On-Topic: China süß sauer

Ikonoklast @, Mittwoch, 11.11.2015, 07:51 vor 3737 Tagen 7760 Views

Hallo Zusammen,

China fährt wirtschaftlich mit angezogener Handbremse durch den Währungskrieg. Trotz einer erneuten Abwertung des Renminbi sind die Export- und Importzahlen weiter eingebrochen. Ein Wirtschaftswachstum von 7%, das zum Erhalt des sozialen Friedens im Land nötig ist, ist mehr als fraglich. Mehr bei Telepolis.

Auch Dr. Copper, BDI und Harpex lassen nicht wirklich auf ein Wachstum schließen.

--
Grüße

---

... and girls of course!

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Auch der Stahlpreis verheißt keine gute Wetterlage

Prophet @, Mittwoch, 11.11.2015, 08:00 vor 3737 Tagen @ Ikonoklast 6570 Views

Ein entfernter Bekannter aus dem Ort letztens ganz "panisch":

"Dieses Jahr gibt's keine Alteisen-Sammlung vom Verein, haben wir abgesagt - Stahlschrott bei 40 Euro pro Tonne! - Wir bekommen eine krasse Wirtschaftskrise, das sag' ich dir, viel schlimmer als 2008!!!"

Der gute Mann schaut meines Erachtens nie ins Internet. Ich weiß nicht einmal, ob er überhaupt einen Anschluss hat. Der kann die Lage aber trotzdem richtig einschätzen, scheint mir. Das mit dem Stahlpreis ist halt sein Indikator seit 40 Jahren.

Grüße,
Prophet

Noch ein geheimer Indikator:

Brauer @, Mittwoch, 11.11.2015, 09:53 vor 3737 Tagen @ Prophet 6730 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 11.11.2015, 10:02

Der Bierkonsum.

Seit der Asienkrise stieg der pro-Kopf Bierabsatz in China um durchschnittlich 6% im Jahr. Zufällig fast so viel wie das Wirtschaftswachstum.
2014 gab es einen Rückgang um 2%. Zu 2015 habe ich noch keine vernünftigen Daten.
Macht also eine Abweichung von der Erwartung von etwa 8%.
Vermutlich hat aber lediglich jemand vergessen, wirklich alle Statistiken durchzuoptimieren [[freude]]

Oder aber

Michael Krause @, Mittwoch, 11.11.2015, 12:14 vor 3737 Tagen @ Brauer 5637 Views

er kennt den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität nicht.

Vermutlich hat aber lediglich jemand vergessen, wirklich alle Statistiken
durchzuoptimieren [[freude]]

--
Das einzige Recht des Sklaven ist das Recht auf Arbeit und das darf man ihm nicht nehmen.

Gut möglich!

Brauer @, Mittwoch, 11.11.2015, 13:33 vor 3737 Tagen @ Michael Krause 5155 Views

er kennt den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität nicht.

Oder er hat ein paar Implikationen übersehen [[zwinker]]
Unser Bier wird oft in feineren Restaurants getrunken - als Luxusprodukt.
Und das gilt (noch) in ähnlicher Weise für Bier in China allgemein.
Fällt das Luxusimage mit steigendem Lebensstandard weg, wird der Absatz nicht mehr als Konjunkturindikator taugen.
Als Frühindikator taugt er auch jetzt nicht, weil ja eine Krise erstmal bei den Konsumenten ankommen muss, bevor der Absatz zurück geht. Das wollte ich so auch nicht ausgedrückt haben.
Daher bin ich mal gespannt, ob der Stahlpreis über die Wirtschaftsentwicklung auch mit dem künftigen Bierabsatz korreliert.
Das wäre recht düster.

