Anderes Thema: Saudi-Arabien

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 02.12.2015, 05:05 vor 3719 Tagen 3103 Views

Schon interessant, dass in der letzten Zeit wiederholt die Königsfamilie von verschiedenen internationalen Medien an den Pranger gestellt wurde.

http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/saudi-arabia-executions-kingdom-to-...

Sachlich gesehen, stimmt es ja schon und kann schon Anlaß zu Kritik sein. Die Frage stellt sich für mich, warum erst in der letzten Zeit?

Dieses Brauchtum, unliebsame Zeitgenossen einfach hinzurichten, und das öffentlich, das gibt es bei denen schon seit Menschengedenken. Natürlich auch in anderen Staten wie im Iran, etc.

Warum also in letzter Zeit die gehäufte Kritik? Ist man erst jetzt aufgewacht, - interessierten die sog. Menschenrechte vorher nicht? Oder steckt das was ganz anderes dahinter?

In einem anderen Forum habe ich dazu kommentiert:

Aber ich muss zweierlei feststellen:
1. Es interessiert mich überhaupt nicht, wer oder was dort massakriert wird
2. Ich frage mich, warum das jetzt aufs Tapet kommt, zumal das seit Jahrzehnten dort so üblich ist. Sollte es deshalb sein, weil man beginnt, so wie bei Saddam, Ghaddafi usw. die Volksmeinung langsam in die Richtung zu bringen, wie es genehm ist? Sollte es dazu dienen, langsam den übernächsten Kriegsschauplatz für Ami und Nato vorzubereiten?

Dann aber schnell noch für einige Mio Euro Kriegsmaterial hingeliefert, damit es sich auch lohnt..... Heckler&Koch sitzen schon in der Warteschleife....

Das ist auch ganz gut so

azur @, Mittwoch, 02.12.2015, 08:44 vor 3719 Tagen @ helmut-1 2412 Views

Schon interessant, dass in der letzten Zeit wiederholt die Königsfamilie
von verschiedenen internationalen Medien an den Pranger gestellt wurde.

Hallo Helmut,

das ist auch an der Zeit. Dieser Staat, der sich weltweit einmalig im Besitz einer Familie befindet und so archaisch aufgestellt ist: http://www.todesstrafe.de/todesstrafenatlas_Saudi%20Arabien.html + http://www.cicero.de/weltbuehne/saudi-arabien-frauen-gegen-fahrverbot/58378
aber mittels seines Ölreichtums, alter Verbindungen und Skrupellosigkeit überall mitmischt und Übel anrichtet, gehört auch längst unter die Lupe.

Vermutlich hat man bisher viel dafür getan, dass dieser brutale Clanstaat aus dme Focus geriet, wie die durch die USA verursachten 1Mio Toten im Irak.

Sie gelten auch als entscheidende Finanzierer von ISIS.

Wie im Jemen, sorgen sie Seit an Seit mit den USA für Destabilisierung, Gewalt und Flüchtlingsströme, nur um wie die USA jede Aufnahme von Flüchtlingen von sich zu weisen. Aber in Deutschland 300 Moscheen für muslimische Zuwanderer bezahlen wollen, wie sie anboten (da kann sich doch die Grünenchefin KGE freuen, die es gern "religiöser" hat: "Im Gegensatz zur CSU, die lediglich darüber rede, wie man Grenzen dicht mache, sieht Göring-Eckardt vor allem Chancen: „Wir reden darüber, wie unser Land in 20, 30 Jahren aussieht. Es wird jünger werden, bunter und auch religiöser." https://www.gruene.de/ueber-uns/ein-gebot-der-menschlichkeit.html )!

So welchen sendet die Bundesregierung, auch unter dem für die Ausführ von Kriegswaffen zuständigen SPD-Minister, gern Waffen: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/saudi-arabien-setzt-pruegelstraf...

Es ist schon ganz gut, dass man nicht nur Menschenrechte usw. dort einfordert, wo kein Ölreichtum herrscht.

Viele freundliche Grüße

azur

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ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.

Umstrukturierung der gesamten Region!

Olivia @, Mittwoch, 02.12.2015, 13:34 vor 3719 Tagen @ helmut-1 2059 Views

Schon interessant, dass in der letzten Zeit wiederholt die Königsfamilie
von verschiedenen internationalen Medien an den Pranger gestellt wurde.

http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/saudi-arabia-executions-kingdom-to-...

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Es ist wohl so weit, dass dies in den Aufmerksamkeitsbereich der Bevölkerung kommen soll. Genauso wie die Erdogan-Geschäfte mit dem IS. Aller Wahrscheinlichkeit nach geht es um eine "Neuordnung" der Region. Beiträge dazu gab es hier im Forum bereits genug. "Neue" Landkarten waren auch dabei. Die ganze "Kopf-ab-Oper" der ISIS ist medial hinreichend vermarktet worden. Die Bevölkerung kann sich inzwischen vorstellen, was das bedeutet: Kopf ab! Nun wirken entsprechende Informationen über das dortige Königshaus ohne weiteren medialen Hintergrund!

