Kolloidales Silber selber machen, anders und praktischer!

StillerLeser, Donnerstag, 29.10.2015, 21:55 (vor 3746 Tagen)4946 Views

Grüß Gott gelbes Forum!

In diesem Beitrag geht es um eine unübliche, aber sehr praktische und zielführende Art, kolloidales Silber selbst herzustellen.
Daß ich jetzt da drüber was schreibe, heißt nicht, daß mir andere Sachen (wie Bereichererflut) am A... vorbeigehen, aber diese Themen werden hier von allen Seiten hervorragend beleuchtet -ich lese täglich-, dann muß ich nicht auch noch...

Als an kolloidales Silber Glaubender (um das Wort "Gläubiger" zu vermeiden, da im Singular zweideutig, speziell hier) gehört man eh schon zu einer Minderheit, und jetzt schreibe ich hier noch was hin, was die meisten anderen KS-Freunde erstmal als zumindest teilweise verkehrt empfinden werden (habe ich selbst auch), weil es einigem widerspricht, was man meint, über KS-Herstellung zu wissen.
Aber es leuchtet mir ein, ich habe es versucht, und alle Aussagen haben sich bestätigt.

Das alles ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern ich habe es von dem:
https://www.youtube.com/watch?v=Xur-oP3bmbc
#386 Ionic & Colloidal Silver, Definitive Guide To Making
Der ist in meinem Alter, und ich schätze seine Arbeitsweise als gründlich, ja akribisch UND absolut ergebnisoffen ein, ja, ich vertraue ihm.

Und er hat es von da, verlinkt er selber:
http://forum.cgcsforum.com/forum/index.php?board=40.0

Alles englisch.

In einem Punkt stimme ich ihm nicht zu: Er meint, daß niemand den Unterschied zwischen Reinheit 0,999 oder 0,9999 messen könne und empfiehlt deshalb Silberdraht mit nur drei Neunern als Elektrode, weil günstiger.
Ich finde aber, vier Neuner dürfen es für die Gesundheit schon sein, bzw. man kann da eine Maple Leaf Unze spendieren, und die hat sogar fünf Neuner!

Aber ansonsten bin ich voll dabei, denn diese Methode hat entscheidende Vorteile:
Man braucht kein Gerät!
Das Verfahren ist berechen- und wiederholbar!


Auf geht´s! Benötigt wird:

Bestes destilliertes Wasser (z.B. Ampuwa aus der Apotheke)

1 Stück Silber, reiner als 0.999 (z.B. Silberdraht mit 0.9999, oder eine Maple Leaf Unzmünze mit 0.99999) als Anode. Silberschmuck (0.8) oder alte Silbergeldstücke (0.625) sind ungeeignet, deren Silber ist mit anderen Metallen legiert (verunreinigt), da reines Silber für diese Zwecke zu weich wäre.

1 Stück Edelstahl (Teelöffel etc.) als Kathode.
2 ca. 50 cm lange Kupferkabel (z.B. von einem Stromkabel) für die Verbindungen, Wäscheklammern zum Fixieren

Leitmittel Natriumcarbonatlösung (Sodawasser)
Reduziermittel (Honigwasser)

2 Blockbatterien 9V, 1 Kontaktierkissen für diese.
Handelsübliches Multimeter (5,- Euro - Klasse genügt)
Etwas Klebeband

Einen Kochlöffel, einen Trinkhalm etc. (nichts aus Metall) zum Umrühren
2 kleine Tropferflaschen aus Glas oder Plastik
1 "Silbermach"-Glas entsprechend der Menge, die hergestellt werden soll, z.B. 0,3 L oder 1 L
Braunglasflasche zum Aufbewahren


Vorbereitung:

Das Leitmittel Sodawasser herstellen:
Eine kleine Menge Kaiser Natron = Bullrichsalz = Natriumbicarbonat kaufen. 1/2 Teelöffel davon in 60 ml dest. Wasser geben, die Mischung erhitzen. Oberhalb 50°C wird Kohlendioxid frei, man sieht die Bläschen aufsteigen, das Natron wird dabei zu Soda.
Kommen keine Bläschen mehr, dann abkühlen lassen, in Tropferflasche füllen, beschriften.

Das Reduziermittel Honigwasser herstellen:
Einen guten Teelöffel Honig in genauso viel dest. Wasser auflösen (ggf. erwärmen). Dieses Verdünnen dient nur dazu, den Honig flüssig zu machen, damit er tropfenweise dosiert werden kann. In Tropferflasche füllen, beschriften.

