Ganz anderes Thema: 1. Advent

helmut-1 @, Siebenbürgen, Sonntag, 29.11.2015, 07:06 vor 3720 Tagen 9622 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 29.11.2015, 20:18

Klar stellt sich die berechtigte Frage, was dieses Thema hier zu suchen hat, - wo man sich über Politik und Wirtschaft unterhält.

Ich denke, es hat auch hier was zu suchen. In dieser Zeit, nicht wissend, was sie uns bringt, in einer Zeit, die uns seit der 2. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts nach einem anfänglichen Aufwärtstrend von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer mehr abverlangt, eine Zeit, die uns alle ins Hamsterrad hineinpresst, damit wir erst gar nicht zum Nachdenken kommen, in dieser Zeit, wo wir im Hinterkopf Angst vor der Zukunft verspüren, in dieser Zeit haben wir lange schon vergessen, dass „weniger“ oft „mehr“ sein kann.

Advent war vom christlichen Sinn her die Zeit der Erwartung. Worauf man wartet, das war die Geburt des Erlösers. Nun haben sich mittlerweile viele schon von der christlichen Tradition abgewandt, - aus den unterschiedlichsten Gründen. Beim Einen lässt es die Zeit nicht zu, beim Andern war's die Kritik am Verhalten der Kirche, beim Dritten war's die Änderung seiner persönlichen Überzeugung, - usw.

In Anbetracht der täglichen Ereignisse in Europa wäre es gut, wenn sich wenigstens diejenigen, die irgendwann mal christlich getauft wurden, der Werte besinnen, die früher einmal das Fundament unserer Gesellschaft gebildet haben. Ob man das aus tiefster religiöser Überzeugung tut oder einfach aus dem Grund, um in einer vom Islam zunehmend beeinflussten Gesellschaft zu demonstrieren, dass man da andere Ansichten vertritt, - die Bandbreite ist groß und bleibt jedem selbst überlassen.

Aber zum Beginn des Advents kommen noch andere Überlegungen hinzu. Gerade den selbständig Tätigen erscheint diese Zeit wie eine Art von „count-down“. Man unterliegt dem vermeintlichen Zwang, noch dies oder das unbedingt vor Weihnachten erledigen zu müssen. Das wiederum bewirkt letztendlich, dass man sich regelmäßig mit hängender Zunge und schweißgebadet am Heiligen Abend unter den Weihnachtsbaum setzt.

Jahr für Jahr habe ich mir vorgenommen, dieses Kesseltreiben für mich und meine Familie zu beenden. Das letzte Jahr ist es mir gelungen, schon drei Tage vor dem Weihnachtsfest den berühmten Schlüssel herumzudrehen; - ich wertete das als persönlichen Erfolg. Dieses Jahr beginne ich bereits jetzt damit, zu sortieren, was ich wirklich, um Schaden für den Betrieb und die Familie abzuwenden, im Dezember noch erledigen muss und was ich auch getrost in den Januar verschieben kann.

Leider gehöre ich nicht zu der Art von Menschen, die bereits Wochen vor Weihnachten den Weihnachtsbaum zuhause aufstellen und denselben spätestens zum Jahresende wieder entfernen. Für mich und meine Familie existiert noch die alte Tradition meiner Kindheit, dass die Weihnachtstanne ein bis zwei Tage vor Weihnachten frisch geschlagen und am 24. Dezember geschmückt wird. Dafür steht aber dieses Symbol der Weihnachtszeit sechs Wochen lang bis zum 2. Februar. Gut, diese Möglichkeit hat nicht jeder.

Aber Advent und Weihnachten bedeutet für mich auch noch etwas anderes. Meine Kinder sind erwachsen, nur der Jüngste lebt noch bei uns. Deshalb haben wir schon seit mehreren Jahren damit begonnen, die
Weihnachtsausgaben spürbar herunterzuschrauben. Klar geht das in Familien, wo man kleine Kinder hat, wenn überhaupt, dann nur bedeutend schwieriger als bei Erwachsenen. Auch mir ist es schwergefallen, gegen diese Einbildung anzukämpfen, dass man sich erbärmlich fühlt, wenn man für den nächsten Angehörigen zu Weihnachten kein Geschenk besorgt hat. Aber ich denke, dass wir es in diesem Jahr schaffen werden, ohne die üblichen Geschenke auszukommen,- und damit meine ich die Waren, die man anfassen kann. Irgendwie bin ich draufgekommen, dass es ganz andere Geschenke gibt, die man eben nicht anfassen kann, und die viel mehr Gewicht im Leben haben.