Schrotthaendler, Altmetallsammler und Rockwell ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 11.11.2015, 11:35 vor 3737 Tagen @ Prophet 6705 Views

"Dieses Jahr gibt's keine Alteisen-Sammlung vom Verein, haben wir abgesagt - Stahlschrott bei 40 Euro pro Tonne! - Wir bekommen eine krasse Wirtschaftskrise, das sag' ich dir, viel schlimmer als 2008!!!"

Ja, hatte aehnlich zutreffendes Erlebnis mit einem Schrotthaendler vor dem ersten Irakkrieg.

ZeroHedge hat heute einen Artikel, der Rockwell Automation eine aehnliche Indikatorwirkung zuschreibt, wie andere "Dr. Copper":

The Most Important Earnings Report You Should Know About

"ROK: Better than CAT as a barometer of macroeconomic/industrial trends ... ROK revenues strongly correlate to the US Industrial Production. That's because much of the business is cyclical."

Rockwell ist ein noch besserer Indikator als Caterpillar fuer makrooekonomische Trends, deren Umsaetze/Gewinne korrelieren stark mit der US-Industrieproduktion, da ein Grossteil dieses Geschaefts zyklisch ist.

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Das übliche China-Bashing

software-engineer @, Mittwoch, 11.11.2015, 12:52 vor 3737 Tagen @ Ikonoklast 5469 Views

"Telepolis" gehört zu den gelenkten Medien in der "BRD", genauso wie etwa "Der Spiegel".

Florian Rötzer, der Chefredakteur von "Telepolis", ist ein strammer Linker, der die Welt nur aus der Perspektive des "geisteswissenschaftlichen" Elfenbeinturms kennt. Solche Typen kennen wir zur Genüge.

Dieser "Telepolis"-Schmarrnartikel ist unter der Papierkorb-Rubrik "China-Bashing" abzuhaken.

China hat seit einiger Zeit eine Umorientierung seiner Wirtschaftsstruktur weg von reiner Exportwirtschaft u.a. hin zu einer Konsum- und Dienstleistungs-Wirtschaft vorgenommen. (Siehe in diesem Zusammenhang auch die Abwendung von der Ein-Kind-Politik). Alle Wirtschaftszahlen aus China sind in diesem Kontext zu sehen.

Ich persönlich halte die chinesische Wirtschaft langfristig für robust und gesund.

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Wenn man beim Programmieren Fehler macht, dann meckert der Compiler.

Die Welle baut sich gerade auf

NST ⌂ @, Südthailand, Mittwoch, 11.11.2015, 14:03 vor 3737 Tagen @ software-engineer 6020 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 11.11.2015, 14:29

"Telepolis" gehört zu den gelenkten Medien in der "BRD", genauso wie etwa
"Der Spiegel".

Hallo,
was auch immer die Medien schreiben - unsere Familie ist Rohstoffproduzent und zwar von Kautschuk.
Hier der 20 Jahre Chart Kautschuk Preisverlauf über 20 Jahre

Mit Ölpalmen ein ähnlicher Verlauf, ebenso beim Reis usw. Zur Zeit ist hier noch zusätzlich eine Schlechtwetterperiode, im letzten Monat war durch Regenfälle so gut wie kein ritzen der Bäume möglich. Aktuell ist hier ein Preis von ca. 33 Baht für 1kg Kautschukmilch - 2011 war das etwa das 4fache.

Die Rockwell Geschichte ist ein exzellenter Indikator, in D dürften es Siemens und Bosch sein, letztere beginnen schon mit den Anpassungsprozessen. Steuerungstechnik ist in jeder modernen Maschine vorhanden, ohne solche Komponeten läuft gar nichts mehr.

Da ich in einem der oben genannten Konzerne gearbeitet habe, habe ich auch noch gute Verbindungen und bin eigentlich gut unterrichtet. Bis Mitte dieses Jahres war die Auslastung hoch, weit über dem Durchschnitt. Mein letztes Update war im August - da war noch alles im Lot, entscheidend sind die Neuaufträge für kommendes Jahr und wenn Bosch über tausend Leute entlassen will, dürfte es auch schon erste Hochrechnungen geben.