Zusammenbau:
Die Pole einer 9V Batterie sind unterschiedlich geformt, man kann dabei nichts falsch verbinden.
Das Kontaktierkissen in der Mitte zerschneiden (nicht die Drähte!), die Anschlussdrähte ca. 1 cm lang abisolieren, jedes halbe Kissen auf den passenden Pol einer der Batterien drücken. Man hat nun zwei Batterien mit je einem Anschlussdraht.
Die zwei Batterien mit den freien Polen versetzt zusammenstecken. Das ergibt eine Gleichstromquelle von 18V mit zwei Anschlußdrähten.
Plus und Minus dürfen nicht in Kontakt geraten, das wäre ein Kurzschluß, die Kabel würden sehr heiss werden und zu stinken und zu qualmen anfangen. Deshalb Plus- und Minusleitung immer sauber auseinanderhalten, z.B. mit Klebeband auf dem Tisch fixieren.
Die Kupferkabel beidseitig ca. 1 cm weit abisolieren. Eines mit dem Pluspol der Stromquelle verbinden , das andere mit dem Minuspol (verdrillen und mit Klebeband sichern).
Das Silberstück (Anode) mit einer Wäscheklammer mit dem Pluskabel verbinden.
Das schwarze Kabel des Messegerätes mit dem Minuskabel verbinden.
Das Edelstahlstück (Kathode) mit dem roten Kabel des Messgerätes verbinden.

Das "Silbermach"-Glas mit dest. Wasser füllen, nur wenig Rand lassen. Den Kochlöffel quer darüberlegen.
Das Silberstück mitsamt dem Pluskabel in der Nähe des Glasrandes mit einer Wäscheklammer so an dem Kochlöffel befestigen, daß möglichst viel vom Silber unter Wasser ist, nicht jedoch das Kupfer vom Kabel, dieses muß heraussen sein.

Einstellungen festlegen:
Wieviel Silber in das Wasser übergeht, hängt linear von der Stromstärke und der Einschaltdauer ab. Es gibt dazu eine Formel von Faraday: 15 mA bringen 1 mg Silber pro Minute in das Wasser.
Bei einem Liter ist ein mg ein Millionstel und damit praktischerweise 1 ppm (part per million). In nur 0,3 L Wasser ist das absolut auch ein mg, dieses entspricht dann aber 3ppm relativ.
Verändert man die Stromstärke, verändert sich die Übergangsrate analog, z.B. dauert es mit 5 mA dreimal so lange, wie mit 15 mA.

Stromstärke: Ist das Silber ein Draht, dann wollen wir nur 5 mA, ist es eine Maple Leaf Unze, gehen 15 mA.
Bei 5 mA dauert 1 Liter mit 20ppm 60 Minuten, bei 15 mA nur 20 Minuten.
Machen wir 0,3 L, dann die 5 mA für 20 Minuten bzw. die 15 mA für 7 Minuten.
Wir kennen also jetzt die gewünschte Stromstärke (5 / 15 mA) und Einschaltdauer (7 / 20/ 60 Minuten).

Silber machen:
Das Messgerät auf Strommessung einschalten (Drehschalter auf Bereich (A)mpere und dort auf 20 Milliampere o.ä.)
Das Edelstahlstück (Kathode) am anderen Glasrand in das Wasser eingetaucht und mit seinem Kabel verbunden ebenfalls am Kochlöffel befestigen.
Damit ist der Stromkreis geschlossen, das Messgerät sollte jetzt einen winzigen Strom anzeigen, 0,1 bis 0,5 mA.

Achtung! Zeigt das Messgerät einen höheren Strom als 0,5 mA, dann ist das Wasser nicht rein genug (weil nur Batterie-, Bügel- oder Osmosewasser). So wird das nichts! So weiterzumachen wäre Zeit- und Silberverschwendung, das Silberwasser wird trüb und greislich, es entstehen auch die unerwünschten Silbersalze. Dieses Wasser wegschütten und neues, BESTES destilliertes Wasser (z.B. Ampuwa aus der Apotheke) einfüllen.

So, jetzt, wo wir absolut reines Wasser haben, werden wir es gezielt und dosiert "verunreinigen", d.h. mit dem Leitmittel fein dosiert leitend machen. Natriumkarbonat (Soda) wurde als Leitmittel gewählt, weil es nicht mit Silber interagiert, das Silberwasser bleibt klar und es entstehen keine Silbersalze.
Ein oder zwei Tropfen Leitmittel in das Glas geben, mit dem Trinkhalm ein wenig rühren, dabei das Messgerät beobachten.
Die Stromstärke steigt auf z.B 2 mA. Tropfenweise und mit Rühren weitermachen, bis die gewünschte Stromstärke (5 oder 15 mA) ungefähr erreicht ist.
Die Feinregulierung macht man mit der Kathode (das Edelstahlstück): Weniger tief eintauchen, oder größeren Abstand zum Silberstück verringert den Strom, tiefer eintauchen oder näher am Silber verstärkt diesen.
Da die Stromstärke während des Silbermachens von selbst ein wenig ansteigt (Silber im Wasser verbessert die Leitfähigkeit), bleiben wir mit dem Leitmittel lieber ein wenig knapp und haben so an der Kathode guten Spielraum zum verringern.