Um das besser zu verdeutlichen, zwei links für einschlägige Videos. Das erste ist eine rumänische Produktion, - aber es ist mit englischen Untertiteln versehen:

https://www.facebook.com/asociatiasocialart/videos/1197351300291837/

Das zweite ist ein bekanntes Lied von Udo Jürgens:

https://www.youtube.com/watch?v=kUAGVr1HceM

Wenn man sich diese beiden Videos angesehen hat, dann weiß man genau, was ich meine und warum ich das so meine, was ich anschließend sage. Einer der kostbarsten Faktoren in unserem Leben ist die Zeit. Insbesonders die Zeit, die man sich für andere nimmt, die einem wichtig sind. Spät, aber vielleicht doch nicht zu spät, habe ich das begriffen.

Ich werde also dieses Jahr in keine Geschäfte laufen, um irgendwas zu kaufen, das man sowieso nicht braucht und das bestenfalls in irgendeiner Schublade landet. Aber auch das, was man braucht und sowieso angeschafft hätte, wie der typische neue Staubsauger zu Weihnachten für die Frau des Hauses, - auch das wird ausfallen. Meine Familie wird das – gemäß unserer Absprache – genauso tun.

Aber ich werde mir bedeutend mehr Zeit für die Familie nehmen. Meine Frau werde ich gerade in dem unterstützen, was in der Weihnachtszeit vermehrt anfällt, in der Küche und im Haus, damit nicht alles auf ihren Schultern liegt. Damit wir auch Zeit für uns haben und zusammen das unternehmen können, was ihr gefällt. Mit meinem Jüngsten werde ich mich sicher mehr als in den vergangenen Jahren zum Schifahren einfinden, - hoffentlich spielt das Wetter mit. Von der Schwiegermutter werde ich mir das alte Gelaber anhören, das ich schon in- und auswendig kenne, und trotzdem einen freundlichen Blick aufsetzen.

Natürlich habe ich da kein gutes „Geschäft“ gemacht, wenn man das von der finanziellen Seite aus betrachten will. Die vorgenannten Freizeitaktivitäten kosten ja um einiges mehr, als es ein raffiniert ausgesuchtes Geschenk in einem Diskount-Laden kosten würde. Aber die „Zeit“ ist nun mal ein teurer Faktor, und die daraus resultierende „Zufriedenheit“ ist einfach unbezahlbar.

Nebeneinander der Religionen

Falkenauge @, Sonntag, 29.11.2015, 09:53 vor 3720 Tagen @ helmut-1 4567 Views

In der Adventszeit können sich die Gedanken auch auf das notgedrungene Nebeneinanderleben der Religionen, des Christentums, des Islam, des Judentums usw. besinnen. Wie könnten sie am besten miteinander auskommen?

Lessing hat mit seinem Drama "Nathan der Weise" dieses Thema, wie ich meine, vorbildlich behandelt. Es lohnt sich, sich damit mal wieder zu befassen, wie es hier geschieht.

Nebeneinander der Religionen gibt es nicht und hat es noch nie gegeben

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 29.11.2015, 10:53 vor 3720 Tagen @ Falkenauge 4683 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 29.11.2015, 11:03

Lessing hat mit seinem Drama "Nathan der Weise" dieses Thema, wie ich
meine, vorbildlich behandelt. Es lohnt sich, sich damit mal wieder zu
befassen, wie es
hier
geschieht
.

Nebeneinander der Religionen wird erst dann denkbar, wenn, wie ab der Zeit Lessings, das religöse Empfinden nachlässt und die Religion zu reinem Kolorit wird.