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Ich bin hier sehr unschlüssig

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 02.12.2015, 19:32 vor 3718 Tagen @ azur 1924 Views

Natürlich hast Du recht, was die Menschenrechte betrifft. Aber es gibt ein großes "aber":

Warum fängt man gerade jetzt an, sich darum zu kümmern? Gab es vor 20 oder 30 Jahren vielleicht keine Hinrichtungen von politischen Gegnern? Wie wars mit den Taliban? Da hat man sie (hauptsächlich von Seiten der Amis)hoffiert, solange sie gegen Rußland kämpften, hat sie mit Waffen versorgt. Nun hat sich der Spieß umgedreht, - nun bekämpft man sie.

Wie wars mit Hussein? Als er gegen den Iran in den Krieg zog, da war er den Amis recht. Als er anfing, eigene Wege zu gehen, insbesonders bei der Verrechnug mit dem Öl, dann war der Bock fett. Bei Ghaddafi wars ähnlich, , Mubarak, Assad, usw.

Gut beschrieben in der Leseprobe von "Die Chance" von Niko Nik, Seite 81 + 82.

Einmal wars der Vorwand von Massenvernichtungswaffen, dann wieder was anderes, - aber jedes Mal Lügen. Was jedes Mal der Fall war, - es wurden revolutionäre Kräfte von außen eingeschleust und unterstützt. Was blieb, - das war jedes Mal verbrannte Erde.

Nun hat man den Nahen Osten resp. die arabische Halbinsel fast fertig. Was blieb, sind die VAR, Saudi-Arabien, die Golfstaaten und natürlich der Jemen. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es wieder der Anfang ist, mit dem Argument der vorgeschobenen Menschenrechte. In Wirklichkeit gehts um was ganz anderes. Aber das stellt sich erst später heraus.

Möglicherweise gehts ums Öl, - um politischen Einfluß, - wer weiß das schon. Dazu eine Ergänzung mit einem Ziztat von Egon Bahr:
"In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt." am 3. Dezember 2013 vor Schülern in der Ebert-Gedenkstätte Heidelberg

Hätten die Amis nicht im Nahen Osten aufgemischt, hätten wie heute kein Asylantenproblem. So einfach sehe ich das.

Generell vertrete ich im Gegensatz zur Gutmenschenpolitik folgende These:

Jedes Land hat die Politiker, die es verdient, - denn sie kommen nicht von einem andern Stern, sondern immer aus dem Volk selbst. So wie das Volk ist, so sind auch seine Politiker.

Wenn es Kulturen gibt, die durch Jahrhunderte eine uns fremde soziale Struktur praktiziert haben und diese gewöhnt sind, dann hat kein anderer Staat das Recht, das aus irgendeinem Vorwand heraus beenden zu wollen. Wenn die islamistischen Länder eine Scharia wollen, so laßt sie doch in Ruhe.

Wenn das Volk einmal eine Änderung will, dan wird es diese herbeiführen. Wenn es nicht durch uns geläufige demokratische Regeln geht, dann durch eine Revolution, die aber von innen herauskommt, direkt aus dem Volk, und nicht von außen aufgepropft wird. Das, was aus dem Volk entsteht, das hat auch eine Chance auf Zukunft, - weil dann Ideale dahinterstehen und keine Interessen, sowie es beim Einwirken von außen der Fall ist.

Deshalb lehne ich alles ab, was von außen unter dem Vorwand der Dämokratie in irgendeinem Land etwas verändern soll. Wenn wir mit irgendwas nicht einverstanden sind, dann können wir den Handel beschränken, oder andere Dinge, - aber mit militärischen Mitteln irgendwo einzuwirken, - direkt oder indirekt, - das kann nur in die Hose gehen. Was wir heute in Europa erleben, ist das Ergebnis davon.

Was die Ehrlichkeit beim Argumentieren mit Menschenrechten betrifft, - da kann man sich ein gutes Schauspiel bei den Chinesen betrachten. Ich lach mir immer einen Ast, wenn ich das Gemerkel beim Staatsbesuch in Peking sehe.

Nochmal zu Saudi-Arabien: Die haben vor 100 Jahren geköpft, und auch vor 50 Jahren, und heute tun sie es auch. Wer hat sich darüber 1973 u. 1974 aufgeregt, als man auf den deutschen Autobahnen Fahrrad fahren durfte? Für diejenigen, die das nicht erlebt haben, ein link:

http://www.welt.de/regionales/hamburg/article122171969/Oelkrise-1973-Leere-Tanks-und-le...

Wenn sich die Kerle nun herausnehmen, in Deutschland hunderte von Moscheen bauen zu wollen, dann sind nicht die Saudis schuld, sondern die Hornochsen, die mal öffentlich behauptet haben - " der Islam gehört zu Deutschland".

Man stelle sich das umgekehrt vor: Die Saudis würden behaupten, die christliche Religion wäre ein Teil Saudi-Arabiens. Was würde denn dann passieren? Dann würde nicht nur der Papst, sondern auch die Diözesen in Deutschland sowie die EKD ganz schnell und ganz tief in ihr Schatzkästchen greifen und alles tun, dass soviel wie nur möglich Kirchen und Klöster in dem arabischen Land gebaut werden,- von Missonaren erst gar nicht zu sprechen.

Um offen zu sein: ich versuche, mich, was die Politik und auch andere Dinge betreffen, soweit es geht, an der Wahrheit zu orientieren. Dafür nehme ich auch in Kauf, dass dort weiter geköpft wird. Wenn die Amis aus ihrem Blickwinkel heraus die Politik der Saudis nicht mehr befürworten, dann ist das für mich kein Grund, auf die Straße zu gehen.

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