Die Stromstärke passt jetzt? Das heißt, die Silberwasserherstellung hat begonnen, die Zeit läuft!


Während das Silberwasser entsteht, ein paar Erläuterungen. Bitte aber ab und zu auf das Messgerät schauen, und ggf. den Strom nachregeln!
Ein paar Wahrheiten, die nicht ich mir ausgedacht habe:
1. Alle elektrischen Silbermachgeräte machen (korrekt eingesetzt) kolloidales (im Wasser gelöstes, atomares, dauerhaft schwebendes) Silber, aber das ist nicht elementar sondern ionisch. Elementar heisst elektrisch neutral, ionisch bedeutet, es fehlt jedem Atom ein Elektron (das wird durch die elektrische Herstellung bedingt), die Silberatome sind dadurch alle positiv geladen. Da Atome mit gleicher Ladung sich abstoßen, passen von ionischem Silber nur maximal 20ppm in das Wasser!
2. Ionisches Silber ist nicht schlechter, sondern sogar besser als elementares! Da ihm ein Elektron fehlt, kann es zusätzlich zur Silberwirkung Erreger auch durch Elektronenraub zerstören (wie MMS). Nach erfolgtem Elektronenraub ist das Silberatom dann elementar und hat damit immer noch seine Silberwirkung. Ionisches kolloidales Silber ist daher das Mittel der Wahl für äußerliche Anwendung, zum Desinfizieren und zum Inhalieren.
3. Nur mit Säuren oder Salzen darf es nicht in Kontakt kommen, dann macht es den Elektronenraub mit denen und wird zum Silbersalz. Und das hat keine Heilwirkung mehr! Außerdem ist es für das Blauwerden der Haut zuständig (Argyrie), aber erst in gigantischen Mengen. Damit scheidet ionisches Silber zum Einnehmen völlig aus, es wird nämlich durch die Magensäure sofort in nicht wirksames Silberchlorid verwandelt.
4. Zum Einnehmen benötigen wir also elementares, elektrisch neutrales, kolloidales Silber. Glücklicherweise ist es äußerst einfach, ionisches Siber in elementares umzuwandeln: Man muss dem ionischen Silber nur genügend Elektronen anbieten und die Reaktion durch Erhitzen in Gang bringen! Honig ist ein solcher Elektronenlieferant (enthält Sukrose, Fructose und Maltodextrose). Maissirup funktioniert genauso, aber PFUI! ist meistens GMO.
5. Damit diese Reaktion stattfinden kann, muß das Silberwasser basisch sein. Das ist die zweite Aufgabe des Leitmittels, zuerst hat es uns eine fast lineare Stromkurve, und dadurch berechen- und reproduzierbare Resultate ermöglicht, und basisch ist es auch noch.
6. Man kann ionisches und elementares Silber gut unterscheiden: ionisches Silberwasser schmeckt metallisch und ist weiss, elementares Silberwasser schmeckt nach nichts und ist dunkelgelb.

Bitte auf die Uhr sehen! Ist die Zeit um? Dann die Elektroden aus dem Wasser holen, den Stromkreis unterbrechen und das Messgerät ausschalten.
Das ionische Silberwasser ist jetzt fertig und hat ca. 20 ppm. Es ist klar, weiss mit vielleicht einem Hauch Gelb und schmeckt metallisch. Ionisches Silber ist ziemlich instabil, es wandelt sich gerne auch ein wenig von selbst in elementares um. Länger als einige Monate hält es wohl nicht. Aber wie gesagt, es wird dadurch nicht schlecht, es ist nur zum Teil elementar geworden, hat dadurch aber nur Elektronenraubpotential verloren. Ich habe keine Ahnung, wo es dafür die Elektronen her hat, vielleicht aus der Luft. Jedenfalls spielen Licht und Wärme eine Rolle. Wenn man ionisches Silber aufheben will, dann in Braunglas umfüllen und ab in den Kühlschrank!