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Wunsch

Falkenauge @, Sonntag, 29.11.2015, 11:14 vor 3720 Tagen @ Mephistopheles 4308 Views

Nebeneinander der Religionen wird erst dann denkbar, wenn, wie ab der Zeit
Lessings, das religöse Empfinden nachlässt und die Religion zu reinem
Kolorit wird.

Gruß Mephistopheles

Dass die Religion zu reinem Kolorit wird, mag der Wunsch von "Mephistopheles" sein, und ist es durch seine Einwirkungen auf das menschliche Bewusstsein auch für viele geworden. Aber für andere wird sie durch ein bewusstes Hineinführen der wissenschaftlichen Erkenntnis in das Übersinnliche erhöht werden.

Schelling formulierte dies geradezu als eine Aufgabe des deutschen Geistes:
„Die deutsche Nation strebt mit ihrem ganzen Wesen nach Religion, die mit Erkenntnis verbunden und auf Wissenschaft begründet ist. … Wiedergeburt der Religion durch die höchste Wissenschaft, dieses ist eigentlich die Aufgabe des deutschen Geistes, das bestimmte Ziel aller seiner Bemühungen.“

Gruß
Falkenauge

Das war zu erwarten ;-)

nereus @, Sonntag, 29.11.2015, 11:44 vor 3720 Tagen @ Mephistopheles 4499 Views

Hallo Meph!

Du schreibst: Nebeneinander der Religionen wird erst dann denkbar, wenn, wie ab der Zeit Lessings, das religiöse Empfinden nachlässt und die Religion zu reinem Kolorit wird.

Ach was.

Das Nebeneinander wird dann normal sein, wenn alle merken, daß sie ein und dieselbe Entität „betrachten“, nur schauen manche von vorne darauf, manche von hinten, andere von der Seite, von unten oder von oben und erlangen so immer ein anderes Bild und meinen, das Objekt der „Begierde“ wäre abweichend oder ein komplett Anderes.
Und dann gibt es noch welche, die meinen, diese Entität existiere überhaupt nicht.
Hier ist die Verwirrung besonders groß. [[freude]]

Wenn dieses Chaos im Denken vorüber ist, dann ist aus den interpretationsbedürftigen Bildern etwas allgemein Verständliches geworden.

Grüße in die Hölle, [[zwinker]]
nereus

Religion und Krieg

nemo, Sonntag, 29.11.2015, 12:06 vor 3720 Tagen @ nereus 4397 Views

bearbeitet von nemo, Sonntag, 29.11.2015, 12:10

Das Nebeneinander wird dann normal sein, wenn alle merken, daß sie ein
und dieselbe Entität „betrachten“, nur schauen manche von vorne
darauf, manche von hinten, andere von der Seite, von unten oder von oben
und erlangen so immer ein anderes Bild und meinen, das Objekt der
„Begierde“ wäre abweichend oder ein komplett Anderes.
Und dann gibt es noch welche, die meinen, diese Entität existiere
überhaupt nicht.
Hier ist die Verwirrung besonders groß. [[freude]]

Wenn dieses Chaos im Denken vorüber ist, dann ist aus den
interpretationsbedürftigen Bildern etwas allgemein Verständliches
geworden.


Hallo Nereus,

Ja. Der Witz ist, dass die esoterischen Denkschulen des Christentums,
der Sufis und der Buddhisten im Wesentlichen übereinstimmen und
in gar keinem Widerspruch stehen. Einige dieser Lehren verbinden
auch all diese Traditionen, wie z.B. die Theosophie.

Ab einer bestimmten Ebene geht es nicht mehr um die Lehrsätze,
sondern nur noch um die Entwicklung eines Verständnisses.

Daher glaube ich auch, dass das Problem nicht in den verschiedenen
Religionen und Glaubenssätzen liegt, sondern auf einer anderen Ebene.
Wie Heinsohn es darlegt, geht es ganz banal um die Ressourcen –
und nicht um Glaubenskriege. Diese werden nur als Grund
vorgeschoben.