Im Moment bluten die Erzeuger, aber das geht jetzt die Leiter hoch. In Asien sind alle Regierungen dabei, Alternativen für den wegbrechenden Exportmarkt zu suchen (während in D gerade die Feierlichkeiten über die guten Wirtschaftsdaten endeten), im Kautschuksektor verkündete die Regierung in Thailand z.B sie werde in Zukunft den Kautschuk vermehrt im hiesigen Strassenbau verwenden. Was man über den Minensektor lesen kann oder im Ölsektor oder wenn man den Baltic Dry Index > 12J. anschaut, gibt das doch ein recht klares Bild. Wir sind die ersten die nasse Füsse bekommen, aber auch die ersten die wieder auf trockem Land sind, denn die Erhöhung des Wasserstandes konnte hier vor Ort genau bebachtet werden, das war keine Theorie sondern unser tägliches Brot.

Hier beginnen alle schon zu diversifizieren und das sieht so aus: durch die geringen Cash Erträge, wird wieder auf jedem freien Quadratmeter Nahrungsmittel angebaut zum Eigenbedarf, d.h nur noch das wirklich Notwendige wird im den Einkaufstempeln erstanden. Der Konsum bricht langsam weg, hält die Flaute länger als noch ein Jahr an, haben wir wieder ähnlich Zustände wie zur Zeit der Asienkrise. Die Rückwanderungswelle aufs Land wird einsetzen ....

Die Schuldentilgung wird eingestellt, die ganzen Neuwagen die auf Kredit gekauft wurden stehen auf irgend einem Parkplatz, ähnliches dürfte im Immobiliensektor zu beobachten sein. Man sieht wieder mehr Menschen in Hängematten den Tag verbringen ...

Was sich dann in Europa oder in den Wohlfahrtsstaaten im allgemeinen ereignen wird, kann ich nur vermuten, aber lassen wir uns überraschen, Mutti Merkel wirds schon schaukeln. [[top]], denn an Facharbeitern dürfte es ja in den kommenden Boomzeiten nicht mangeln.
Gruss

--
Buntschland bald platt?
Mir doch egal, solange mein Geld aus dem Bankomaten, mein Strom aus der Dose, mein WiFi aus der Luft, mein Wasser aus dem Hahn und meine Fressalien auf den Tisch kommen! [[freude]] ©n0by
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Was mich interessieren würde:

software-engineer @, Mittwoch, 11.11.2015, 14:22 vor 3737 Tagen @ NST 5437 Views

Gibt es in Thailand eine eigene Kondom-Produktion oder wird das mehrheitlich importiert? Könnte evtl. eine Marktnische sein, die noch dazu heimische Kautschuk-Produzenten unterstützt.

--
Wenn man beim Programmieren Fehler macht, dann meckert der Compiler.

Also, ich könnte mir lebhaft vorstellen, daß...

Orodara @, Mittwoch, 11.11.2015, 14:38 vor 3737 Tagen @ software-engineer 5274 Views

die Dir das Zeug um die Ohren hauen werden mit den Worten: "Wollt ihr, daß wir weniger werden?"

Sportartikel und Spielzeug wäre sicher eine sinnvollere Nische - wenn sie es überhaupt haben wollen...

In Surat Thani

NST ⌂ @, Südthailand, Mittwoch, 11.11.2015, 14:42 vor 3737 Tagen @ software-engineer 5347 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 11.11.2015, 15:01

Gibt es in Thailand eine eigene Kondom-Produktion oder wird das
mehrheitlich importiert? Könnte evtl. eine Marktnische sein, die noch dazu
heimische Kautschuk-Produzenten unterstützt.

gibt es eine Firma, die früher in Ostdeutschland Kondome produzierte und jetzt dort vor Ort ist. Ich hatte bei einem Freund aus Surat einen Mitarbeiter dieser Firma getroffen - ist aber schon ca. 2 Jahre her. Hier ein 3 Jahre alter Bericht, die Realität dürfte schon einen Schritt weiter sein, d.h es müssen mehr Alternativen für den Export gefunden werden.