Also, wir haben jetzt ionisches Silberwasser für äußerliche Anwendungen, zum Inhalieren und zum Desinfizieren. Jetzt fehlt uns noch elementares Silberwasser zum Einnehmen.
Dazu nimmt man eine beliebige Menge ionisches (oder schon teilweise elementar gewordenes) Silberwasser, tut es in ein hitzefestes Glas und stellt es in ein Wasserbad auf den Herd. Es soll simmern, nicht kochen, 60-85°C. Ist es heiss, dann gibt man tropfenweise unter leichtem Rühren die Reduzierflüssigkeit (das Honigwasser) dazu. Damit offerieren wir dem Silber ein paar Trillionen verfügbare Elektronen! Schön langsam tropfen, nach jedem Tropfen rühren und warten, die Reaktion dauert ein wenig.
Das Silberwasser fängt an, gelber zu werden, und das kommt nicht von den paar Tropfen Honigwasser, sondern elementares Silber sieht von sich aus gelb aus! Diese Farbänderung ist unsere optische Kontrolle. Solange es mit jedem Tropfen dunkler wird, machen wir weiter. Hört das dunkler werden auf, sind wir fertig. Das Silberwasser ist jetzt dunkelgelb und schmeckt nicht mehr metallisch.
Das könnte bei um die 10 Tropfen auf einen Liter der Fall sein.
Dabei kann nicht wirklich etwas schiefgehen, mit zuwenig Reduzierflüssigkeit bleibt halt ein wenig ionisches Silber übrig, das wandelt sich mit der Zeit noch selbst um, und bei zuviel passiert garnichts, das ist Honig, und das ist zum Einnehmen, alles klar?
Wir haben jetzt elementares Silberwasser. Dieses ist äußerst stabil, man kann es bei Zimmertemperatur und im Hellen ewig aufheben. Manche haben es schon zwei Jahre und es hat sich nicht verändert.

Anmerkungen:
Ihr habt bestimmt bemerkt, daß bei mir nur die eine Elektrode (die Anode) aus Silber ist. Nun, die Kathode gibt nichts ab, sie kann also aus Edelstahl oder sogar aus Kupfer sein (Näh, mag ich im Silberwasser doch nicht!).
Die meisten Geräte wechseln aber im Betrieb fortlaufend die Polarität. Damit soll verhindert werden, daß die Anode schwarz anläuft, was die Silberabgabe behindert und letztendlich die Anode ruiniert. Dann müssen natürlich beide Elektroden aus Silber sein, da jede immer wieder auch Anode und mit Abgeben dran ist.
Man kann das Anlaufen der Anode aber auch anders verhindern, nämlich indem die Spannung zwischen den Elektroden größer als 10V gewählt wird. Dann findet das Schwarzwerden nicht statt, das Umpolen kann man sich schenken und braucht dann nur die Anode aus Silber.
Das ist der Grund für die zweite 9V Batterie, daß ich damit über 10 V komme, mit einer alleine würde es (mit Umpolen oder Anlaufen) ja auch gehen. Aber Euch ist bestimmt aufgefallen, daß mein Aufbau gar kein Gerät ist, und wenn man sich das Gerät spart, kann man doch eine zweite Batterie reinwerfen, oder?
Eine 12V Batterie sollte auch funktionieren, damit hat man nur etwas weniger Einstellspielraum als mit 18V.
Warum kein Netzteil? Weil Batterien die sauberste Gleichspannung liefern. Die 9V Blöcke haben 500-600 mAh Inhalt, das reicht für 2 Liter mit 20 ppm. Aber wer viel Silberwasser machen will, für den ist ein 12V Netzteil wohl die bessere Wahl.


Elementares Silber ist elektrisch neutral, diese Atome stoßen sich nicht gegenseitig ab. Damit ist die 20 ppm Obergrenze nicht mehr gültig, mit elementarem Silber kann man höhere ppm-Werte erreichen. Der Trick dazu ist, während der Herstellung das entstandene ionische Silber fortlaufend gleich zu elementarem zu reduzieren, so daß diese Atome keinen Abstoßungsplatz beanspruchen.
D.h. das Wasser wird vor Beginn der Herstellung heissgemacht und währendessen heiss gehalten (Tassenwärmer), und das Reduziermittel ist schon drin, bzw. wird währendessen zugeführt.
Das ist mir aber für den Anfang zu komplex. Später, wenn ich Routine habe, vielleicht. Dazu müßte ich aber erst den Sinn höherer Konzentrationen einsehen! Wenn ich eine doppelte Dosis will, nehme ich halt zwei Schluck statt einem, und denke nicht darüber nach, stattdessen das Silber in dem einen Schluck mit Gewalt zu verdoppeln...

Wer DAS hier liest: ich danke für Eure Zeit!

SL


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