Mahnwache heute

Bergamr @, Montag, 26.10.2015, 21:58 vor 3747 Tagen 3646 Views

Hallo zusammen,

kurz der Bericht von heute:

Berkheim - 8 Teilnehmer, 5 angesprochenen/fragende Passanten, sonst nix Neues.
Wir planen mehr Öffentlichkeitsarbeit, Briefkasteneinwurf, evt. Facebook.
Es macht den Eindruck, daß wir stecken bleiben und nicht weiters wahrgenommen werden.

Es ist noch nicht frustierend, aber wir machen uns Gedanken, wie's weitergehen soll. Es ist nicht der erhoffte Knaller ....

Wie sieht's denn aus in Ingolstadt und Wedding?

Und wie sieht's denn aus in den übrigen Gemeinden?

Mit wem ich dieser Tage spreche, alle haben ... ja, was eigentlich? Ein ungutes Gefühl; eine Meinung, die sie sich nicht trauen, öffentlich zu machen; eine Angst, Sorge, Wut, Hilflosigkeit; ... und was passiert?

Gruß
Bergamr

--
Ehrlich schade für die Heimat! Endgültig verloren seit Sommer 2015 ...

Aufklären

Lydia, Montag, 26.10.2015, 22:14 vor 3747 Tagen @ Bergamr 2816 Views

Hallo,

Mit wem ich dieser Tage spreche, alle haben ... ja, was eigentlich? Ein
ungutes Gefühl; eine Meinung, die sie sich nicht trauen, öffentlich zu
machen; eine Angst, Sorge, Wut, Hilflosigkeit; ... und was passiert?

Ja. Wir organisieren zwar keine Mahnwachen, ich habe es mir aber zur Aufgabe gemacht, mit Kunden darüber ins Gespräch zu kommen. Alle denken genauso - ungutes Gefühl, die Älteren sind entsetzt, speziell die, welche wirklich Flüchtlinge waren.

Ich habe mir die 3 Predigten von Tscharnke auf CDs gepackt und verteile sie, wo ich kann. Freunde von mir tun das auch. Die letzte: "Stunde der Entscheidung" ist sehr aufrüttelnd. Ich denke, es ist ein guter Aufhänger, um ins Gespräch zu kommen und die Leute sind hinterher etwas aufgeklärter.

Gruß Lydia

Trostlos

Brauer @, Montag, 26.10.2015, 22:16 vor 3747 Tagen @ Bergamr 3160 Views

Es macht den Eindruck, daß wir stecken bleiben und nicht weiters
wahrgenommen werden.

Ja, denn die Leute warten auf den Heiland, nicht auf dich, mich, oder gar sich selbst.

Es ist noch nicht frustierend, aber wir machen uns Gedanken, wie's
weitergehen soll. Es ist nicht der erhoffte Knaller ...

Der erhoffte Knaller wäre ja nichtmal die Anwesenheit von mehr Leuten, sondern die Anwesenheit von mehr Demos. Da konnte ich hier noch nichts wahrnehmen.
Was macht @Broesler eigentlich?

Mit wem ich dieser Tage spreche, alle haben ... ja, was eigentlich? Ein
ungutes Gefühl; eine Meinung, die sie sich nicht trauen, öffentlich zu
machen; eine Angst, Sorge, Wut, Hilflosigkeit; ... und was passiert?

Inhaltlich öffnen sich die Leute nichtmal vor Ort.
Ich wüsste ganz genau, was ich mal ansatzweise erwähnen müsste um sie zu begeistern... bloß dass ich dann halt der Hund wäre, der sie in Richtungen lenkt. Genau das ist ja nicht Sinn und Zweck der Sache.

Gruß
Brauer

Ingolstadt die Vierte

Fidel @, Dienstag, 27.10.2015, 07:25 vor 3747 Tagen @ Bergamr 2522 Views

Hallo Bergamr,

unverändert stehen wir zu zweien am Platz. Es besorgt mich mehr als es verärgert, weil die zugrundeliegenden Überlegungen bei jeder neuen Nachricht bestätigt werden.

Die Lokalzeitung meldet heute morgen, dass örtliche Polizeibeamte in der Unterkunft von Minderjährigen mit Metallrohren angegriffen wurden. Ursache war ein lagerinterner Diebstahl.