Der grösste Teil des Kautschuk wird derzeit in der Reifenproduktion verwendet, deshalb ist der Einbruch auch so gross. Die Automobilindustrie dürfte im Niedergang begriffen sein, nicht gut für uns, aber für Naturkautschuk wird es Alternativen geben, das ist jetzt halt ein Übergang.

Ich sehe auf längere Sicht - 10 Jahre eine positive Entwicklung, denn anders als bei Ölpalmen ist eigentlich alles verwertbar. Das Holz der Bäume deckt im Regelfall auch die Kosten der Wiederaufforstung.

Bei steigender Weltbevölkerung sehe ich keine wirklichen Probleme für Landbesitzer - und im Kriegsfall ist Kautschuk ein gefragter Rohstoff. Derzeit ist das Finanzsystem das Problem, und die Preisfindung die von dort gesteuert wird. Aber dieses Problem dürfte gerade auf eine Lösung zusteuern. Solange es keine gerechte Bezahlung gibt, macht man es dem Finanzsektor gleich, man macht aus Geld(Papier) mehr Geld noch mehr Papier, ja, das funktioniert hier im Land der Freien. [[freude]]
Gruss

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Alibaba mit Milliardeneinnahmen / 500 neue Kohlekraftwerke in Asien?

Vatapitta @, Mittwoch, 11.11.2015, 15:54 vor 3737 Tagen @ Ikonoklast 5157 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 11.11.2015, 15:59

Danke für deine Beiträge Ikonoklast,

bei Alibaba, der chinesischen Amazon, läuft das Geschäft recht gut. Alibaba steht für den Konsum. Die Aktie hat sich die letzten Monate gut entwickelt/erholt. Erwarte jetzt erstmal einen Rücksetzer.

Die Rohstoffpreise/Metalle sind aufgrund der Entwicklung riesiger neuer Vorkommen - Dank günstiger Finanzierung und niedriger Energiepreise unter Druck. Nicht nur die günstig produzierenden neuen Minen drücken auf die Preise, es wurden auch Überkapazitäten geschaffen.

Ein Wachstum auch deutlich unter 7% nach gut 20 Jahren mit Raten bis zu 10% Wachstum ist nominell immer noch höher, als das nominelle Wachstum vor z.B. 10 Jahren. Mir stellt sich die Frage, ob tatsächlich noch Kapazitäten aufgebaut werden und wenn, in welchen Bereichen.

Diese Meldung kann ich nicht einschätzen: "Die Asiaten bauen 500 neue Kohlekraftwerke - allein in diesem Jahr."
Unter dem Artikel stehen einige kritische Kommentare.
500 neue Kohlekraftwerke hören sich für mich nach Boom an, nach Wachstum. Das müssten die Hersteller von Turbinen deutlich in ihren Büchern merken. Dazu kommen noch die Stromtrassen und Umspannwerke. - Bis zum Beweis des Gegenteils, halte ich den Artikel nicht für glaubwürdig.
Wer kann da weiter helfen?

Sowohl Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank, als auch Hochtaunus aus dem Gelben halten die neue Seidenstrasse für ein realistisches Projekt, das ab Mitte 2016 für Wachstum sorgen könnte.

Die niedrigen Zinsen und Rohstoffpreise machen damit eine wirtschaftliche Entwicklung in Regionen möglich, die bisher am Rande standen.

Das war eine der Fragen, die ich mit diesem Beitrag klären wollte. Habe das Thema aber nicht präzise genug angesprochen.

Die Situation ist unübersichtlich.


