Merkel hat bei Rede zu Frankreich und IS einen guten Witz gemacht

Brendan @, Mittwoch, 25.11.2015, 11:51 vor 3723 Tagen 6698 Views

"Wir haben die Finanzkrise gelöst, wir haben die Eurokrise gelöst", so Merkel.

Diesen Satz hat Merkel heute bei einer Generaldebatte zur Flüchtlingspolitik geäußert.
Jeder, der einigermaßen gut informiert ist, weiß genau, dass keine von den beiden Baustellen erledigt ist und jede einzelne das Potential besitzt uns auf die Bretter zu legen.
Weniger gut informierte Menschen, die den MSM noch immer Vertrauen schenken, glauben solche Sätze natürlich unbesehen.

Nebenbei:
- Deutschland will sich stärker in Mali und Afghanistan engangieren.
Fragt sich nur mit welchem Gerät?
Vielleicht bei den USA ausleihen. Die scheinen ja genug zu haben.

- In der EU soll es Visafreiheit für die Türkei geben.


http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-11/generaldebatte-fluechtlingspolitik-terror-angela-merkel

--
Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.

Abraham Lincoln

nichts Neues

Kaladhor @, Münsterland, Mittwoch, 25.11.2015, 12:02 vor 3723 Tagen @ Brendan 4667 Views

Hat doch die Tage schon mal jemand hier von den Zuständen in Berlin berichtet -> http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=383498

Die Leutchen in der Berliner Republik sind derart tief in ihrer eigenen Realität verstrickt, da kann man sicherlich ganz getrost die Hoffnung fahren lassen, dass die dort jemals herausfinden werden.

Es stellt sich also mehr und mehr heraus, dass wir von Menschen "regiert" werden, die fernab jeglicher Realität leben.....auch das erinnert stark an die letzte Zeit in der DDR, wo das ZK auch in seiner eigenen Realität gelebt hat.

Gruß,
Kaladhor

--
Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

ein flüchtiger Blick auf Börsenindizes

SevenSamurai @, Donnerstag, 26.11.2015, 01:21 vor 3723 Tagen @ Brendan 3351 Views

"Wir haben die Finanzkrise gelöst,

Ein flüchtiger Blick auf Börsenindizes (DAX, Dow Jones, NASDAQ, Nikkei) lässt aber durchaus diese Sichtweise zu.

Was hat Buffet 2009 gesagt?

Liebe Landsleute, kauft Aktien!

Und dann kam der bislang am längsten anhalten Aktienboom aller Zeiten. Der DAX und Dow Jones haben alle Rekorde gebrochen. Und es geht seit Anfang 2009 nur aufwärts, aufwärts. Und hier im Forum wird ja prognostiziert, dass es noch viel weiter rauf geht.

Was soll man also denken, wenn man diese Aussage hört?

(Man sagt sogar, dass die Börse die wirtschaftliche Entwicklung abbildet. Siehe z.B. niedrige Arbeitslosigkeit, weil die Wirtschaft boomt. Und die Autos werden immer grösser und teurer und gehen trotzdem weg wie warme Semmeln. Auch in den USA werden Riesen-SUVs verkauft, da der Kraftstoff so schön günstig ist.

Erklärt bitte einmal dem einfachen Mann, was daran nicht "Finanzkrise gelöst" ist!

wir haben die Eurokrise gelöst", so Merkel.

Das ist natürlich Humbug. Denn dann hätte der Euro gegenüber dem Dollar und dem GBP zulegen MÜSSEN.

--
Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

Kriegswirtschaft

rattrap @, Donnerstag, 26.11.2015, 06:09 vor 3722 Tagen @ SevenSamurai 3303 Views

Naja, es klappt wirklich alles wunderbar seit 2009.

Aber die Erfolge beruhen auf Monetisierung von Schulden, und die fuehrt eben frueher oder später in den Krieg.

Gruesse.

--
it's a rat trap Judy, and you've been caught!