In der angrenzenden Kreisstadt Eichstätt wird als nächstes ein bayrsiches Abschiebegefängnis eingerichtet, da sich nicht jeder einfach so abschieben lässt.

Enttäuschend empfinde ich die Leute aus meinem Umfeld, die nicht nur informiert sind sondern in dem Wissen um den Handlungsbedarf und das Angebot sich zu Hause verkriechen ohne Nachfrage oder Unterstützung. In Zukunft habe ich für Feiglinge keine Toleranz, dieser Veränderung steht schon fest.

Der kommende Montag 02.11.15 - Rathausplatz Ingolstadt 18:30-19:30 Uhr ist bereits angezeigt.


Beste Grüße @all
Fidel

Angst, Sorge, Wut, Hilflosigkeit

mocky @, Dienstag, 27.10.2015, 08:51 vor 3747 Tagen @ Bergamr 2451 Views

Ein Hallo in die Runde


Mit wem ich dieser Tage spreche, alle haben ... ja, was eigentlich? Ein
ungutes Gefühl; eine Meinung, die sie sich nicht trauen, öffentlich zu
machen; eine Angst, Sorge, Wut, Hilflosigkeit; ... und was passiert?


Angst, Sorge, Wut, Hilflosigkeit, das ist genau der Tenor, der überall herrscht.

Wir waren gestern Abend wieder in Dresden.
Um es vorweg zu sagen, es blieb alles ruhig, die Polizei stand entspannt am Rande. Es wurden ja auch im Gegensatz zur Vorwoche keine Krawalltouristen mit dem Logo der Antifa angekarrt. Es standen am Postplatz zwar ein paar Schreikinder, die hatten sich relativ zeitig verzogen.
Allerdings - wie ich soeben aus den Nachrichten erfahren habe, wurden in der Nähe von Pegida wieder drei Autos abgefackelt.

Laut Studentengruppe "Durchverzählt" [Lutz Bachmann] waren gesten ca. 10.000 "Pegidianer" bei 1.000 Gegendemonstranten da. Ich will mich hier nicht festlegen - vorige Woche war der Theaterplatz mit etwa 35.000 Leuten "dicht besiedelt", gestern waren es nicht ganz so viele, aber die Zahl von 25.000 würde meiner Meinung nach schon hinkommen.
Und was die Zahl der Gegendemonstranten betrifft, frag ich mich, wo die alle gestanden haben sollen? Wahrscheinlich hat "Durchverzählt" auch die zahlreichen Zuschauer an der Domo-Route mitverzählt.

@Lydia

Ich gebe Dir vollkommen recht, es kommt keiner von alleine. Ich bin im Sommer in meinem Ort auch "Klingelputzen" gegangen, hab Leute angesprochen, ob sie mitfahren wollen. Es gibt sehr viele, die nur am Meckern sind, sich maßlos (oder Maas-los?) über die derzeitige Lage aufregen, wenn es zur Sache kommt, erntet man nur Schulterzucken/vielleicht/mal sehen/ usw.
Wir sind aber trotzdem sehr froh, das wir wenigstens einen "Stamm" von 10 bis 15 wöchentlichen Mitfahrern gründen konnten.
Die Leute müssen meist erst selbst betroffen sein, damit sie munter werden. Da kann es allerdings zu spät sein ...

@Brauer

Es ist noch nicht frustierend, aber wir machen uns Gedanken, wie's
weitergehen soll. Es ist nicht der erhoffte Knaller ...

Was ist schon der erhoffte Knaller - Steter Tropfen höhlt den Stein!
Man sollte nicht ungeduldig werden. Auch wir machen uns Gedanken, irgendwie treten wir auch in Dresden auf der Stelle, hat man zumindest den Eindruck.
Wenn man aber wiederum die hochgradig nervös agierende Politik sieht, WIR TRETEN NICHT AUF DER STELLE!

Gruß mocky

--
WENN UNRECHT ZU RECHT WIRD
WIRD WIDERSTAND ZUR PFLICHT!

Bertholt Brecht

Predigten

Bergamr @, Dienstag, 27.10.2015, 09:44 vor 3747 Tagen @ Lydia 2019 Views

Hallo Lydia,

Dein Tun begrüße ich sehr.