VG Vatapitta

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/

Die finanzierenden Banken und ihr Standort sind entscheidend für die Währungsentwicklung. - Tages Anzeiger, Schweiz

Vatapitta @, Mittwoch, 11.11.2015, 17:15 vor 3737 Tagen @ Vatapitta 4714 Views

Moin moin,

ich hänge das mal hier an.

Der Artikel macht deutlich, dass nicht die Handelsbilanz (= saldierte Warenströme), sondern der Standort der die wirtschaftlichen Aktivitäten finanzierenden Banken entscheidend für die Währungsentwicklung sein kann.

Möglich, das dieser Artikel schon im Gelben verlinkt ist.

China und Russland haben dieses Prinzip verstanden, und deshalb mit anderen Ländern die neue Entwicklungsbank zur Finanzierung wirtschaftlicher Projekte gegründet. Das kann sehr langfristig starke Auswirkungen auf die Währungen haben.

VG Vatapitta

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Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/

Kraftwerks-Bauwut waehrend der Stromverbrauch faellt

CalBaer @, Mittwoch, 11.11.2015, 18:15 vor 3737 Tagen @ Vatapitta 4797 Views

Der Stromverbrauch sank im September 3.1% YoY, was ja nicht gerade fuer eine wachsende Konsumgesellschaft spricht. Gleichzeitig baut man wie bloed neue Kohlekraftwerke, die Erzeuger-Kapazitaet erhoeht sich um sagenhafte 55% pro Jahr. Das sieht nicht gerade nach gesundem Wirtschaften aus.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Statt Wolle-Kriegen jetzt Kohle-Kriege in China?

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 11.11.2015, 18:51 vor 3737 Tagen @ CalBaer 4759 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 11.11.2015, 19:32

Der Stromverbrauch sank im September 3.1% YoY, was ja nicht gerade fuer eine wachsende Konsumgesellschaft spricht. Gleichzeitig baut man wie bloed neue Kohlekraftwerke, die Erzeuger-Kapazitaet erhoeht sich um sagenhafte 55% pro Jahr. Das sieht nicht gerade nach gesundem Wirtschaften aus.

Das sieht nach Merkel aus, "Die Sonne schickt keine Rechnung", sie schickt gleich den Gerichtsvollzieher.

China ist keine Marktwirtschaft (Europa in Energiedingen auch nicht mehr).

Ich will mich gar nicht erst mit der Frage weiter befassen, ob neue Kohle- (oder irgendwelche!) Kraftwerke bei sich eintruebender Konjunktur und wenn die Verbrauchs-Technologie grds. immer wieder mal Energiesparschuebe vollfuehrt, das Kluegste ueberhaupt sein koennen.

Was hingegen seit der "Liberalisierung" nach Maos Tod immer wieder zu beobachten war, ist, dass in China die Provinzen versuchen, die Binnenkonjunktur mit den unsinnigsten Bau-Projekten "anzukurbeln", siehe auch die dortigen Geisterstaedte. Da sie sich dabei gegenseitig Konkurrenz machen und als nicht wirtschaftende Unternehmen keine Kostenrechnung haben, geht das jedesmal brutal daneben.

Case in point: die "wool wars", wo jede Provinz in den 80er Jahren die Wollproduktion angekurbelt und Wollwaeschereien und Wollweiterverarbeitung gebaut hat, als ob sie die einzigen in ganz China, ja der ganzen Welt, waeren. Ergebnis: defizitaere Ueberkapazitaeten und ... der Tod der Wollwaeschereien in ganz Europa und Australien. Wolle von wandernden Schafherden in Deutschland wird heute eher kompostiert als weiterverarbeitet, zumal verschaerfte Vorschriften zur Rueckverfolgbarkeit und gegen Krankheitsuebertragung das Geschaeft noch schwieriger haben werden lassen. Das Waschen ist unrentabel geworden gegenueber der chinesischen Konkurrenz, das Verschicken dorthin aber erst recht.

Beispiele aus der Literatur:

China Deconstructs: Politics, Trade and Regionalism, p. 169

"Such conflicts have led to 'wool wars' and 'tobacco wars' between provinces in the 1980s ..."