Anstieg der Indices liegt einzig und allein am billigen Geld

Brendan @, Donnerstag, 26.11.2015, 08:22 vor 3722 Tagen @ SevenSamurai 2955 Views

Hallo SevenSamurai,

Mag schon sein, dass der DAX seit knapp einem Jahr auf Höhenflug ist.
Wenn Du genau hinsiehst, wirst Du aber - ebenso wie ich - folgendes bemerken:
Zwischen dem 15.September 2008 und dem billigen Geld waren die Börsen meistens auf Seitwärtsbewegung getrimmt.
Dieser raketenhafte Anstieg des DAX begann erst, als die EZB ihre Geldschleusen öffnete, um die zu niedrige Inflation zu bekämpfen.
Tatsächlich tut sie genau das Gegenteil, da sie die wahren Ursachen für die niedrige Inflationsrate verkennt (niedriger Privatkonsum, Bürger halten ihr Geld zusammen).
Und die Banken tun bestenfalls zehn Prozent des Geldes an die Wirtschaft weitergeben, wie es eigentlich gedacht war.
Stattdessen wiederholt sich die Geschichte der 1920er - der "Roaring twenties" - als es sehr billige Kredite gab, mit denen die Banken damals wie heute an den Börsen zockten.
Das Endergebnis ist uns allen bekannt und wird auch dieses Mal so sein.
Allerdings könnte der Kater nach der Party erheblich größer werden, da mit weitaus größeren Summen gespielt wird und nicht nur eine handvoll Nationen, sondern die ganze Welt betroffen ist.
Mit der realwirtschaftlichen Entwicklung haben und hatten die Börsen noch nie etwas zu tun.

Tschau,
Brendan

--
Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.

Abraham Lincoln

genau meine Vermutung

Kaladhor @, Münsterland, Donnerstag, 26.11.2015, 09:03 vor 3722 Tagen @ Brendan 2969 Views

Der Höhenflug der Leitindizes ist meiner Meinung nach tatsächlich nur durch die Unmengen an Geld zu erklären, aber sicherlich nicht aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtlage.
Sieht man sich nämlich die Rohstoff-Charts und insbesondere den Baltic Dry Index an, dann wandelt sich das Bild ganz gewaltig. Dort gibts seit geraumer Zeit nur noch eine Bewegungsrichtung: abwärts.

Wir können also festhalten, dass an den Märkten derzeit eine Blase unvorstellbaren Ausmaßes erzeugt wird. Die Frage die bleibt ist: Wann platzt sie?

Gruß,
Kaladhor

--
Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

Du hast den Nobelpreis verdient ;)

pigbonds @, Donnerstag, 26.11.2015, 10:42 vor 3722 Tagen @ Kaladhor 3177 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 26.11.2015, 10:48

Der Höhenflug der Leitindizes ist meiner Meinung nach tatsächlich nur
durch die Unmengen an Geld zu erklären, aber sicherlich nicht aufgrund der
wirtschaftlichen Gesamtlage.
Sieht man sich nämlich die Rohstoff-Charts und insbesondere den Baltic
Dry Index
an, dann wandelt sich das Bild ganz gewaltig. Dort gibts seit
geraumer Zeit nur noch eine Bewegungsrichtung: abwärts.

Die meisten Nobelpreise für Ökonomie wurden für Ideen vergeben, die an Theorien
anknüpfen, die so etwas eigentlich auschliessen:

Geldmenge rauf und Rohstoffpreise runter sollte es nicht geben.

Also müssten die Nobelpreise nun an solche Wissenschaftler vergeben werden, die
solche Bewegungen erklären können, z.B. an Leute aus der Eigentumsökonomik oder
dem Debitismus.

Die Erklärung ist simpel. Sowohl Rohstoffproduzenten wie Transportunternehmen sind
verschuldet und müssen produzieren/transportieren ansonsten droht die Sanierung.

Verschulden bedeutet Investieren, d.h. es wurde gleichzeitig zuviel investiert nun
gibt es Überkapazitäten und da diese bekannt sind, werden Investitionen hinuntergefahren.

Damit kontrahiert sich der Markt noch mehr und der Wettbewerb nimmt zu, bis genügend
Unternehmen saniert, übernommen oder liquidiert worden sind.

Ich hatte vor einiger Zeit die Idee 5 Kohle und 5 Tanker Titel zu kaufen, die alle
rund 90% gefallen waren. Ich spekulierte darauf, dass je 4 Unternehmen aus dem Markt
ausscheiden würden, dafür je 1 überleben könnte und locker das Potential zur Verzehnfachung
hätte.
Momentan sieht es nicht danach aus, als ob dies funktionierte, die meisten Unternehmen
stecken nun in Sanierungen drin, d.h. als Aktionär wird man im besten Fall extrem
verwässert und die Anleihen-Gläubiger werden nun die neuen Aktionäre.
Mein Strategie hätte wohl nur funktioniert, wenn es eine rasche Marktbereinigung gegeben
hätte. Nun würgen sich einfach alle durch.