> Ja. Wir organisieren zwar keine Mahnwachen, ich habe es mir aber zur
[quote]Aufgabe gemacht, mit Kunden darüber ins Gespräch zu kommen.
[/quote]

Die direkte Ansprache von Kunden ist vielversprechend, habe das auch schon praktiziert. Der Vorteil ist, daß man schon im Kontakt ist, daß man schon ein persönliches Thema, nämlich das Verkaufsgespräch, hatte. Funktioniert aber nicht bei allen, im schlechtesten Fall hast Du dann mit einem ehemaligen Kunden gesprochen. [[sauer]]

> Ich habe mir die 3 Predigten von Tscharnke auf CDs gepackt und verteile
[quote]sie, wo ich kann.
[/quote]

Ich kenne die Predigten nicht, bin nicht religiös und stehe den Kirchen sehr kritisch gegenüber. Aber es ist sicherlich eine Möglichkeit, christliche Menschen zu erreichen und denen eine Alternative zum landläufigen kirchlichen Ja-und-Amen-Sagen aufzuzeigen.

Mach bitte weiter! [[top]]

Gruß
Bergamr

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Ehrlich schade für die Heimat! Endgültig verloren seit Sommer 2015 ...

Knaller und Co.

Bergamr @, Dienstag, 27.10.2015, 10:03 vor 3747 Tagen @ Brauer 1923 Views

Hallo Brauer,

die Mahnwachen sind schon eine Art 'Reise ins innerste eigene Selbst'. [[freude]]
Und es ist auch ein Wechselbad der Gefühle, wenn man sich exponiert und im wahrsten Sinne bloßstellt. Und dabei noch nicht mal alles sagen kann, was zu sagen wäre.

Ja, denn die Leute warten auf den Heiland, nicht auf dich, mich, oder gar
sich selbst.

Leider. Hoffentlich erkennen schnell noch viele, daß da nix Gutes von außen kommen wird und jeder nur von innen heraus Kraft schöpfen kann.
Von außen kommt allerhöchstens eine weitere 'Wir-schaffen-das'-Marionette.
Egal in welche Richtung das geht.

> Der erhoffte Knaller wäre ja nichtmal die Anwesenheit von mehr Leuten,
[quote]sondern die Anwesenheit von mehr Demos.
[/quote]

Das ist der Punkt, an dem ich auch richtig ratlos bin.
Wie trägt man diesen Gedanken weiter, daß es über die einzelnen Versammlungen hinaus zu einer landesweiten Verbreitung führt?

> Inhaltlich öffnen sich die Leute nichtmal vor Ort.

Wir hatten ein paar Frager, aber es stimmt: viel zu wenig.

> Ich wüsste ganz genau, was ich mal ansatzweise erwähnen müsste um sie
[quote]zu begeistern... bloß dass ich dann halt der Hund wäre, der sie in
Richtungen lenkt.
[/quote]

Die große Crux: wie bringt man Menschen zum Selberdenken, -machen; und wie verhindert man gleichzeitig den Ausbruch des 'Herdentriebs'?

Jemand gute Ideen? [[zwinker]]

Gruß
Bergamr

--
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Handlungsbedarf

Bergamr @, Dienstag, 27.10.2015, 10:18 vor 3747 Tagen @ Fidel 2007 Views

Hallo Fidel,

schön, daß Du nicht die Flinte ins Korn wirfst, obwohl die Mitmacher in Ingolstadt dünn gesät sind.

> Es besorgt mich mehr als es verärgert, ...

Ja. Wäre man losgelöster Nur-Betrachter, würde man das beispielhaft als Schlange-Kaninchen-Situation beschreiben. Ist man mitten drin, drängt sich eher das Bild einer psychotischen Person auf, die sich massiv selbstverletzt.

> In Zukunft habe ich für Feiglinge keine Toleranz, dieser Veränderung steht schon fest.

Ich weiß nicht, ob es ausschließlich Feigheit ist.
Oder ob nicht die meisten immer noch ihre rosarote Brille aufhaben, mit der sie sich so schön behaglich vertraut gemacht haben die letzten Jahrzehnte.
Aber egal aus welchem Grund der 'Knaller' bisher ausbleibt, ich rechne mit weiterer Verschärfung der Lage.
Und die rosarote Brille wird immer dunkler.
Vielleicht brauchen das diejenigen, die sich bisher noch wie die bekannten 'Drei Affen' verhalten.
Leider ist das dann wahrscheinlich zu spät, um die Lage noch einigermaßen friedlich zu meistern.

