Eindrücke aus dem und Gedanken zum Berliner Politikumfeld
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 20.11.2015, 15:14
Alle paar Monate bin ich mal zu dieser, mal zu jener Veranstaltung oder Konferenz aus der Politik oder aus dem politiknahen Umfeld in Berlin. Gestern war das mal wieder der Fall.
Meine zugegeben nichts besonders neuen Gedanken dazu:
- Der Berliner Betrieb operiert in seiner ganz eigenen Wirklichkeit: "Raumschiff Berlin".
- Diese Raumschiff-Wirklichkeit ist in hohem Maße selbstreferentiell: Als Kommunikation angenommen wird nur, was dem unausgesprochenen Konsens entspricht.
-Hinweise auf die Wirklichkeit, auf wissenschaftliche Daten, die diesem Konsens widersprechen, werden mit persönlichen Angriffen, Gelächter beantwortet (es ging dabei um eine politisch völlig unverdächtige Fragestellung: Weder Euro noch Flüchtlinge oder Krieg oder sowas, aber selbst hier wurde sofort und ohne Not diffamiert und dieses vom Publikum angenommen / vom Moderator toleriert). Auf die sachlichen Aussagen wird gar nicht eingegangen. Es gilt einfach der Glaubenssatz: Was zu gelten hat, dem kann nichts widersprechen. Dies bedarf nicht einmal einer Diskussion! Und kann selbst nicht diskutiert werden!
- Merkel ist die personell-politische Verkörperung dieser Raumschiff-Atmosphäre. Gefühlt würde ich schätzen: 99% der Anwesenden haben Merkel gewählt oder fühlen sich durch sie repräsentiert.
- Moderatoren entblöden sich nicht, nein, schauen mit erwartungsvoller Zustimmung ins Publikum, wenn sie politische pro-EU / Europa Akklamationen von sich geben, die überhaupt nicht zum Thema der Veranstaltung passen.
- Für jemanden mit einem "Gelben" Hintergrund liegt etwas sektenhaftes in der Luft. Man fühlt sich menschlich-politisch extrem fremd, auch wenn man fachlich durchaus den Anschluss hat.
Diese Eindrücke sind sicher nichts Neues. Aber im Zeichen von Terror- und Flüchtlingskrise, einer Rendite 2-jähriger Bunds von -0,4% usw. will ich das hier einfach teilen:
- Die Berliner Republik bewegt sich auf einem völlig anderen Planeten.
- Dieser Planet ruht soweit ersichtlich völlig selbstsicher, machtvoll und unverrückt in sich selbst. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass da etwas aufbricht oder sich verändert.
- Es gibt in dieser Berliner Welt keine Alternativen - in ganz vielerlei Hinsicht. Political Correctness ist DIE Glaubensdoktrion.
- Merkel ist von diesem Ganzen nur die Repräsentantin. Ihre Flüchtlings- oder Europolitik entspricht der gefühlten Berliner Raumschiff-Kultur.
- Die Wirklichkeit spielt nur soweit eine Rolle, wie sie in das vorgegebene Glaubensbild passt.
Aus diesem System wird nie und nimmer eine Veränderung kommen. Das ist mir da noch einmal klar geworden. Ich vermute, so ähnlich muss man sich am Hofe Ludwigs des 14. gefühlt haben oder im Zarenpalast 1916.
Revolutionen sind offenbar einfach sozial von Zeit zu Zeit notwendig.
Wobei die Selbstsicherheit, die dieses Berliner Raumschiff ausstrahlt, einen schon daran Zweifeln lässt, ob es tatsächlich zu einer Veränderung kommen wird.
Revo.
Das (Alp)Traumschiff Berlin unterscheidet sich da nicht oder nur partiell von anderen Sekten - ob Nazis, Gender, Grüne, Islamisten oder was immer - die Gruppe stärkt sich in der Gruppe und die Atmosphäre sorgt dafür, dass dann auch alle mitschwimmen, -singen und -klatschen. ![[image]](https://sicherungsblog.files.wordpress.com/2015/08/gehirnspende.jpg)
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