Brasilien

Balu, Freitag, 13.11.2015, 12:02 (vor 3732 Tagen)4115 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 13.11.2015, 14:57

Guten Tag,

wie bereits vor einigen Tagen angekündigt, will ich ein paar Infos über Brasilien geben, wo ich für 3 Wochen bei Freunden in Urlaub war.

Das Land ist riesig, die Ausdehnungen decken locker Europa von Lissabon bis Moskau, ab. Wir flogen nach Natal um uns dort mit Freunden zu treffen und eine Woche Strandurlaub zu machen. Ponta Negra, am östlichen Stadtrand gelegen, ist ein wunderschöner Strandabschnitt, gerade und auch für Familien super gut geeignet, da der Strand ganz sachte ins Meer abfällt. Allerdings ist die Brandung recht mächtig, so dass man keine Angst vor´m Untertauchen haben sollte. Die Infrastruktur entlang des Strandes ist prima und günstig und abwechslungsreich. Alles in allem ein sehr empfehlenswerter Strandurlaub.

Natal selber ist eine Stadt mit rund 1,5 Mio. Einwohnern. Sie hat sich in den letzten 30 Jahren sehr stark vom Fischerstädtchen, wie fast alle brasilianischen Küstenstädte, zum Immobilien-Moloch entwickelt. Um das Zentrum aus Kolonialzeit, welches mehr oder weniger als Spekulationsobjekt zerfallen gelassen wird, prägen 20- und mehrstöckige Apartmenthäuser das Bild der Stadt. Der Kontrast arm - wohlhabend (reich?) ist gewaltig. Fakt ist, dass sich in den letzten 20 - 30 Jahren in Brasilien eine große Mittelschicht entwickelt hat, die ihr Geld zeigt und gerne ausgibt.

Nach der Woche ging es in den Süden, nach Riogrande do Sul. In diesem Bundesstaat mit der Hauptstadt Porto Alegre, leben viele europäischstämmige Menschen in 4. -5. Generation, die ihre aus der Heimat mitgebrachten Bräuchen noch pflegen. Zusehends wird es aber mit der jungen Generation und der Internationalisierung der Welt, weniger. Jedenfalls trifft man dort im Süden typisch deutsche, italienische, österreichische Dörfer und man kann sich mit den Menschen entsprechend unterhalten ohne dass man brasilianisch können muss. Die kleinen Städte und Dörfer sind schmuck, verfügen über eine ausgezeichnete Infrastruktur und sind sicher. Den Menschen europäischer Abstammung im Süden geht es recht gut, sie gehören ausnahmslos zur gehobenen Mittelschicht. Viele arbeiten im öffentlichen Dienst, sind Unternehmer oder Freischaffende.

Im öffentlichen Dienst kann man sich mit 50 pensionieren lassen. Für die Bemessung der Pension sind die letzten 10 Jahre maßgeblich. Üblich sind 11% des Bruttolohns, die in die sog. Rentenkasse eingezahlt werden. Da im öffentlichen Dienst recht gut verdient wird, nutzen viele die frühe Pensionierung und verdingen sich anschließend anderweitig. Brasiliens Wirtschaft ist korrupt und demzufolge auch der öD. Wer als, für 4 Jahre gewählter Bürgermeister, sein Schäfchen während dieser Zeit nicht ins Trockene bringt, wird für BLÖD erklärt. Jeder weiß es, jeder akzeptiert es. Die Kommunen, welche ich im Süden kennenlernte, haben von dieser Methode trotzdem oder gerade deswegen, sehr profitiert.

Jeder Ort ist quasi eine Großgemeinde mit einem Zentralort und mehreren sog. Kolonien. Die Größe liegt üblicherweise bei 4-5.000 Einwohnern im Zentralort und rund 10.000 in den Kolonien. In den Zentralorten gibt es Schulen, die bis zur sog. mittleren Reife führen, also rund 10 Jahre. Die Jüngsten bis zur 4. Klasse beginnen üblicherweise gegen 11:00 h, die größeren müssen schon morgens ab ca. 07:00 h ran. Die Schulen sind i. d. R. Ganztagsschulen. Busse sammeln die Kinder von den Kolonien ein und bringen sie wieder zurück. Am Abend stehen die Schulen bis 22:00 h als Erwachsenenbildungszentren offen. Um weiterführende Schulen zu besuchen müssen die Kids dann allerdings schon weite Strecken oder ein Internat inkauf nehmen.

Kindergärten haben üblicherweise ab 06:00 h geöffnet und betreuen jeweils in Gruppen die Kinder bis zum Schuleintritt. Auch Kleinstkinder werden dort behütet und versorgt.

In jedem Zentralort gibt es ein Centro do Salud, ein Gesundheitszentrum mit einer oder mehreren Krankenschwester/n und/oder Arzt sowie einem Fahrzeug der Gemeinde für allfällige medizinische Erstversorgung. Für größere medizinische Eingriffe muss dann wieder eine größere Stadt aufgesucht werden. Das Gesundheitssystem in Brasilien genießt keinen guten Ruf. Wer also ernsthaft erkrankt hat schlechte Karten!

Ok, für´s erste soll das mal reichen.

Beste Grüße an das Forum

Balu


ps.
Ich schrieb ja bereits, dass ich bei meiner Rückkehr nach DE den Eindruck hatte, in eine Meinungsdiktatur zu geraten. Die letzten Tage haben diesen Eindruck relativiert. DE wurde von Merkel zur Diktatur umgebaut in der die Reste einer parlamentarischen Demokratie nur mehr pro forma bestehen. Die Diktatorin Merkel kann inzwischen schalten und walten wie sie will, ohne Gesetzte und Abkommen zu berücksichtigen und ohne juristische Konsequenzen zu befürchten. Da wirkt Brasilien noch mal so frei.

--
Nie wieder CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke.
Die wahren Feinde eines Volkes sind seine Terroristen, die sich als Politiker, Richter, Staatsanwälte, Polizei und Verwaltungsangestellte tarnen. Der Staat als einziger Hort allen Terrors.


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