwirtschaftliche Strukturen existieren, die klimatischen Verhältnisse angenehm sind und es zusätzlich noch Bodenschätze zu heben gibt, werden die Auswirkungen ganz erheblich weniger drastisch ausfallen.

LG

siggi

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