Gruß
nemo

Wie wahr

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 02.12.2015, 00:11 vor 3717 Tagen @ nemo 3014 Views

Daher glaube ich auch, dass das Problem nicht in den verschiedenen
Religionen und Glaubenssätzen liegt, sondern auf einer anderen Ebene.
....... Diese werden nur als Grund vorgeschoben.

Ganz typisches Beispiel - Nordirland.

Soll mir keiner erzählen, dass sich Protestanten oder in diesem Falle Anglikaner mit den Katholiken nicht vertragen. In anderen Ländern schlagen sie sich ja auch nicht die Köpfe ein.

Ja, wenn alle Fellachen geworden sind

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 29.11.2015, 14:27 vor 3720 Tagen @ nereus 4113 Views

Hallo Meph!

Du schreibst: Nebeneinander der Religionen wird erst dann denkbar,
wenn, wie ab der Zeit Lessings, das religiöse Empfinden nachlässt und die
Religion zu reinem Kolorit wird.

Ach was.

Das Nebeneinander wird dann normal sein, wenn alle merken, daß sie ein
und dieselbe Entität „betrachten“, nur schauen manche von vorne
darauf, manche von hinten, andere von der Seite, von unten oder von oben
und erlangen so immer ein anderes Bild und meinen, das Objekt der
„Begierde“ wäre abweichend oder ein komplett Anderes.
Und dann gibt es noch welche, die meinen, diese Entität existiere
überhaupt nicht.
Hier ist die Verwirrung besonders groß. [[freude]]

Wenn dieses Chaos im Denken vorüber ist, dann ist aus den
interpretationsbedürftigen Bildern etwas allgemein Verständliches
geworden.

Was Urvölker und Fellachenvölker erleben, ist jenes oft genannte zoologische Auf und Nieder, ein planloses Geschehen, bei dem ohne Ziel und ohne bemessene Dauer sich sehr vieles und in einem bedeutenden Sinne zuletzt doch nichts ereignet.


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Eschatologische Paradieskonzepte von Urvölkern und Fellachen:

Orodara @, Sonntag, 29.11.2015, 19:46 vor 3720 Tagen @ Mephistopheles 3737 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 29.11.2015, 19:50

Was Urvölker und Fellachenvölker erleben, ist jenes oft genannte
zoologische Auf und Nieder, ein planloses Geschehen, bei dem ohne Ziel und
ohne bemessene Dauer sich sehr vieles und in einem bedeutenden Sinne
zuletzt doch nichts ereignet.

Nein, sie gehen ins Paradies ein, ohne ihre Mitmenschen gemordet und die Erde zerstört zu haben.

Die anderen tun weder das Eine noch das Andere davon.

Ganz sicher

Mephistopheles @, Datschiburg, Montag, 30.11.2015, 11:45 vor 3719 Tagen @ Orodara 3406 Views

Nein, sie gehen ins Paradies ein, ohne ihre Mitmenschen gemordet
und die Erde zerstört zu haben.

Die anderen tun weder das Eine noch das Andere davon.

Ganz sicher werden sie das, ins Paradies eingehen, wenn sie ihre Mitmenschen im Interesse ihrer neuen Herren morden, statt in ihrem eigenen Interesse, und die Erde zerstören im Interesse ihrer neunen Herren, statt in ihrem eigenen Interesse.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Verneinung

Orodara @, Dienstag, 01.12.2015, 19:00 vor 3718 Tagen @ Mephistopheles 3144 Views

Ich sagte "ohne", nicht "mit", aber "Mephistophelesse" verneinen wohl gern.

Nein, sie gehen ins Paradies ein, ohne ihre Mitmenschen gemordet
und die Erde zerstört zu haben.

Die anderen tun weder das Eine noch das Andere davon.


Ganz sicher werden sie das, ins Paradies eingehen, wenn sie ihre
Mitmenschen im Interesse ihrer neuen Herren morden, statt in ihrem eigenen
Interesse, und die Erde zerstören im Interesse ihrer neunen Herren, statt
in ihrem eigenen Interesse.