Wir werden sehen.

Viel Glück für nächsten Montag nach Ingolstadt!

Gruß
Bergamr

--
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Eine Mahnwache als Therapieversuch wie als Diagnostikum ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 27.10.2015, 10:28 vor 3747 Tagen @ Bergamr 2422 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 27.10.2015, 10:32

(Auch als Antwort auf letzlich alle bisherigen Beitraege in diesem Thread:)

Nach einigen Jahrzehnten politisch aktiver Taetigkeit (eben nicht in "Strukturen", sondern stets selbstverantwortet wie @Bergamr, @Broesler, @Fidel, @Brauer - und zwei, die sich ueber Leserzuschriften bei mir gemeldet haben - das halbe Dutzend scheint voll - und auch @mocky), habe ich mich zu dem Schluss "bequemen" muessen, den einer meiner allerersten Beratungs-Klienten mir entgegenhielt bei einer Besprechung: "Ich gebe nichts auf Gerede - ich messe Menschen ausschliesslich an ihren Taten.".

Jeder Versicherungs- und Autoverkaeufer weiss, dass eine Verkaufs"absicht" noch kein Verkauf ist. Sonst haetten alle Haushalte zehn Lebensversicherungen und je einen BMW, Mercedes, VW und Toyota, oder so. Am Ende haben sie einen ... Mitsubishi ... beim Nachbarn geliehen. Und eine sichere oeffentliche Rente ...

Bei den politischen Bekundungen und Kritiken ist mir schon vor Jahrzehnten aufgefallen, dass Menschen sich binnen vier Jahren aufregen und dann ... dieselbe Partei waehlen, oder eine, die dann mit der "abgewaehlten" koaliert. Der allergroesste Tapferkeitsbeweis ist dann das ... Nichtwaehlen.

Dies erkennend, hat unsere Politik ja Anfang der neunziger "reformatorisch" vorgesorgt ...

Fuer mich sind daher saemtliche (meiner und anderer) politischen Aktionen stets weniger Therapeutikum gewesen (im Sinne: es aendert sich was, "ich heile so die Welt"), sondern eher noch - Diagnostika: wie viele tun mit, von denen, die vorher "Heil" gebruellt und sich bitterlich beklagt haben?

Wenn es ein Zehntel ist, ist es viel, dann fuellt das bereits Plaetze. Wenn es ein Hundertstel ist, ist es die Regel.

Aber: ohne dass ich was getan haette, haette ich ja auch ueber kein Diagnostikum verfuegt.

Und: man verliert dabei keine "Freunde" - das, was man verliert, waren entweder keine, oder sie bleiben welche, haben aber eine pointiert andere Meinung, fuer die sie aber ihrerseits auf die Strasse zu gehen bereit waeren.

Alles andere sind nicht Freunde in dem Sinne, dass man sich nach einem unverhofften Flugzeugabsturz in der Wildnis mit ihnen wiederfinden moechte (oder die nachts riskieren, beim Polizeipraesidium erschossen zu werden) ...

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Drum scheiterte der Heiland und es entstanden "Kirchen" ... (oT)

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 27.10.2015, 10:35 vor 3747 Tagen @ Brauer 1628 Views

- kein Text -

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Danke

Lydia, Dienstag, 27.10.2015, 13:45 vor 3747 Tagen @ Bergamr 1617 Views

Dein Tun begrüße ich sehr.


Hallo Bergamr,

danke für die mutmachenden Worte.
Jeder an seinem Platz wie er kann ...

Die Predigten wurde hier schon mehrfach verlinkt. Hier ist die Quelle:

http://www.efk-riedlingen.de/predigtarchiv/index.php

Es geht um die drei Vorträge vom 04.10, 11.10 und 25.10.2015
Darin spricht er natürlich als Pastor über die christliche Botschaft. Darüber hinaus geht er sehr ausführlich auf das aktuelle Geschehen ein, so dass mir schon der Atem gestockt ist - wobei ich mich nicht zu den Unwissenden zähle. Ich empfinde alle drei Vorträge als sehr aufrüttelnd.
Aufgrund dieser mutigen Aussagen hat er, wie bekannt, ein Strafverfahren anhängig. Von einem Berufskollegen initiiert.

Insofern gebe ich es gern weiter, da es zur Aufklärung beiträgt.

LG
Lydia

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