Das Heil der Hinweise
Salut Monterone,
Es ist Dir gelungen, in idealer Weise zu verwirklichen, was ich erreichen
möchte und mir so selten gelingt:Die Leute dazu bringen, meine Beiträge, vor allem aber die
Literaturhinweise als Anregungen aufzugreifen und etwas ganz Eigenes draus
zu machen, etwas sehr Persönliches, was ich gar nicht könnte, und das in
jeder Zeile den individuellen Geist des betreffenden Schreibers verrät,
wie in dem Fall Deinen.
Danke für die Blumen. Ich fand es sehr interessant - einmal, weil Bloy wirklich schreiben kann und mich so etwas immer anspricht und zum anderen, weil es sich für mich (wieder mal) als klassischer Casus eines Falles (man verzeihe mir den plumpen Wortwitz) herausstellte, in dem jemand an den Pranger gestellt wird und sich bei einem Einarbeiten in den Hintergrund bzw. in das Geschriebene herausstellt, dass da gewisse Spielchen gespielt werden.
Hohmann, Dieudonné, Jenninger, Pirincci und die Vorgänge um viele weitere Zeitgenossen zeigen immer dasselbe Spiel: Etwas aus dem Kontext reißen, etwas verkürzt wiedergeben, ein großes Geschrei und "Ach wie schlimm", was sich bei näherem Hinsehen als nicht angebracht herausstellt. Cui bono? Außerdem wird mir immer klarer, dass die "kleinen Dinge" (und der Fall Bloy war ja nun eher klein) Spiegel größerer Machenschaften sind.
Die beiden Interpretationen von Léon Bloy und weiterer Autoren wären
dann Ausgangspunkt neuer und vertiefender Diskussionen.Das scheitert jedesmal daran, weil abgesehen von wenigen Ausnahmen keiner
liest, und alle glücklich sind, von der Wiege bis zur Bahre mit
Anglosch... abgefüttert zu werden.
Leider ist da wohl was dran. Es hat halt kaum noch einer Zeit und Muße (die man braucht), um sich mit intelligenten Texten zu beschäftigen (scheint mir). Aber lasse doch bitte in Deinem Bemühen nicht nach - manches Samenkorn mag auf guten Boden fallen und "hundertfache Frucht" hervorbringen. Und: Der Ton macht die Musik.
Monterone
LG
K_v_S
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Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin