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Du kannst jedes Dogma der Kirche hinterfragen.
Auch jedes naturwissenschaftliche Dogma.
Das ist schon richtig, aber die Sache mit der Hinterfragung naturwissenschaftlicher Dogmen oder besser Theorien ist da etwas subtiler.
Fragen darf jede/r, ABER: Wer bestimmte Fragen stellt, verliert die Chance auf akademische Resonanz. Das heißt konkret: Wer bestimmte Dinge erforscht oder denkt, die nicht im Einklang mit z.B. physikalischen Lehrmeinungen stehen, der wird akademisch marginalisiert. Was das bedeutet, und wie drastisch das werden kann, ist in keiner Weise milder oder zivilisierter als im Mittelalter - einzig die Möglichkeiten, sich mit solcher Ausgrenzung nicht befassen zu müssen haben sich verändert. Dank professioneller PR kann man sich einfacher als im Mittelalter ein Weltbild erhalten, in dem in der Wissenschaft "alles gut" und ordentlich zugeht.
Das führt zu einer ziemlich bizarren Wissenschaftsgläubigkeit heute - bizarr zumindest für diejenigen, die sich je einmal im Vollkontakt zum Peer-Review-System und dem Drittmittelkarussell befunden haben. Am schlimmsten trifft es diejenigen, die Wissenschaft nicht aus Reputationsbedürftigkeit betreiben, sondern aus einer aufrichtigen und nach oben offenen Wahrheitsliebe.
Aber richte deinen Blick lieber auf andere Dogmen.
Wo gibt es denn heute Dogmen, die nicht einmal hinterfragt werden
dürfen?
Versuch mal, ein kostspieliges Experiment zu machen, das mit einer der Relativititätstheorien in Widerspruch zu bringen ist.
Du wirst so viel höhnisches Gelächter und dummes Halbwissengefasel ernten, dass Du nur mit Mühe nicht an einen üblen Scherz wirst glauben können - und das von Leuten, die viele, viele Menschen unter der Sonne für "Experten" oder sogar Autoritäten halten,
Nicht wenige sind über diesen Widerspruch schon zerbrochen.
Hier ein Beispiel von Dutzenden, wie immer mit einer traurigen, aber zumindest noch offenen Geschichte im Hintergrund:
https://www.youtube.com/watch?v=jkNjvCmsWOU
Stefan Marinov ist ein weiteres Beispiel, an dessen Biographie man nur zu gut studieren kann, wie pervers das Verhältnis unserer Gesellschaft zu wissenschaftlichen Grundsatzfragen ist.
Grüße
nvf33