Gruß Mephistopheles

Nebeneinander von Religionen

Leserzuschrift @, Montag, 30.11.2015, 13:28 vor 3719 Tagen @ Mephistopheles 3386 Views

Während des Bosnienkrieges war ein Flüchtlingskind in der Klasse meiner Tochter. Nach Endes des Krieges ist sie in ihre Heimat zurückgekehrt. Beide sind bis heute gut befreundet und haben sich gegenseitig oft besucht. In Sarajewo standen/stehen auf engstem Raum verschiedene christliche Kirchen, Moscheen, Synagogen nebeneinander. Mit dem Krieg wurden aus dogmatischen Gründen plötzlich interkonfessionelle Familien auseinander gerissen. –
Malaysia ist ein Land, in dem Malaien, Chinesen und Inder offensichtlich problemlos nebeneinander leben.

Was ich damit sagen will: Ein religiöses bzw. kulturelles Neben- bzw. Miteinander ist durchaus möglich, wenn es nicht durch politische Interessen gestört wird – das Menschlichste sind menschliche Gefühle, bis Politik sich einmischt.

Gruß
Helmut

Die Politik

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 02.12.2015, 00:15 vor 3717 Tagen @ Leserzuschrift 3092 Views

wird in der Regel nur als Mittel zum Zweck benützt. Und zwar zum Erlangen oder zum Erhalt der Macht.

Letztere ist die Droge, unter der die Menschheit zu leiden hat.

Lauf, Junge, die "Zeit" rennt davon...

satsangi @, Sonntag, 29.11.2015, 19:11 vor 3720 Tagen @ helmut-1 4414 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 29.11.2015, 19:34

Hallo

Jede/r hat in diesem Leben eine bestimmte Anzahl Atemzüge, nutze die "Zeit" sinnvoll.

Religionen sind - und waren immer - ein Machtinstrument der ELITEN.

Eine Religion wird im Laufe der Zeit gegen eine andere ausgespielt, je nachdem, wie die Lage liegt.
Das "Kali-Yuga", oder das Eiserne Zeitalter will es so.

Nicht nur indische Texte aus der Antike verweisen auf die Abfolge verschiedener Zeitalter, beginnend mit einem „goldenen“ bis hin zum „dunklen“, in dem wir uns mittlerweile befinden sollen.
Als Kriterien für das Kali-Yuga gelten der Verfall von Moral, gestörte Beziehungen zwischen Menschen, Materialismus, Lüge und Verbrechen.

http://www.theintelligence.de/index.php/gesellschaft/philosophie-religion/2991-kali-yug...

Zu 99 % sind alle Menschen gleich, nur in der Hautfarbe sind wir verschieden.
Die meisten Menschen wollen keine Kriege, ausser einer kleinen, satanischen, psychopathischen Elite.

Die höchste Wissenschaft ist nicht die der Religionen!
Die Wissenschaft der Spiritualität ist immer gleich und unveränderlich, wir brauchen keine Religionen.

Der Karneval des Lebens tötet unser spirituelles Bewusstsein.

Gruss satsangi


Tägliches Zitat, 8. Juli 2015
Das Licht und der Klang in uns kann nicht zerstört werden, wie man äußere Materie zerstören kann. Es ist dauerhaft, unvergänglich, unveränderlich und ewig.
SANT RAJINDER SINGH

Janosch: Der Alte Mann und der Bär

Ötzi @, Sonntag, 29.11.2015, 23:19 vor 3720 Tagen @ helmut-1 3814 Views

Allen, die sich einsam oder niedergeschlagen fühlen in unserer rauher werdenen Welt, möge diese Geschichte ein Trost sein, wenn auch ohne Happy End.
https://www.youtube.com/watch?v=0heBFHGcDDw

Schönen 1. Advent wünscht allen DGF-Lesern

Ötzi

Weiße, warme oder kalte Weihnachten .

Olivia @, Montag, 30.11.2015, 10:47 vor 3719 Tagen @ helmut-1 3714 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 30.11.2015, 10:54

Jahr für Jahr habe ich mir vorgenommen, dieses Kesseltreiben für mich
und meine Familie zu beenden. Das letzte Jahr ist es mir gelungen, schon
drei Tage vor dem Weihnachtsfest den berühmten Schlüssel herumzudrehen;
- ich wertete das als persönlichen Erfolg. Dieses Jahr beginne ich
bereits jetzt damit, zu sortieren, was ich wirklich, um Schaden für den
Betrieb und die Familie abzuwenden, im Dezember noch erledigen muss und
was ich auch getrost in den Januar verschieben kann.

