Die Wallstreet ist ein Irrenhaus - EMC-DELL Going Private
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 12.11.2015, 19:57
Ein Wirtschaftsthema wurde hier noch gar nicht behandelt, dabei ist es, für mich, eine Indikation der gegenwärtigen Probleme des Aktienmarktes und ein Signal, dass wir sehr nahe an einem signifikanten Hoch stehen.
Es handelt sich, um die Übernahme von EMC durch DELL, für unglaubliche 67 Milliarden US$.
Der größte Buy-Out Deal in der Historie der Wallstreet. Danke an die tiefen Zinsen.
Der Witz daran ist, dass DELL für die Übernahme nur rund 4 Milliarden US$ an Eigenkapital locker macht. 63 Milliarden US$ werden also mit Kredit finanziert.
Die Rechnung von Michael Dell sieht irgendwie so aus, dass er glaubt, mit dem Cash-Flow von EMC die Schulden bezahlen zu können. In den letzten 12 Monaten gab EMC fast 5 Mrd. US$ für Dividenden und Aktienrückkäufe aus. Theoretisch könnte der Plan also hinhauen.
Doch was passiert, wenn die ohnehin schon relativ angeschlagenen und wachstumsschwachen Hauptaktivitäten von DELL (PC-Business) und EMC (Speicher-Server) weiter Boden verlieren und man den "Krieg der Cloud-Systeme" verliert?
Dass der Deal bei den Banken so einfach durchgeht, ist schon ein Anzeichen von Demenz.
Noch dreister ist aber die Abzocke mit VM-Ware. EMC hielt bisher rund 80 % der VM-Ware Aktien. Mit dem Dell-Deal wird Dell 97 % der Stimmrechte halten und den Grossteil der Aktien an VMWare verkaufen. Diese Aktien werden dann so genannte "Tracking Aktien" sein, sie bilden also nur noch den Geschäftsverlauf nach, aber man hat keinerlei Rechte mehr als Aktionär. Vor allem kein Stimmrecht.
Die VMWare Aktionäre bezahlen also einen Teil der Übernahme ihrer Mutter EMC durch DELL und haben gar nichts zu melden.
Geld her und Maul halten!
Das ist die Devise der Räuberbarone der Wallstreet.
Wie lange das gut geht???
Gruss
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