From Mao to Market: Rent Seeking, Local Protectionism, and Marketization ... p. 135

The Third Revolution in the Chinese Countryside, p. 138

Who Won the “Wool War”?: A Case Study of Rural Product Marketing in China

"During the mid-1980s, various examples such as the 'wool war' and the 'silk war' were cited, in which local governments tried to retain low priced raw materials within their own locality in order to favor local manufacturers ... Parallel with these struggles over lowpriced raw materials were efforts to prevent inflows of manufacturing goods with high mark-ups."

The Disempowered Development of Tibet in China, p. 338

Wer glaubt, China koenne man durch eine westlich-kapitalistische Brille sehen und deren Statistiken und Preisgefuege fuer bare Muenze nimmt, duerfte boese, existenzgefaehrdende Ueberraschungen erleben.

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Kraftwerke bauen heißt nicht, sie anzuschalten. Siehe auch Geisterstädte

Ulli Kersten, Heinsberg, Mittwoch, 11.11.2015, 19:17 vor 3737 Tagen @ CalBaer 4836 Views

In der einstigen Kohle-Boom-Gegend, wo ganze Berge abgetragen werden sollten, um die chinesischen Kohlekraftwerke zu befeuern, ist es ruhig geworden, und man kann dort in der Nähe von Newcastle schöne Frontlader mit Neupreis 2,9 Mio. AUD nun für 15.000 AUD kaufen.

http://www.zerohedge.com/news/2015-11-09/what-industrial-depression-looks-photos-austra...

Trotz 500 neuer Kraftwerke.

Und billiger kann man den Nachbarn nicht beeindrucken. Guck mal, was son Porsche im Vergleich kostet...

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Impf-frei und gesund

China und seine Kohle und vermehrte bezahlte Freizeit bei abhaengig Beschaeftigten ...

CrisisMaven ⌂ @, Freitag, 13.11.2015, 12:13 vor 3735 Tagen @ Ikonoklast 4161 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 13.11.2015, 12:44

Wir hatten hier ja das Spektrum von "China im Aufschwung" bis "das genaue Gegenteil", welch letzterer Ansicht ich bekanntlich auch schon lange zuneige.

Nun gibt es zwei interessante Artikel hierzu auf ZeroHedge:

An Interactive Look At China's Massive Coal Bubble

"China has given the green light to more than 150 coal power plants so far this year despite falling coal consumption, flatlining production and existing overcapacity. ... in the first nine months of 2015 China’s central and provincial governments issued environmental approvals to 155 coal-fired power plants — that’s four per week. ... But they’re unlikely to be used to their maximum since China has practically no need for the energy they would produce."

Obwohl also der Strom nicht gebraucht wird, werden vier Kohlekraftwerke pro Woche gebaut. Das erinnert an deutsche Verhaeltnisse.

Vermutlich zweigen auch wegen der boomenden Wirtschaft immer mehr Arbeiter bezahlte Freizeit ab ...

"Das Ende vom Lied wird sein: China bricht zusammen wie die Sowjetunion"

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Atomkraft | in English

Kupfer stuerzt in China weiter ab ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 17.11.2015, 12:00 vor 3731 Tagen @ Ikonoklast 4100 Views

Dr. Copper ist offenbar enttaeuscht, dass in Paris keine Kupfermunition verwendet wurde, und legt nun eine weitere Talfahrt hin:

ZeroHedge: Copper Is Crashing In China

"Shanghai Copper is down 4.6%, hitting fresh cycle lows not seen since March 2009. ... Concerns metals demand is ebbing deepened as Codelco, the biggest copper producer, cut its surcharge for sales to China by 26 percent next year, according to two buyers. The reduction highlighted waning consumption in the Asian country."