.............................

Den Weihnachtsstress habe ich bereits als junger Mensch abgeschafft. In den letzten Jahren wurde "Weihnachten" bescheiden gefeiert für die Tochter. Am zweiten Feiertag gab es ein großes Essen für die Freunde.

Dieses Jahr wird Weihnachten ganz ruhig gefeiert. Nur meine Tochter und ich, ein schönes Abendessen und ein schöner Wein.

Mir ging durch den Kopf, dass die Menschen in der Ukraine ohne Strom da sitzen und dass im vergangenen Jahr zwischen den Jahren (durch Wetterereignisse) auch in Westeuropa stromfreie Tage entstanden. Ich überlegte mir, wie die Menschen früher, ohne Strom, ohne Dämmung, ohne komfortable Heizung mit harten Wintern umgegangen sind. Ein harter Winter soll kommen, das meinen zumindest die Meteorologen. Was würden wir tun? Selbst unsere Schlafgewohnheiten richten sich daran aus, dass die Zimmer wohltemperiert sind und wir uns um nicht viel kümmern müssen. Mir fluteten mittelalterliche Bilder durch den Kopf. Kuperkessel, Schafsfelle, Kerzen und Feuerstellen.

Nun, ganz so schlimm würde es wohl nicht werden. Aber ich machte mich auf die Suche nach Schafsfellen. Das Internet bietet ja unendliche Möglichkeiten. Ich fand mich wieder mit einem Schafsfell und ein paar Stiefeln für meine Tochter. So bin ich über Umwege dann doch wieder beim weihnachtlichen Einkauf gelandet. Doch ich freue mich darüber. Sie friert leicht und ein Fell um Bett wird ihr gut tun. Gute Stiefel brauchte sie auch.

Für mich aber war das Surfen im Zusammenhang mit Schafen ein wunderbares Erlebnis. Das Auswählen des Felles führte mich zu den vielen unterschiedlichen Schafsrassen, die es in Europa gibt und die teilweise immer noch vom Aussterben bedroht sind. Im Internet kann sich jeder über die vielen, unterschiedlichen Rassen informieren und über die Züchter, die oft erst spät zu ihrer "Berufung" fanden. Ich habe gelernt, was für wunderbare Geschöpfe Schafe sind und wie lange sie dem Menschen bereits Wärme und Nahrung geben. Das Wundern und das Bewundern dieser sanften Tiere ist geblieben und irgendwo auch ein bißchen Demut. Viele der alten Arten dienen heute der Landschaftspflege und der Erhaltung der Artenvielfalt. Und: wer wußte schon, dass Deutschland das artenreichste Land Europas sein soll?

Eine frohe Vorweihnachtszeit.

--
For entertainment purposes only.

Ein paar Bilder zum Text und zum Träumen

Olivia @, Montag, 30.11.2015, 19:33 vor 3719 Tagen @ Olivia 4324 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 30.11.2015, 20:02

Schöne Tiere

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 02.12.2015, 00:07 vor 3717 Tagen @ Olivia 3129 Views

Interessanterweise haben sich auch hier in RO schon einige dieser besonderen Rassen angenommen.

Kriegt man teilweise auch hier als "Besonderheit" zu kaufen.

Ich habe langsam auch Lust, auszuwandern und Tiere zu züchten.

Olivia @, Mittwoch, 02.12.2015, 14:58 vor 3717 Tagen @ helmut-1 3101 Views

Interessanterweise haben sich auch hier in RO schon einige dieser
besonderen Rassen angenommen.

Kriegt man teilweise auch hier als "Besonderheit" zu kaufen.

.............