Die hohen Indices täuschen darüber hinweg, dass viele Aktien gar nicht gestiegen sind. Es sind
nur Aktien von Unternehmen gestiegen, die relativ stabil oder gute Wachstumsaussichten haben.
Ich schrieb einmal 2012 über dieses Phänomen und verglich es mit der Zeit der "Nifty Fifty":
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=266770

Interessant ist auch, dass die Zeit der "Nifty Fifty" von den 70ern bis 1982 lief, vergleich dies
einmal mit der Goldpreisentwicklung in dieser Zeit:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9c/Gold_Spot_Price_per_Gram_from...

Deshalb spekuliere ich auch ein wenig darauf, dass Gold noch steigen wird:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=258048
Das ist natürlich keine Empfehlung ;)

Grundannahme ist doch falsch

Hochtaunus @, Donnerstag, 26.11.2015, 11:33 vor 3722 Tagen @ pigbonds 2779 Views

"Unmengen von Geld", "Geldmenge rauf und Rohstoffpreise runter sollte es nicht geben." usw. usw.

Was steigt sind die US$- und Euro-Zentralbankgeldmenge. Dagegen stagniert M3. M3 minus Zentralbankgeld (M0) ist rückläufig.

Was Rohstoffpreise und Börsenkurse angeht: Diese entwickeln sich auf Basis Angebot und Nachfrage. Diese hängen wiederum nicht zwingend von irgendwelchen "Geldzuflüssen" ab.

Überschussliqidität + Wal-Mart versus Amazon

Vatapitta @, Donnerstag, 26.11.2015, 16:35 vor 3722 Tagen @ Brendan 2614 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 26.11.2015, 16:50

Mit der realwirtschaftlichen Entwicklung haben und hatten die Börsen noch
nie etwas zu tun.

Tschau,
Brendan


Moin moin Brendan,

das sehe ich genau so. Dr. Jens Ehrhardt veröffentlicht in seiner Finanzwoche immer die sogenannte Überschussliquidität. Diese setzt sich irgendwie aus dem Wachstum von M 1 minus Wirtschaftswachstum zusammen. Je schwächer das Wirtschaftswachstum im Verhältnis zur Geldmenge M1, um so größer ist die Überschussliquidität, die Anlage sucht.
Überschussliquidität der Eurozone 12 %, Japan + China gut 5%.

Dazu kommen dann noch für die schönen Elliott-Wellen die Euphorie bzw. Angst an den Märkten.

Auf Grund der oben genannten Schwäche der Wirtschaft wachsen nur noch die stärksten Unternehmen. Das erklärt die abnehmende Marktbreite in den Indizes.

Eine Konsumschwäche in den USA sollte also Wal-Mart treffen. Der Chart sieht entsprechend aus.
Amazon (KGV ca. 350 für 2015) entwickelt sich vergleichsweise besser, obwohl das KGV bei Wal-Mart (KGV ca. 12 für 2014/15) niedriger ist. Wal-Mart vor kurzem am 3 Jahrestief, Amazon am Alltime-High. Beide sind Konsumaktien. Welche Blase platzt mit dem größeren Knall? Oder rechtfertigt das Online-Modell von Amazon den Bewertungsunterschied? - KGV Zahlen von onvista

Zum Jahresende gibt es zusätzlich das Windowdressing. Alle machen sich hübsch. Die gestiegenen Aktien werden in die Fonds geladen und die gesunkenen verkauft. Also wird Amazon sich vermutlich, bis ca. Weihnachten, besser entwickeln als Wal-Mart. Im Forum wurde schon auf die niedrigen Containertransporte von China nach Europa und in die USA im Vorfeld des Weihnachtsgeschäftes hingewiesen. Das könnte ein Vorzeichen für schwache Quartalszahlen sein. Aktien, die die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt haben, werden oft zweistellig abgestraft.

Da aufgrund der abnehmenden Marktbreite schon etliche Aktien Schwäche zeigen, könnte es ratsam sein diese zu shorten.

Caterpillar ist z. B. ein guter Kandidat.


VG Vatapitta

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/

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