Shanghais Kupfernotierungen 4,6% niedriger, und markieren neue zyklische Tiefs, wie letztmals Maerz 2009. Da Codelco, groesster Kupferhersteller, seinen Aufpreis fuer China-Verkaeufe um 26% reduziert hat, werden weitere Tiefs erwartet.

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Und der Harpex Index liefert im Großcontainer-Segment ein all-time-low !

Herzog Waydelich @, Dienstag, 17.11.2015, 17:40 vor 3731 Tagen @ CrisisMaven 3985 Views

Der Harpex für die 8.500er Pötte geht unter wie die Titanic

26% Verlust in 4 Wochen - jetzt kostet der große Kahn noch 10.000 US$ pro Tag. Wie zu Zeiten des absoluten Wirtschaftseinbruchs 2009. Auch die kleineren 6.500 TEU-Klasse (Gross tonnage: 74,000t (approx.) auf 2009er Tiefs.

Die 4250er Klasse liegt schon unter 2009er Niveau! (jetzt 6.250 USD/Tag, low damals 6.550 USD/TAG)

Nur den ganz kleinen und preislich relativ stabilen Schiffen ist es zu verdanken, dann der Index selbst noch bei 389 Punkten und damit 114 Punkte über dem 2009er Tief (275Punkte).

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Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Bulle noch Bär auf

HARPEX: nun auch die TEU 6.500er Klasse mit einem ATL

Herzog Waydelich @, Dienstag, 24.11.2015, 14:45 vor 3724 Tagen @ Herzog Waydelich 3839 Views

Der Harpex für die
8.500er
Pötte geht unter wie die Titanic

26% Verlust in 4 Wochen - jetzt kostet der große Kahn noch 10.000 US$ pro
Tag. Wie zu Zeiten des absoluten Wirtschaftseinbruchs 2009. Auch die
kleineren 6.500 TEU-Klasse (Gross tonnage: 74,000t (approx.) auf 2009er
Tiefs.

Die 4250er
Klasse liegt schon unter 2009er Niveau! (jetzt 6.250 USD/Tag, low damals
6.550 USD/TAG)

Nur den ganz kleinen und preislich relativ stabilen Schiffen ist es zu
verdanken, dann der Index selbst noch bei 389 Punkten und damit 114 Punkte
über dem 2009er Tief (275Punkte).

In dieser Woche liegen nunmehr 3 der 9 HARPEX Subindices (8.500er, 6500er und 4250er Klasse und damit die größten Schiffsklassen) auf ATL-Niveau.

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Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Bulle noch Bär auf

Mindestlohn ist stets und ueberall die beste Loesung ... in China auch neuerdings ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 25.11.2015, 21:58 vor 3723 Tagen @ Ikonoklast 3726 Views

... wenn auch diesmal ueber den Umweg, die Arbeitgeber im Rohstoffmarkt zu alimentieren.

Aber die (Um-) Wege, die das Geld nimmt, bevor es schliesslich beim Lohnempfaenger als Konsumenten landet, der damit den Staatshaushalt, aus welchem das Geld grade kam ... aeh, halt mal, wie war das jetzt?

Na egal ...

ZeroHedge: China's Desperate Commodity Sector Demands A State Bailout

Wegen sinkender Rohstoffpreise bei gleichzeitig gehaltener Produktion ("it's socialism, baby") moechten die Aluminium- und Nickel-Hersteller nun bitte, bitte ihre Halden vom Staat finanziert haben.

Schliesslich sind irgendwelche Gueter, die (derzeit) keiner braucht, immer gut, ebenso wie Investitionen in Infrastruktur, die ansonsten keiner freiwillige zahlen wuerde.

Und da das Geld ja gedruckt wird, kostet der Nickel ja nix. Also koennte man ihn anschliessend verschenken und ... wow, der Boom, der Boom. Wenn wir jetzt noch den Bloedmann finden, der das bisher hintertrieben hat und ihn einfach totschlagen, dann "scheint der Sohn ohn' Unterhalt" ...

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