Wunderschön sind auch die Moorschnucken. Sie sind sehr klein, ihr Fleisch soll vorzüglich sein. Wobei ich vermutlich Probleme hätte, wenn ich sie persönlich kenne.... Es gibt auch wunderschöne alte Rassen, die im Gebirge bevorzugt wurden. Wiki hat eine ganze Liste, die man anklicken kann.

Was kostet eigentlich Land in Rumänien? Gibt es in der Gegend von Siebenbürgen etwas?
Wie sind generell die Gesetze? Eigentumserwerb? Meine Tochter spricht von Neuseeland. Kanada ist ihr zu kalt. Sie käme vermutlich rein. Ich werde mir mal wieder einen altbackenen Globus kaufen, damit ich das Ganze besser sehe.
In Spanien kann ich zumindest die Sprache und Südamerika reizt mich eigentlich nicht sehr. Die französischen Atomkraftwerke sind natürlich nahe. Aber da seid ihr in Rumänien ja wohl auch in bester Gesellschaft.

--
For entertainment purposes only.

Ergänzung: Youtube-Link anstelle Facebook-Link

Kostan @, Donnerstag, 10.12.2015, 11:55 vor 3709 Tagen @ helmut-1 2923 Views

Das berührt.
(ich habe mal beim Videolink noch einen dazugefügt.)
Kostan

Klar stellt sich die berechtigte Frage, was dieses Thema hier zu suchen
hat, - wo man sich über Politik und Wirtschaft unterhält.

Ich denke, es hat auch hier was zu suchen. In dieser Zeit, nicht wissend,
was sie uns bringt, in einer Zeit, die uns seit der 2. Hälfte des
vergangenen Jahrhunderts nach einem anfänglichen Aufwärtstrend von
Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer mehr abverlangt, eine Zeit, die uns alle ins
Hamsterrad hineinpresst, damit wir erst gar nicht zum Nachdenken kommen, in
dieser Zeit, wo wir im Hinterkopf Angst vor der Zukunft verspüren, in
dieser Zeit haben wir lange schon vergessen, dass „weniger“ oft
„mehr“ sein kann.

Advent war vom christlichen Sinn her die Zeit der Erwartung. Worauf man
wartet, das war die Geburt des Erlösers. Nun haben sich mittlerweile
viele schon von der christlichen Tradition abgewandt, - aus den
unterschiedlichsten Gründen. Beim Einen lässt es die Zeit nicht zu, beim
Andern war's die Kritik am Verhalten der Kirche, beim Dritten war's die
Änderung seiner persönlichen Überzeugung, - usw.

In Anbetracht der täglichen Ereignisse in Europa wäre es gut, wenn sich
wenigstens diejenigen, die irgendwann mal christlich getauft wurden, der
Werte besinnen, die früher einmal das Fundament unserer Gesellschaft
gebildet haben. Ob man das aus tiefster religiöser Überzeugung tut oder
einfach aus dem Grund, um in einer vom Islam zunehmend beeinflussten
Gesellschaft zu demonstrieren, dass man da andere Ansichten vertritt, - die
Bandbreite ist groß und bleibt jedem selbst überlassen.

Aber zum Beginn des Advents kommen noch andere Überlegungen hinzu.
Gerade den selbständig Tätigen erscheint diese Zeit wie eine Art von
„count-down“. Man unterliegt dem vermeintlichen Zwang, noch dies oder
das unbedingt vor Weihnachten erledigen zu müssen. Das wiederum bewirkt
letztendlich, dass man sich regelmäßig mit hängender Zunge und
schweißgebadet am Heiligen Abend unter den Weihnachtsbaum setzt.

Jahr für Jahr habe ich mir vorgenommen, dieses Kesseltreiben für mich
und meine Familie zu beenden. Das letzte Jahr ist es mir gelungen, schon
drei Tage vor dem Weihnachtsfest den berühmten Schlüssel herumzudrehen;
- ich wertete das als persönlichen Erfolg. Dieses Jahr beginne ich
bereits jetzt damit, zu sortieren, was ich wirklich, um Schaden für den
Betrieb und die Familie abzuwenden, im Dezember noch erledigen muss und
was ich auch getrost in den Januar verschieben kann.

Leider gehöre ich nicht zu der Art von Menschen, die bereits Wochen vor
Weihnachten den Weihnachtsbaum zuhause aufstellen und denselben spätestens
zum Jahresende wieder entfernen. Für mich und meine Familie existiert
noch die alte Tradition meiner Kindheit, dass die Weihnachtstanne ein bis
zwei Tage vor Weihnachten frisch geschlagen und am 24. Dezember geschmückt
wird. Dafür steht aber dieses Symbol der Weihnachtszeit sechs Wochen lang
bis zum 2. Februar. Gut, diese Möglichkeit hat nicht jeder.

Aber Advent und Weihnachten bedeutet für mich auch noch etwas anderes.
Meine Kinder sind erwachsen, nur der Jüngste lebt noch bei uns. Deshalb
haben wir schon seit mehreren Jahren damit begonnen, die
Weihnachtsausgaben spürbar herunterzuschrauben. Klar geht das in
Familien, wo man kleine Kinder hat, wenn überhaupt, dann nur bedeutend
schwieriger als bei Erwachsenen. Auch mir ist es schwergefallen, gegen
diese Einbildung anzukämpfen, dass man sich erbärmlich fühlt, wenn man
für den nächsten Angehörigen zu Weihnachten kein Geschenk besorgt hat.
Aber ich denke, dass wir es in diesem Jahr schaffen werden, ohne die
üblichen Geschenke auszukommen,- und damit meine ich die Waren, die man
anfassen kann. Irgendwie bin ich draufgekommen, dass es ganz andere
Geschenke gibt, die man eben nicht anfassen kann, und die viel mehr Gewicht
im Leben haben.

Um das besser zu verdeutlichen, zwei links für einschlägige Videos. Das
erste ist eine rumänische Produktion, - aber es ist mit englischen
Untertiteln versehen:

https://www.facebook.com/asociatiasocialart/videos/1197351300291837/

oder
https://www.youtube.com/watch?v=LG8azH0hda0


Das zweite ist ein bekanntes Lied von Udo Jürgens:

https://www.youtube.com/watch?v=kUAGVr1HceM

Wenn man sich diese beiden Videos angesehen hat, dann weiß man genau, was
ich meine und warum ich das so meine, was ich anschließend sage. Einer der
kostbarsten Faktoren in unserem Leben ist die Zeit. Insbesonders die Zeit,
die man sich für andere nimmt, die einem wichtig sind. Spät, aber
vielleicht doch nicht zu spät, habe ich das begriffen.

Ich werde also dieses Jahr in keine Geschäfte laufen, um irgendwas zu
kaufen, das man sowieso nicht braucht und das bestenfalls in irgendeiner
Schublade landet. Aber auch das, was man braucht und sowieso angeschafft
hätte, wie der typische neue Staubsauger zu Weihnachten für die Frau des
Hauses, - auch das wird ausfallen. Meine Familie wird das – gemäß
unserer Absprache – genauso tun.

Aber ich werde mir bedeutend mehr Zeit für die Familie nehmen. Meine
Frau werde ich gerade in dem unterstützen, was in der Weihnachtszeit
vermehrt anfällt, in der Küche und im Haus, damit nicht alles auf ihren
Schultern liegt. Damit wir auch Zeit für uns haben und zusammen das
unternehmen können, was ihr gefällt. Mit meinem Jüngsten werde ich mich
sicher mehr als in den vergangenen Jahren zum Schifahren einfinden, -
hoffentlich spielt das Wetter mit. Von der Schwiegermutter werde ich mir
das alte Gelaber anhören, das ich schon in- und auswendig kenne, und
trotzdem einen freundlichen Blick aufsetzen.

Natürlich habe ich da kein gutes „Geschäft“ gemacht, wenn man das
von der finanziellen Seite aus betrachten will. Die vorgenannten
Freizeitaktivitäten kosten ja um einiges mehr, als es ein raffiniert
ausgesuchtes Geschenk in einem Diskount-Laden kosten würde. Aber die
„Zeit“ ist nun mal ein teurer Faktor, und die daraus resultierende
„Zufriedenheit“ ist einfach unbezahlbar.

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